Aktuell würde ich nicht davon ausgehen, dass RKL an Zen3
IPC-technisch ganz herankommt. *) Mit der etwas höher angesetzten Taktkurve kann Intel vielleicht mit diesem Notnagel noch ein letzten Mal dranbleiben (was schon erstaunlich genug ist), aber Wunder sollte man von dem Design nicht erwarten. Unterm Strich könnte es im 1Q21 dann sein, dass es als Gamer vollkommen egal ist für welche Plattform man sich entscheidet und man kann einfach nach dem Preis gehen oder dem einen oder anderen Feature, das man in der jeweiligen Situation für wichtig erachtet.
Darüber hinaus wird sich Intel preislich zweifellos nicht am 5900X orientieren können. Intel wird hier leistungs- wie preistechnisch einen 5800X anvisieren. Ob ihnen ersteres gelingen wird, wird man abwarten müssen, ebenso wie man abwarten muss in wie weit sie das bei zweiterem tatsächlich in die Tat umsetzen wollen, denn für Intel ist der Retail-Markt vergleichsweise klein und hier müssen sie sich nicht wirklich auf einen Preiskampf mit AMD einlassen aber selbstredend können sie hier auch nicht komplett überzogene Preise fordern, d. h. ein Preis um den 5900X herum darf man wohl als recht abwegig für einen 8-Kerner betrachten, der sich auch leistungstechnisch nur um AMDs 8-Kerner herum bewegen wird, insbesondere mit Blick auf den aktuellen Preis des 5900X.
Darüber hinaus wird auch interessant zu beobachten sein, ob Intel besser liefern können wird oder ob sie ähnlichen Problemen unterliegen wie "der Rest" (?) der Halbleiterindustrie, wobei man das hier aber auch möglicherweise schwerer erkennen können wird, den Intel wird voraussichtlich wieder vorrangig die OEMs beliefern (wie sie es bspw. schon beim 10900K machten).
@ZeXes: Für Mainstream-Workloads inkl. Gaming gibt es keine allzu großen, geschweige denn relevanten Verbrauchsunterschiede und bei Zen3 hat der mittlere Verbrauch im Gaming gar noch geringfügig zugelegt, sodass ein 5900X stellenweise sogar hier und da geringfügig mehr zieht als ein 10900K, was auch nicht verwundern sollte, denn die gesteigerte IPC sowie der leicht höhere Takt fordern selbstredend ihren Tribut.
*) Sunny Cove war Zen2 bereits in 2019 überlegen, wenn auch die MT-Implementation noch ein wenig Feinschliff hätte vertragen können (wobei das aber auch nicht so relevant war, da man nur 4 Kerne plante und die Weiterentwicklung unmittelbar folgte) und Willow Cove hat noch einmal etwas zugelegt. Cypress Cove wird jedoch nur ein Sunny Cove-Backport sein, der noch dazu voraussichtlich mit einigen 14nm-Restriktionen klar kommen muss, denn ich glaube nicht, dass es Intel gelungen sein wird den Backport vollkommen verlustfrei hinzubekommen, denn deren Designs sind i. d. R. auch an den jeweilgen Prozess angepasst, was ein Vorteil der Inhouse-Fertigung ist. (Und Zen3 hat ein gutes Plus ggü. Zen2 draufgelegt, d. h. die Messlatte liegt nun ein wenig höher als noch in 2019/20.)
Von einer sicheren, architektonischen Überlegenheit würde ich erst bei Golden Cove ausgehen, aber bis dahin wird man abwarten müssen, was AMD möglicherweise noch mit einem Zen3+/Refresh einschieben können wird.
In 2021 ist durchaus einiges an Bewegung im Markt, zumindest für interessierte Beobachter. Dem Großteil der Konsumenten dagegen kann das dann schon "fast egal sein", da die schon heute CPU-seitig mehr Leistung bekommen können, als sie i. d. R. brauchen.