GamesPhilosoph
PCGH-Autor
Das ist genau dann der Moment, es besser zu machen.Macht keinen Sinn, weil die Gesellschaft nicht die Welt retten will/rettet, im Gegensatz zu der Gruppe "Helden" in Veilguard.
Gruß
Mischku
Das ist genau dann der Moment, es besser zu machen.Macht keinen Sinn, weil die Gesellschaft nicht die Welt retten will/rettet, im Gegensatz zu der Gruppe "Helden" in Veilguard.
Na ja,Ich kann gut nachvollziehen, dass es frustrierend ist, wenn persönliche Konflikte der Charaktere die Hauptstory scheinbar aufhalten. Allerdings spiegelt genau das die Philosophie von Dragon Age wider: Die Persönlichkeiten und Beziehungen sind ein zentraler Teil der Erzählung, selbst im Angesicht des Weltuntergangs.
Übrigens ein ganz interessanter Punkt: Sollte in einer Weltkrise nicht alles andere in den Hintergrund treten? Aber wie realistisch wäre das wirklich? Da braucht man eigentlich nur in die Realität zu blicken - hier fand bei Krisen auch der Rückzug ins Private statt. Menschen, auch Helden, tragen immer persönliche Lasten mit sich. Vielleicht liegt der Reiz genau darin, dass sie trotz dieser Probleme kämpfen und nicht, weil sie perfekt sind.
Gruß
Mischku
Wo genau ist da das Problem? Das fände ich sogar richtig prickelnd sexy, wenn Menschen weniger "Böses" tun.Das soll unsere Gesellschaft in diese idealisierte Richtung lenken. Deshalb kein Böse mehr möglich bzw. nicht mehr so ausgeprägt wie früher.
Ah stimmt, du meinst das, was bei Steam überwiegend positiv bewertet ist? Stimmt, kam gar nicht gut an.Das aktuelle Dragon Age kam ja bei der Spielerschaft auch nicht gut an
Ah stimmt, du meinst das, was bei Steam überwiegend positiv bewertet ist? Stimmt, kam gar nicht gut an.
Das Dragon Age kam meist bei alten Hardcore-Fans nicht gut an. Neue Spieler der Serie fanden es hingegen oft gut. Das Problem ist also vermutlich, dass dieses Spiel sich entwickelt hat und damit eine andere Nutzerbasis anspricht. Heißt am Ende jedoch nicht, dass ein Game in Summe besser oder schlechter ist, nur weil es den eigenen Geschmack nicht mehr trifft.
Das Problem an der Serie ist, dass sie keine Identität besitzt. Jeder Teil musste irgendwie immer was essenziell anderes machen. Der Trick bei einer Serie ist nicht, dass jeder Teil was anders machen muss. Der Trick ist, Veränderungen sinnvoll und klug einzubringen. Das ist bei keinem Teil ab Teil 2 passiert.Das Dragon Age kam meist bei alten Hardcore-Fans nicht gut an. Neue Spieler der Serie fanden es hingegen oft gut. Das Problem ist also vermutlich, dass dieses Spiel sich entwickelt hat und damit eine andere Nutzerbasis anspricht. Heißt am Ende jedoch nicht, dass ein Game in Summe besser oder schlechter ist, nur weil es den eigenen Geschmack nicht mehr trifft.
Also spielst du gar nicht mehr?aus Zeitgründen spiele ich nur wirkliche Top Spiele,
Ich frage mich grad, welche Spiele du als "top Spiele" ansiehst. Wenn man die Wahl hat steht es dir frei NICHT böse zu sein.Wo genau ist da das Problem? Das fände ich sogar richtig prickelnd sexy, wenn Menschen weniger "Böses" tun.
