Kein Monopol. Steam steht nicht alleine auf dem Markt.
Monopol wäre nur ein einziger Anbieter.
Die vorrangige Position in der Kunden- und Anbieterwahl geht auf Service und Netzwerkeffekte zurück, nicht auf Einschränkungen und Exklusivität seitens Valve (das ist eher das "Spiel" von Epic und Ihrem Game Store mit zeitlich beschränkten Exklusiv-Deals).
Die Kunden entscheiden sich FÜR Steam, nicht, weil sie keine Wahl haben, sondern weil sie dort guten Service und alles beieinder bekommen.
Marktbeherrschende Stellung kann man schon ab 50% haben. Das träfe schon eher zu.
Aber das trifft auch auf sehr viele andere Netzwerke zu: Amazon, Youtube, Android, Google Chrome, WhatsApp, Facebook ...
Rechtlich gesehen [
Link]:
"Ein Monopol bezeichnet eine Marktstellung, in der ein einzelnes Unternehmen den gesamten Markt für ein bestimmtes Gut oder eine Dienstleistung kontrolliert. Diese Marktmacht kann entweder aufgrund von rechtlichen Vorgaben entstehen, beispielsweise durch Patentrechte oder Lizenzen, oder durch eine wirtschaftliche Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz."
Merkmale eines Monopols
- Alleiniger Anbieter eines Gutes oder einer Dienstleistung auf dem Markt
- Kein unmittelbarer Wettbewerb oder nur entfernter Wettbewerb durch Substitute
- Markteintrittsbarrieren, die den Wettbewerb erschweren oder verhindern
- Preissetzungsmacht: Das Unternehmen kann die Preise für das Gut oder die Dienstleistung weitgehend unabhängig von Angebot und Nachfrage festsetzen
Alles nicht gegeben.
Man könnte sich jetzt noch über den Begriff eines "
Quasi-Monopols" streiten - das ist dann juristische Haarspalterei um Begrifflichkeiten, Definitionen und Ansichten.
Auf
Gamerliebe.de gab's dazu eine schöne Meinung:
"Ja, Steam hat auf dem PC-Gaming-Markt zweifellos eine Monopolstellung – aber ich sehe darin kein grundsätzliches Problem. Natürlich besteht das Risiko, dass Valve irgendwann beschließt, Preise, Gebühren oder Verkaufsbedingungen drastisch zu ändern. Doch solange das nicht geschieht und Steam sowohl Nutzerinnen und Nutzer als auch Publisher fair behandelt, sehe ich keinen Grund zur Sorge.
Steam hat sich diese Position nicht durch aggressive Marktstrategien, Klagen gegen Konkurrenten oder unfaire Praktiken erarbeitet, sondern schlicht durch ein gutes Produkt. Die Plattform funktioniert zuverlässig, bietet faire Konditionen und wird von Millionen Menschen gerne genutzt – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie wollen.
Ein Monopol ist dann problematisch, wenn es auf Zwang und Machtmissbrauch basiert. Bei Steam ist das Gegenteil der Fall: Es ist das beste und fairste Angebot auf dem Markt. Und solange das so bleibt, spricht nichts dagegen, dass Valve weiterhin an der Spitze steht."