Intuitiv war das auch mein Gedanke, wobei ich daran immer noch nicht glaube. Die Fakten der gestiegenen Kosten der Reparaturen, die Karten sind komplex und der gestiegene Absatz werden sicher ihren Anteil haben. Aber solange Nvidia nichts offenbart, bleibt dass alles Spekulatius.
Es würde mich wundern, wenn Nvidia in so erheblichem Umfange reparieren lässt, dass sich das in den Bilanzen niederschlägt. Eine Reparatur einschließlich Prüfung, die wieder so zuverlässig ist, dass volle Qualität garantiert werden kann, bedeutet schnell mehr Aufwand als Neuproduktion und Austausch. Entsprechend werden die Aufwendungen für Reklamationen kaum von Reparaturaufwand oder Reparierbarkeit abhängen, sondern überwiegend von der Ausfallquote, vor Preis der verkauften Produkte und deren Anzahl. Laut der Formulierung des Artikels geht es zudem nicht um den Gesamtmarkt, sondern nur um den Direktverkauf und das auch nur an nicht-kommerzielle Kunden:
warrantyweek schrieb:
[Cryptomining] ... commercial use, and voids the product warranty for Nvidia and AMD discrete GPUs.
...
Nvidia and AMD limited warranties cover discrete GPUs used by the end-user, not chips included in larger graphics cards sold by other manufacturers.
Die Kernfrage lautet also: Wann wurden wie viele Founders Editions sowie ggf. in geringer Zahl RTX Pro verkauft und zu welchem Preis?
Die Antwort für 2024 dürfte lauten: Praktisch gar keine. Also gab es auch keine neuen Karten, die aufgrund von Produktionsfehlern nach kurzer Zeit ausfallen konnten, sondern nur das konstante Grundrauschen alter Modelle.
Nach dem Launch von Geforce RTX 5000 im ersten Halbjahr 2025 und dem von RTX Pro Blackwell im Sommer 2025 sah das Ende 2025 logischerweise komplett anders aus.
Die 12V-2×6-Story würde ich dagegen für kaum relevant halten. Der Stecker ist bekanntermaßen schon auf den 4000ern "ständig durchgebrannt", war also im 2024er-Bezugswert schon eingepreist. Und letzterer wird, trotz deutlich höherem Marktanteil und sehr viel höheren Preisen für "Geforce", niedriger als bei AMD angegeben. Auch 2025 hat Nvidia laut Quelle "nur" knapp viermal so viel für Garantiefälle ausgegeben wie AMD. Dabei kommen letztere nicht annähernd auf ein Viertel Marktanteil nach Stückzahlen und der Austausch einer Top-Radeon kostet seinerseits gerade einmal ein Viertel der teuersten Geforces. Wenn man die Nicht-Präsenz von Sold-by-AMD-Radeons bedenkt, hätte ich den Garantieaufwand für diese
weit hinter den Founder Editions erwartet. So aus dem Bauch heraus 1 Prozent statt 25 Prozent, ausgehend von gleichen Ausfallraten.
Was bei mir die Frage aufwirft: Wie belastbar ist die hochdetaillierte Zuordnung dieser Zahlen eigentlich insgesamt?