News Erstes Mal mit Hardtubes, 3x 360er-Radiatoren reichen nicht, Retro statt neuer PC: Waküs der Community

PCGH_Thilo

Ältester PCGH-Fan
Teammitglied
Ob man nun mit Luft oder Wasser kühlt: Die Mitglieder der PCGH-Extreme-Community zaubern Tag für Tag aufs Neue umwerfend gute Bilder ihrer Kühlgiganten und laden sie im Forum hoch. Viel Spaß mit den interessantesten Wakü-Bildern der letzten Zeit!

Was sagt die PCGH-X-Community zu Erstes Mal mit Hardtubes, 3x 360er-Radiatoren reichen nicht, Retro statt neuer PC: Waküs der Community

Bitte beachten: Thema dieses Kommentar-Threads ist der Inhalt der Meldung. Kritik und allgemeine Fragen zu Online-Artikeln von PC Games Hardware werden hier gemäß der Forenregeln ohne Nachfrage entfernt, sie sind im Feedback-Thread besser aufgehoben.
 
der queschnitt ist nicht unwichtig, je kleiner er ist desto mehr gegendruck gibt es und desto schneller ist auch der durchfluss. physik und so. allerdings müssen die innendurchmesser nicht grösser sein als die anschlüsse, wobei mehr durchmesser natürlich zu langsameren fluss führt. die engstelle bestimmt aber da wieviel gegendruck zustande kommt. gib ja auch echt sehr kleine schläuche um zum beispiel elkos zu kühlen.
 
Bin ein Fan der Lüftkühler, allerdings mein Respekt der soetwas so hinbekommt, daß es hinterher endgeil aussieht :daumen:

Für meinen I7 14700K reicht eine Bequiet Fertig Wakü, da die Grafikkarte hochkant steht und ich am PC gern rumbastel Ist das hier nix.
 
der queschnitt ist nicht unwichtig, je kleiner er ist desto mehr gegendruck gibt es und desto schneller ist auch der durchfluss. physik und so. allerdings müssen die innendurchmesser nicht grösser sein als die anschlüsse, wobei mehr durchmesser natürlich zu langsameren fluss führt. die engstelle bestimmt aber da wieviel gegendruck zustande kommt. gib ja auch echt sehr kleine schläuche um zum beispiel elkos zu kühlen.
die engstelle bestimmt aber da wieviel gegendruck zustande kommt.
Diese Vorstellung hält sich leider sehr hartnäckig.
Aber korrekt ist das nicht. Ja je größer der Querschnitt der Leitungen/Rohre/Schläuche, desto geringer ist der Gegendruck. Aber unter Prämisse, dass in beiden Fällen gleich viel Wasser fließt, was erstmal nur ein theoretisches Gedankenspiel ist. In der Realität ist der resultierende Wasserdurchfluss immer ein Gleichgewichtsprodukt zwischen Gegendruck und aufgebotener Pumpleistung.
Engstellen im System haben natürlich einen Einfluss auf den Gegendruck, aber eine Engstelle x bestimmt nicht gleich den gesamten Gegendruck, sondern der ist die Summe ALLER Widerstände des Systems. Und genau aus dem Grund kann es trotzdem sinnvoll sein die Durchmesser von Leitungen zu vergrößern um den gesamt Gegendruck zu senken, selbst wenn die Engstelle x bleibt wie sie ist.
Kleines Rechenbeispiel eines einfachen Loops mit völlig fiktiven Zahlenwerten: Legen wir fest in diesem Kreislauf würden 5 l/min zirkulieren und wir könnten die Gegendrücke der einzelnen Teile messen, in der praxis werden die mit Laborermittelten Kennzahlen errechnet:
0,5m Schlauch 8/12mm 30mbar
Klemmverschraubung 1/4" 20mbar
CPU-Kühler 100mbar
Klemmverschraubung 1/4" 20mbar
0,5m Schlauch 8/12mm 30mbar
Klemmverschraubung 1/4" 20mbar
Radiator 50mbar
Klemmverschraubung 1/4" 20mbar
1m Schlauch 8/12mm 60mbar
Klemmverschraubung 1/4" 20mbar
Pumpe @370mbar 5 l/min

Die Pumpe liefert jetzt die Energie und wie bereits festgelegt in diesem Konstrukt würde sie 5 l/min fördern bei einem Gegendruck von 370mbar. Genau solche Angaben findet man in den Kennlinien der Pumpenhersteller, die diese im Labor ermittelt haben.

