CPU- und VRM-Kühlung ist tatsächlich weniger das Problem. Es geht eigentlich immer nur um den RAM, der selten direkten Luftstrom in Desktop-Gehäusen abbekommt, aber dringend benötigen würde. Es gibt bis dato dazu keine Lösung. Ein übergroßer Topblower-Kühler wäre eine. Den hat aber keiner im Programm. Die Mainboards selbst haben ihre ATX- und EPS-Kabel meistens wild irgendwo im Luftstrom verteilt. Also nicht einmal ein Rack wäre eine Lösung diese Workstation-Boards wie das Asus Sage.
Also bei den Platinen, die ich bislang in der Hand hatte, konnte man die Stromkabel, Führung in der Nähe des Mainboard-Trays statt quer über allem baumelnd vorausgesetzt, leicht aus dem Luftstrom für den RAM raushalten und bei den größeren 8-Channel-Plattformen sind die Slots auch nahezu immer in Ost-West-Richtung orientiert, sodass Frontlüfter dazwischen blasen können. Falls diese zu schwach sein sollte, gibt es weiterhin
RAM-Luftkühler, auch wenn die scheinbar kein Händler mehr an Geizhals reportet. (Im Gegensatz zu
Wasserkühlern.)
Es gibt mehr als genug Anwender, die keinen Nutzen aus 1851/AM5 ziehen können, mangels Lanes und Steckplätzen. Aus 4677 bzw. WRX80/WRX90 sehr wohl. Aktueller Geheimtipp ist hier WRX80 mit einem 3945WX. Billigster DDR4-RAM bis 128 GB möglich, aber mal eben 7 Capture-Karten einbauen oder 4 Dual-Slot-Workstation-Grafikkkarten? Gar kein Problem! Mit DDR5-RDIMM darf man erst einmal tausende Euros investieren, ohne irgendeinen Nutzen davon zu haben.
Wieso sind für Anwender, denen 128 GiB oder weniger DDR4 reichen, die Preise für 256 GiB RDIMM ein Problem? Nur weil die CPU ggf. Octa-Channel hat, muss man doch nicht alle acht Slots bestücken. Ich gebe zu, dass 1.700 Euro (günstigstes Angebot im Moment des Postens) für 4× 16 GiB alles andere als günstig sind. (Ich habe dafür im Sockel 1151 mal 260 Euro bezahlt.^^) Aber wenn wir von einem professionellen System mit 600-1.000 Euro für die CPU, 400-800 Euro für das Mainboard und 2.000-8.000 Euro an Capture-Karten reden, denen sicherlich noch eine SSD-Ausstattung in ähnlicher Größenordnung gegenüberstehen, dann sind die 1.000 Euro Mehrkosten gegenüber UDIMM auch "nur" 5-15 Prozent Aufpreis, trotz unserer extremen Zeiten.
Das ist dann der saure Apfel, in den man als Nischennutzer beißen muss. Niemand entwickelt eine Plattform exklusiv für "7 Capture Karten, die ihre Anbindung voll Auslasten, nebst Massenspeicher, aber keinen Platz mehr für Bildausgabe". 3-4 4.0-×4-Karten laufen auch auf normalen Desktop-Plattformen (
sechs auch und mit
aktiven Risern sogar noch mehr, aber dann kriegt man nicht mehr genug Laufwerke für die aufaddierte Datenrate bei Volllast unter). Die nächst höhere Klasse reicht eben auch bis zu Leuten, die 1+-TiB-RAM und 60 Kerne für Software-Raytraycing suchen. Sowas ist für Käufer am unteren Ende eines Bereichs immer blöd – frag mal Leute die nur ein billiges Office-System mit 70-Euro-Mainboards ala 1150 suchen, heute aber einen Sockel AM5 designed für 16-Kerner, Multi-High-End-SSD & Co bezahlen müssen.
Ich darf da kurz nachhaken. Das war einer der größten Vorteile der letzten wirklich interessanten HEDT Plattform von Intel. Es war zwar kaum bekannt, aber von mir sehr gerne genutzt: Die XEONs liefen ebenso auf den X99er Boards - und zwar natürlich auch mit RDIMMs. Sicher waren diese Singlecore wesentlich schwächer, aber das war für mich irrelevant - vor allem im Gebrauchtmarkt tummelten sich die Speichermodule, die man problemlos für weniger als die Hälfte wie für normale DIMMs bekam...
Kurz gesagt, die Plattform X99 unterstützte beides

- ebenso davor X79, der Bruch kam erst mit X299
Vielleicht habe ich etwas mit Fully Buffered vermischt (umgekehrt wird Registered aber auch oft mit ECC in einen Topf geworfen, letzteres ist definitiv flexibler), entsprechende Specs scheinen erstaunlich selten zu sein. Meine "ich kann mich nicht erinnern"-Aussage hat aber trotzdem Bestand.^^