Cherry MX-Board 6.0: 190-Euro-Tastatur mit geringer Latenz

Das Problem ist das der Inputlag von Tastaturen zu einem wesentlichen Teil am Schalter entsteht. In der zeitlichen Auflösung von Millisekunden ist der Auslösevorgang des Schalters nicht so "digital" wie man das vielleicht gerne hätte. Elektrisch beschrieben sinkt der Widerstand des Schalters beim Auslösen ab aber nicht schlagartig sondern über einen gewissen Zeitraum hinweg auch abhängig davon wie der Schalter (mechanisch) gedrückt wird (wie schnell, ob er vor dem Auslösen schon leicht eingedrückt war um sich an den Auslösepunkt heranzutasten,...). Diese Absenkung des Widerstands führt dann zu einer Veränderung der am Schalter anliegenden Spannung oder einem Stromfluss durch den Schalter was dann vom Tastaturcontroller als Schaltvorgang detektiert werden kann wenn ein gewisser Schwellwert überschritten ist. Hierbei sind auch Kapazitäten usw. zu beachten die die Spannungsänderungen verlangsamen können.

Man kann natürlich auf Seiten des Tastaturcontrollers an diesem Schwellwert drehen (wie das hier gemacht wurde) um die Latenz zu reduzieren und natürlich auch das Schalterdesign mechanisch optimieren (wie das hier, bei Cherry MX Schaltern, auch gemacht wurde) sowie die elektrische Schaltung an der der Tastenschalter hängt. Aber man muss dabei natürlich unter anderem aufpassen das es nicht zu Fehlauslösungen usw. kommen kann. Also alles leichter gesagt als getan.

Zu diesem "elektromechanischen" Lag kommt ein rein elektrischer Controller/Anschluss Lag der im Tastaturcontroller entsteht.

Diese beiden Lag mechanismen müssen natürlich getrennt betrachtet werden. Der rein elektronische Lag kann *relativ* einfach gemessen werden indem in einem Versuchsaufbau der Tastenschalter durch einen Transistor ersetzt wird und der Zeitpunkt zwischen dem Schalten des Transistors und einem entsprechenden Signal am Anschluss der Tastatur gemessen wird. Das ist schon mal recht aufwendig aber noch vertretbar.

Der elektromechanische Lag ist schwerer zu messen. Dazu muss man nämlich den Zeitpunkt an dem die Taste tatsächlich mechanisch "gedrückt" ist als Referenzzeitpunkt vorgeben können. Die Taste wird nicht bei der ersten Berührung sofort ausgelöst sondern erst nachdem sie ein gewisses Stück weit gedrückt wurde (Auslöseweg). Man braucht nun eine mechanische Apperatur welche die Taste (schnell) drückt und dann den Auslösepunkt des jeweiligen Tastenschalters als Referenzzeitpunkt vorgibt mit dem der Zeitpunkt an dem man ein entsprechendes Signal am Tastaturinterface ankommt verglichen werden kann. Man beachte: Wenn man die Taste z.B. mit 0,2m/s von 0 weg drückt was wohl so etwa in der Größenordnung eines üblichen schnellen "Drückvorgangs" liegt dann verliert man bei einem typischen Auslöseweg von etwa 2mm bereits 20ms (!!). Das kann aber nicht zum Inputlag gerechnet werden da es effektiv ein menschlicher Faktor ist: man *könnte* die Taste ja auch noch schneller drücken oder man *könnte* sie vorspannen.

Lange rede kurzer Sinn: Für eine vernünftige Messung bei der im Idealfall auch Tastaturen mit verschiedene Schaltertypen vergleichbar sind bräuchte man eine hoch spezialisierte, feinwerktechnisch ziemlich ausgefeilte Messeinrichtung.
 
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Ich hab schon oft gemerkt das nicht sofort durch kommt wenn ich drücke bei meiner Roccat Isku.
Der Preis ist schon wohl gerecht fertigt ausser dem ist es ja auch eine Mechanische Tastertur und wer meint das er 30 € nur für ausgeben will wird halt warten müssne bis was gesenkt wird im Preis da gibs nur keine Mechanischen Tasterturen.
Und wer sagt der merkt nix von die unterschiede den kannst du ja mal den unterschied probieren mit einer Maus die 8200 dpi hat gegen einer Kugel Maus von früher da wirst du schon den unterschied merken. ;)
Das ist nur ein Beispiel zur anschauung. Man kann aber auch als Beispiel nehmen eine Mechanische Tastertur gegen eine nicht Mechanische Tastertur. :D
 
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