Onkelchen1337
Schraubenverwechsler(in)
- Mainboard
- GIGABYTE Z690 AORUS PRO 1.0
- CPU
- Intel® Core™ i7-12700K
- CPU Kühler
- GIGABYTE AORUS WATERFORCE 360
- RAM
- G.Skill DIMM 32 GB DDR5-6000 Kit (F5-6000J3636F16GX2-TZ5RK, Trident Z5 RGB)
- GPU
- GIGABYTE GeForce RTX™ 4080 16GB EAGLE OC
- Netzteil
- be quiet! Dark Power 12 850W
- Datenträger
- Samsung 970 EVO Plus 500 GB, 2 x Crucial P5 Plus CT1000P5PSSD8 1TB
- Monitor
- Monitor 1 : LG UltraGear 27GP850-B @ 180Hz
Monitor 2 : Acer XB270HU @ 144Hz
- Betriebssystem
- Windows 11
Plötzliche Audio-Dropouts/DPC-Spikes unter Windows 11 mit UR22C + RTX 4080 (Z690 / i7-12700K)
System/Setup
- CPU: Intel Core i7-12700K
- Mainboard: Gigabyte Z690 AORUS PRO (rev. 1.x), BIOS F30
- RAM: 32 GB DDR5 (2×16 GB), 6000 MT/s
- GPU: NVIDIA GeForce RTX 4080, Treiber 581.42 (Kernel: nvlddmkm.sys)
- OS: Windows 11 24H2 (Build 26100.x)
- Storage: NVMe SSDs (PCIe 4.0)
- Monitor: 180 Hz G-SYNC Compatible
- Kühlung: AORUS Waterforce 360
- Peripherie (relevant):
- Logitech Pro X Superlight 2 @ 1000 Hz (USB-Dongle; zeitweise Front-USB 3.0)
- Steinberg UR22C (USB-C Audio-Interface, Firmware Boot v1.10 / Main v3.20, Treiber v2.1.9, dspMixFx UR-C v3.3.0)
- Kopfhörer: Beyerdynamic DT 770 Pro 250 Ω
- Kopfhörer-Amp: Lake People G103-S MKII (intern gejumpert; aktuell +16 dB)
(Parallel geplant/erwogen: externer DAC per S/PDIF-Out vom Board → z. B. Topping E30 II.)
Symptom
- Audio-Dropouts, Knackser, Pops beim Spielen (v. a. Hunt: Showdown), teils erst nach längerer Zeit.
- LatencyMon schlägt nach einer Weile rot an (siehe Messungen).
- Mit UR22C Puffer 256 Samples schnell kritisch; 512 Samples deutlich stabiler (kurzfristig grün), über lange Sessions (>2 h) kommen die Spikes wieder.
- Bei Nutzung des Onboard-Realtek treten die Dropouts seltener auf (Klang deutlich schlechter), bei Nutzung des UR22C häufiger.
Messungen (LatencyMon – repräsentative Auszüge)
1) Längere Session (~2:15 h), Spiel + Teamspeak
- Highest interrupt to process latency: ~5378 µs
- Highest ISR execution time: 648 µs, Verursacher: Wdf01000.sys (Windows Kernel-Modus-Treiber-Framework)
- Highest DPC execution time: 1451 µs, Verursacher: nvlddmkm.sys (NVIDIA Kernel Mode Driver, 581.42)
- DPC total (Top): oft dxgkrnl.sys (DirectX Graphics Kernel)
- Hard Pagefaults: 43 k total (Top-Prozess: huntgame.exe)
2) Kurzer Test
- Conclusion: system suitable (grün)
- Highest DPC: ~683 µs (dxgkrnl.sys)
- Highest ISR: ~105 µs (Wdf01000.sys)
- Hard Pagefaults: ~19 k (Top: huntgame.exe)
Interpretation: Mit größerem Puffer wird’s kurzfristig stabil, unter längerer Mischlast (Spiel/3D + Netzwerk + I/O) kommen DPC-Spitzen (NVIDIA/DirectX) und ISR-Spitzen (WDF/USB-Stack) wieder.
Bereits getestet / vorgenommen
BIOS/CPU
- C-States deaktiviert, EIST deaktiviert, Intel Speed Shift deaktiviert.
- PL1 = 125 W, PL2 = 190 W, TAU Auto.
- (Hinweis: Board BIOS derzeit F30.)
Windows/NVIDIA
- Energieverwaltung: Maximale Leistung bevorzugen.
- G-SYNC-Kompatibilität aktiv, Low-Latency-Mode Ein.
- Diverse OSD/Overlay/RGB/Monitoring-Tools (Rainmeter, HWiNFO-OSD etc.) testweise deaktiviert.
USB
- UR22C an verschiedenen Backpanel-Ports getestet (Front-USB vermieden), USB-Energiesparen deaktiviert.
- Temporär viele „LIGHTSPEED Receiver“-Geistergeräte gesehen → bereinigt; auch ein „Unbekanntes USB-Gerät (Code 43)“ tauchte zeitweise auf.
- Logitech-Dongle getrennt / Ports getauscht.
UR22C / Treiber
- Firmware v3.20 bestätigt.
- Treiberpakete/INF mit PowerShell und pnputil bereinigt und neu installiert.
- Windows-Klassen-Treiber (USB Audio 2.0) manuell probiert → Code 10 (Gerät kann nicht gestartet werden).
(UR22C hat keinen „CC-Mode“-Schalter wie UR22mkII; praktisch an Yamaha/Steinberg-Treiber gebunden.) - Puffergrößen 256/512/1024 durchprobiert → 512 am stabilsten, aber nicht 100 % über lange Zeit.
