Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob der N6 für RDNA3 überhaupt von AMD schon bestätigt wurde ... theoretisch könnte es auch immer noch der N5(P) werden, kostentechnisch und bei AMDs kleinen Marktanteilen dürfte es mit Blick auf die Marge jedoch wahrscheinlicher beim N6 bleiben.
Und wie gesagt ... der Wechsel vom N7 auf den N6 führt ohne Steigerungen der Wafer-Kapazitäten oder interner Umpriorisierung bei AMD zu keiner Änderung des Outputs. Aktuell liefert AMD so wenig GPUs, weil die schlicht entscheiden haben, dass sie ihre Wafer-Kontingente eher primär für SoCs und CPUs verwenden wollen.
Man darf aber annehmen, dass AMD seine Wafer-Konfingente insgesamt auch in 2022 weiterhin zu erhöhen versucht haben wird, d. h. man darf hoffen, dass das mehr werden wird, sodass sie weniger "Zwangspriorisieren" müssen für den besten operativen Gewinn, denn die Gewinne, die sie dadurch in anderen Marktsegmenten einfahren, führen jedoch auch dazu, dass sie aufgrund ihrer "Abwesenheit" im GPU-Markt Marktanteile verlieren (trotz gutem RDNA2-Produkt) und der GPU-Markt wird mit dem Eintritt von Intel in Kürze eher noch problematischer für sie.
Bei nVidia weiß man glaube ich ebesowenig mit absoluter Sicherheit die konkrete Fertigung vorherzusagen. Samsung's 8LPP werden sie zweifellos noch längere Zeit weiternutzen, 5LPE haben sie meines Wissens nach auch schon lange gebucht, wenn ich mich recht erinnere unter anderem für ihr Drive AGX Orin, d. h. nVidia wird entgegen AMD so oder so (weiterhin) zweigleisig fahren.
Wie es konkret bzgl. dem bevorstehenden Consumer-Produkt aussieht, wer weiß. Aktuell deutet einiges auf TSMCs N5(P) hin (nicht nur für den Datacenter-Hopper) und undenkbar wäre das keinesfalls, denn wenn nVidia meint die Konkurrenz weiterhin mit einem monolithischen Design in Schach halten zu können *), müssen sie hier auch einen modernen und performanten Node nutzen und Samsungs 5LPE ist nicht vollends gleichwertig zu TSMCs 5 nm-Prozessen. Sieht man sich die Gerüchteküche aber genauer an, ist noch nicht einmal bestätigt, dass Lovelace tatsächlich die kommende Consumer-Architektur ist. Einige Gerüchte spekulieren hier gar auf eine separate Architektur für einen Konsolen-SoC. Man wird abwarten müssen und darf nur vermuten, da nVidia über nennenswerte Kapazitäten bei beiden Foundries verfügt, dass die schon die bestmögliche Wahl treffen werden um mit konkurrenzfähigen Produkten aufwarten zu können.
Zusätzliche GPUs im Markt durch Intel wird es so oder so gesichert geben, was schlicht und einfach daran liegt, dass ein gewisser zusätzlicher Teil der weltweiten Wafer-Kontingente nun für weitere GPU-Produkte verwendet wird, d. h. der Markt wird so oder so mit mehr Ware beliefert werden. Es wird interessant zu beobachten sein wie sich der Markt bspw. Mitte 2022 darstellt und bspw. wie die Produktgüte und auch Marktakzeptanz zu den neuen Produkten ausfallen wird.
*) Immerhin Ende 2022 und das Jahr 2023 hindurch, während AMD zumindest im HighEnd ein aufwändiges und teueres MCM-Design präsentieren wird (möglicherweise auch erst ab Anfang 2023) und man auch vermuten kann, dass Intel in 2023 mit einem MCM/EMIB-basierten "Battlemage" aufwarten und dann absehbar auch im GPU-HighEnd erste Produkte zu platzieren gedenken wird.