Bislang war Urheberschutz für eine Stimme schlicht kein Thema. Man kann natürlich auch damit künstlerisch-schöpfend aktiv sein, aber selbst Musiker schützen meinem Wissen nach nur Melodien und Texte. Daher hättest du bislang für die Originalaufnahme des Yippie-Ki-Yay zu 20th Century Fox gehen müssen, aber Jippie-Kei-Jäy von Manfred Lehmann neu einsprechen lassen? Warum nicht? Im Worst Case ist bei diesem Kunstwort tatsächlich die Phrase geschützt, aber alle anderen Worte wären okay. Der Klang, die Aussprache, die Stimme, die Performance als solche war nie Gegenstand von Rechtsverhandlungen. Das gilt umgekehrt dann aber halt auch für den Publisher, der mit Aufnahme eine KI trainieren will.
Ist offensichtlich das es dies bisher nicht gab.
Aber mal angenommen, wie gesagt ohne Kenntnis über die Verträge zu haben, dass die Beauftragung mit einschloss, dass die Rechte an der Vertonung, samt der weiteren, im Vertrag nicht besonders detailreich ausgeführten, sondern als allgemein bezeichneten Verwendungen beim Auftraggeber liegen und diese Rechte somit inbegreifen, dass dieser die Aufzeichnungen mit allem was mit der Marke in Verbindung stehenden Zwecke, nutzen darf wie er sie möchte:
Dann würde das Recht ja nicht außerkraft treten, weil sich die Technik weiter entwickelt hat.
Zum Zeitpunkt hätte man sich vielleicht gedacht, dass der Auftraggeber beliebig schneiden darf und die Aufnahmen z.B. auch unbegrenzt für Trailer und Remaster verwenden darf.
Und die heutige Realität wäre dann aber, dass für die Vertonung einer Fortsetzung, der Sprecher nicht mehr notwendig ist, die alten Aufnahmen fürs Training genutzt wurden und das Ergebnis ihn nun ersetzt haben.
Oder gibt's ne GEMA für Synchronstimmen?
Bezüglich deiner Zweifaktorüberlegungen kann ich leider keines der Szenarien nachvollziehen. Erst vergesse ich mein Portmonee, dann verschlampt meine Freundin ihres, dann sucht und findet sie meins, obwohl sie davon ausgehen musste, ich habe es dabei und geht damit einkaufen und zu guter Letzt übersteigt der Einkauf die enthaltene Bargeldmenge, aber zum Glück hat sie ihr Handy dabei, geladen und ich bin auf Arbeit erreichbar? Da gibt es nur eine Antwort: "Bring einen Lottoschein mit. Ziffern sind egal, es werden die richtigen sein."
Wird vielleicht plausibler wenn aus der Freundin die Ehefrau wird und nur ein Konto geführt wird.
Und Bargeld, gibts im meinem Geldbeutel tatsächlich nicht mehr.
Suchen müsste sie es nicht, da es zugänglich auf der Kommode liegt und ich das auch nicht immer mit mir führe.
Also auch bei näherer Betrachtung kommt mir dieses Verhalten nicht so exotisch vor, als dass es nicht auch einige andere so handhaben.
So persönliches Eigentum in einer Ehe, ist auch gar nicht mehr nur das eigene Eigentum. Verschmilzt alles so bisschen. Mann hat weniger, aber das ist wahrscheinlich auch interessenbedingt.
Du bist auf Arbeit nicht erreichbart? Oh. Na dann. Ok.
Von dem Gewinn kann man sich dann auch einen Türspion leisten, um nicht mehr x-beliebige Leute nach der Stimme reinlassen zu müssen.
Hab mal in Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gewohnt. War auch mal ein größerer Block dabei.
Sprechanlage. Keine Videosprechanlage. Also wenn da Familie unten klingelt, betätigte ich (Trommelwirbel) nur anhand der Stimme die ich im Apperat hörte den Summer. Die Wohnungseingangstür ließ ich offen stehen und setzte mich halt wieder da hin wo ich zuvor war oder ging meiner Tätigkeit nach die ich bis dahin ausübte. Ohne dabei wie ein Hündchen an der Tür zu warten.
Lebensgefährlich. Ich weiss.