Jetzt nehmen wir an ich würde die Fittinge also die Klemmverschraubung als "Engstelle" sehen, da diese nur eine Bohrung von ca. 7mm hätten. Mein Schlauch aber hat 8mm innen. Jetzt nehmen wir an, wir nehmen andere Fittinge für 10/14mm Schlauch, die sind aber trotzdem nur 7mm durchbohrt, aber wir benutzten jetzt einen dickeren Schlauch:
0,5m Schlauch 10/14mm 10mbar
Klemmverschraubung 1/4" 20mbar
CPU-Kühler 100mbar
Klemmverschraubung 1/4" 20mbar
0,5m Schlauch 10/14mm 10mbar
Klemmverschraubung 1/4" 20mbar
Radiator 50mbar
Klemmverschraubung 1/4" 20mbar
1m Schlauch 10/14mm 20mbar
Klemmverschraubung 1/4" 20mbar
Pumpe @290mbar 5 l/min
Man sieht der Gegendruck hat sich auf 290mbar verringert, obwohl wir an unserer Engstelle nichts geändert haben. Unsere Pumpe würde jetzt weiterhin 5 l/min fördern, aber müsste nurnoch 290mbar Gegendruck bewältigen. Soweit so gut, aber das ist jetzt rein theoretisch gedacht. Sagen wir jetzt wir setzen für beide Fälle aber die selbe Pumpe ein und lassen sie weiterhin bei gleicher Drehzahl fördern, die Pumpe würde also noch die gleiche Energie einsetzen. Es gibt eine Formel die erlaubt es diesen Zusammenhang in einem Wert abzumelden, in dem man ein Gegebenes System auf einen Gegendruck von 1bar normiert und dann angibt wieviel Volumen dabei gefördert werden müsste. Für unser erstes System würde der Gegendruck schon bei 8,16 l/min erreicht, beim zweiten erst bei 9,33 l/min. Jetzt muss man eine Näherungsrechnung anstellen und kann ermitteln, dass die Pumpe beim neuen betriebspunkt z.b. nur ca. 350mbar Druck aufwenden kann. Mit dem Wert und dem Vergleichswert für System zwei kann man dann den neuen Volumenstrom ermitteln und das wäre in diesem Fall 5,5 l/min.
Durch den neuen Volumenstrom ändern sich natürlich auch die Gegendrücke in allen Bauteilen im System und zwar etwa quadratisch, das ergäbe dann ca.
0,5m Schlauch 10/14mm 12mbar
Klemmverschraubung 1/4" 24mbar
CPU-Kühler 121mbar
Klemmverschraubung 1/4" 24mbar
0,5m Schlauch 10/14mm 12mbar
Klemmverschraubung 1/4" 24mbar
Radiator 60mbar
Klemmverschraubung 1/4" 24mbar
1m Schlauch 10/14mm 24mbar
Klemmverschraubung 1/4" 24mbar
Pumpe @350mbar 5,5 l/min

