512 GiB auf einem Modul: Samsung enthüllt revolutionären DDR5-RAM

PCGH-Redaktion

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In einem vor einigen Tagen veröffentlichten Video präsentierte Samsung seine Lösung für die nächste Generation von Arbeitsspeicher in Form von DDR5-RAM. Dieser soll mit einer Kapazität von 512 GiB auf einem Single-Modul aufwarten und Geschwindigkeiten von über 6.400 Mbit/s erreichen können.

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Bin man gespannt ob derartige RAM-Mengen im Endkundenbereich überhaupt in absehbarer Zeit eine Rolle spielen könnten.

Bisher wars ja meistens so, dass man nie RAM genug haben konnte (was streng genommen heute natürlich auch noch so ist) aber früher hatte man auch mit zur jeweiligen Zeit "üblichen" RAM-Mengen schnell mal Probleme wenn Programme und Spiele wenige Jahre später schon mehr benötigten. Was hat man sich mit 16MB gequält bis man endlich 32 oder gar 64MB hatte, kurz darauf waren 256 MB für vieles nötig, die GB-Riegel waren auch schnell da und irgendwann hatten die meisten Rechner ihre 8 oder 16GB, schnellere/dickere auch 32 GB RAM drin. Tja und dann... öhhhh... jaaaa.... wars das eigentlich. Vor 10 Jahren hatte man mit 16 GB alles im Griff und heute... an sich auch. Spätestens mit 32GB hat der Normalnutzer seit Ewigkeiten ausgesorgt und es deutet auch wenig darauf hin dass sich das demnächst ändern würde.

Ich hab jetzt seit 2014 meine 32 GB im PC und selbst wenn ich jetzt neu kaufen würde wären es wieder 32GB. An der RAM-Front scheint das wilde aufrüsten der letzten Jahrzehnte weitgehend zum Stillstand gekommen zu sein - auch weil dafür beim Normalnutzer schlichtweg gar kein Bedarf mehr da ist.
 
Man sollte auch nicht vergessen, dass die Durchsatzrate nicht so schnell wie die Kapazität gewachsen ist. Als PS/2 ging und klare Specs kamen, startete man bei sehr noblen Systemen mit 64 MiB und PC66, brauchte also 8/66tel = 0,12 s, um einmal den kompletten Speicherinhalt zu lesen. Zum Ende von SDR waren 256 MiB schon ein üblicher RAM-Ausbau, und konnten in 32/133 = 0,24 s ausgelesen werden. Als DDR2 kam, war DDR1 so bei 2.048 MiB und DDR-400 für einen luxuriösen Ausbau, trotz Dual-Channel dauerte es also schon 256/400tel = 0,32 s, einmal den kompletten RAM-Inhalt zu transferieren. Ähnliches gilt für 8 GiB DDR3-1600 und das Niveau haben wir auch bis 16 GiB DDR4-3200 gehalten. Aber seitdem wurde noch einmal auf 32 GiB als "luxuriös" verdoppelt, während kaum jemand mehr als effektive 4.400 MHz fährt und selbst DDR5-5000 braucht 0,4 s, um 32 GiB zu übertragen. Der Speicher-Zuwachs kann also gar nicht für die aktive Verarbeitung von noch mehr Daten genutzt werden, weil die Anbindung dafür schlicht zu lahm ist, sondern nur als Cache für Massenspeicher. 512 GiB wären heute ein guter Ausbau für ein System mit zwei Octa-Channel-CPUs, aber wie steckt man einen Riegel in 16 Speicher-Slots gleichzeitig?
 
@PCGH_Torsten

Interessanter Gedanke, allerdings würde ich die Basis anders bewerten, nicht der Ausbau ist interessant, sondern die Nutzung. Die 64MB SDRAM waren eigentlich immer zu wenig und jedes Byte an RAM konnte man nutzen. Die heutigen 32GB sind selten genutzt, wenn ich mir meine RAM Auslastung so anschaue würden 16 eigentlich immer noch reichen. Dann wird deine Rechnung aber schon andere Ergebnisse auswerfen, nehmen wir an 128MB PC66 SDRAM waren nutzbar gewesen, heute sind 16GB nutzbar, dann ergibt sich ein ganz anderes Bild.
 
Geschwindigkeit 6.400 Mbit/s ?
selbst 6400 MiB wären ja langsamer als eine aktuelle SSD.
Das müssen wohl MiB/s sein und hinten fehlt noch eine 0.
 
