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[Test] Carbocage Keycage (Titanium Edition)

Aeton

Komplett-PC-Käufer(in)
Besonders wer viele Schlüssel an seinem Schlüsselbund hat, wird dieses Problem nur zu gut kennen: der Bund rasselt, die Schlüssel stechen Löcher in die Hosentaschen und man findet nie auf Anhieb den Passenden.
Sogenannte Key Organizer sollen diesen Problemen Abhilfe schaffen, so auch der Keycage von Carbocage.

Ob dieser in seiner Titanium Edition seine Versprechen halten kann und seinen Preis wert ist, will ich in diesem Test klären.


Danksagung

Zunächst möchte ich mich bei Carbocage für die Bereitstellung des Produkts bedanken.


Features und technische Details

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Der Made-in-Germany Key Organizer besteht komplett aus Carbon. Im Gegensatz zur normalen Version kommt der Keycage in der Titanium Edition mit Schrauben und den Gewinde-Inserts in der Rückplatte aus hochwertigem Titanium. Dieses zeichnet sich besonders durch seine hohe Festigkeit trotz geringen Gewicht aus.
Der Keycage kann mit einem bis zwölf Schlüsseln bestückt werden und verspricht dabei, jeden Schlüsselbund schlanker bzw. platzsparender und stylischer zu machen. Auch das Gerassel oder vom Schlüsselbund zerlöcherte Hosentaschen sollen verhindert werden. Durch die doppelt asymmetrische Form können die wichtigsten Schlüssel blind gefunden werden. Außerdem praktisch: die zum Ausklappen der Schlüssel benötigte Kraft kann individuell durch das Anzugsmoment der Schrauben eingestellt werden. Ebenfalls kann durch eine mitgelieferte Carbonöse der Keycage an z.B. einen Autoschlüssel angebracht werden.


Verpackung und Lieferumfang

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Der Keycage kommt in einem Plastikbeutel mit Kartonverschluss, der im Inneren noch die Anleitung zum Einbauen der Schlüssel beinhaltet.
In dem Beutel befindet sich dann der CNC-gefräste Keycage aus Carbon selbst und eine Plastikbox, die den weiteren Lieferumfang beinhaltet.

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Dieser besteht aus je zwei Schrauben aus Titan Grade 5 (Ti6Al4V) in 10, 12, 14, 16, 18 und 20 mm Länge und eine Carbonöse zum Anbringen von Autoschlüsseln etc.
Dazu kommen zwei glasfaserverstärkte Kunststoffspacer mit 2,5 mm Dicke zum Ausgleich von Höhendifferenzen und zehn schwarze Teflon-Spacer mit 0,5 mm Dicke, um die Reibung zwischen den Schlüsseln zu reduzieren.
Schlussendlich wird auch noch der zur Montage benötigte Innensechskantschlüssel mitgeliefert und zwei extra Gummiringe sind auch noch im Lieferumfang enthalten.

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Erster Eindruck und Design

Im ersten Eindruck wirkt der Carbocage sehr hochwertig, auch die Plastikbox im Lieferumfang bietet einen praktischen und wiederverschließbaren Aufbewahrungsort für den üppigen Lieferumfang, der auch genügend Ersatzteile bei Verschleiß enthält.

Besonders die Titanschrauben überzeugen durch ihr - Stahlschrauben gegenüber geringerem - Gewicht, wobei sie dennoch sehr stabil sind. Trotzdem können sie durch den Inbusschlüssel kleine Kratzer bekommen, die aber weiter nicht stören.

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Das Design des Carbocage ist eher von praktischer Natur. Die beiden Carbonplatten kommen in einer gebogenen, ovalen Form, welche gut in der Hand liegen. Die Sichtfenster in der Mitte sparen Material und lassen auf die Schlüssel blicken und ermöglichen zudem noch ein Ausklappen der vier äußeren Schlüssel im Keycage.
Ohne Schlüssel hat der Keycage durch die verbauten Materialien ein Eigengewicht von gerade einmal 14 Gramm, was dem Gewicht eines einzelnen Schlüssels gleichkommt.

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Generell sind alle Bauteile des Carbocages sehr hochwertig und einwandfrei verarbeitet, wenn auch die gefrästen Carbonstücke seitlich teilweise ein paar Schlieren beinhalten.
Die Kanten sind aber nicht scharf, womit der Keycage gut und angenehm in der Hand liegt.


Zusammenbau

Der Zusammenbau gestaltet sich zunächst als ein wenig schwierig.
Leider ist in der Anleitung nicht genau klar, welche Bauteile verwendet werden bzw. in welcher Situation man die Unterlegscheiben oder die Teflonspacer verwenden soll. Dafür liegen zu wenig beispielhafte Aufbauten vor.

