Fallout 76: Zufriedene Spieler werden im Internet kritisiert

In deinem Artikel steht auch drin, dass die Zahl der islamistisch motivierten Taten um 150%(!) gestiegen ist

Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass man sich auch die absoluten Zahlen anschauen und die Kategorie überprüfen sollte. 80 "von Islamisten verübte Körperverletzungen" sind zum einen immer noch nicht sonderlich viel und zum anderen: ab wann zählt eigentlich eine Tat als "islamistisch motiviert"? Muss man dazu vollbärtig und "Allahu akbar!" rufend auf Weihnachtsmarktbesucher einstechen oder reicht es schon, wenn der Hassan dem Faisal eine reinhaut, weil der während der Fastenzeit ordentlich Mittag gegessen hat?

Dessen ungeachtet: Bestimmte Zunahmen können auch reine Momentaufnahmen sein, die beispielsweise durch einzelne weltpolitische Ereignisse bestimmt sind und um einen generellen Trend zu prognostizieren, braucht man ein paar mehr Werte. Diejenigen, die heute wegen einer Zunahme von 150% in Aufregung geraten, regen sich nämlich seltsamerweise nicht wieder ab, wenn nächstes Jahr eine Abnahme "islamistisch motivierter Körperverletzungen" um 170% festgestellt wird.

und Delikte mit Waffen um 10,3%.

Um 10,3 Prozent zugenommen haben Zahl der Verstöße gegen das Waffengesetz, Das ist etwas ganz anderes als Delikte, bei denen Waffen zum Einsatz kamen. In diese Kategorie fällt es übrigens auch, wenn "besorgte Bürger" sich aus grundloser Panik stärker bewaffnen, als es erlaubt ist und mit ihrer völlig unnötigen Selbstverteidigungsausrüstung von schwer genervten Polizisten aufgegriffen werden.

Und das sind die Klopper, die den Leuten Angst machen und das laut Statistik auch zurecht. Ob Hans Peter beim BKA dieses Jahr 5000 weniger Drogendelikte als im Jahr davor verzeichnet hat, interessiert die Allgemeinheit nicht, da für den Einzelnen einfach unbedeutend. Wenn auf Weihnachtsmärkten rumgeballert wird oder LKWs angebraust kommen, ist das sehr viel verheerender, als ein Drogendeal bei Nacht im Stadtpark.

Wobei die Leute seltsamerweise ignorieren, dass - statistisch gesehen - im Glühweinrausch mehr Leute (nur durch Fremdeinwirkung, den gesundheitlichen Aspekt noch gar nicht mitgerechnet) zu Schaden oder ums Leben kommen als durch Anschläge auf Glühweintrinkende im selben Zeitraum. Da bleibt der #Aufschrei seltsamerweise aus. :D

Nein, mal wieder ernsthaft, die breite Masse hat mit Statistiken im Speziellen und und Fakten im Allgemeinen wenig am Hut und ist nicht einmal ansatzweise rational. Das müssen die Leute natürlich auch nicht sein, aber ein wenig mehr Gelassenheit und in Betrieb belassener Restverstand darf's durchaus sein. Wenn sich aus den jährlichen Auswertungen der Kriminalitätsstatistik eines herauslesen lässt, dann dass sich die Schwerpunkte der Taten ändern, aber die Taten in den Kategorien, in denen es um Leib und Leben geht, trotzdem stabil bis rückläufig sind.

Wenn man kein Blödbürger sein will, kann man sich's aussuchen: Entweder akzeptiert man dieses Ergebnis fürs große Ganze oder begründet im Einzelfall, warum die eigene Sicherheit von einer Zunahme in Einzelkategorien mehr betroffen ist als vom Rückgang in einer anderen, woraus sich dann ein individueller Risikoanstieg ergibt.
Beispielsweise verschlechtert eine Zunahme bei Hauseinbrüchen natürlich die Sicherheitslage für Hauseigentümer, also hätten Hauseigentümer allen Grund, etwas besorgter zu sein, obwohl gleichzeitig die Gefahr geringer geworden ist, auf dem Weg nach Hause überfallen zu werden.
Wenn beispielsweise in Berlin, Hamburg und Frankfurt mehr Leute von Jugendgangs mit Migrationshintergrund "abgezogen" werden, ist das gewiss nicht schön, begründet aber nicht die Einstellung zahlreicher Einwohner von Dresden, wo es solche Gangs gar nicht gibt, dafür aber einen der geringsten Anteile an Einwohnern mit Migrationshintergrund bundesweit, während man sich trotzdem nicht entblödet, sich als Ziel von Islamisierung, Unterwanderung und gar "Umvolkung" (sic!) zu fühlen. Natürlich nicht die meisten Dresdner, was einerseits für die Bewohner dieser schönen Stadt spricht, aber andererseits die Frage aufwirft, warum sich diese nicht gefährdet fühlen? Eine reale Gefahr würde doch eigentlich alle und nicht nur eine besorgte Minderheit bedrohen, nicht wahr?
 
Spaß macht, was einem (persönlich für sich selbst) gefällt. Demzufolge finde ich die Frage ob Fallout 76 Spaß machen darf, etwas dämlich. ;)
Aber das Thema ist so alt wie die Menschheit selbst. Und man kann die Situation auf alle Bereiche des Lebens 1:1 gleich wiedergeben.

Manche haben ihre Freude mit Hunden, andere wettern dagegen man muss Gassi gehen, Hundesteuer zahlen, sie stinken, ...

Manche haben ihren Spaß mit bestimmten Automarken, da finden sich immer andere die dagegen wettern es wären Rostlauben, Bonzen Karren, Rentnermobile, ...

Manche haben ihren Spaß mit einer bestimmten Hardware Marke, und wie die andere Seite aussieht muss ich hier in einem PC Forum ja nicht erwähnen

Manche haben Spaß am Auto herum zu schrauben, andere Spaß am PC herum zu schrauben, und selbst da finden sich Leute die dagegen wettern, dies wäre heraus geschmissenes Geld, Zeitverschwendung, Unnötig, ...
 
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