Der Herr der Ringe - Ringe der Macht: Zwergenstadt zeigt sich - aber auch die Memes

Das ist nur das Fandom. Tolkien hat genau 2 Werke in dieser "World" veröffentlicht. Den Hobbit und den Herrn der Ringe. Selbst innerhalb Silmarillion und zwischen den Hauptwerken und dem Silmarillion gibt es einige Unstimmigkeiten.

Aber gut immerhin werden den Fans dann ja homosexuelle Elfen gefallen, denn was sagt
Sam in A Short Cut to Mushrooms:

‘They seem a bit above my likes and dislikes, so to speak,’ answered Sam slowly. ‘It don’t seem to matter what I think about them. They are quite different from what I expected – so old and young, and so gay and sad, as it were.’
 
Tolkien war überzeugter Katholik - und wie die katholische Kirche zu Homosexualität steht, sollte bekannt sein...

gay kann übrigens auch heiter/lebenslustig heißen, was in Kombination mit sad auch mehr Sinn ergibt. Beim nächsten mal also weniger eigene Ansichten reininterpretieren und mal n bißchen die eigenen Englischkenntnisse aufpolieren...
 
Wenn man eine Welt dieses Ausmaßes erfindet und ungefähr 95% der Ereignisse nur Notizen sind, dann ist das ganz normal. Als Buchformat fertig waren nur der Hobbit und Herr der Ringe, der Rest der Geschichte war mehr oder weniger noch im Plot-Stadium und da ist es ganz normal, wenn mal Widersprüche und Fehler auftreten.
Sowas tritt teilweise noch im fertigen Buch auf und eine der wichtigsten Aufgaben beim Lektorat ist es, genau solche Fehler und Widersprüche zu finden und abzustellen. Da das meiste aber von Christopher Tolkien herausgebracht wurde und er nicht alle Gedanken seines Vaters kannte, fehlt da manchmal auch der Blick. Sowas ist normal und inhaltliche Widersprüche lassen sich in jedem Werk finden. In allen Fantasy-Werken, mit denen ich mich beschäftigt habe, kommt so etwas vor.

Übersetzungsfehler können auftreten und dann kommt es zu Missverständnissen wie jetzt gerade. Interpretationen laufen auch gerne mal aus dem Ruder. Vor dem Hintergrund des Autors kann man jedoch mehrere recht eindeutige Rückschlüsse ziehen und die meisten Problematiken aus dem Weg räumen. Dann versteht man auch, was sich der Autor dabei gedacht hat.
Betrachtet man Tokiens Hintergrund, wird die Interpretation seiner Bücher recht eindeutig. Amazon und andere Zeitgenossen nehmen sich ziemlich viel heraus, um ein vorhandenes Werk an den Zeitgeist und die eigene Weltanschauung anzupassen. Das läuft in die umgekehrte Richtung natürlich auch, jedoch würde Tolkien sich im Angesicht des Wertekanons vieler Beteiligter so schnell im Grabe umdrehen, dass man globale Energieprobleme gelöst hätte.

Nach der Betrachtung sind viele der spezifischen Unterschiede, die Amazon hier zu dem bescheidenen Quellenmaterial erzeugt (sie haben keine Rechte am Silmarillion und durften die Serie nur anhand der Anhänge an den vier ursprünglichen Büchern aufbauen) schlicht im krassen Widerspruch zur Vorlage und viele Fans erkennen das richtig.
Natürlich gibt es auch vonseiten der Fans Fehler und ich nehme mich da nicht aus, nur ist die schiere Anzahl an Unstimmigkeiten, die man bereits anhand der veröffentlichten Informationen kennt, einfach zu hoch, um irgendwie noch als kanonische Tokien-Adaption zu gelten.
Amazon hat schlicht schlechte Fanfiction mit dem eigenen Wertesystem vermischt und den daraus entstehenden Müll mit sehr viel Geld verfilmt und in Szene gesetzt.

