News Mass Effect 5: Fans sehen Bestätigung für wichtiges Feature

Ich kann gut nachvollziehen, dass es frustrierend ist, wenn persönliche Konflikte der Charaktere die Hauptstory scheinbar aufhalten. Allerdings spiegelt genau das die Philosophie von Dragon Age wider: Die Persönlichkeiten und Beziehungen sind ein zentraler Teil der Erzählung, selbst im Angesicht des Weltuntergangs.

Übrigens ein ganz interessanter Punkt: Sollte in einer Weltkrise nicht alles andere in den Hintergrund treten? Aber wie realistisch wäre das wirklich? Da braucht man eigentlich nur in die Realität zu blicken - hier fand bei Krisen auch der Rückzug ins Private statt. Menschen, auch Helden, tragen immer persönliche Lasten mit sich. Vielleicht liegt der Reiz genau darin, dass sie trotz dieser Probleme kämpfen und nicht, weil sie perfekt sind.

Gruß
Mischku
Na ja,

in den vorangegangenen DA´s waren die persönlichen Konflikte und Stories ein "Nebenschauplatz" der die Hauptstory bereicherte.

Hier (und irgendiwe auch seit ME Andromeda) scheint ein Streit oder eine nicht ausdiskutierte Gefühlsregung wichtiger zu sein als eine drohende Apokalypse.

Wenn Bioware Geld von mir will möchte ich im Gegenzug vor allem eine spannende Fantasy/SF-Geschichte und nicht diese Laiendarstellertruppe. Es gibt unzählige gute Stories, aber scheinbar wurde das "Storywriting" zu Gunsten einer allumfassenden "Fühligkeit" ersetzt (wie o.g. soll sich ja jeder gut fühlen und alle lieb haben).

Eine Geschichte LEBT von den inneren und äußeren Konflikten der Protagonisten. Aber das was Bioware als "Triple-A" Titel präsentiert ist vom Erzählniveau eine Beleidigung jedes Gamers mit Schulabschluss.

Für mich dient "Failguard" als deutliche Warnung vor dem nächsten Mass Effect.
 
Ich will auch lieber ein Spiel in einer realistischen Welt bzw. realitätsnah statt einer idealisierten Welt. Aber das ist das Problem heutzutage. Die Probleme unserer Gesellschaft werden heutzutage so aufgebauscht dass man es als Bildungsauftrag sieht, uns überall eine idealere Welt aufzuzeigen. Das soll unsere Gesellschaft in diese idealisierte Richtung lenken. Deshalb kein Böse mehr möglich bzw. nicht mehr so ausgeprägt wie früher.

Mass Effect hat trotz fiktivem Alien-Universum eine glaubhafte Alien-Gesellschaft erschaffen in der Rassismus, Verachtung etc. deutlich vorkommen. Denn wer glaubt denn, in unserem Universum da draußen gibt es kein Rassismus im Falle dass schon zwei oder mehrere Alien-Rassen aufeinander getroffen sind? Glaube kaum dass das nur eine menschliche Eigenschaft ist.

Ich hoffe ME5 wird davon nicht zu sehr abweichen um in der heutigen Zeit akzeptiert zu werden.
 
Ich brauch ehrlich gesagt von dem heutigen Bioware Studio keine Spiele mehr. Hat mit dem damaligen Entwickler nichts mehr zu tun und das Talent fehlt scheinbar in vielen Bereichen auch. Das aktuelle Dragon Age kam ja bei der Spielerschaft auch nicht gut an
 
Das aktuelle Dragon Age kam ja bei der Spielerschaft auch nicht gut an
Ah stimmt, du meinst das, was bei Steam überwiegend positiv bewertet ist? Stimmt, kam gar nicht gut an.

Das Dragon Age kam meist bei alten Hardcore-Fans nicht gut an. Neue Spieler der Serie fanden es hingegen oft gut. Das Problem ist also vermutlich, dass dieses Spiel sich entwickelt hat und damit eine andere Nutzerbasis anspricht. Heißt am Ende jedoch nicht, dass ein Game in Summe besser oder schlechter ist, nur weil es den eigenen Geschmack nicht mehr trifft.
 
Ah stimmt, du meinst das, was bei Steam überwiegend positiv bewertet ist? Stimmt, kam gar nicht gut an.

