"Payer pour gagner": Frankreich streicht Begriffe wie Pay2Win, DLC und Streamer

Da gehe ich mit deinem Vater allerdings konform und oute mich selbst als jemand, der den Genitiv nach wie vor pflegt und es nicht abkann, wenn alle nur noch Dativverbindungen nutzen – absoluter Graus für mich ist der „adnominale Dativ“: „Auf dem Tisch liegt dem Opa seine Brille/der Mutter ihr Buch.“ (In Mitteldeutschland kennt man das auch als „sächsischen Genitiv“, welcher im Dialekt auch regulär verwendet wird.)

Eine andere Unsitten, die mich regelmäßig zur Weißglut bringt, sind Kausalsätze, in denen hinter „weil“ ein Hauptsatz formuliert wird, obwohl da ein Nebensatz hingehört und für Hauptsätze die mittlerweile ebenfalls zunehmend vom Aussterben bedrohte Konjunktion „denn“ existiert:
„Ich war heute in der Stadt, weil ich einkaufen wollte.“
„Ich war heute in der Stadt, denn ich wollte einkaufen.“
„Ich war heute in der Stadt, weil ich wollte einkaufen.“
Die ersten beiden Sätze sind richtig, der letzte grottenfalsch, aber fast alle reden mittlerweile so wie im letzten Satz, nicht nur privat, auch in der Öffentlichkeit, auch in den Medien.

Und wenn die Leute schon keinen Genitiv beherrschen, braucht man mit dem Konjunktiv erst recht nicht anzukommen, Konjunktiv II wird nur noch mit „würde“ und „hätte“ gebildet und Konjunktiv I bei indirekter Rede wird komplett ignoriert.

In der schriftlichen Kommunikation ist neben den Klassikern (falsche Zeichensetzung, das/dass etc.) das Deppenleerzeichen in Komposita die wohl größte Pest, die uns auf Englisch zugeschnittene Suchmaschinen und Autokorrektur mit Wortvorschlägen eingebracht haben. Am PC hat man genau null Gründe, deutsche Komposita mit Deppenleerzeichen zu schreiben – einen Tastendruck spart man durch Zusammenschreibung (eigentlich zwei, da man auch keinen zusätzlichen Großbuchstaben setzt), mit Bindestrich drückt man auch nicht mehr Tasten als mit Leerzeichen, aber es ist wenigstens so in 50% der Fälle richtig, während das Leerzeichen IMMER falsch ist.

Und dieselben Leute, die einen, mehrere oder all die genannten Fehler machen, am laufenden Band und ohne mit der Wimper zu zucken, die jammern dann über „Vergewaltigung“ der Sprache durch „Gendersprech“. Bei aller berechtigten Kritik an Gendersprache, aber wer im Glashaus sitzt...


Es gibt Länder wie Island und Finnland, wo der Sprachpurismus ähnlich ausgeprägt oder sogar noch extremer ist. Allerdings haben die auch deutlich weniger Einwohner und die Sprachen weltweit nur etwa 300.000 (Isländisch) bzw. fünf Millionen (Finnisch) Sprecher. DA ergeben die Bestrebungen, die Sprache „reinzuhalten“ und sie vor dem Aussterben zu bewahren, für mich völlig Sinn. Frankreich hingegen ist nicht nur weltweit eine der mächtigsten Nationen, sondern Französisch auch, nicht zuletzt durch die Kolonialgeschichte bedingt, mit über 300 Millionen Sprechern (darunter zwischen 80 und 110 Millionen Muttersprachler) eine der weltweit meistgesprochenen Sprachen überhaupt Nicht nur grenzen die Ängste vor einem „Aussterben“ der Sprache hier an Paranoia, sondern eine „Reinhaltung“ ist so kaum möglich, da sich selbstverständlich in den verschiedenen Teilen der Welt, ähnlich wie im Englischen, auch unterschiedliche Varietäten der Sprache herausgebildet haben, und es „die eine“ französische Sprache eigentlich nicht mehr gibt.

