Wenn ich sehe, wie Spieler weiterhin alles mögliche vorbestellen, obwohl sie genau wissen müssten, was sie erwartet: nein. Die haben mit CP 2077 offenbar alles richtig gemacht.
Es gehört mittlerweile zum guten Ton, dass man ein Triple-A Spiel unfertig auf den Markt schmeißen muss, damit die gierigen und sabbernden Vorbesteller möglichst noch früher anspielen können, auch wenn man eigentlich noch ein halbes Jahr lang am Produkt herumwerklen müsste. Aber das Geld muss ja auch her, die Aktien müssen durch die eingeplanten Erlöse mit angekurbelt werden. Eigentlich müsste man ja zumindest erwarten dürfen, dass die mit ihrer Veröffentlichung zumindest solange warten, bis die Grafikkartenhersteller ggf. ihre Treiber noch einmal extra für deren hingeschmierten Programmcode Anpassungen im Code vorgenommen haben, damit es halbwegs normal läuft. Aber nein. Wenn dann sogar grobe Grafikfehler wie fehlende oder falsche Effekte, oder aber Performanceprobleme bis hin zu Stotterern deutlich sichtbar sind, dann muss man doch fragen, wer da beim Testen absichtlich weggeschaut und den Kram ohne Rücksicht auf Verluste durchgewunken hat? Aber anscheinend hat die Umstellung auf digitale Medien nur zu mehr Schludrigkeit und weniger Qualitätsbewusstsein geführt, weil man kann ja selbst große Patches in fast vollständiger Spielgröße jederzeit mehrmals neu nachschieben, wenn es denn "unbedingt" sein muss.
Und wenn man im Laden nur noch eine DVD mit dem Steam-Clienten und passendem Spielekey ausgehändigt bekommt, hat sich auch das Thema für das Management erledigt. Im Fall von Cyberpunk werde ich auf jeden Fall auch warten, bis alle Inhalte wie der Story-DLC verfügbar sind. Dann werd eich die GOTY irgendwann in einem guten Sale mitnehmen. Somit weiß ich dann, dass auch wirklich alles drin und dran ist, so wie es sein sollte. Das dem Händler somit aber prozentual Einnahmen flöten gehen, weil man länger mit dem Kauf zögert und hadert, das scheint man im Manegment einfach nicht zu kapieren, solange die Einnahmen zum Release den Erwartungen entsprechen, oder vielleicht durch eine stetig steigende Nutzerzahl von Computergames allgemein mithilft diese Ziele zu erreichen.
Und wenn es schlecht läuft, wird halt das kleine ortsansässige Entwicklerstudio zerschlagen oder ganz geschlossen, was man vielleicht erst vor wenige Jahren vielversprechend aufgekauft hatte.
Ich frage mich z.B., wie lange das mit Spielen wie Die Siedler noch gut geht, wenn dann nach und nach die ehemaligen Mitglieder und Mitbegründer abspringen oder gleich durch andere Teams ersetzt werden. Missmanagement frisst sich doch langfristig bis oben hin durch. Größen wie Square Enix und Ubisoft geht es ja wohl auch nicht so gut, wenn man an Glanz und Gloria alter Tage zurückdenkt.