Das Dragon Age kam meist bei alten Hardcore-Fans nicht gut an. Neue Spieler der Serie fanden es hingegen oft gut. Das Problem ist also vermutlich, dass dieses Spiel sich entwickelt hat und damit eine andere Nutzerbasis anspricht. Heißt am Ende jedoch nicht, dass ein Game in Summe besser oder schlechter ist, nur weil es den eigenen Geschmack nicht mehr trifft.

Das Ding wurde viel kritisiert und hat wohl auch nicht gut verkauft. Ist ja auch jetzt schon im Sale und selbst für die Konsolen kriegt man es für um die 35€... schreit für mich alles nach Flop.
Eigenes Urteil kann ich allerdings nicht abgeben, aus Zeitgründen spiele ich nur wirkliche Top Spiele, für "ist okay" Spiele fehlt mir aktuell leider die Zeit...
 
Das Dragon Age kam meist bei alten Hardcore-Fans nicht gut an. Neue Spieler der Serie fanden es hingegen oft gut. Das Problem ist also vermutlich, dass dieses Spiel sich entwickelt hat und damit eine andere Nutzerbasis anspricht. Heißt am Ende jedoch nicht, dass ein Game in Summe besser oder schlechter ist, nur weil es den eigenen Geschmack nicht mehr trifft.
Das Problem an der Serie ist, dass sie keine Identität besitzt. Jeder Teil musste irgendwie immer was essenziell anderes machen. Der Trick bei einer Serie ist nicht, dass jeder Teil was anders machen muss. Der Trick ist, Veränderungen sinnvoll und klug einzubringen. Das ist bei keinem Teil ab Teil 2 passiert.

Hier geht es mir jetzt nicht mal um die schlecht geschriebenen Charaktere in The Veilguard, sondern um den spielerischen Aspekt.

aus Zeitgründen spiele ich nur wirkliche Top Spiele,
Also spielst du gar nicht mehr? :ugly: Ich frage mich grad, welche Spiele du als "top Spiele" ansiehst.

Ich bin z.B. grad bei Indiana Jones and the Great Circle. Ein Spiel, was mich wirklich gut beschäftigt und bei der Stange hält. Haben in den letzten Jahren nur eine hand voll Spiele geschafft. Mein persönlicher Überraschungshit dieses Jahr, neben Black Myth: Wukong. Aber "top"? So weit würde ich trotzdem nicht gehen. Weder bei Black Myth, noch bei Indiana Jones.
 
Wo genau ist da das Problem? Das fände ich sogar richtig prickelnd sexy, wenn Menschen weniger "Böses" tun.

Gruß
Mischku
Wenn man die Wahl hat steht es dir frei NICHT böse zu sein.
Wo ist also das Problem die Wahl zu haben wie früher? Zumal du gar nicht hat mitbekommst, wer sich wie verhält in einem Singleplayer Spiel.
Ich finde es bedenklicher, eine vorgekaute, angeblich korrekte Denkweise vorgeschrieben zu bekommen.
Oder gibt es jetzt bald statt einer Killerspieldebatte, eine du musst immer nett sein und alles und jeden mögen Debatte?
Zumal die Menschen, die sowas gerne sehen würden sich selbst NIE daran halten.
 
Dein Punkt, dass Tropes wie die Hexe bei Morrigan verwendet werden, ist passend - stimmt, das ist ein bekanntes Motiv. Aber ist es nicht eher ein Zeichen für eine gute Schreibe, dass Morrigan trotz dieser Verankerung als mehrdimensionaler Charakter funktioniert? Gerade weil sie nicht nur dem Klischee folgt, sondern persönliche und moralische Tiefe mitbringt? Charakter-Tropen lassen nicht automatisch auf "oberflächliches" Writing schließen.
DA1 war gut ohne Zweifel geschrieben, deswegen bezeichne(te) ich mich auch als Fan. Fast jede Art von Charakter (ob Trope, Archetyp oder nicht) kann im Prinzip gut geschrieben sein wobei ideologisches Anbiedern jeglicher Art dies i.d.R. unterbindet.
Interessant, dass du Leliana nicht als queeren Charakter wahrgenommen hast - das spricht vielleicht dafür, wie selbstverständlich Bioware diesen Aspekt eingeflochten hat. Aber findest du nicht, dass gerade diese Art der leisen Inklusion dafür sorgt, dass sich mehr Spielerinnen und Spieler in der Welt wiederfinden können? Es geht doch weniger um "Rewarding" und mehr darum, verschiedene Perspektiven anzubieten.
Von "Inkulsion" halte ich überhaupt nichts, das ist das Handwerk eines gierigen Marktes, der den Leuten einen putativen Tugend-Mehrwert als billiges Goodie mitverkauft. Jedes gute Werk, ob Buch, Stück, Cartoon oder Game wird nicht besser, weil sich ein Fussfetischist positiv widerzuspiegeln glaubt, ganz im Gegenteil. Gute Kunst sagt etwas aus und das heisst auch, dass sie auch etwas anderes nicht aussagt. Deswegen gibt es im Moment auch kaum gute popkulturelle Werke sondern fast nur Fliessband Schund. An etablierte Gerüste werden schablonenartige Elemente befestigt und die meisten Schreiber fungieren dann mehr als kooperative Techniker denn als Künstler.

