Ab 1.7.: Strom ohne EEG-Abgabe, Netflix & Co. müssen Kündigungsbutton anbieten

Das weiß kein Mensch, da es von zu vielen Dingen abhängt.

Wird das russische Gas weiterhin geliefert?
Endet dieser widerliche Krieg in der Ukraine dieses Jahr, mit einer Niederlage der Russen? (ich glaube das zieht sich)
Wieviele Kohlekraftwerke können wieder fit gemacht werden?
Werden die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert? (und werden die Brennelemente rechtzeitig bestellt)
Werden die Flüssiggasterminals fertig?
Wird der Ertrag der Erneuerbaren hoch ausfallen?
Werden wir einen warmen Herbst und Winter bekommen.

Zwischen etwas unter 0,3 bis 1,5€ kann also alles drin sein.

Wäre der "rechtzeitige" Zeitpunkt für die Bestellung von Brennelementen nicht vor zwei bis drei Jahren gewesen? Auf alle Fälle hatten die zu Januar 23 aus dem Dienst ausscheidenen Mitarbeiter solange Zeit, sich neue Jobs zu suchen und diverse Prüfungen & -wartungen werden bis Jahresende um ein ähnliches Maß überzogen sein, was einen sicheren Weiterbetrieb selbst mit Brennstäben unmöglich macht. Die Stromkonzerne haben auch klargestellt, dass sie keinen Cent aus eigener Tasche mehr in abgeschriebenen Meiler mehr investieren werden; entsprechend kostspielig wäre es als für die Stromkunden, hier noch mit viel Aufwand ein paar kWh rausquetschen zu wollen.

Insgesamt reden wir ohnehin nur von 4 GW, die die Atomkraftwerke nach Wiederherstellung aller Betriebsvorraussetzungen liefern könnten. Wenn die Wikipedia-Liste hinhaut, haben wir dagegen überschlagsmäßig 8 GW Kohlekraftwerksleistung in Reserve stehen, die binnen weniger Wochen wieder einsatzbereit wären. Je nachdem, wann man ein Wiederanfahren der AKWs in 2023 für technisch machbar hält, könnten die Kohlekraftwerke als die 5- bis 50-fache Strommenge ins Netz pumpen. Ein viertes Last-Second-Umsteuern beim Atomausstieg hätte also nur geringe Auswirkungen auf den Strompreis im kommenden Jahr, selbst wenn es wider Erwarten günstig umsetzbar sein sollte.

Entscheidend wird der von vielen Faktoren abhängige Gaspreis, denn die Turbinen brauchen wir auf alle Fälle als regelbare Leistung für den hohen Spitzenlastanteil im Netz. Gerade die Neuverträge dürften sich vorerst weiter an kurzfristig leicht hinzubuchbaren Strommengen orientieren, denn auf Vorrat kauft bei den aktuellen Preisen kein Stromversorger Reserven ein. Schlechte Zeiten also für all diejenigen, die bislang immer kurzfristig auf den billigsten Anbieter gesprungen sind und jetzt ohne sicheren Bestandsvertrag haben.

Innerhalb letztgenannter... – Mein Anbieter hat in der ersten Jahreshälfte mehrfach auf bis zu 36 Cent angehoben, sodass jetzt ohne EEG-Umlage bis Jahresende erstmal 32 Cent anliegen. Das ist natürlich ein saftiger Aufschlag gegenüber 26 Cent im letzten Jahr. Verglichen mit 24 Cent 2018 fällt die Mehrbelastung über die normale Inflation hinaus für mich aber nicht größer aus als zum Beispiel der Anstieg der Krankenkassenbeiträge im gleichen Zeitraum. Ärgerlich ist halt, dass die Energiekosten im Gegensatz zur Krankenversorgung überhaupt keine soziale Staffelung kennen und das ein nicht unerheblicher Teil des Geldes immer noch an Russland fließt, weil die ihre reduzierten Gasmengen bei allgemeinem, absichtlich verursachten Mangel nahezu zu den Preisen teurer Importware aus den USA verkaufen können.
 
Ich habe was von 1 € pro kilowatt gelesen gelesen gehabt kann mich aber auch irren.
Kann gut sein das Du das irgendwo gelesen hast, es gibt genug Weltuntergangspropheten mit vermeintlich serösem Anstrich, die unseriöse Schätzungen raushauen in der Hoffnung richtig geraten zu haben und dann gefeiert zu werden. Würde ich an Deiner Stelle ignorieren. Wie @Pu244 schön aufgezählt hat hängt es einfach von zu vielen Faktoren ab, die wir jetzt noch nicht genau einschätzen können.