Gruß
Mischku
DA1 war gut ohne Zweifel geschrieben, deswegen bezeichne(te) ich mich auch als Fan. Fast jede Art von Charakter (ob Trope, Archetyp oder nicht) kann im Prinzip gut geschrieben sein wobei ideologisches Anbiedern jeglicher Art dies i.d.R. unterbindet.Dein Punkt, dass Tropes wie die Hexe bei Morrigan verwendet werden, ist passend - stimmt, das ist ein bekanntes Motiv. Aber ist es nicht eher ein Zeichen für eine gute Schreibe, dass Morrigan trotz dieser Verankerung als mehrdimensionaler Charakter funktioniert? Gerade weil sie nicht nur dem Klischee folgt, sondern persönliche und moralische Tiefe mitbringt? Charakter-Tropen lassen nicht automatisch auf "oberflächliches" Writing schließen.
Von "Inkulsion" halte ich überhaupt nichts, das ist das Handwerk eines gierigen Marktes, der den Leuten einen putativen Tugend-Mehrwert als billiges Goodie mitverkauft. Jedes gute Werk, ob Buch, Stück, Cartoon oder Game wird nicht besser, weil sich ein Fussfetischist positiv widerzuspiegeln glaubt, ganz im Gegenteil. Gute Kunst sagt etwas aus und das heisst auch, dass sie auch etwas anderes nicht aussagt. Deswegen gibt es im Moment auch kaum gute popkulturelle Werke sondern fast nur Fliessband Schund. An etablierte Gerüste werden schablonenartige Elemente befestigt und die meisten Schreiber fungieren dann mehr als kooperative Techniker denn als Künstler.Interessant, dass du Leliana nicht als queeren Charakter wahrgenommen hast - das spricht vielleicht dafür, wie selbstverständlich Bioware diesen Aspekt eingeflochten hat. Aber findest du nicht, dass gerade diese Art der leisen Inklusion dafür sorgt, dass sich mehr Spielerinnen und Spieler in der Welt wiederfinden können? Es geht doch weniger um "Rewarding" und mehr darum, verschiedene Perspektiven anzubieten.
RPGs sind Schimären, die im Grunde komplexesten Games, weil sie leicht alle anderen Genres aufnehmen können. Anders betrachtet sind RPGs Multisimulatoren und daher geeignet gewesen, den erotischen Bedarf der vereinsamenden Gesellschaft zu bedienen. Bioware sah die Gelegenheit und baute diese Features stetig aus, ganz einfach, weil es sich lohnte. Bereits bei Baldur's Gate war das Fan Feedback zu diesem Thema enorm. Da ich aber kein Marktjünger bin (im Gegenteil) betrachte diese Elemente nur als zynisches Geschäft, als sozialen Akzelerantionismus.Schade, dass du Begriffe wie "Geilheitsaufsatz" verwendest, um die Romanzen von Dragon Age zu bewerten. Das mag deine Wahrnehmung sein, aber viele Fans empfinden diese Romanzen als eine Bereicherung der Erzählung - gerade weil sie oft komplexe Themen wie Trauer, Selbstfindung oder Vertrauen ansprechen. Es wirkt für mich unfair, das alles auf Äußerlichkeiten zu reduzieren. Deine Kritik, dass Liebe oder Konflikte in Spielen "kommodifiziert" werden, ist sicher ein berechtigter Einwand - jedes Medium läuft Gefahr, tiefgründige Themen zu vereinfachen. Aber ist es nicht auch eine Leistung von Spielen wie Dragon Age, diese Themen überhaupt in die narrative Popkultur einzuführen? Gerade das Blut auf den Key-Artworks unterstreicht doch die düstere Grundstimmung der Geschichte..
Rollenspiele sind erstmal einfach Genres, Vehikel, mit denen man alle möglichen Contents bewegen kann. Komplexe Systeme sind Teil der RPG Tradition, Zustimmung, bei Storys bin ich mir aber nicht so sicher.Aber dein letzter Satz bringt es auf den Punkt: Kolonialismus, Rassismus, Unterdrückung - alles "systemisches Geblubber", das zu ignorieren, wir uns gar nicht leisten können, richtig? Immerhin sind Rollenspiele dazu da, komplexe Systeme und Geschichten erlebbar zu machen. Was wäre die Alternative - reine Fantasy ohne Bezug zur Realität?