@PCGH_Torsten

Interessanter Gedanke, allerdings würde ich die Basis anders bewerten, nicht der Ausbau ist interessant, sondern die Nutzung. Die 64MB SDRAM waren eigentlich immer zu wenig und jedes Byte an RAM konnte man nutzen. Die heutigen 32GB sind selten genutzt, wenn ich mir meine RAM Auslastung so anschaue würden 16 eigentlich immer noch reichen. Dann wird deine Rechnung aber schon andere Ergebnisse auswerfen, nehmen wir an 128MB PC66 SDRAM waren nutzbar gewesen, heute sind 16GB nutzbar, dann ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Wie gesagt: Mein Grundgedanke ist, dass @spec heute nicht mehr als 8 GiB in dem Maße nutztbar sind, wie es 64 MiB zu PC66-Zeiten waren. 128 MiB, die damals ja durchaus schon verfügbar nur aus Preisgründen unüblich waren, konnten seiner Zeit genauso schnell genutzt werden, wie heute 16 GiB und beides bringt durchaus einen Comfort-, aber nur in seltenen Fällen auch einen deutlichen Performance-Gewinn. Es macht für Entwickler eben einfach keinen Sinn, die Ablage zusätzlicher Daten beziehungsweise sperriger Formate im Arbeitsspeicher zu planen, wenn man dann nicht schnell genug an diese rankommt. Mit einem schnelleren Interface (und einer größeren Verbreitungen großer Speicherausbauten natürlich) könnte man zum Beispiel unkomprimierte Dateien in den Arbeitsspeicher packen, statt mit Laufzeitdekomprimierung zu arbeiten und so Prozessorlast einsparen.


Ein Co-Faktor, den man als Spieler übrigens auch nicht unterschätzen soll, ist die Grafikkarte: Zu 64-MiB-RAM-Zeiten hatten die besten Karten 8 MiB, ein Achtel. Heute steht es 16 GiB zu 24 GiB und der Prozessor muss einige Daten schlichtweg nicht mehr speichern, weil sie von der GPU bearbeitet werden – die über ein angemessen schnelles Speicherinterface verfügt.
 
...also auf der Folie ist von 7,2 Gb/s die Rede, was wohl eher in 72.000 Mbit/s resultieren sollte, oder?
7,2 Gigairgendwas sind 7200 Megairgendwas. ;-)

Es macht für Entwickler eben einfach keinen Sinn, die Ablage zusätzlicher Daten beziehungsweise sperriger Formate im Arbeitsspeicher zu planen, wenn man dann nicht schnell genug an diese rankommt.
Hmmm... im direkten Produktiveinsatz von Daten haste sicher Recht - aber was, wenn man indirekte Daten oder sehr große Datenmengen miteinbezieht? Wenn man mit Datenmengen von zig GB arbeitet ist es doch ein massiver Vorteil die im RAM direkt zugreifbar zu haben statt Ewigkeiten auf SSD/HDD warten zu müssen, selbst wenn die Daten nur alle paar Sekunden oder Minuten abgefragt werden?
Klar bringt das keine Mehrleistung im Sinne von mehr fps in Spielen oder weniger Wartezeit beim Umwandeln von irgendwas - aber es verkürzt Ladezeiten dramatisch.

Wenn derartige RAM-Mengen nicht nur verfügbar sondern auch bezahlbar werden würde ich ernsthaft über ne fette RAMDISK nachdenken. 32GB RAM + 500GB Ramdisk auf nem solchen Extramodul wären je nach Workload ne wirklich geile Sache (nicht dass ichs bräuchte aber das wäre son Nerd-will-haben-Ding)^^
 
Also ich habe meinen normalen Rechner und auch meinen Server auf 32GB aufgerüstet. gibt da doch schon einige Spiele die sehr stark davon profitieren, besonders wenn man hundert Mods verwendet.

Der Einsatz von hochkapazitiven Modulen liegt definitiv eher bei Servern, die haben heute schon oftmals 512GB per CPU.
 
Datenbankserver arbeiten zum Teil mit 2 TiB und mehr pro CPU. ;-)
Und ich selbst mache mir mit 64 GiB gar keine Gedanken mehr über RAM. Aber 512 GiB pro Modul sind eben 8 TiB pro CPU.

7,2 Gigairgendwas sind 7200 Megairgendwas. ;-)


Hmmm... im direkten Produktiveinsatz von Daten haste sicher Recht - aber was, wenn man indirekte Daten oder sehr große Datenmengen miteinbezieht? Wenn man mit Datenmengen von zig GB arbeitet ist es doch ein massiver Vorteil die im RAM direkt zugreifbar zu haben statt Ewigkeiten auf SSD/HDD warten zu müssen, selbst wenn die Daten nur alle paar Sekunden oder Minuten abgefragt werden?
Klar bringt das keine Mehrleistung im Sinne von mehr fps in Spielen oder weniger Wartezeit beim Umwandeln von irgendwas - aber es verkürzt Ladezeiten dramatisch.

