Natürlich ist es das nicht. Dummerweise macht man das aber nicht klar, sodass jeder unwissende Zuschauer denkt, es wäre so, obwohl das Quatsch ist.
Andererseits wissen wir aber auch aus den Briefen des Authors, dass selbst die Bücher des Kanons bewusst auf die Zielmarkt "Großbritannien in den 1950ern" adaptiert wurden.
Und wir wissen sehr genau, wie manche Völker und teilweise auch Charaktere auszusehen haben. Und wir haben auch eine ausreichend genaue Zeitlinie des zweiten Zeitalters.
Ein Autor (ohne h, wir sind im Deutschen) schreibt sein Werk und so wie er es schreibt, ist es Gesetz. Größere Änderungen bei einer Umsetzung müssen mit dem Kanon übereinstimmen und die Geschichte nicht deutlich abändern. Beispielsweise Tom Bombadil und die Hügelgräber wegzulassen, war gar kein Problem, weil die ganze Sache bis auf einen bestimmten Dolch im weiteren Verlauf völlig irrelevant ist. Tom wird bei Elronds Rat abgebacken und kommt danach nicht mehr vor.
Wie auch immer, der alte Tolkien hat seine Welt so geschaffen und wenn man sie irgendwie umsetzen will, hat man sich auch daran zu halten.
Sieht man ja sehr schön daran, dass die "schwarzen" Völer der Welt deutlich positiver beschreiben werden als die "gelben" - eine Nachwirkung des 2.WK.
Weil die Haradrim und die Menschen aus Khand und Rhun ja auch eine so große Rolle mit einzelnen Charakteren spielen und nicht einfach so als Metzelfleisch auftreten.
Die genaue Beschreibung vieler Völker und ihrer typischen Merkmale macht eine Durchmischung der Besetzung so problematisch.
Das blöde Beispiel mit dem schwarzen Elben: Ja, es kann das theoretisch gegeben haben. Die Avari, von denen man nichts weiß, könnten sich so entwickelt haben. Wenn der auftretende Charakter aus einem solchen Volk stammt, wäre das möglich. Dann muss man das aber erklären. Wenn das aber ein Eldar wäre, wovon bei dem Namesschema auch auszugehen ist, ist es ein Widerspruch. Die Eldar wurden allesamt sehr eindeutig als hellhäutig beschrieben.
Genauso wie dass Gut und Böse in Person der jeweiligen Anführer hellhäutig sind.
So wie alle Charaktere im Herrn der Ringe hellhäutig sind. Sicher, unter den Menschenvölkern des Ostens und des Südens sieht das anders aus. Die Numenorer hingegen als Nachfahren der Edain waren jedoch alle hellhäutig. Sauron selbst wird auch als Annatar ohne Zweifel ein passendes Aussehen gehabt haben.
Die Hautfarbe ist nur einer von vielen Kritikpunkten, wenn auch natürlich der, den Amazon und die Verteidiger der Serie am liebsten hervorbringen, weil es da so leicht ist, alle Kritiker als Rassisten zu denunzieren und man keine sachlichen Begründungen liefern muss. Das ist bei den Fehlern, die Charaktereigenschaften der Figuren oder die Zeitlinie betreffen viel schwerer, weil man sich dafür mit dem Quellenmaterial auseinander setzen müsste. Wenn ein Kritiker aber sagt, dass ein Charakter anhand der vorhandenen Quellen absichtlich falsch dargestellt wird, kann man natürlich leicht sagen: "Der mag keine dunkelhäutigen Figuren, der ist Rassist, und so oft wie er das sagt, muss er auch ein Troll sein."
Wenn man bei Amazon meint, man würde es besser machen können, bitte. Sollen sie sich eine eigene Geschichte ausdenken und nicht die Werke anderer Autoren versauen, indem sie versuchen, ihre Ideologie da reinzupressen.
Gute Umsetzungen vorhandener Werke halten sich allesamt ausreichend an die Vorlage und respektieren die Geschichte des Autors. So hat man dann auch Erfolg, wenn der Regisseur kein Depp ist und das Budget für eine vernünftige Optik reicht. Eine offensichtlich gute Geschichte hat man ja schon, sonst wären die Bücher nicht so populär. Im Grunde ein storytechnischer Selbstläufer, der nur richtig umgesetzt werden muss. Eben genau das, was die Trilogie von Peter Jackson oder die ersten Staffeln Game of Thrones gemacht haben. Behandelt man die Vorlage mit Respekt und handelt im Sinne der Geschichte, dann kann das auch was werden.