AW: Das GamesCom Tagebuch | Wie ein Ort eine Messe prägt
Hey Leute,
tja Zcei hat ja schon einiges geschrieben, wir sind erst um 15 Uhr gekommen und quasi mit der PCGH Show eingestiegen.
Und die hielt eine sehr angenehme Überraschung für uns bereit, in Gestalt dieses Fischers, der sich selbst als Henner Schröder vorstellte und die Menge munter mit Kabeln bewarf.
Der Rest der Show verlief wie gestern, nur, dass mehrere Shift.Duelle ausgetragen wurden, am Ende sogar gegen den BenchMarc persönlich (der promt verlor

)
Nach einer Stärkung und dem aufnehmen des zweiten VLOGs machte ich mich auf zum probespielen von FI 2010, den neuen potenziellen Hit von Codemasters. Eine halbe Stunde (eradezu lächerlich wenig) musste ich Sitzfleisch beweisen, dann ging es ins innere des sehr nett gemachten Standes. 10 Bildschirme mit Lenkrädern und Rennsitzen, aufgestellt wie eine F1 - Startaufstellung, und ein gemeinsames Rennen über Lan, wow !
Leider habe ich vergessen Fotos zu machen, aber Screenies des Spiels kennen die meisten ja eh schon. Mein Eindruck des Spiels ansich ist sehr positiv, zu Beginn sitzt man in seinem Wagen, der in der Box steht und stellt die Settings für das kommende Rennen ein, während um einen am Wagen gewerkelt und überall gewuselt wird. Mehr Atmosphäre geht eigentlich nicht. Zufällig fuhr ich auf einer Strecke die ich schon in echt besichtigt hatte (Monte Carlo) und war erstaunt von der starken Streckendarstellung. Auch hier hat man sich keine blöße gegeben. Leider kam hier bei Sonnenschein die Bonbonoptik von RaceDriver:Grid hervor, was meine Mitspieler zu der Annahme verleitete, man könne ähnlich arcadig fahren. So ging leider sehr viel Atmosphäre flöten und auch die extremen Geschwindigkeitsunterschiede beim Start hat man zwar eingedämmt, gänzlich verschwunden sind sie jedoch nicht.
Unterm Strich wird F1 2010 für mich ein Pflichtkauf. Grandiose Optik, größtenteils realistsiches Fahrverhalten und tolle Atmosphäre täuschen über kleine Schönheitsfehler hinweg und lassen mich den Releasetag jetzt schon herbeisehnen.
Eigentlich wollte ich die GC nun verlassen, doch als ich an den MMOs vorbeikam, beschloss ich als ehemaliger-Wow-Spieler-und-aus-frust-vom-Farmen-abbrecher mal einen blick zu riskieren.
Als erstes ging es zu Mythos Europe.
Da sich jedes kommende MMO mit dem absoluten Marktdominanten World of Warcraft messen muss, verglich ich es auch nach diesen Kriterien
Punkt1: DIe Charaktererstellung:
Ich war ehrlichgesagt baff, sieht doch das Interface fast exakt so aus, wie das Blizzard pendant, auch die Rassen und Charactere könnte man bedenkenlos zwischen beiden Spielen tauschen, sie sind schlichtweg identisch.
Na schön, es muss ja nicht alles zwangsläufig verändert werden nur um sich von WOW abzuheben, also störte ich mich nicht weiter an der Optik (die WOW Jahrgang 2005 auch zum verwechseln ähnlich sieht) sondern ging weiter zu dem was mich sehr Interessierte, einem der großen Kritikpunkte von WOW, dem konfigurieren des Charakters. Doch auch hier, totale Ernüchterung.
Mythos bringt sogar weniger (!) Optionen als WOW, das ist schon eine Leistung.
Beim Start des Spiels begrüßte mich kein Einleitungsvideo, eine (umschaltbare) Isometrische Kameraperspektive und der erste Questgeber. Welcher mir folgende Quest aufgab.
Was war geschehen ? Ein netter Standbetreuer kam auf mich zu und erklärte, das Spiel sehr vor einer Woche noch auf koreanisch gewesen uns sehr hastig ins englische übersetzt worden, wobei viel Text einfach entfernt statt übersetzt wurde um Zeit zu sparen. Na toll. Da will ich wissen welche Gameplayunterschiede es gibt und das Tutorial funktioniert nicht. Aber ok, mit Hilfe des Standbetreuers gelang mir der Einstieg und ich bemerkte einige anleihen an die Diablo Reihe, z.b. müssen Gegenstände erst mithilfe von nur endlich verfügbaren Kristallen identifiziert werden, das sorgt für Spannung im Gruppenspiel,das nicht funktionierte.
Nunja, wie siehts denn mit dem eigentlichen Gameplay aus ? Was viele WOWler zum verzweifeln bringt ist das ewige Farmen("töte X Tiere") und rumrennen. Hier wurde das eigentliche System nicht geändert, jedoch sind die Laufdistanzen geringer, der Charakter schneller und die zu erledigende Menge Monster bewegt sich meistens im niedrigen einstelligen Bereich. Das erledigen der Monster ist leider (zumindest auf niedrigen Leveln) eine knifflige Sache, kriegt man es doch kaum mit. Ein typischer Level1-Kampf in WOW läuft ungefähr so ab:
Klick - bum - klick - bum - klick - bum -tot
EIn solcher Kampf in Mythos:
klick - bum - tot
Als das Spiel begann leicht komplexer zu werden, musste ich leider aufgrund der nicht vorhandenen Textausgaben passen und verließ frustriert den Stand. Ein leiser Hoffnungsschimmer bleibt, denn es gibt Anzeichen, dass das Spiel rasch komplexer und spannender wird, z.b. traf ich schnell einen Berufelehrer mit einem vielversprechend aussehenden SkillTree, man darf also hoffen...
Das nächste Spiel hörte auf den Namen Jade Dynasty.
Ich will mich kurzfassen. Ich startete das Spiel und bekam ein Einleitungsvideo vorgesetzt, dass selbst in WOW seinesgleichen sucht.
Es sah einfach umwerfend schlecht aus. Gefühlte 5 Polygone, beklebt mit Pixeltapeten von CS 1.6 Niveau, so machen Ingame-Intros keinen
Spaß.
Die Charaktererstellung bestand eigentlich nur aus Wahl einer von 2 Rassen und männlich/weiblich.
Das Problem des langen laufens löste man sehr plump. Der Charakter läuft selber. Man klickt auf die Quest und der Char rennt dahin, spricht ggf. sogar noch Personen an die für die Quest wichtig sind. Zusammen mit dem weitgehend automatisch ablaufenden Kampfsystem eine irrige Kombination. Im Gegensatz zu früher brauchen Spiele heute weder Länge, noch Schwierigkeit, noch Inhalt.
Vielleicht gehöre ich mit meinen 16 Jahren nun schon zu den Fortschrittsverweigerern die die Entfernung des Spielers als nächsten logischen Schritt nicht wahrhaben wollen und der Entwickler ist extrem innovativ. Sollte es jedoch noch Menschen geben die wie ich denken, empfehle ich ihnen bei MMOs bei altbewährtem zu bleiben. Auch wenn es altmodisch ist.
stay tuned
Professor Frink