KI-Hype Lensa: Selfie-App wird teils heftig kritisiert

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In den sozialen Medien sind KI-Bildgeneratoren längst der letzte Schrei. Nach Anwendungen wie Stable Diffusion oder DALL-E 2 ist auf Instagram oder TikTok nun die App Lensa der neueste Hit. Diese generiert Bilder der Nutzer, die wie Kunstwerke erscheinen. Echte Künstler formieren sich nun im Netz und kritisieren die KI-Bilder.

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[...] Auch Künstler schlugen Alarm, da die KI-Darstellungen immer bessere Ergebnisse liefern würden. Echte Künstler hätten Angst, dass KIs sie langfristig ersetzen könnten, nicht nur als Artist bei Privatpersonen, sondern auch in den professionellen Branchen. [...]
Oh-Mein-Gott. eine Maschine nimmt ihnen die Arbeit weg! Moment... gab's diese Diskussion nicht vor über 100 Jahren schon mal?
Sie haben also Angst, dass eine KI bessere Bilder für weniger Geld macht? Sollte sie vielleicht mal zum Nachdenken anregen.

[...] Besonders heikel wird es bei dem Urheberrecht. Denn damit die KI überhaupt weiß, wofür sie geschaffen wurde, muss sie mit Milliarden von Bildern und Daten gefüttert werden. Diese würden auch aus dem Internet stammen und mitunter auch Fotos und Zeichnungen von Privatpersonen enthalten. Diese hätten der Verwendung ihrer Werke durch die App, die mit ihren generierten Bildern Geld erwirtschaftet, nicht einmal zugestimmt. Entschädigt würden Privatpersonen und Künstler bei der Verwendung ihrer Fotos, Zeichnungen oder Animationen ebenfalls nicht.

Wie darf ich mir das denn bei einem "echten" Künstler vorstellen? Ich denke, dass so gut wie jeder Künstler von einem anderen Künstler oder anderen Person in irgendeiner Form etwas gelernt hat, beeinflusst oder inspiriert wurde. Zahlt der also mindestens jedem, dessen Bilder er sich irgendwann mal angesehen hat tatsächlich Geld für deren "Urheberrecht" aus?
 
Wie darf ich mir das denn bei einem "echten" Künstler vorstellen? Ich denke, dass so gut wie jeder Künstler von einem anderen Künstler oder anderen Person in irgendeiner Form etwas gelernt hat, beeinflusst oder inspiriert wurde. Zahlt der also mindestens jedem, dessen Bilder er sich irgendwann mal angesehen hat tatsächlich Geld für deren "Urheberrecht" aus?
Habe ich mich auch gerade gefragt. Ein Künstler dürfte ja scheinbar nie ein Museum und Galerie besuchen, müsste mit Scheuklappen durch die Welt latschen. Künstler machen nichts anderes wie die KI. Lernen von alten Meistern, in der Regel verwursten sie das gesammelte Wissen dann zu "eigenen" Werken und 99,99% dürften nie einen absolut neuen Stil erschaffen. Weiß nicht ob KIs eventuell sogar kreativer sein können. Von ultraabstrakt bis Fotorealismus kann eine KI sicherlich und wild mischen was bei Profis verpönnt wäre oder keine Ahnung.
Klar wird jede bedrohte Berufsgruppe aufheulen, und ganz generell könnte man ja sogar als Gesellschaft bestimmen dass Fortschritt pausieren muss solange auch nur irgendeiner Arbeit sucht, aber hat man bisher ja auch noch nie getan. Da eh viel zu viele Leute meinen Künstler sein zu wollen, wird der Markt für die wohl bald oder bereits jetzt enger.
 
Das man in Zukunft einfach weniger Künstler braucht, ist wohl ein Entwicklung, die sich kaum vermeiden lässt. Seitdem sich Fotos einfach übertragen lassen, arbeiten auch keine Kupferstecher mehr für Tageszeitungen und die meisten Freizeiteinrichtungen nehmen einen MP3- statt einen Klavierspieler.

Aber es ist ein Unterschied, ob man sich von einem Motiv inspirieren lässt oder ob es im übertragenen Sinne von der Wand und mit nach Hause nimmt, um es als ständige Referenz zu verwenden. Ich weiß nicht, für Malereien Ausnahmeregeln gelten, aber rein vom Urheberrecht her könnten Kopisten bei jüngeren Kunstwerken sogar zu Lizenzzahlungen verpflichtet sein. Eine Verwendung von möglicherweise 100.000den Kunstwerken in den Datenbanken der KI-Entwickler ist dagegen schlichtweg illegal und gehört zu Recht angeprangert. Auch Fotos von Werken alter Meister sind quasi durchgängig geschützt und dürfen selbst für journalistische Berichterstattung über zum Beispiel Ausstellungen kaum genutzt werden, wenn simplen Wikipedia-Einträgen ganz zu schweigen. Aber wenn kommerzielle Unternehmen mit so etwas KIs trainieren, die eben jenen Schaffensbereich zerstören, bei dem sie klauen, dann ist kaum nachweisbar, da sich alles hinter geschlossenen Türen abspielt.
 