Lange Rede, klare Erkenntnis:
Auch wenn man an der vermeintlichen Engstelle nix ändern kann, ergibt es Sinn andere Stellen zu vergrößeren. Wichtig ist nur wieviel Gegendruck meine Änderung anteilig an der Gesamtsumme macht. Im fiktiven Rechenfall wurde nur durch ändern des Schlauchdurchmessers der Volumenstrom von 5 auf 5,5 l/min gesteigert. Ohne die Bohrung der Fittinge zu vergrößern und ohne eine andere Pumpe einzusetzen. Gerade bei sowas wie Schläuchen lohnt das, je länger die Schläuche sind, da sich die Druckverluste pro m addieren. Kann ich da einige mbar pro m einsparen, wirkt sich das bei vielen Meter Schlauch natürlich stärker aus, als wenn ich nur sehr kurze Wege habe. Im Pc sind die Wege naturgemäßig eher kurz. Und ich habe es bereits versucht mit einfließen zu lassen: Die Gegendrücke sind naturgemäßig im Kühler selbst am höchsten, denn hier erzeugt man absichtlich bewusst Verwirblungen und turbulente Strömungen, denn die verbessern den Wärmeübergang. Am Ende ist es ein viel hilft viel, möchte man in dem fiktiven System den Durchfluss verdoppeln, dann reicht es nicht die Schläuche zu vergrößern, sondern da muss mehr Pumpleistung her. Durch besagte Effekte gilt aber die Faustformel: Doppelter Durchfluss = ACHTfache Pumpleistung notwendig. In der Praxis würde man dann natürlich lieber größere Schläuche nehmen und evtl. eine leicht stärkere Pumpe und kann vllt 30% mehr Durchfluss erreichen.
 
Das Grundprinzip der Überlegungen stimmt zwar, aber 30 Prozent mehr Durchfluss durch andere Schläuche ist utopisch. Selbst in deinem Beispiel kommst du nur auf +10 Prozent und machst großzügige Annahmen dafür. Das 1:3-Widerstands-Verhältnis von CPU-Kühlern zu Anschlüssen nebst einem halben Meter Zuleitung kommt für einige Produkte hin. Aber 2 m verbauter Schlauch insgesamt sind für eine CPU-only-Kühlung arg übertrieben, da findest du in der Praxis eher ein System mit 1 m Leitungslänge für CPU+GPU. (Wer zugunsten der Optik mehr Umwege macht, setzt heute oft auf Distro-Plates.)

Also doppelt so viel Kühlerwiderstand in der Gesamtrechnung bei halb so viel Schlauch. => Rund 1/4 so viel Einfluss der Schläuche auf die Gesamtbilanz wie vorgerechnet. 2/3 Widerstandsverbesserung bei 2 mm mehr Innendurchmesser wird auch schwierig. Milchmädchen erwartet bei 56 Prozent mehr Querschnitt und 125 Prozent mehr Umfang gut 50 Prozent des Ausgangswert. Real wird die Wandreibung verglichen mit den Verwirbelungen an Übergängen aber auch nur ein Teil der Gleichung sein und letztere durch einen größeren Schlauchdurchmesser nicht deutlich verringert werden.

Pumpenkennlinien spielen natürlich auch noch eine Rolle, deine Zahlen passen zur Spezifikation einer DDC am äußersten Ende ihres Druckaufbaus – 30 l/h bei voller Drehzahl sieht man am PC eher selten. Weiter in der Mitte und erst recht mit einer D5 wäre die Kurve schon spürbar steiler, das heißt eine Reduzierung des Gegendrucks in vergleichbarem Maße würde weniger zusätzlichen Durchfluss generieren als von dir berechnet. Ich selbst habe es zuletzt mit einer Aquastream in der 09/2015 ausprobiert (auch im digitalen Wakü-Sonderheft, falls das noch einer hat). Da war der neue Schnittpunkt mit 30 Prozent Durchfluss bei 13 Prozent weniger Gegendruck. Aber um letzteres bei diesem höheren Durchfluss zu erreichen, musste der Beispiel-Kreislauf von 2 CPU-Kühler + 2 GPU-Kühler + 3 Schnelltrennkupplungen + Verbindungsschläuche auf 1× CPU/1× GPU/2× Kupplung reduziert werden. Also mal eben die Hälfte der Widerstandsquellen rausgeworfen, nicht nur leicht größere Schläuche genommen.
 
Zurück