Das ist schlicht Ausbeutung. Unglaublich, dass das überhaupt jemand mit sich machen lässt, der auch andere Möglichkeiten hätte.
Das ist halt eben auch ein gigantisches Problem der Branche. So wie du ein paar Jahre dort gearbeitet hast, bist du fortan der "Spieleheini" und drei mal darfst du raten, ob sich das gut auswirkt, wenn du wieder in deine angestammte Branche wechseln willst. Womit wir dann auch schon beim nächsten Problem, sind. Früher ist man da als Quereinsteiger in die Branche gekommen, sei es als studierter Informatiker, Grafikdesigner usw.. Da hatte man noch eine Alternative, auch wenn man da schon etwas raus war. Heute gibt es spezielle Studiengänge und "Gamesdesign" passt eben nirgends sonst hin, da ist man dann verflucht, in der Branche zu bleiben.
Mir ist schon bewusst, dass in der Games-Branche schlecht bezahlt wird, aber das klingt für mich echt übertrieben.
Man kann es sich halt eben erlauben, denn es gibt Leute, wie Sand am Meer.
Das war noch nichtmal das haarsträubendste. Besagter Kumpel war des Öfteren an einem Münchner Entwicklerstammtisch, der irgendwie jeden Monat stattfand, wenn ich mich richtig erinnere. Dort gab es auch eine Gruppe der Spieleentwickler und da Panzersimulatoren ja irgendwie verwandt sind, hat er sich da einfach mal dazugesetzt (deshalb auch die Bewerbung, er wollte mal die Probe aufs Exempel machen, ob es da wirklich so mies ist, wie er gehört hat). Die absolut Privilegierten hatten eine Festanstellung, Ausbeutung hin oder her. Ein weiterer Teil hat sich so durchgeschlagen, befristet oder Praktikum, man braucht ja was für den Lebenslauf. Ein recht großer Teil war selbstständig und zwar nicht "ich fahre Porsche", wie Christian Lindner, sondern das exakte Gegenteil. Das beste war jemand, der sich mit einem Partner und 40.000€ selbstständig gemacht hat. Obwohl beide spartanisch gelebt haben, ist ihnen das Geld ausgegangen, bevor ihr Spiel fertig wurde. Deshalb haben beide ALG II beantragt, um "ihr Baby" zu Ende zu entwickeln, das ganze ging dann 1,5 Jahre so, dann wurde das Spiel ein Flop. Das verstörendste, für meinen Kumpel, war allerdings die Reaktion der anderen Spieleentwickler. Die fanden da nichts komisches dran, sondern es war eine legitime Sache, wenn einem das Geld ausging, niemand hat die schief angeschaut.
Deshalb würde ich jedem, der gerne ein stabiles Einkommen hätte, von der Gamesbranche abraten. Da sollte man lieber schreiend davonlaufen.
Generell hat mir das auch bei anderen Traumjobs die Augen geöffnet. Ein Restaurant zu eröffnen, ist z.B. für viele der Traum, dumm nur, dass die Halbwertszeit bei neuen Restaurants bei 2-5 Jahren liegt, je nachdem, was man wo eröffnet. Im Klartext: man kann eigentlich schonmal den Termin mit dem Insolvenzberater ausmachen.
Wer zu schlecht bezahlt,der braucht sich nicht wundern,wenn die Mitararbeiter reihenweise abhauen.Dann ist der Laden sehr schnell unter den Rädern.Ohne Mitarbeiter kann keine Firma überleben.
Das Problem ist, dass die Branche überlaufen ist "Spieleheinis" gibt es wie Sand am Meer. Ich fände es richtig geil, ein cooles Spiel mit zu entwickeln, dort etwas mitentscheiden zu können und am Ende steht mein Name in den Credits. Das Problem ist, dass das wohl vermutlich mindestes 5 Mio Leute in Deutschland ähnlich sehen dürften. Wenn auch nur ein winziger Teil dieser Typen (meist sind es ja Kerle oder Jungs) da verwirklicht, dann ist die Branche völlig überlaufen und das machen eben mehr als genug. Zum einen ist die Frage: wohin sonst? Und wenn man das gelöst hat, dann kommt der nächste, der den Platz einnimmt.
Ich denke mal als Negatives Beispiel nimmt man sich so Firmen wie E/A Games.Dieser laden wird auch eher schlecht die Entwickler bezahlen.Hat ja auch nicht ohne Grund einen schlechten Ruf.Sie mögen zwar vielleicht mehr bezahlen,dafür geben sie den Mitarbeiter schlechte Arbeiten und schränken sehr stark ein.
Bei EA u.ä. gibt es meines Wissens eine Festanstellung, da hast du dann das große Los gezogen. Davon gibt es aber in Deutschland nicht so viele. Daedalic ist nach Gollum den Bach hinunter gegangen, Crytek hat auch ordentlich Federn lassen müssen. PB ist pleite/aufgelöst. Bei Ubisoft gab es schonmal bessere Zeiten Entwickler wie Jamba sind auch kein Thema mehr. Und somit bleibt dann recht wenig, Kalypso kennt man. Wikipedia listet bei "Spielesoftwareunternehmen (Deutschland)" 104 Einträge, von denen es einen Großteil nicht mehr gibt. Viel Spaß, wenn man sich da beim Rest bewirbt, zusammen, mit allen anderen.