Spiel/Crash
- Zusätzlich ein Crash-Dump aus Hunt (CryRenderD3D12.dll, INVALID_POINTER_READ, AV @ CryRenderD3D12!CD3D9Renderer::EF_PrepareShadowGenForLight) – scheint engine-spezifisch, unabhängig vom Audio-Problem.
Beobachtungen
- DPC-Spitzen praktisch immer aus dem GPU-Stack (nvlddmkm.sys + dxgkrnl.sys), ISR-Spitzen sporadisch aus WDF/USB (Wdf01000.sys).
- Hard Pagefaults sind bei Hunt hoch (Asset-Streaming, viele kleine Ladevorgänge) – sie erhöhen Latenzspitzen, sind aber nicht alleinige Ursache (die roten Balken korrelieren stärker mit nvlddmkm.sys/dxgkrnl.sys).
- Mit größerem Audio-Puffer wird das System robuster, die Grundtendenz (GPU/DX-DPCs) bleibt.
Mögliche Ursachen (warum „auf einmal“)
- NVIDIA-Treiber (2023/24) – Kernel-Änderungen (HAGS/FG/HDCP/HD-Audio/Telemetry) → mehr DPC-Last.
- Windows 11 23H2/24H2 – neues Scheduling & Power-Management (Hybrid-CPUs) → Realtime-Threads wandern zwischen P-/E-Cores.
- Intel ME/Chipset Updates via Windows Update → geänderte Interrupt-/C-State-Timings.
- NVMe-Stack (generischer stornvme.sys) mit aggressiven Power-Saves → gelegentlich ISR-Latenz.
- USB-Subsystem (XHCI-Sharing, Front-Header, Energiesparen) → WDF-ISR-Spitzen.
- Memory Integrity (VBS/Core Isolation) & Security-Features → zusätzliche Latenz im Kernelpfad.
Fazit: Systemische Drift durch Treiber/OS-Änderungen, nicht durch Hardwaredefekt.
Offene Fragen an die Community / erbetene Hinweise
- NVIDIA-Treiber-„Sweet Spot“ für niedrige DPCs auf Ada (4080): Welche Versionen laufen bei euch am ruhigsten?
– Clean-Install (DDU) nur Display Driver + PhysX? Erfahrungen mit NVCleanstall (Audio/Telemetry raus)? - HAGS/FG/HDCP/Variable Refresh: Bringen bestimmte Kombinationen messbar weniger DPC-Spitzen?
- Z690 BIOS: Welche BIOS-Version reduziert bei euch DPC-/ISR-Spitzen (ggf. neuer als F30)?
- UR22C-Nutzer unter Win 11: Stabil mit Yamaha v2.1.9? Puffer? USB-Port/Hub-Tipps?
- NVMe-Treiber: Hersteller-Treiber (Samsung/Crucial) vs. MS-Standard – messbarer Einfluss auf ISR?
- VBS/Core-Isolation: Deaktivieren → spürbar niedrigere Latenzen?
Konkrete To-Dos (nächste Schritte, falls jemand mitziehen/testen will)
- GPU-Treiber sauber neu: DDU (Safe Mode) → Installation ohne GeForce Experience (oder via NVCleanstall ohne HD-Audio/Telemetry/ShadowPlay).
- Windows-Optionen:
- Energieschema „Höchstleistung/Ultimative Leistung“, USB-Selective Suspend aus.
- Memory Integrity / Core Isolation testweise aus, Reboot, LatencyMon neu.
- Intel-Pakete direkt vom Board-Support: aktuelles Intel ME + Chipset über Gigabyte installieren (Windows-Update-Varianten überschreiben).
- USB-Pflege: UR22C an eigenen Backpanel-Port, keine Hubs/Front. An allen „USB Root Hub (USB 3.0)“ → Energieverwaltung-Haken raus.
- CPU-Kerne/Affinität: Audioprozesse (z. B. audiodg.exe, URC-Mixer, EqualizerAPO) testweise nur P-Cores zuweisen.
- NVMe: falls Samsung/Crucial → Hersteller-NVMe-Treiber testen.
- Puffergröße: realistisch 512 Samples (Spielbetrieb) – 256 funktioniert nur, wenn GPU-Stack/DPC im Griff ist.
Workaround/Plan B (Sound-Qualität sichern)
Da der Lake People G103-S MKII die Last an der Kopfhörerseite locker stemmt, könnte man den DAC vom USB-Stack entkoppeln:
- Board-S/PDIF-Out → externer DAC (z. B. Topping E30 II).
- Vorteil: Kein USB-Audio-Treiber, keine WDF/USB-ISR im Audiopfad.
- Nachteil: Kein Mic/Recording über diesen Weg (Mic könnte separat über UR22C/Onboard laufen).
Bonus: Hunt-Crash (falls relevant)
- Crashdump aus Hunt: Showdown: INVALID_POINTER_READ in CryRenderD3D12.dll, Callstack zeigt ShadowGen & RenderThread.
- Das sieht nach einem Engine-Bug/Mod/Shader-Problem aus und ist vom Audio-Thema getrennt.
Kurzfassung: Audio-Dropouts sind nicht durch Überlast entstanden, sondern durch Kernel-/Treiber-Latenzen (NVIDIA/DX + WDF/USB). Größere Buffer kaschieren es, lösen es aber nicht. Ziel ist, den GPU-Stack zu beruhigen (sauberer Treiber, Features entschlacken), Windows-Sicherheits-/Power-Features zu zähmen und den USB-Pfad so „ruhig“ wie möglich zu halten – oder den Audiopfad via S/PDIF → DAC komplett an USB vorbei zu führen.
Wenn ihr Ideen, Erfahrungswerte (v. a. Treiberversionen/BIOS-Stände) oder noch Tests habt, die ich fahren soll: sehr gern!

