Call of Duty: Modern Warfare - Wer aufs Baby schießt, fliegt raus

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Ist aber auch ein interessanter Punkt. In Stragegiespieler opfert man ja gerne mal Kanonenfuttereinheiten. Da schert sich auch keiner Drum ob jetzt 5000 oder 10000 Einheiten über den Jordan gehen.

Das machen sogar Schachspieler. Allerdings sind geopferte Einheiten virtuelle Kombattanten und der Grad der Abstraktion ist deutlich höher.
Der wesentliche Punkt ist allerdings die Motivation bzw. die Intention: Diese Einheiten werden ja nicht zum Selbstzweck geopfert, sondern zum Erreichen eines strategischen Ziels. Das bringt selbstverständlich auch ethische Implikationen mit sich, ist jedoch trotzdem auf einer ganz anderen Ebene, als aus einem Impuls und/oder einer perversen Neigung heraus vorsätzlich Wehrlose umzubringen - egal ob nun real oder virtuell.

Um das Ganze mal auf die konkrete Situation zurückzubringen: Die Mutter nicht grundsätzlich ein Kombattant, aber sie könnte einer sein. Je nach konkreter Situation könnte sie eine fanatisierte Täterin sein, plötzlich eine versteckte Waffe ziehen, eine Sprengladung auslösen, selbst eine Sprengladung am Körper tragen sein und das Baby dient dazu, ihre Tarnung zu vervollständigen. Das ist eine unschöne Vorstellung, aber tatsächlich bereits vorgekommen. Es hat auch seinen Grund, warum in Geiselsituationen erst einmal alle Personen fixiert werden, bis man mit Sicherheit sortiert hat, wer Opfer und wer Täter ist. Die Mutter zu erschießen kann also entweder traurigerweise notwendig oder das Ergebnis einer tragischen Fehleinschätzung sein.
Spiele, die sich mit solchen Szenarien beschäftigen, dürfen das prinzipiell abbilden. Es kommt selbstverständlich auch auf die konkrete Umsetzung an, beispielsweise sollte es dann auch Indikatoren dafür geben, dass besagter Mutter-NPC möglicherweise eine Bedrohung darstellt. Ansonsten wurde der NPC nur deshalb platziert, um verwerflicherweise kranken Scheiß zu ermöglichen.

Ein Baby jedoch kann *niemals* Kombattant sein. Es ist nicht entscheidungsfähig und stellt auch rein physisch unter keinen Umständen eine Bedrohung dar. Es ist also unter keinen Umständen zu rechtfertigen, auf das Baby zu schießen. Das ist der Unterschied - ganz rational, ohne jedes Moralisieren.
Das bedeutet allerdings auch, dass es kompletter Unfug ist, dem Baby im Spiel eine Hitbox zu geben. Damit laden die Entwickler ohne jede sachliche Begründbarkeit zu einem Fehlverhalten ein, um dieses dann mit einer Alibi-Sanktion zu belegen und diese wiederum werbewirksam auszuschlachten. Und das halte ich für mindestens ebenso widerlich, als wenn irgend ein Gamer mit defizitärer Sozialisation die Probe aufs Exempel macht.

Meine Meinung.
 
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Diese Einheiten werden ja nicht zum Selbstzweck geopfert, sondern zum Erreichen eines strategischen Ziels.

Und das ist natürlich die ganze Welt zu unterwerf... mit der eigenen überlegenen Zivilisation zu beglücken.

Das bedeutet allerdings auch, dass es kompletter Unfug ist, dem Baby im Spiel eine Hitbox zu geben. Damit laden die Entwickler ohne jede sachliche Begründbarkeit zu einem Fehlverhalten ein, um dieses dann mit einer Alibi-Sanktion zu belegen und diese wiederum werbewirksam auszuschlachten.

Sehe ich tatsächlich anders. Wenn es keine Hitbox hätte, müsste man auch nicht drauf achten. So muss man halt bewusst vermeiden, das Baby zu gefährden, weil man sonst noch mal von vorne anfangen darf oder zumindest nicht weiterkommt. Und es ist nun mal ein Spiel und da stochert man halt auch mal rum, was geht und was nicht geht. Nicht zwingend, weil man psychisch krank ist, sondern weil man einfach neugierig ist, was passiert, was der Entwickler sich dazu ausgedacht hat, die Randszenarien des Spiels etwas austesten. Schließlich hat es nunmal keine realen Konsequenzen. Und ob ich mich dann bei sowas darüber aufrege, je nachdem, was passiert, hängt dann noch mal mit dem Setting zusammen. Da würde ich ein ernstes Setting anders beurteilen als z.B. ein Setting wie in Postal.
 
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Und das ist natürlich die ganze Welt zu unterwerf... mit der eigenen überlegenen Zivilisation zu beglücken.

Morgen, Pinky, morgen ... ;)

Mal ernsthaft: Ethik funktioniert komplett losgelöst von Ideologie, wenn man es will. Es ist komplett unerheblich, ob es Die Guten (tm) oder Die Bösen (tm) sind, die Wehrhafte und Wehrlose für ihre Absichten opfern. Was jedoch bestehen bleibt, ist die Unterscheidung zwischen Wehrhaften und Wehrlosen.

Sehe ich tatsächlich anders. Wenn es keine Hitbox hätte, müsste man auch nicht drauf achten. So muss man halt bewusst vermeiden, das Baby zu gefährden, weil man sonst noch mal von vorne anfangen darf oder zumindest nicht weiterkommt. Und es ist nun mal ein Spiel und da stochert man halt auch mal rum, was geht und was nicht geht.