Ich habe eingangs über die „Minderwertigkeitskomplexe“ der Franzosen gescherzt, aber wenn man sich die Geschichte anschaut, scheint da ja doch viel dran zu sein: Die Niederlage im Siebenjährigen Krieg hat die Macht des Britischen Empire in der Welt endgültig gefestigt und Frankreich praktisch all seine Kolonien in Nordamerika gekostet, dann kamen im 19. Jahrhundert erst der gescheiterte Feldzug und die Niederlage Napoleons, später der Deutsch-Französische Krieg, der mit der Ausrufung des Deutschen Kaiserreiches in Versailles endete – eine Demütigung, für die Frankreich sich später nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Vertrag von Versailles revanchierte. Im Zweiten Weltkrieg halb besetzt und schwer gebeutelt, mussten sie, obwohl sie als Siegermacht hervorgingen, wie die Briten an der Weltspitze endgültig den Platz für die neue Supermacht USA räumen – die Nation, die aus Kolonien hervorging, welche man seinerzeit an die Briten verlor, und die darum auch noch Englisch spricht, das heute die meistgesprochene Sprache der Welt ist, während Französisch erst nach Mandarin/Hochchinesisch, Hindi und Spanisch (auch die Spanier hatten ihr Kolonialreich) auf Platz 5 kommt.


Und um noch einen draufzusetzen, sind die Franzosen noch ätzender als wir, was den Akzent angeht. Tendieren schon wir Deutschen dazu, keinen allzu großen Willen zu zeigen, einen Ausländer, der sich in gebrochenem Deutsch zu verständigen versucht, verstehen zu wollen, sind die Franzosen diesbezüglich – pardon – richtige Ar***löcher. In so ziemlich allen anderen Ländern wird es von den Einheimischen schon mit Freude honoriert, wenn man als Ausländer (vor allem als ausländisch aussehender Mensch) versucht, wenigstens grundlegend in ihrer Sprache zu kommunizieren. Das hat auch nichts mit der Verbreitung der Sprache zu tun, auch Chinesen freuen sich über jeden Satz Mandarin, den man als Europäer mit ihnen sprechen kann, und niemand von ihnen käme auf die Idee, einen noch wegen seines ausländischen Akzentes doof anzumachen. Nur die Franzosen erlebe ich da immer wieder als unrühmliche Ausnahme.
Das Ganze könnte man auch noch auf den Umgang mit Zeitformen ausweiten. Kaum jemand nutzt heute noch das Präteritum richtig. Die meisten sagen: "Ich bin gestern mit dem Auto gefahren.", anstatt "ich fuhr gestern mit dem Auto."

Noch schlimmer finde ich persönlich, vor allem hier im Berliner Raum und in der Mark, das fast alle anstatt "einwandfrei" einfach "eimanfrei" sagen. Da geht es mir jedes Mal durch Mark und Bein.

Dennoch finde es persönlich gut, wenn man eher deutsche Begriffe nimmt, anstatt für alles Anglizismen. Auch wenn Sprache sich immer entwickelt, schadet es nicht, bestimmte Dinge beibehalten zu wollen, um eine eigene Identität zu waren.
 
Mal ehrlich, beinahe jedes mal wenn ich Franzosen Online in Spielen treffe, weigern sie sich English zu sprechen.
Für mich sind Franzosen und Spanier die "giftigsten" Spieler im Netz. Zumindest gegen Spieler anderer Länder. Das war schon vor 10 Jahren so.

Nicht wirklich.
Nur weil jemand sich weigert English zu sprechen ist das noch nicht (zwangsweise) giftig.
Ich war jahrelang auf einem französischem Server für BF-BC bis BF4.
=>
Malheureusement je ne parle pas français. Serait-il possible d'utiliser l'anglais ou l'allemand s'il vous plaît ?
Hatte ich einmal im Übersetzungsprogramm eingegeben.
Man wundert sich doch manch mal (im INet) wenn man nett fragt das man auch eine nette Antwort kriegt.

Mit Spanier leider (?) nicht oft Kontakt gehabt oder sind einfach nicht aufgefallen.
 
Nicht wirklich.
Nur weil jemand sich weigert English zu sprechen ist das noch nicht (zwangsweise) giftig.
Ich war jahrelang auf einem französischem Server für BF-BC bis BF4.
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Malheureusement je ne parle pas français. Serait-il possible d'utiliser l'anglais ou l'allemand s'il vous plaît ?
Hatte ich einmal im Übersetzungsprogramm eingegeben.
Man wundert sich doch manch mal (im INet) wenn man nett fragt das man auch eine nette Antwort kriegt.

Mit Spanier leider (?) nicht oft Kontakt gehabt oder sind einfach nicht aufgefallen.
Battlefield ist eine andere Community als die Toxischen in LoL, etc...
 
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