Hausvernetzung Patchkabel vs Verlegekabel

Hinweis zur Parallelverlegung von Stromkabeln:
Es ist normalerweise bei normalen Anwendungen im Haushalt bei verdrillten Leitungen, also schon ab CAT3, nicht mit relevanten Störungen zu rechnen. Sollten aber Frequenzumrichter oder andere "Schweinereien" über diese Stromkabel gespreist werden, dann kann es zeitweise zu Problemen kommen. Daher immer möglichst großen Abstand im gemeinsamen Verlegebereich wählen. Mehr als 10cm sind aber in den seltensten Fällen nötig.
Abschirmung, wie bei CAT7, bringt übrigens praktisch nichts. Wichtig ist die Verdrillung der einzelnen Aderpaare. Je kürzer die Schlaglänge, also die Strecke für eine Umdrehung, umso unempfindlicher ist das Netzwerkkabel gegen Störungen durch Stromkabel.
Die Abschirmung bringt etwas gegen höhere Frequenzen als im Stromversorgungsnetz vorhanden sind und ist für diese Fragestellung daher irrelevant.
 
Hallo Friday,

fallen Wechselrichter auch unter diese "Schweinereien" - dort wo die Kabel durch die Decke müssen, wird es schon ziemlich eng.
 
Ein klares "Jain". Es gibt gerade im Heimbereich viele Wechselrichter die viele Schweinereien produzieren. Nicht umsonst stehen da entsprechende Hinweise betreffend der Verkabelung der Sekundärleitungen der Wechselrichter im Handbuch.
Der Oberwellengehalt ist oft sehr groß und das stört nun einmal.
Probieren ist wahrscheinlich die einfachste Möglichkeit um eine echte Aussage zu treffen.

Bei dreiphasigen Industriegeräten mit mehreren KW Abgabeleistung sieht das oft viel besser aus: Bereits wenige Meter hinter dem Wechselrichter ist die Spannungskurvenform sehr sinusförmig. Die Stromkurvenform ist natürlich durch die vielen Netzgeräte der EDV stark oberwellenhaltig und genau das stört nun einmal die EDV selbst. Somit ist der Störenfried nicht der gute Wechselrichter sondern die Netzteile der angeschlossenen Geräte.

Zusammengefasst: Gut verdrillte Aderpaare (CAT5 reicht normalerweise) verwenden und den Rest ausprobieren.

PS: Immer darauf achten, daß man keine Stromschleifen bildet. Das Datenkabel darf niemals um das Energiekabel gewickelt sein denn das wirkt wie eine Spule. Auch darauf achten, daß es keine Erdschleifen über die Schirme gibt, denn das kann betreffend Blitzschutz ein echtes Problem werden und schlachtet gerne die ein oder andere Netzwerkkarte.
 
Danke Friday,

ich stecke damit zwar ein bisschen in der Klemme, wenn andere User Cat.7 empfehlen, aber ich sehe das so: Wikipedia sagt: "bei 1000 Mbit ist CAT5e, CAT5+ oder CAT6 zu verwenden" und da ich definitv die Option Gigabit in naher Zukunft im Auge habe, nehme ich Cat.5e +x, d.h. wenn es preislich nicht viel um ist, Cat.6 oder höher.

Mal anders gefragt: Wogegen schützen dann Cat.6 & 7, wo sind ihre Einsatzgebiete ?
 
Es geht dabei nicht um einen merklich besseren Schutz gegen äußere Einflüsse sondern um eine niedrigere Dämpfung bei höheren Frequenzen.

Das Kabel ist ein Tiefpaß und die Grenzfrequenz liegt bei den besseren Kabeln etwas höher.
 
Es geht dabei nicht um einen merklich besseren Schutz gegen äußere Einflüsse sondern um eine niedrigere Dämpfung bei höheren Frequenzen.

stimmt genau.
die Insolierung nach aussen ist bei kat 5 gleich wie bei kat6.
jedoch werden z.b. die kunststoffmäntel um die einzelnen andern vergrössert, damit eine geringere kapazität entsteht.
 