Oh-Mein-Gott. eine Maschine nimmt ihnen die Arbeit weg! Moment... gab's diese Diskussion nicht vor über 100 Jahren schon mal?
Sie haben also Angst, dass eine KI bessere Bilder für weniger Geld macht? Sollte sie vielleicht mal zum Nachdenken anregen.

Worüber soll ein Künstler denn nachdenken ? Das seine Jobwahl scheiße war und er sich nun was Neues suchen kann ? 50 Bilder für 4€ und die Bilder hat man in wenigen Minuten .. da wird ein Mensch niemals mithalten können.

Die Technik an sich ist spannend aber auch besorgniserregend. Kreativität war bisher immer ein Menschending und da mischen nun immer mehr "KIs" mit. Die Besorgnis der Künstler ist sicher etwas übertrieben und so schnell wird niemand überflüssig werden. Es geht hier aber auch um Datensicherheit , wie KIs mit öffentlichen aber fremden Daten trainiert und wie Firmen damit Geld verdienen. Das wird in Zukunft noch viel häufiger passieren und gut finde ich diese Entwicklung nicht.
 
Eine heutige "KI", selbst ein DNN handelt immernoch deterministisch. Mit Kreativität, einer Idee, hat das nichts zu tun.
Von der reinen Darstellung hat sich die Malereiszene spätestens mit dem Kubismus komplett entfernt. Es geht um Ideen, Kontext, Orte. Einer der bekanntesten "Maler" unserer Zeit malt mit Schablonen auf Wände in Kriegsgebieten. Das dargestellte Motiv in "seinem Stil" zu zeichnen, also das was die KI hier löst, ist nur ein Baustein des Gesamtbildes.
 
Wie darf ich mir das denn bei einem "echten" Künstler vorstellen? Ich denke, dass so gut wie jeder Künstler von einem anderen Künstler oder anderen Person in irgendeiner Form etwas gelernt hat, beeinflusst oder inspiriert wurde.

Richtig zu klauen ist sogar teil des Berufs. Wir hatten das Thema auch schon in zeigt mir eure Kunstwerke Thread. Ein Computer kann nie das Bild in meiner Vorstellung malen. Ob das wertvoll ist oder nicht muss jeder selbst entscheiden.
 
Das man in Zukunft einfach weniger Künstler braucht, ist wohl ein Entwicklung, die sich kaum vermeiden lässt. Seitdem sich Fotos einfach übertragen lassen, arbeiten auch keine Kupferstecher mehr für Tageszeitungen und die meisten Freizeiteinrichtungen nehmen einen MP3- statt einen Klavierspieler. [...]

So meine ich auch. Die technische Entwicklung schreitet voran, nicht erst seit der Industrialisierung.
Das dabei "alte" Berufe vielleicht nicht gleich aussterben aber der Bedarf sinkt, ist ein normales Vorgang.

Die wirklich guten Künstler werden auch weiter existieren, da bin ich mir sicher!
Aber so viele Künstler, die so "generische" Kunst machen das eine KI es besser kann, darauf werden wir in Zukunft wohl verzichten können ...ähmm müssen! ;-)

[...]Aber es ist ein Unterschied, ob man sich von einem Motiv inspirieren lässt oder ob es im übertragenen Sinne von der Wand und mit nach Hause nimmt, um es als ständige Referenz zu verwenden. [...]

Wenn ich als Künstler das Talent habe, mir solche Kunstwerke im Gedächtnis immer wieder hervorrufen zu können, ist das doch nur eine andere Form von "von der Wand und mit nach Hause nehmen." Oder nicht?
Es ist ja nicht so, dass man ein Kunstmuseum nur nach einer Gehirnwäsche wieder verlassen darf.

[...]Ich weiß nicht, für Malereien Ausnahmeregeln gelten, aber rein vom Urheberrecht her könnten Kopisten bei jüngeren Kunstwerken sogar zu Lizenzzahlungen verpflichtet sein. [...]
Ja, wenn sie Kunstwerke tatsächlich kopieren. Das machen, meiner Meinung nach die KIs aber nicht. Sie analysieren Formen, Farben und Zeichenstiele und generieren dann daraus etwas Neues.

[...] Eine Verwendung von möglicherweise 100.000den Kunstwerken in den Datenbanken der KI-Entwickler ist dagegen schlichtweg illegal und gehört zu Recht angeprangert. Auch Fotos von Werken alter Meister sind quasi durchgängig geschützt und dürfen selbst für journalistische Berichterstattung über zum Beispiel Ausstellungen kaum genutzt werden, wenn simplen Wikipedia-Einträgen ganz zu schweigen. Aber wenn kommerzielle Unternehmen mit so etwas KIs trainieren, die eben jenen Schaffensbereich zerstören, bei dem sie klauen, dann ist kaum nachweisbar, da sich alles hinter geschlossenen Türen abspielt.