Wir können uns hier gerne in Einzelheiten verreißen, nur wird das wenig zielführend.
Oder widerleg mir mal jemand, dass Earendil Ancalagon mit einer Silmaril-betriebenen Laserkanone abgeschossen hat. :ugly:
 
Es ist eben kein Kanon. Es kann es auch gar nicht sein, weil die Bücher, die uneingeschränkt Kanon sind, bereits verfilmt wurden. Andererseits wissen wir aber auch aus den Briefen des Autors, dass selbst die Bücher des Kanons bewusst auf die Zielmarkt "Großbritannien in den 1950ern" adaptiert wurden. Sieht man ja sehr schön daran, dass die "schwarzen" Völker der Welt deutlich positiver beschreiben werden als die "gelben" - eine Nachwirkung des 2.WK. Genauso wie dass Gut und Böse in Person der jeweiligen Anführer hellhäutig sind.
 
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Am Ende muss einem klar sein, dass das eine Adaption des Themas für einen globalen Markt ist.
Warum ist eine Adaption für einen globalen Markt einer der erfolgreichsten und bekanntesten Fantasygeschichten überhaupt notwendig? Die Werke sind so erfoglreich, WEIL sie so sind, wie sie sind. Deswegen werden sie geliebt.

Ich bin froh, das die lieblings Gesichten meiner Kindeheit und Jugend einem neuen Publikum eröffnet werden und so noch lange ein Teil unserer Kultur bleiben.
Waren sie denn vorher irgendwem verschlossen? Die Themen, die Tolkien abhandelt, sind sowieso auf die Menschheit bezogen. Nur hat er das in der Fantasywelt verpackt. Die Aktivisten Autoren von heute begreifen das offenbar nicht und sehen sich genötigt aktuelle Themen 1:1 zu übertragen.
 
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Es ist eben kein Kanon.
Natürlich ist es das nicht. Dummerweise macht man das aber nicht klar, sodass jeder unwissende Zuschauer denkt, es wäre so, obwohl das Quatsch ist.
Andererseits wissen wir aber auch aus den Briefen des Authors, dass selbst die Bücher des Kanons bewusst auf die Zielmarkt "Großbritannien in den 1950ern" adaptiert wurden.
Und wir wissen sehr genau, wie manche Völker und teilweise auch Charaktere auszusehen haben. Und wir haben auch eine ausreichend genaue Zeitlinie des zweiten Zeitalters.
Ein Autor (ohne h, wir sind im Deutschen) schreibt sein Werk und so wie er es schreibt, ist es Gesetz. Größere Änderungen bei einer Umsetzung müssen mit dem Kanon übereinstimmen und die Geschichte nicht deutlich abändern. Beispielsweise Tom Bombadil und die Hügelgräber wegzulassen, war gar kein Problem, weil die ganze Sache bis auf einen bestimmten Dolch im weiteren Verlauf völlig irrelevant ist. Tom wird bei Elronds Rat abgebacken und kommt danach nicht mehr vor.
Wie auch immer, der alte Tolkien hat seine Welt so geschaffen und wenn man sie irgendwie umsetzen will, hat man sich auch daran zu halten.
Sieht man ja sehr schön daran, dass die "schwarzen" Völer der Welt deutlich positiver beschreiben werden als die "gelben" - eine Nachwirkung des 2.WK.
Weil die Haradrim und die Menschen aus Khand und Rhun ja auch eine so große Rolle mit einzelnen Charakteren spielen und nicht einfach so als Metzelfleisch auftreten.
Die genaue Beschreibung vieler Völker und ihrer typischen Merkmale macht eine Durchmischung der Besetzung so problematisch.
Das blöde Beispiel mit dem schwarzen Elben: Ja, es kann das theoretisch gegeben haben. Die Avari, von denen man nichts weiß, könnten sich so entwickelt haben. Wenn der auftretende Charakter aus einem solchen Volk stammt, wäre das möglich. Dann muss man das aber erklären. Wenn das aber ein Eldar wäre, wovon bei dem Namesschema auch auszugehen ist, ist es ein Widerspruch. Die Eldar wurden allesamt sehr eindeutig als hellhäutig beschrieben.
Genauso wie dass Gut und Böse in Person der jeweiligen Anführer hellhäutig sind.
So wie alle Charaktere im Herrn der Ringe hellhäutig sind. Sicher, unter den Menschenvölkern des Ostens und des Südens sieht das anders aus. Die Numenorer hingegen als Nachfahren der Edain waren jedoch alle hellhäutig. Sauron selbst wird auch als Annatar ohne Zweifel ein passendes Aussehen gehabt haben.

