So etwas funktioniert nur in geschlossenen Systemen, das heißt die Algen selbst haben gar keinen Effekt auf die Umwelt außer dass man gegebenenfalls CO2-haltige Luft zu- und O2-haltige abführt, was kein schlechter Tausch ist. Zum wachsen brauchen sie nur eine Wasserfüllung und etwas Näherstoffe, was ausdrücklich bedeutet dass man nicht einmal sonderlich sauberes Wasser benötigt. Umgekehrt verursachen sie aber nicht so viel Dreck, dass ein Leck eine Gefahr darstellen würde. Umweltschäden resultieren also wenn dann aus dem Bau eines großen Areals voller Glasröhren, aber das ist weder in der Verschattung noch im Energieaufwand schlechter als ein Areal voller Solarzellen.
Geschlossenes System hin oder her, der Aufbau der Infrastruktur, der Transport der Baumaterialien, die Wartung aber vor allem die Weiterentwicklung und Optimierung mithilfe wieder irgendwelcher knappen Erze werden Umweltschäden bedeuten, wenn auch weniger und mittelbarer als durch Solarzellen.
Also ja, du hast mich überzeugt, dass das eine Alternative zu Solarkraft in der heutigen Form sein könnte.
Eine dauerhafte Lösung seh ich darin aber nicht. Sehen wir mal, wohin es führt.
Hinter den Auswirkungen der meisten Gezeitenkraftwerke auf die marine Fauna stehen dicke Fragezeichen oder, schlimmer noch, dicke Ausrufzeichen. Zudem sind nur an wenigen Stellen mit starken Strömungen möglich und das sind immer auch biologisch besonders aktive, wertvolle Standorte.
Ebbe und Flut sind doch immer vorhanden, oder?
Wie Torsten schon anmerkt, sind Gezeitenkraftwerke nur an wenigen Stellen einsetzbar, einfach nur Ebbe und Flut reichen nicht um das annähernd effizient zu betreiben.
Und um die ökologischen Ausrufezeichen näher auszuführen:
Ebbe und Flut sorgen, besonders dort wo sie stark sind, für einen nötigen Austausch von Wasser, Nährstoffen, Kleinstlebewesen.
Eine lokal auch nur 20% schwächere Flut (Und mit Gezeitenkraftwerken schwächt man die Flut, Energie wird nicht erzeugt, nur umgewandelt.) kann da schon den Kippunkt bedeuten, an dem ganze Ökosysteme zugrunde gehen. Gerade beim globalen Wasserkreislauf hinkt unser Verständnis aber soweit hinterher, dass wir es tunlichst vermeiden sollten größere Eingriffe vorzunehmen, dessen Konsequenzen wir nicht abschätzen können.
Stark vereinfacht kann man Folgendes festhalten: Wir verbrauchen inzwischen global soviel Energie, dass es fast egal ist, woher wir diese nehmen. Die schiere Menge wird jedem System fehlen, dem wir es entziehen, deshalb bleibt letztendlich nur die Sonne (bis wir merken, welche Auswirkungen es hat signifikante Mengen der Sonnenernergie abzuzwacken, aber zumindest davon ist unser Verbrauch noch etwas entfernt).
(...)
Ich kenne zwar nicht die Auswirkungen auf die marine Fauna aber bei den Windkrafträdern wurde das auch immer weniger zum Problem. Jetzt wo der "Energieschuh" drückt, werden die Umwelt-Bestimmungen und die Abstände zu den Wohngebieten stark gelockert.
Die echten Herausforderungen stehen auch der Windkraft erst bevor. Ebenso wie Gezeitenkraftwerke sind es nicht die kurzgedachten, unmittelbaren Auswirkungen die problematisch werden könnten. Die sind nämlich lokal und damit beherrschbar.
Das Problem wird erst sichtbar, wenn wir signifikante Energiemengen entnehmen.
Wer weiss wie die globalen Windströme sich verhalten, wenn wir 20% der Energie rausnehmen, oder die großen Meeresströmungen?
Das ist dann auch keine Frage der Auflagen, wenn der Planet davon erstmal austrocknet oder was auch immer ist egal, was wo erlaubt ist.