Langfristig könnte es ihnen so gehen, wie GloFo. Die haben auch vorallem für AMD gefertigt und AMD war auch noch einige Zeit dran gebunden. Jetzt sind die Verträge offenbar ausgelaufen, bzw. GloFo konnte keine Spitzenprodukte mehr liefern. Mit seinen CPUs ist AMD jetzt zum großen Teil zu TSMC gewechselt und aus dem Traum, die GPUs von ATI künftig bei GloFo fertigen zu lassen ist auch nichts geworden (wenn man von den APUs und meines Wissens [bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege] einer GPU absieht).
Ich denke die Gefahr besteht nicht, was schlicht daran liegt, dass sie den Großteil des Marktes alleine bedienen und damit diese profitabel betreiben können.
GloFo's Problem war im Wesentlichen, dass sie den technologischen Anschluss verloren haben und nicht mehr mitgekommen sind. AMD war auf 7 nm angewiesen, denn ohne diese hätte man (mittelfristig) nicht gegen Intel angehen können. Und auch bspw. IBM wechselte zu Samsung, weil man bei GloFo für den POWER10 keinen passenden Node mehr hatte. Zudem muss man bedenken, dass bereits deren 14LPP eine Lizensierung von Samsung war und deren 12 nm-Weiterentwicklung ebenfalls auf diesem beruht. Denen fehlt schlicht das Kapital um noch an der Spitze mitzuwirken (leider erhält man hier so leicht keinen Einblick, da GloFo keine AG ist). Aktuell forschen die zwar auch an zukünftigen Nodes (3 nm, GAAs), ich gehe aber davon aus, dass die nur noch in einer Art Kooperation im HighEnd (indirekt?) mitwirken können werden. Vielleicht werden sie sich mit Samsung zusammentun (ein Joint Venture?) und man führt die Entwickungsergebnisse zusammen und erhält damit vielleicht einen günstigeren Zugriff auf die Lizenz eines aktuelleren Samsung-Nodes?
So wie es aktuell steht, bleiben an der Spitze nur noch TSMC, Samsung und Intel und da Intel investitionstechnisch wohl weiterhin vorhat seine Fertigung weiterzuentwickeln (deren Roadmap skizzierte bereits eine Entwicklung bis zum Ende des Jahrzehnts *), werden die wohl noch lange an ihrer Fertigung festhalten, was bei deren aktueller Marktsituation auch sinnvoll ist.
*) ASML hat die Intel-Slide (von der IEDM 2019) später noch mit erweiteren Node-Namen versehen und bspw. für 2027 stehen da "2 nm" drauf, wohlgemerkt "Intel 2 nm" (nicht TSMC).
Die Halbleiterindustrie scheint wohl noch längst nicht der Meinung zu sein, dass man hier das Ende der Fahnenstange erreicht hat, was schon beachtlich ist, wenn man bedenkt wie viele Atomlagen hier nur noch eine einzelne Struktur ausmachen. (Einige Beiträge auf dieser IEDM behandelten gar Details zu Nodegrößen um die 0,3 nm, Stichwort "2D self-assembly materials"

)
**) Bei den GPUs blieb AMD ja auch nicths anderes übrig. Man hatte keine Ressourcen für eine (weitere) Neuentwicklung und musste das angestaubte Vega drittverwerten und da blieb im Wesentlichen nur der Transfer auf einen deutlich moderneren Node, den GloFo halt nicht mehr bieten konnte.
Und auch das später folgende Navi 10 hätte wenig Aussicht auf Erfolg gehabt ohne den neuen Node, denn nur mit dem konnte man ein zumindest konkurrenzfähiges Produkt anbieten (da man auf RDNA2 ja noch nicht zurückgreifen konnte/durfte).
***) AMD hatte schon damals von GloFo gefordert ihre 7 nm-Entwicklung auf den N7 von TSMC abzustimmen, sodass AMD leicht bei beiden fertigen oder gar hätte transferieren können. Vermutlich waren das schon ersten Vorläufer, die indirekt die (Entwicklungs)Probleme skizzierten und dann zog der arabische Hauptinvestor schließlich die (finanzielle) Reißleine. Vielleicht sah man selbst im best case, dass alles entwicklungstechnisch funktioniert hätte und AMD komplett bei GloFo geblieben wäre, dennoch keinen ausreichenden Case für die erforderlichen Invesitionssummen, denn AMDs Fertigungsvolumen ist vergleichsweise klein und das hätte bedeutet, dass man hier zusätzlich bzgl. weiterer, notwendiger Kunden mit Samsung und TSMC in Konkurrenz gestanden hätte und vielleicht hat man alleine diesen Punkt schon als ausreichend problematisch eingestuft, sodass man die Gelder stoppte.