Wenn derartige RAM-Mengen nicht nur verfügbar sondern auch bezahlbar werden würde ich ernsthaft über ne fette RAMDISK nachdenken. 32GB RAM + 500GB Ramdisk auf nem solchen Extramodul wären je nach Workload ne wirklich geile Sache (nicht dass ichs bräuchte aber das wäre son Nerd-will-haben-Ding)^^

Eine RAM-Disk nur ein umständlicher Umweg, wenn Betriebssystem oder Anwendung nicht nativ darauf ausgelegt wurden, größere Speichermengen zu nutzen. Und warum werden sie das nicht? Weil es eben nicht lohnt. Wenn Datenmengen von zig zehner GiB benötigt ist es zwar besser, diese im RAM als auf einer SSD zu haben. Aber es ist nicht gut genug, um damit wirklich aktiv zu arbeiten, also wird man schon während der Entwicklung alles daran setzen, mit weniger auszukommen (Spiele und andere Anwendungen mit absehbarem Datenumfang) oder aber möglichst nur mit kleinen Blöcken zu hantieren und diese vollständig zu erledigen, ehe man das nächste Paket nachstreamt. Und das geht dann in den meisten Fällen auch mit viel kleinerem RAM ziemlich gut, weswegen derartige Riesenmodule nur für einige Spezialszenarien von Vorteil sind: Sehr komplexe Modellierung (vor allem in der Wissenschaft – wo man häufiger mit dem gleichen System arbeitet investiert man lieber die Zeit, es in kleinere, flinkere Stücke zerteilen zu können), Supercomputer in denen die Speichergröße pro Node zum Teil die Art der bearbeitbaren Probleme limitiert (vergleiche SFR-Multi-GPU) und eben Datenbanken. Aber auch nur da ein bestimmtes Größenfenster, denn viele Datensammlungen sind einfach viel größer.
 
@PCGH_Torsten

Wobei ist es nicht eigentlich genau der Sinn von RAM als Massenspeicherpuffer zu dienen? Mehr Speicher macht ja bspw. bei Datenbanken total Sinn, wenn du eine 1TB Datenbank hast, ist es immer von Vorteil diese komplett in den RAM zu laden, da Randomzugriffe im Arbeitsspeicher nunmal um ein Vielfaches schneller geladen werden und man bei den meisten Datenbanken nicht weiß, welcher Zugriff wann erfolgt. Wobei seit SSDs vorhanden und bezahlbar sind, hat sich dies in meinen Augen natürlich drastisch entschlackt, vorher hatte man noch SAS Platten mit 15.000 U/min und dennoch Zugriffszeiten von über 3ms (realistisch waren es ja viel mehr, da die 3,4ms ja eher Optimistisch geschätzt würden), heute dauern die Zugriffe ja nur noch 0,03 ms also um den Faktor 100 schnellere Zeiten, dazu kommen Burstleseraten die eben im GB Bereich liegen.
 
Datenbanken sind ein Musterbeispiel, weil extrem viele Daten griffbereit liegen müssen, um die wenigen tatsächlich benötigten schnell bereitstellen zu können. Wenn da jemand nicht auf mehr RAM setzt dann nur, weil die Datenbank so riesig ist, dass trotzdem die meisten Zugriffe über SSD erfolgen. Aber bei anderer Software ist das Verhältnis viel besser. Bei einem laufenden Spiel Daten zu laden, die im aktuellen Level gar nicht vorkommen, kann die Leistung einfach nicht steigern. Davon würde man vielleicht 3-4 mal am Tag was merken, wenn ein Ladevorgang kürzer oder ganz ausfällt – aber wenn Story-Zwischensequenzen diese Prozesse maskieren nicht einmal das. Also lohnt sich die Investition in mehr RAM einfach nicht. Schon gar nicht in viermal 0,5 TiB für den halben Pile of Shame – Zwei-Jahres-Prefetching?
 
Bei einem laufenden Spiel Daten zu laden, die im aktuellen Level gar nicht vorkommen, kann die Leistung einfach nicht steigern. Davon würde man vielleicht 3-4 mal am Tag was merken, wenn ein Ladevorgang kürzer oder ganz ausfällt
Das haben Entwickler ja schon mal so gemacht - bei Lords of the Fallen. Da wurde alles was passte (auch Nachfolgelevel) in den vRAM (!) geparkt wenn dieser üppig vorhanden war. Auf ner 1,5 GB-Karte problemlos flüssig machte das Spiel auch die 6 GB einer damaligen Titan oder sogar 8 GB einer (damals) Profikarte randvoll.
Ergebnis waren wie du sagst sehr stark verkürzte Ladezeiten - und dann wurde es rausgepatcht. Warum? Weil ein halber Shitstorm im netz war der dem Spiel unterstellte man müsste extrem viel vRAM haben zum spielen und dass alles immer voll ist und so schlecht optimiert usw. - die Leute haben es einfach nicht verstanden. Der Michel hat anscheinend lieber einen halb leeren RAM und starrt auf Ladebalken. :ka:

Klar, nur deswegen viel Geld für mehr (v)RAM auszugeben ist Unsinn - aber wenn der RAM sowieso da isn ihn nicht einfach für sowas auszunutzen auch.

Immerhin scheint sich das über die Jahre etwas gebessert zu haben. Beispielsweise Diablo2 Resurrected klatscht mir auch die 8GB meiner 2080 nach wenigen Minuten Spielzeit komplett voll obwohl es auch mit der halben Menge problemlos läuft - mit minimal längeren Pausen bei Gebietswechseln.
 
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