Ja, mein Fehler, der Durchschnitt liegt bei 4100 Euro, der aussagekräftigere Median hingegen bei tatsächlich nur 3500.
Das mit dem Durchziehen relativiert sich aber auch wieder dadurch, dass es kaum noch Haushalte mit nur einem Einkommen gibt. Meist sind es dann doch eher anderthalb oder zwei - was ja auch kein Wunder ist, weil man sonst kaum auf einen grünen Zweig kommt.
Wie auch immer, das größere Problem sind für Nvidia nicht diejenigen, die sich eine 4080 für 1400 Euro unter keinen Umständen leisten können (denn das könnten sie in den meisten Fällen wohl auch für 800 oder 1000 Euro nicht), sondern diejenigen, die es können, aber nicht wollen.
"Leisten können" ist bei Produkten, die nicht lebensnotwenig sind, immer relativ. Nahezu jeder kann sich, wenn seit dem Kauf der letzten Grafikkarte 2-3 Jahre gespart hat, eine RTX 4090 leisten. Selbst ein ALGII-Bezieher. Er kann sich dann halt nur Schokolade, Kinobesuche, Getränke jenseits von Leitungswasser, Kleidung die mehr als Ramschqualität und weniger als zwei Vorbesitzer, Fortbewegungsmittel abseits seiner Füße, mehr als 16 °C im Zimmer (außer die 4090 sorgt dafür) und vieles mehr nicht mehr leisten im gleichen Zeitraum. Man gibt sein Geld aus, um das Leben etwas schöner zu machen und muss dabei auf maximale Wirkung achten – GPUs >1.000 Euro stehen in der Regel weit unten auf der Preis-Leistungs-Prioritätentenliste. Man "will" dafür nicht auf alles andere verzichten. Vollkommen zu Recht.
Bezüglich der Haushaltszusammensetzung: Ingesamt arbeitet überhaupt nur knapp über die Hälfte der Einwohner, davon ein gewisser Teil in Halbzeit. Im Median kommt also nur ein Vollzeiteinkommen auf zwei Menschen. Ein relativ großer Teil der Nichtarbeitenden sind Rentner, deren Einkommen meinem Wissen nach nicht im Median berücksichtigt wird, aber von statistisch einer halben Median-Rente zusätzlich kauft man auch keine High-End-GPUs.
Harter Tobak. Ich wollte damit nur darauf verweisen, dass der Median ebenfalls tiefer ausfällt, wenn man das reichste Prozent weglässt.
Da diese in Sachen Einkommen in einer ganz anderen Sphäre leben, halte ich das für sinnvoll.
Selbst ohne diesen Halbsatz bleibt aber natürlich bestehen, was ich sonst schrieb.
Nein, eben genau dies ist die Stärke des Medians: Er verändert sich kaum, wenn man 1 Prozent aus der Betrachtung ausklammert oder nicht exakt beziffern kann. Wenn man je 1 Prozent an beiden Enden streicht, also z.B. die Superreichen weil man deren Betrachtung nicht für sinnvoll hält und die Ärmsten der Armen, weil diese gar keine Hardware kaufen, bleibt der Median sogar exakt gleich.
Was du vielleicht meinst, obwohl du explizit das Gegenteil geschrieben hast, ist der Durchschnitt. Dieser kann durch relativ wenige, sehr hohen Einkommen massiv beeinflusst werden. Deswegen liegt er ja auch rund 10-15 Prozent über dem Median. Aber für letzteren ist es sogar vollkommen egal, wieviel die obersten 49 Prozent der Gesellschaft überhaupt verdienen. Du könntest das Jahreseinkommen in Deutschland auf 50.000 Euro deckeln und der Median bliebe unverändert.