Der innere Aufbau des Keycages gestaltet sich aber als relativ einfach.
Zunächst werden die Schlüssel in richtiger Ausrichtung eingelegt und mit je einem Spacer als Abstandshalter kommt ein weiterer Schlüssel darauf.
Als Gegenstück zu einem Schlüssel kann entweder ein weiterer Schlüssel, bei ungerader Anzahl an Schlüsseln ein dicker Spacer oder auch die Carbonöse angebracht werden.

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Sind alle Schlüssel eingelegt, kann die zweite Carbonplatte auf das ganze Konstrukt gelegt und die Schrauben festgezogen werden. Letzteres gestaltet sich allerdings als sehr schwierig, da der ganze Keycage angehoben werden muss, um mit dem Inbusschlüssel an die Schrauben zu gelangen.
Hier empfiehlt es sich, die untere Platte gleich von Anfang an in die Hand zu legen oder - mit den Fingern die Schrauben vor dem Herausfallen hindernd - den Keycage auf eine Hand zu ziehen, da sonst die Schrauben herausrutschen und Schlüssel, Spacer und Öse wieder verrutschen.
Daraufhin kann man die Schrauben jedoch festziehen und nach ein paar Minuten sind die Schlüssel im Cage verbaut.
Hierbei kann es aber auch passieren, dass man zu lange oder kurze Schrauben verwendet hat, womit man manchmal mehrmals neue Längen ausprobieren muss, dass die Schrauben nicht so weit aus dem Gehäuse stehen.

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Praxistest

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Hat man dann die richtigen Schrauben gefunden und festgezogen, kann man auch direkt einstellen, mit welchem Widerstand die Schlüssel herausgedreht werden sollen.
Dies funktioniert zum einen durch das Gewinde stufenlos, andererseits können beide Seiten auch unabhängig stark festgezogen werden, was sich beispielsweise bei weniger verwendeten Schlüsseln anbietet, da dadurch die Carbonöse auf der einen Seite nicht so leicht verrutscht.
Das ist meiner Meinung nach aber auch ein kleiner Nachteil, da die Öse sich beim Herausdrehen der Schlüssel nicht immer perfekt mitdreht, womit man sie jedes Mal neu justieren muss.
Außerdem ist die lange Öse meiner Meinung nach ein wenig unpraktisch, da ich persönlich diese immer auf kürzester Länge verwende und das Herausrutschen nervt. Eine kürzere, mit dem restlichen Cage verbundene Öse wäre hier praktischer, beispielsweise mit einem eigenen Gewinde, wenn auch hier die Umsetzung wahrscheinlich schwierig ist.
Nach Information des Herstellers sorgt die längere Aussparung dafür, dass auch der auf der Öse aufliegende Schlüssel komplett ausgeklappt werden kann, was ich auch so bestätigen kann. Man merkt, dass hier mitgedacht wurde.
Dennoch lässt sich sagen, dass mit diesem System der Großteil der Nutzer zufrieden gestellt werden sollte, da es viele Möglichkeiten bietet.

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Trägt man den Keycage dann zum ersten Mal in seiner Hosentasche, profitiert man direkt von seinen Vorteilen:
Zunächst merkt man sein Gewicht kaum, da er durch seine leichten Materialien nur so viel wiegt wie ein Schlüssel selbst; auch seine kompakte Größe macht ihn nicht sonderlich bemerkbar und durch seine geschwungene Form ohne Kanten und Ecken drückt auch nichts unangenehm. Schlüsselgerassel oder zerstochene Hosentaschen sind somit kein Problem mehr.

Dennoch kommen mit dem Keycage natürlich auch ein paar Nachteile.
Sofern man nicht vorrausschauend schon den richtigen Schlüssel ausklappt, benötigt man ein paar Sekunden länger, Türen zu öffnen.
Außerdem fällt der Schlüsselbund danach nicht einfach wieder in die Tasche, sondern muss noch zusammengeklappt werden. Das ist zwar kein großer Zeitaufwand, sollte dennoch erwähnt werden.
Zudem ist es nicht immer ganz einfach den Schlüssel mit nur einer Hand aus- und wieder einzuklappen. Je nach Schlüsselmodell und -größe kann dies auch mehr oder weniger schwierig sein.
Durch die Öffnung in der Mitte des Keycages ist einem aber nochmals ein weiterer Weg geboten, die Schlüssel herauszudrehen.