Auch wenns schon zu spät ist mein kleiner Erfahrungsbericht: Ich eben 30 Meter CAT5 Patchkabel doppelt geschirmt vom Wohnzimmer in den dritten Stock gelegt. Geht jetzt alles wunderbar, der MR bekommt Signale und das TV Bild ist auch klasse:daumen: Also: 30m CAT5 geht auch;)
 
Hi Overlocked,

wenn Du glaubst, es ist zu spät, dann kennst Du meinen Terminplan noch nicht :ugly:. Gut zu wissen, daß es bis 30m locker klappt.
Ich hoffe ich schaffe es noch die Woche, aber Weihnachten naht und damit ist noch mehr nebenher zu tun.

Um das ganze noch mal einfach zu erklären (für Alle, die so wie vorher ich verzweifelt das Netz durchwühlen), so wie ich es jetzt verstehe: Cat.6 und Cat.7 bieten die gleiche Leistung wie das gute alte Cat.5e bei längeren Leitungen (als im Hausgebrauch üblich).

Nochmals herzlichen Dank an Alle, die etwas beigetragen haben :daumen:
 
Ich versuche es mal mit meinem begrenzten Kabelwissen zu erklären. CAT6 und CAT7 sind aufgrund ihrer Schirmung für hohe Frequenzen geeignet, welche wiederum für große Leitungslängen benötigt werden.
 
Also die englische Wikipedia spricht von einen Maximum von 100m bei Cat.5e für Gigabit Ethernet, Cat.7 kann 10 Gigabit Ethernet auf 100m sicherstellen.
Cat.6 scheint so ein Zwischending zu sein, das je nach Abschirmung entweder Gigabit oder 10Gigabit Ethernet unterstützt - auch wieder auf 100m.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß es jetzt nur genau für CAT5. Das kann die 100m Leitungslänge für 100MBit sicherstellen.
Alle besseren Kabel haben eben eine geringere Kapazität (siehe oben) und dadurch eine höhere Grenzfrequenz und somit eine niedrigere Dämpfung bei höheren Frequenzen und somit können sie entweder länger sein (mehr als 100m geht aber aus Laufzeitgründen trotzdem nicht) oder können für eine höhere Frequenz (vielleicht zur Übertragung von mehr Bits/s) verwendet werden.
Das System ist dabei aber analog und nicht digital, so daß man nicht einfach sagen kann geht oder geht nicht. Der Übergang ist fließend - eben analog.
 
Man sollte auch eins beachten: Die Patchdoesen usw sorgen für Daempfung. Deswegen sollte man möglichst hochwertiges Kabel nehmen.
 
Naja die Dosen und Stecker haben regelmäßig ein Vielfaches der Kabeldämpfung. Da sind die Fehlertoleranzen viel kleiner.
Durch die Wahl einer besseren Kabelqualität kann man sicher etwas gutmachen, aber die Wahl von besseren Dosen und Klemmtechniken bringt da wesentlich mehr.
Wenn ich also ein Kabel nur zwischen zwei PCs direkt gesteckt aufbauen will, dann habe ich eine höhere Dämpfungsreseve als wenn ich über mehrere Patchfelder, Dosen oder Klemmverteiler verdrahten will. Wenn ich gerade so knapp an irgendwelche Grenzen komme, kann ich vielleicht eine Klemmstelle durch ein besseres Kabel herausholen - mehr kann ich mir aber kaum vorstellen - konkrete Zahlen könnten mich allerdings überzeugen.
 
In dem Fall sollte man darauf achten, dass die Kabel einen möglichst kleinen Widerstand haben. War wäre denn eigentlich so das minimal, was man da machen könnte?
 
Du meinst den Wellenwiderstand - zu dem gehört aber die Frequenz dazu. Eine Zahlenangabe ist daher nicht sinnvoll möglich.

Eine höhere Frequenz wird durch ein Kabel mit höherem ohmschen Widerstand besser übertragen, sofern der Wellenwiderstand geringer ist.
Ich weiß nicht, wie die Normen für die unterschiedlichen Datenübertragungsgeschwindigkeiten genau aussehen, so daß ich die zu betrachtenden Frequenzen nich weiß. Auch kenne ich die einzelnen Kabelnormen nicht und das müsste man zur ungefähren Beantwortung der Frage schon wissen.
 
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