Die Hautfarbe ist nur einer von vielen Kritikpunkten, wenn auch natürlich der, den Amazon und die Verteidiger der Serie am liebsten hervorbringen, weil es da so leicht ist, alle Kritiker als Rassisten zu denunzieren und man keine sachlichen Begründungen liefern muss. Das ist bei den Fehlern, die Charaktereigenschaften der Figuren oder die Zeitlinie betreffen viel schwerer, weil man sich dafür mit dem Quellenmaterial auseinander setzen müsste. Wenn ein Kritiker aber sagt, dass ein Charakter anhand der vorhandenen Quellen absichtlich falsch dargestellt wird, kann man natürlich leicht sagen: "Der mag keine dunkelhäutigen Figuren, der ist Rassist, und so oft wie er das sagt, muss er auch ein Troll sein."

Wenn man bei Amazon meint, man würde es besser machen können, bitte. Sollen sie sich eine eigene Geschichte ausdenken und nicht die Werke anderer Autoren versauen, indem sie versuchen, ihre Ideologie da reinzupressen.
Gute Umsetzungen vorhandener Werke halten sich allesamt ausreichend an die Vorlage und respektieren die Geschichte des Autors. So hat man dann auch Erfolg, wenn der Regisseur kein Depp ist und das Budget für eine vernünftige Optik reicht. Eine offensichtlich gute Geschichte hat man ja schon, sonst wären die Bücher nicht so populär. Im Grunde ein storytechnischer Selbstläufer, der nur richtig umgesetzt werden muss. Eben genau das, was die Trilogie von Peter Jackson oder die ersten Staffeln Game of Thrones gemacht haben. Behandelt man die Vorlage mit Respekt und handelt im Sinne der Geschichte, dann kann das auch was werden.
 
Die Bücher des Autors wurden aber bereits umgesetzt. Jetzt haben wir eine Story locker basierend auf den Notizen des Autors oder Anhängen des eigentlichen Werks.

Das die Serie ein Flop werden wird, liegt sicher nicht an der Hautfarbe der Charaktere, sondern an der Entfernung zum eigentlichen Originalwerk.
 
Jetzt haben wir eine Story locker basierend auf den Notizen des Autors oder Anhängen des eigentlichen Werks.
Völlig richtig. Nur wurde dieser Story durch das Silmarillion bereits ein festes Regelwerk vorgegeben, an das man sich nicht hält. Da man aber eine Serie umsetzt, bei der man mit Tokien wirbt und die auch so kennzeichnet, anstatt sie als Eigenkreation und Fanfiction darzustellen, hat man dieses Problem.
Hätte Amazon von Beginn an gesagt "Wir machen hier nur Fanfiction und ändern, wie es uns lustig ist. Unser Gedöns ist nicht kanonisch.", hätten viele Kritiker sich weniger beschwert. Das wäre zwar immer noch Fanfiction in einem Medium, in welchem es noch kein zweites Zeitalter und damit eine inhaltlich korrekte Darstellung gibt und damit mal mindestens problematisch, aber es wäre keine Verdrehung des vorhandenen Werkes. Das Problem mit Fanfiction ist, dass es eine Vorlage geben sollte, welche sich im gleichen Medium aufhält. Wirtschaftlich wäre das aber eher weniger. Es müsste dann nämlich eine bereits existierende Serie geben, die das ganze zweite Zeitalter abbackt.