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Durch diese Erkenntnisse ergibt sich meiner Meinung nach bei nur ein bis zwei Schlüsseln kein wirklicher Mehrwert, da sich hier das Gerassel und auch der Platzverbrauch in Grenzen hält. Hier überwiegt leider der Zeitaufwand, die Schlüssel herausdrehen zu müssen.
Je mehr Schlüssel allerdings am Bund sind, die vielleicht sogar noch gleich aussehen, desto größer wird das Zeitersparnis, denn anhand der Position im Keycage kann man sich gut merken, welcher der richtige Schlüssel ist und muss nicht immer im wirren Schlüsselbund suchen. Hierbei sollte man allerdings bedenken, dass wenn mehrere Schlüssel im Keycage nebeneinander liegen, man nur schwer einen einzigen herausklappen kann und somit die ganze Seite herausdrehen und dann die nicht benötigten Schlüssel wieder mit einklappen muss.
Dennoch sind Abfolgen bestimmter Schlösser mit dem Keycage durch nebeneinander geordnete Schlüssel auch visuell umsetzbar und sparen in diesem Fall viel Zeit, den Richtigen zu finden, während man noch das Gewicht der Schlüsselringe am Schlüsselbund spart.

Die geordnete Aufbewahrung sorgt außerdem für weniger Platzverbrauch, wenn auch der Keycage mit 12 Schlüsseln sehr klobig wird. So viele Schlüssel sollten allerdings auch die wenigsten an ihrem Bund haben.

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Die Grenzen des leichten Carbonmaterials merkt man allerdings schnell, wenn man in die Öse z.B. einen Stahlring einfädelt. Hierbei verkratzt die Oberfläche der Öse, was zwar keineswegs die Benutzung einschränkt, aber unschöne Spuren auf dem Carbon hinterlässt - wenn diese auch klein und nur aus der Nähe sichtbar sind.
Kommt der Keycage jedoch mit keinen härteren Materialien in Berührung, bleibt er frei von Kratzern. Auch nach mehreren Wochen Nutzung konnte ich keine Spuren im Carbon oder den Schrauben erkennen.

In puncto Stabilität muss man sich bei dem Keycage auch keine Sorgen machen.
Trotz ihrer geringen Dicke von jeweils nur zwei Millimetern sind die zwei Carbonplatten extrem stabil und können auch hohen Druck unverändert aushalten.

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Versionen

Den Keycage gibt es neben der Titanium Edition auch in einer normalen Version mit Edelstahlschrauben für knapp 30€ oder aus farbigem Aluminium für ebenfalls 30€.
Die dritte Version mit eloxierten Aluschrauben schlägt mit knapp 35€ zu Buche.


Fazit

Mit einem Preis von knapp 45€ zählt der Carbocage Keycage in der Titanium Edition eher zu den teureren Key Organizern, kommt dafür aber auch mit extrem hochwertigen und stabilen Materialien mit guter Verarbeitung.
Seine Versprechen hält er auf jeden Fall ein, denn die Schlüssel rasseln nicht mehr und stechen auch keine Löcher mehr in die Hosentasche.
Durch seine geschwungene Form liegt der Keycage angenehm kompakt in der Hand und kann auch im Dunkeln richtig gegriffen werden.
Ebenfalls praktisch ist, dass durch die leichten Materialien der “Schlüsselbund” kaum schwerer bzw. größer wird und die Carbonöse auch die Befestigung an z.B. einem Autoschlüssel ermöglicht.

Der üppige Lieferumfang mit seinen Bauteilen ermöglicht diverse Möglichkeiten den Keycage perfekt an seine eigenen Bedürfnisse anzupassen und sorgt auch für Ersatzteile bei Verschleiß. Durch das Anzugsmoment kann zudem der Drehwiderstand nahtlos eingestellt werden
Besonders praktisch und hilfreich ist der Keycage vor allem, wenn man viele Schlüssel besitzt, denn in diesem findet man den Richtigen auf jeden Fall schneller als am Bund.

Das führt aber auch schon zu den negativen Punkten an dem Keycage, denn in meiner Erfahrung macht er bei ein bis zwei Schlüsseln nur wenig Sinn, da hier der höhere Zeitaufwand zum Ausklappen den allgemeinen Vorteilen überwiegt.
Ein wenig umständlich ist auch der Zusammenbau, was sich aber leider nicht anders lösen lässt und das Carbon bekommt unter Umständen unschöne Kratzer.


Jedoch für jeden, der viele gleich aussehende Schlüssel an seinem Bund hat, wird der Keycage von Carbocage, besonders in der leichten und robusten Titanium Edition sicherlich ein Segen sein, denn die Zeit, die für das Aus- und Einklappen benötigt wird, ist sicherlich kürzer als das sonst ewige Gesuche des richtigen Schlüssels am großen und rasselnden Schlüsselbund.


Links

Hier kommt ihr zur Website von Carbocage
Carbocage Racing Components

Und hier zu dem Keycage in der Titanium Edition
Keycage Titanium Edition
 
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