Wenn ich selbst eine Schätzung abgeben müsste, dann denke ich, daß wir um die 50cent / KWh im Schnitt landen könnten. Das würde schon genug Schwierigkeiten erzeugen, alles drüber und bei uns kommt möglicherweise auch ein Strompreisdeckel wie in Spanien und Portugal. Und da ja auch schon Maßnahmen laufen um die Dynamik einzubremsen glaube ich nicht, daß es weit darüber hinausgeht, ich hoffe sogar eher und halte es durchaus für möglich das wir darunter bleiben können. Aber ist jetzt auch nur eine Schätzung meinerseits, ich weiss halt auch nichts. Wir werden abwarten müssen. Ich kann nur jedem raten die Preise regelmäßig zu verfolgen und ggf. Wechselmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen wenn der eigene Anbieter zu teuer ist bzw. für das nächste Jahr zu hohe Preise aufruft. Wir haben in Deutschland glücklicherweise diese Möglichkeit.

Mehr Sorgen macht mir da aktuell eher der Gaspreis, da es da dieses Notstands-Gesetz gibt, das für den Verbraucher extrem unangenehm werden kann, sofern man Gas für Heizung und/oder Warmwasser bezieht. Ich habe eine Durchlauferhitzer-Gastherme für Warmwasser mit eigenem Gasvertrag und hänge zudem an der Zentral-Gasheizung des Vermieters auf die ich keinen Einfluss habe. Daher werden die Kosten dort deutlich schwerer abzuschätzen. Glücklicherweise ist mein Gas- und Heizungsbedarf sehr niedrig, daher hoffe ich, es geht glimpflich aus für mich. Aber für viele Verbraucher kann das richtig problematisch werden.

Innerhalb letztgenannter... – Mein Anbieter hat in der ersten Jahreshälfte mehrfach auf bis zu 36 Cent angehoben, sodass jetzt ohne EEG-Umlage bis Jahresende erstmal 32 Cent anliegen.
Ich bin neugierig, hatte es einen speziellen Grund, warum Du keinen Vertrag mit Preisgarantie gewählt hast? Ich habe immer Ökostrom Verträge mit 12 Monate Preisgarantie bisher gewählt und bin damit sehr gut gefahren, weil es schön berechenbar blieb. Letztens Jahr hatte ich dadurch noch 24 cent durchgehend und für dieses Jahr knapp 31 cent, die jetzt ohne Umlage auf 27 cent für das 2. HJ fallen. Und ich habe in den letzten 15 Jahren nur zweimal uberhaupt den Anbieter gewechelt und einmal war jetzt 2021/2022, weil es nahezu da überall einen größeren Sprung bei den Preisen machte. Ich hoffe ja sehr, das ich bei meinem aktuellen Anbieter auch wieder möglichst lange bleiben kann, weil ich das Prinzip dort unterstützen möchte (gerade auch wegen der politischen und klimatischen Weltlage, sogar meinen Gasvertrag habe ich zeitgleich mit Strom deswegen da hin umgezogen und dabei auf 100% Biogas umgestellt). Aber ob mich das auf Dauer deutlich teurer kommt als der Marktdurchschnitt, wie hoch dieser sein wird und wieviel Prinzip ich mir wirklich leisten kann/will, das muss ich natürlich auch erst noch rausfinden. Daher beobachte ich die Entwicklungen aktuell sehr gespannt.
 
Zuletzt bearbeitet:
@MADman_One

Nun da ist nur so hoch wenn man nun neukunde bei einem stromanbieter wäre. Wenn man also wechselt verlangen die anbietet viel mehr Geld als die wo Stammkunden sind.
Wobei nun von 142 € auf 162 € pro Monat ab 1. August bei eon teuer wird. Dazu noch extra Kosten durch den Stromzähler was dann am Ende 180 € sind wird. Es wird also teuer. Mehr Strom verbrauchen werden wir nicht, aber es wird einfach so teuer. Da ist man 20 Jahre Stammkunde bei eon und dann kommen preiserhöhungen drauf.
Zwar mit Tag und nachtstom, der dann 3 Cent günstiger ist als der tagstrom.
Also 29 Cent zu 32 Cent.
Und ich lese hier was von 26 Cent. Man habt ihr es gut.
Mit dem Wechsel hätten wir Angst das der Preis ganz nach oben klettern würde
Und ganau darum auch das mit den 1 €. Hoffe mal das das von dir sich wirklich so gemacht wird bzw eingesetzt weil meine mutter kann das sonst eh nicht mehr bezahlen.
Aber das sehen wir dann ja dieses Jahr noch.
 