Nein. Genau das meinte ich, als ich von Sozialisation sprach. Grundsätzlichkeiten muss man nicht durch Herumstochern erfahren. Man muss nicht wissen, ob Wehrlose im Spiel erschossen werden können, wenn es grundsätzlich keinen Grund gibt, auf sie zu schießen und man zudem grundsätzlich verinnerlicht hat, dass diese gefährdet sein können.

Zudem sprach ich die Umsetzung an. Je mehr Realismus versprochen wird, um so mehr kann man die Maßstäbe der Realität anlegen. Wenn ich damals in eine Bude reinmarschiert bin, war mir klar, dass es 1.) dort Nonkombattanten gibt und 2.) ich auf diese Rücksicht nehmen muss, weil das Gesetz, meine Dienstvorschriften und vor allem meine ethischen Grundsätze es mir so vorgeben. Ich musste nicht erst einmal testweise auf Nonkombattanten schießen um zu sehen, dass diese das sicherlich nicht überleben und welche Konsequenzen das für mich hat.
Warum also sollte ich das in einem Spiel tun? Ich will das nicht machen und ich muss das nicht machen, das genügt doch vollkommen. Ob den NPCs im konkreten Spiel durch mein Handeln *unabsichtlich* etwas widerfahren kann und welche Konsequenzen das im Spiel hat, kann ich auch einfach auf mich zukommen lassen.

Aber wir waren ja hier bei Entwicklern mit moralischen Zeigefinger. Die Bigotterie liegt meines Erachtens hauptsächlich darin, dass die Rules of Engagement offenbar gar nicht kommuniziert werden. So schwer kann's ja nicht sein, im Vorab klarzustellen, dass die im Spiel dargestellten Zivilisten nicht Teil der unzerstörbaren Kulisse sind, sondern realistischer Bestandteil des Settings, und dass alles, was ihnen durch den Spieler widerfährt, Konsequenzen hat. Und diese wiederum kann man skalieren, denn die Software wäre problemlos in der Lage, (für den Spieler) unvermeidbare Tragik von unterschiedliche Graden der Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz zu unterscheiden.

Dann ergibt auch die Hitbox fürs Baby Sinn. Es kann zwar niemanden gefährden, es kann aber natürlich gefährdet sein und beispielsweise Opfer eines Querschlägers werden. Das wäre dann nauch durchaus lehrreich für den Spieler.
Wenn es aber wenn es durch einen direkten Treffer den virtuellen Tod erleidet, muss man 1.) das Ergebnis nicht visualisieren und sollte es 2.) viel drastischer sanktionieren.
 
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Genau das meinte ich, als ich von Sozialisation sprach. Grundsätzlichkeiten muss man nicht durch Herumstochern erfahren. Man muss nicht wissen, ob Wehrlose im Spiel erschossen werden können, wenn es grundsätzlich keinen Grund gibt, auf sie zu schießen und man zudem grundsätzlich verinnerlicht hat, dass diese gefährdet sein können.

Muss man nicht wissen, aber es herauszufinden schadet auch niemandem. Das ist doch einfacher Spieltrieb. Es ist eine andere Welt mit anderen Regeln und da überkommt einen doch manchmal die Frage "was passiert eigentlich, wenn ich...", auch wenn es manchmal zugegebenermaßen ziemlich makaber ist.
 
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Uff Ethik, das ist so kolonial und weiser alter Mann und so:
Jungfrauen-Reinigungsmythos – Wikipedia
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Die Welt und die Menschen sind nicht gut.
Und wenn du das schlimm findest, glaub mir, dieses Loch ist tiiiief.

Muss man nur nach GB gehen:
Missbrauchsskandal von Rotherham – Wikipedia
Moenyquote:
Missbrauchsskandal von Rotherham – Wikipedia

Serien von bandenmäßigem sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kinderprostitution und Menschenhandel wurden im Verlauf der 2010er-Jahre auch in weiteren englischen Städten aufgedeckt, darunter in Rochdale, Oxford, Derby, Halifax und Newcastle, jeweils mit ähnlichem Muster und überwiegend pakistanischstämmigen Tätergruppen. Auch dort blieben die Behörden lange Zeit untätig und nahmen die Opfer nicht ernst.[SUP][36][/SUP][SUP][37][/SUP][SUP][38][/SUP][SUP][39][/SUP]
Im Missbrauchsskandal von Telford war das Ausmaß mit schätzungsweise 1000 Opfern ähnlich groß wie in Rotherham; die ersten entsprechenden Taten wurden bereits in den 1980er-Jahren begangen. Seit den 1990er-Jahren waren die Missbrauchsfälle Sozialarbeitern bekannt, die Behörden blieben jedoch jahrzehntelang untätig. In Akten wurden die betroffenen Mädchen als „Prostituierte“ und nicht als Opfer von Missbrauch bezeichnet. Auch Ärzte, die Abtreibungen vornahmen, und Apotheker, die die „Pille danach“ verkauften, griffen nicht ein.
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Da wird quasi jedes Jahr tiefer gegraben, jedes mal wird es größer.
Lest die Englischen Nachrichten dazu. Wiki fehlen die besten Einzelheiten. Das ist Übel. Mitten in Europa.
https://en.wikipedia.org/wiki/Rotherham_child_sexual_exploitation_scandal
Child sexual abuse of an estimated 1,400 (1997–2013, according to the Jay report) aged approx. 11–16
Sheffield Crown Court, 2010, 2016–2017, convictions for rape, conspiracy to rape, aiding and abetting rape, sexual intercourse with a girl under 13, indecent assault, false imprisonment, procurement. Numerous individual prosecutions regarding child sexual exploitation over the years, including 8 in 2012, 9 in 2013, and 1 in the first quarter of 2014

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