Von daher, ich bleibe dabei, dass man sich bei einer Umsetzung weitgehend an die Vorlage zu halten hat und nur entsprechend der Gegebenheiten des Mediums Änderungen vornehmen sollte.
Das die Serie ein Flop werden wird, liegt sicher nicht an der Hautfarbe der Charaktere, sondern an der Entfernung zum eigentlichen Originalwerk.
Da sind wir uns einig. :)
 
Völlig richtig. Nur wurde dieser Story durch das Silmarillion bereits ein festes Regelwerk vorgegeben, an das man sich nicht hält. Da man aber eine Serie umsetzt, bei der man mit Tokien wirbt und die auch so kennzeichnet, anstatt sie als Eigenkreation und Fanfiction darzustellen, hat man dieses Problem.
Hätte Amazon von Beginn an gesagt "Wir machen hier nur Fanfiction und ändern, wie es uns lustig ist. Unser Gedöns ist nicht kanonisch.", hätten viele Kritiker sich weniger beschwert. :)
Exakt.
Genau deswegen, hatte ich absolut kein Problem mit Shadow of Mordor/Shadow of War.
Es war vollkommen klar von Anfang an, daß es halt ein Spiel in einer alternativen Welt darstellt und entsprechend ausgelegt wird.
Niemand hat sich jedoch hingestellt und gesagt "Basierend auf Tolkiens Geschichten".
Genau das täuscht Amazon vor - meine Güte.
cut-it-stop.gif
 
Silmarillion ist aber bereits nicht mehr Teil der Originalwerks, da es nur eine Sammlung unvollendeter Werke Tolkiens ist, die sein Sohn dann überarbeitete und vervollständigte. Da Dinge zu adaptieren finde ich nicht schlimm, wichtiger ist, dass der Erzählstil der Bücher und der Filme erhalten bleibt und man kein Game of Thrones in Mittelerde liefert, das von Cliffhangern, Schockmomenten und sexualisierter Gewalt lebt, die ausgiebig und detailliert zelebriert wird.
 
Genau deswegen, hatte ich absolut kein Problem mit Shadow of Mordor/Shadow of War.
Es war vollkommen klar von Anfang an, daß es halt ein Spiel in einer alternativen Welt darstellt und entsprechend ausgelegt wird.
Und dabei haben sich die beiden Spiele sogar halbwegs an die optische Vorlage gehalten, auch wenn die Darstellung der Magie natürlich anders war und man sich bei der Story paar mehr Freiheiten rausgenommen hat. Talion war halt schon ein richtig guter Charakter, aber auch ziemlich op. :D
Ist ja genau wie bei Star Wars mit Starkiller. Hat gut gepasst, einiges abgeändert, einen ganz offiziell unkanonischen Charakter gehabt und hatte eine gute Story. Das alles hat sich ziemlich gut in ein vorhandenes Universum eingefügt.
Silmarillion ist aber bereits nicht mehr Teil der Originalwerks, da es nur eine Sammlung unvollendeter Werke Tolkiens ist, die sein Sohn dann überarbeitete und vervollständigte.
Das stimmt natürlich, allerdings ist auch das Teil der Geschichte und stellt eben diese im zweiten Zeitalter dar. Von den vorhandenen Notizen ausgehend ist das die kanonische Geschichte der Welt.
kein Game of Thrones in Mittelerde liefert, das von Cliffhangern, Schockmomenten und sexualisierter Gewalt lebt, die ausgiebig und detailliert zelebriert wird.
"Bringt mir das neue Game of Thrones!" ist ein Zitat von Jeff Bezos.
 
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