Ich bin neugierig, hatte es einen speziellen Grund, warum Du keinen Vertrag mit Preisgarantie gewählt hast? Ich habe immer Ökostrom Verträge mit 12 Monate Preisgarantie bisher gewählt und bin damit sehr gut gefahren, weil es schön berechenbar blieb. Letztens Jahr hatte ich dadurch noch 24 cent durchgehend und für dieses Jahr knapp 31 cent, die jetzt ohne Umlage auf 27 cent für das 2. HJ fallen. Und ich habe in den letzten 15 Jahren nur zweimal uberhaupt den Anbieter gewechelt und einmal war jetzt 2021/2022, weil es nahezu da überall einen größeren Sprung bei den Preisen machte.

Siehst du: Bei mir hatte es eben Anfang des Jahres keinen einen Sprung gegeben und ich bin in meinem alten Vertrag geblieben. Dessen Preisgarantie ist aber schon vor vielen Jahren ausgelaufen. Du hast dich offensichtich genau zum richtigen Zeitpunkt in Bewegung gesetzt. ;-)

Ich muss mich übrigens korrigieren: Bei den alten Rechnungen hatte ich versehntlich in die Spalte ohne Steuern geguckt.* Inklusive Mwst. waren es auch 2018 schon 28,9 Cent und letztes Jahr 31,1 Cent. 2014 übrigens 28,1 Cent. Zu Januar diesen Jahres wurde dann auf 33,1 Cent erhöht und dann folgte direkt zum 1.5. eine zweite Erhöhrung auf 36,1 Cent. Es ging also binnen 6 Monaten mehr nach oben als die gesamten 6 Jahre zuvor – wäre mir das vorher klar gewesen, hätte ich mir sicherlich mehr Gedanken über einen neuen Vertrag mit Preisgarantie gemacht.

*: Damit ergeben sich natürlich auch andere Zahlen für den Inflationsvergleich. 29 2018er-Cents entsprachen diesen Mai 33 Cent im Norm-Einkaufskorb. Wenn mein Preis ab Juli dank entfallender EEG-Umlage wieder auf 32 Cent fällt, lande ich im Jahresmittel somit sogar bequem unter dem Strompreis, der alleine durch Inflation über die letzten vier Jahre zu erwarten gewesen wäre. Absolut betrachtet ist dann bereits der Einkommensverlust eines Haushaltsmitglieds durch z.B. die steigenden Krankenkassenbeiträge gegenüber 2019 ähnlich schwerwiegend, wie die Mehrausgaben des gesamten Haushaltes durch steigende Strompreise. Ganz zu schweigen von den Mehrkosten durch Mehrverbrauch. Als Hardwaretester im Home Office lautet die Entwicklung: 2019 – 1,8 MWh, 2020 – 2,0 MWh – 2,3 MWh. Ich zahle im Moment also für die Mehrnutzung mehr als doppelt so viel Aufpreis wie durch die Preiserhöhung.
Auf einmal mag ich Corona und die Folgen noch weniger als zuvor, obwohl das gar nicht möglich erschien. :-<
 
Wäre der "rechtzeitige" Zeitpunkt für die Bestellung von Brennelementen nicht vor zwei bis drei Jahren gewesen?

Nein

Die reguläre Bestelldauer sind 3 Jahre, allerdings haben die meisten Kernkraftwerke genug Brennelemente für 3 Jahre. Man kann also durchaus Bestellungen vorziehen. Damit sind es dann 6 Monate, die das dauert, man müßte also bis zum September bestellen.

Die Kernkraftwerke können auch mit den bisherigen zwei Monate länger laufen, danach sinkt die Leistung. Alleine dass man die paar Monate, die man so oder so nicht nutzt ist relativ dämlich. Somit würde man das willkürliche Aus vom Jahreswechsel in den April verschieben, wenn der Winter vorbei ist.

Auf alle Fälle hatten die zu Januar 23 aus dem Dienst ausscheidenen Mitarbeiter solange Zeit, sich neue Jobs zu suchen und diverse Prüfungen & -wartungen werden bis Jahresende um ein ähnliches Maß überzogen sein, was einen sicheren Weiterbetrieb selbst mit Brennstäben unmöglich macht.

Unmöglich stimmt nicht, das hat auch der TÜV gesagt. Man kann sie weiter betreiben, das ist kein Problem, nur müßte man langsam damit anfangen.

Wenn es danach geht, dann müßtest du auch einsehen, dass ein Umstieg auf Erneuerbare völlig unmöglich ist, da wir zu inkompetent sind (und uns die Politiker über die Kosten und Probleme belogen haben). Stattdessen wird da dann gefordert, dass man die Probleme löst.