Schade, dass du Begriffe wie "Geilheitsaufsatz" verwendest, um die Romanzen von Dragon Age zu bewerten. Das mag deine Wahrnehmung sein, aber viele Fans empfinden diese Romanzen als eine Bereicherung der Erzählung - gerade weil sie oft komplexe Themen wie Trauer, Selbstfindung oder Vertrauen ansprechen. Es wirkt für mich unfair, das alles auf Äußerlichkeiten zu reduzieren. Deine Kritik, dass Liebe oder Konflikte in Spielen "kommodifiziert" werden, ist sicher ein berechtigter Einwand - jedes Medium läuft Gefahr, tiefgründige Themen zu vereinfachen. Aber ist es nicht auch eine Leistung von Spielen wie Dragon Age, diese Themen überhaupt in die narrative Popkultur einzuführen? Gerade das Blut auf den Key-Artworks unterstreicht doch die düstere Grundstimmung der Geschichte..
RPGs sind Schimären, die im Grunde komplexesten Games, weil sie leicht alle anderen Genres aufnehmen können. Anders betrachtet sind RPGs Multisimulatoren und daher geeignet gewesen, den erotischen Bedarf der vereinsamenden Gesellschaft zu bedienen. Bioware sah die Gelegenheit und baute diese Features stetig aus, ganz einfach, weil es sich lohnte. Bereits bei Baldur's Gate war das Fan Feedback zu diesem Thema enorm. Da ich aber kein Marktjünger bin (im Gegenteil) betrachte diese Elemente nur als zynisches Geschäft, als sozialen Akzelerantionismus.
Aber ja, objektiv liegt natürlich auch eine Vertiefung vor.
Aber dein letzter Satz bringt es auf den Punkt: Kolonialismus, Rassismus, Unterdrückung - alles "systemisches Geblubber", das zu ignorieren, wir uns gar nicht leisten können, richtig? Immerhin sind Rollenspiele dazu da, komplexe Systeme und Geschichten erlebbar zu machen. Was wäre die Alternative - reine Fantasy ohne Bezug zur Realität?
Rollenspiele sind erstmal einfach Genres, Vehikel, mit denen man alle möglichen Contents bewegen kann. Komplexe Systeme sind Teil der RPG Tradition, Zustimmung, bei Storys bin ich mir aber nicht so sicher.
Hatten oldschool RPGs wie Ultima 1 intrinsisch mehr Story als ein Magnetic Scrolls Adventure? Hmm. Sagen wir einfach mal ja, RPG wären das beste Vehikel für tiefgehende Stories (und ignorieren Visual Novels).

Die Kernfrage wäre dann wohl: Warum muss denn ein bestimmtes Thema verarbeitet werden? Der ideologische Zwang, durch welchen DDR Kunst typischerweise sozialistischen Realismus abbildete unterscheidet sich kaum von der Zwängen der heutigen Kunstschaffenden. Das perfide ist ja, das (neoliberale) doktrinäre Weisungen sich umso neurotischer bemerkbar machen, je weniger sie explizit vorzufinden ist. Komisch, denn die allermeisten Zocker (locker 80-90%) wollen ihren Eskapismus so bieder, wie es eben geht. Das ist verdammt einfach zu veranschaulichen. Hier ist es nie falsch, darüber nachzudenken, warum der "Markt" auf seine Kunden nicht eingeht und beispielsweise unliebsame Themen beim neusten DA:VG regelrecht aggressiv einbaut. Taash kann man nicht mal mehr als Witz sondern nur noch als Karikatur-Simulacrum wahrnehmen.
Vielleicht erreichen wir also bald absurde Kritik auf dem Level von Vaclav Havel, bei dem Anbiederung als dissidente Äusserung wahrgenommen wird?
 
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