Wenn ich mir als Künstler ganz legal 100.000 Kunstdrucke, Fotografien oder Ähnliches besorge und mir diese in "meinem" Archiv ständig zur Verfügung stehen, darf ich mich dann davon ebenfalls nicht "inspirieren" lassen oder versuchen, Maltechniken nachzuahmen? Und darf ich dann mit den von mir erschaffenen Kunstwerken kein Geld mehr verdienen?

[...] Es geht hier aber auch um Datensicherheit , wie KIs mit öffentlichen aber fremden Daten trainiert und wie Firmen damit Geld verdienen. Das wird in Zukunft noch viel häufiger passieren und gut finde ich diese Entwicklung nicht.
Das Problem ist aber nicht neu, sonder schon hunderte, wenn nicht gar tausende Jahre alt.
Seit dem es Kunst gibt, hat Kunst auch immer Nachahmer gefunden.

Wenn ich als Künstler verhindern will, dass meine Arbeit in irgendeiner Weise jemand anderen "inspiriert" oder als Vorlage dient, dann darf ich sie nicht veröffentlichen! Bilder, die ich öffentlich zugänglich mache, egal ob im Internet oder im Museum, damit sie jeder sehen kann, werden halt auch gesehen.
Wo ist letztendlich der Unterschied ob eine reale Person, die mein Bild noch im Hinterkopf hat ein neues Kunstwerk erschafft oder ob eine KI, die vorher Form, Farben, etc analysiert hat ein neues Kunstwerk erschafft...

Neu ist nur, dass sich halt mit dem "Urheberrecht" Geld verdienen lässt...
 
Wenn ich mir als Künstler ganz legal 100.000 Kunstdrucke, Fotografien oder Ähnliches besorge und mir diese in "meinem" Archiv ständig zur Verfügung stehen, darf ich mich dann davon ebenfalls nicht "inspirieren" lassen oder versuchen, Maltechniken nachzuahmen? Und darf ich dann mit den von mir erschaffenen Kunstwerken kein Geld mehr verdienen?

Du wirst bei der Anschaffung jedes einzelnen dieser Exemplare an den Rechteinhaber zahlen müssen, erst recht wenn du als kommerzielles Unternehmen irgendwas damit vor hast. Genau das haben die KI-Entwickler aber nicht gemacht – und trotzdem nutzen sie, so die Vermutung, urheberrechtlich geschützte Werke in großer Zahl für ihre Zwecke.
 
Willkommen im 21. Jahrhundert. Die meisten Menschen müssen/ mussten mit dieser Transformation leben, warum sollten bestimmte Gruppen davon ausgenommen sein? Adapt or go extinct.
 
Oh-Mein-Gott. eine Maschine nimmt ihnen die Arbeit weg! Moment... gab's diese Diskussion nicht vor über 100 Jahren schon mal?
Sie haben also Angst, dass eine KI bessere Bilder für weniger Geld macht? Sollte sie vielleicht mal zum Nachdenken anregen.



Wie darf ich mir das denn bei einem "echten" Künstler vorstellen? Ich denke, dass so gut wie jeder Künstler von einem anderen Künstler oder anderen Person in irgendeiner Form etwas gelernt hat, beeinflusst oder inspiriert wurde. Zahlt der also mindestens jedem, dessen Bilder er sich irgendwann mal angesehen hat tatsächlich Geld für deren "Urheberrecht" aus?


Willkommen im 21. Jahrhundert. Die meisten Menschen müssen/ mussten mit dieser Transformation leben, warum sollten bestimmte Gruppen davon ausgenommen sein? Adapt or go extinct.


Aus reinem Interesse, weil ihr so erhaben von oben herab auf Betroffene schaut - was für einen Beruf übt ihr aktuell aus?
 
Aus reinem Interesse, weil ihr so erhaben von oben herab auf Betroffene schaut - was für einen Beruf übt ihr aktuell aus?

Meine Absicht ist es nicht "erhaben von oben herab auf Betroffene" zu schauen.

Nein, ich bin kein Künstler, es trifft mich diesmal also nicht selbst. Allerdings ist mein ursprünglich gelernter Beruf schon vor einigen Jahren vollständig von der IT geschluckt worden. Als sich das abzeichnete habe ich mich angepasst und arbeite nun selbst in der IT.

Ich sehe das sehr Objektiv. Dinge verändern sich, auch Berufe bzw. dessen Tätigkeit. Mit voranschreitender Technik, und das nicht erst seit der Digitalisierung, wandeln sich Berufe, fallen weg, neue entstehen. Seit mindestens ~100 Jahren gibt es, würde ich behaupten, keinen Beruf mehr, denn man das ganze Leben exakt so ausführen kann, wie man ihn mal gelernt hat.

Jetzt trifft es halt die Künstler. Der Unterschied zu anderen Beruf ist halt, dass sie sich mit dem Urheberrechts eine große Keule geschaffen haben, die sie jetzt mit Getöse schwingen können.
 
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