Die Stromkonzerne haben auch klargestellt, dass sie keinen Cent aus eigener Tasche mehr in abgeschriebenen Meiler mehr investieren werden; entsprechend kostspielig wäre es als für die Stromkunden, hier noch mit viel Aufwand ein paar kWh rausquetschen zu wollen.

Die Stromkonzerne haben über 22 Mrd € Entschädigung für den Atomausstieg erhalten. Das Geld ist längst verplant und ausgegeben. Wenn jetzt die Laufzeiten verlängert werden, dann müssen sie diese zurückzahlen. Das ist der Grund, warum die ihre Goldesel nichtmehr weiter betreiben wollen.

Wenn der Staat auf eine Rückforderung der Entschädigung verzichten würde, dann dürften die Stromkonzerne ihre Meinung schnell ändern.

Die Zusätzlichen Kosten, um die Kraftwerke wieder Fit zu machen, dann man ja der Allgemeinheit aufs Auge drücken, dann wird es so richtig profitabel. So wird es bei den Kohlekraftwerken gehandhabt, du glaubst doch niht, dass die Stromkonzerne das selbst bezahlen? Die haben sich den Ausstieg aus der Kohle bezahlen lassen und jetzt wieder den Weiterbetrieb und die Kosten für die CO2 Zertifikate wird wohl auch die Allgemeinheit zahlen müssen. Man sollte nicht glauben, dass das umsonst ist.

Insgesamt reden wir ohnehin nur von 4 GW, die die Atomkraftwerke nach Wiederherstellung aller Betriebsvorraussetzungen liefern könnten.

Ach so, wir haben genug Strom?

Na dann können wir uns die Energiewende sparen, wenn doch alles so gut ist. Ich sehe nicht ein, warum die Armen dafür blechen müssen, wenn die Kernkraftwerksgegner nichtmal in einer existenziellen Krise bereit sind, über ihren Schatten zu springen.

Ein viertes Last-Second-Umsteuern beim Atomausstieg hätte also nur geringe Auswirkungen auf den Strompreis im kommenden Jahr, selbst wenn es wider Erwarten günstig umsetzbar sein sollte.

Wie man bei den Grafikkarten und dem Klopapier gesehen hat, kann ein Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage den Markt ordentlich durcheinander bringen. Wir reden von 6% des Strombedarfs. Ach wenn die Kernkraftwerksgegner klein reden wollen: das ist schon einiges. Darauf zu verzichten wird die Strompreise definitiv in die Höhe treiben und außerdem die CO2 Emissionen, dazu gibt es eigentlich keine zwei vernünftigen Meinungen.

Wenn man den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke nicht will, dann sollte man auch klar zu den Konsequenzen stehen. Diese Mischung aus Naivität und Herumgelüge hat uns in die Situation gebracht. Jürgen Tittin hat damals verkündet, dass die EEG Umlage auf 1-2 Cent steigen wird und dann der Strompreis sinken wird, da die Erneuerbaren so unglaublich billig sind. Was ist passiert? Statt bei 13 Cent (ich bin großzügig und nehme den gleichbleibenden, inflationsbereinigten Preis) sind wir heute bei über 30 Cent.

Der Witz ist, das wird die Energiewende langfristig zu Fall bringen. Man legt nicht die Kosten und die Mühen auf den Tisch, also wird es auch nicht gemacht. Wenn man es ernst meint, dann wird man da über einen ganz anderen Strompreis reden müssen, ich tippe da auf 60 Cent pro kWh. Es müssen Stromtrassen gebaut werden, damit man den ganzen erzeugten Strom vom einen Ende des Landes an das andere transportieren kann. Der Strom muß, für den Winter, mit Wasserstoff gespeichert werden. Wirkungsgrad etwa 50%, wenn man es gut macht und sehr teuer.

Nach Fukushima hätte man tatsächlich die Chance gehabt das durchzudrücken, wenn man alles auf den Tisch gelegt hätte, hat man aber nicht.

Irgendwann werden wohl neue Kernkraftwerke gebaut oder es kommt noch die Kernfusion (soll ja in etwa 30 Jahre tatsächlich soweit sein).
 
@wurstkuchen Ich bin bei Eprimo, die können es aber nicht billiger machen als der Netzbetreiber verlangt.
Bei mir ist Mitnetz der Betreiber und da kann keiner den Preis senken.
@HorstDetlfefHolzkopf wenn es weiter so geht und es keine Änderung auf der Weld gibt, dann über 40 Cent die KWh.
 
Jo und das zeigt die Unfähigkeit, was dagegen zu machen:
Deutschland verliert auch sein letztes Rotorblatt-Werk
Einfach nur traurig und unfähig die Regierung.
 
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