AW: High End Laptop für Trading
Du solltest erstmal genau schauen, wo bei Deinem Setup die kritischen Punkte sind. Natürlich könnte Dir hier ein Workstation System mit 2 Sockeln, 40 Threads, 256 GB RAM, zur Sicherheit noch 3 Graphikkarten für GPU-Berechnungen und dann noch ein paar Intel Phi's für alle Fälle konfiguriert werden. Und natürlich die allerschnellsten SSDs im Raid plus einer Storagelösung. Rausgeschmissenes Geld, wenn wir nicht wissen, wo genau es hakt.
Aufgrund Deiner Nutzung liegt natürlich das RAM nahe. 100 Tabs offen, das zieht RAM. Man könnte erstmal mit verschiedenen Browsern experimentieren, welcher da am flüssigsten läuft. Um zu schauen, ob es das RAM ist, solltest Du mal im Windows Ressourcenmanager nachschauen. Irgendwo gibt es da eine Anzeige der Page Faults. Fault = Fehler? HARDWAREDEFEKT????? Nein. Page Fault heißt einfach, dass Windows Daten, die es gerade braucht, nicht im RAM findet sondern erst im RAM-Cache auf der Festplatte. Und das ist teuer, was die Zugriffszeit angeht. Cycles sind die Währung, wenn Du perfomante Software haben willst, und zwar so wenig wie möglich. Der Zugriff auf die Daten im Massespeicher-Cache ist alles in allem ungefähr 1.000.000x teurer als die Daten im RAM. Wenn Du richtig perfomante Software schreiben willst, siehst Du zu, dass Dein Programm weistesgehend lokal im Prozessor-Cache läuft, da siehst Du RAM-Zugriffe schon als zu teuer an. So einen Ansatz kann man natürlich bei 100 offenen Tabs vergessen, so groß ist kein Prozessor-Cache. Weil das verwendete S-RAM einfach zu teuer ist.
Kurz und gut: Page Faults nachschauen. Wenn diese über 1.000.000/Minute liegen, hast Du zu wenig RAM -> viel mehr RAM, Swap-File auf Minimum
Dann haben wir den Prozessor. Abhängig davon, welchen Browser Du benutzt, könnte es sein, das jeder TAB einen Thread (oder auch mehr) nutzt. Manche Browser lassen jeden Tab in einer eigenen Sandbox laufen. 100 Tabs, 100 Threads, plus die sowieso laufendne Threads vom OS und anderen Anwendungen. Kann schon mal zu Perfomanceproblemen führen.
Im laufenden Alltagsbetrieb Prozessorlast checken. Am besten nicht nur 1 oder 2 Stichproben, sondern schon etwas länger. Haben wir Momente, in denen die CPU-Last ein Plateau bei 100% bildet? Das würde bedeuten, das Threads auf CPU-Zeit warten und in der Zeit gar nichts machen. Der Windows Scheduler, der die CPU-Zeit den Threads zuweist, ist verdammt gut geworden. Aber irgendwann liegen dann halt mehr Anforderungen als zur Verfügung stehende Leistung vor.
CPU-Last checken: Pleateaus auf 100% -> Du brauchst mehr CPU-Leistung. Dein AMD ist nicht mehr so ganz auf der höhe der Zeit. Was die reine CPU-Leistung angeht, sollte ein Kaby Lake Pentium für 60€ deutlich schneller sein.
Auch zu bedenken: ich kenne ein paar Leute, die auch ernsthaft traden. Die geben verdammt viel Geld für Ihre Internetanbindung aus. Haben alle mindestens 2 Anschlüsse. Einer zum schauen, einer zum Traden. Tausendmal wichtiger als 400Mbit superduperpowerdownload ist denen eine stabiler, nicht unbedingt schneller, upload. Sonst gehen die Trades evt. erst verzögert raus. Gar nicht gut. Wie sieht das bei Dir aus? Sowas kriegst Du z.B. bei der Telekom im Business-Segment. Ex-TSystems bietet auch Anschlüsse mit garantierter Minimalbandbreite an. Sowas sind dann managed Services. Und die Bandbreite wird nur zwischen zwei (oder mehr) definierten Anschlüssen garantiert. Kenne ich mehr so aus dem Bereich Videokonferenzsysteme für weltweit aufgestellt Unternehmen. Keine Ahnung, ob das auch für Trader interessant ist.
Wäre es eine Option, auf 2 oder mehr Rechner und eine KVM-Lösung zu setzen? Könnte auch etwas Druck aus dem Topf nehmen.
Das Lenovo P sehe ich da weniger, das ist eine mobile Workstation, definitiv nicht auf Datendurchsatz und Powersurfmaschine ausgelegt.