Casemod-Tagebuch: The last Ride

shootme55

BIOS-Overclocker(in)
Ist zwar schon eine Weile her seitdem ich das letzte Mal zum Dremel gegriffen habe, aber naja, die Kinder sind da, das Haus ist fertig, und dann hat man wieder 5-10 Minuten Freizeit in der Woche. Die kann man doch ganz gut in ein neues Casemod-Projekt investieren...

Diesmal wirds länger dauern, ich hoffe die Mods sperren das hier nicht wenn ich mal 3 Monate abwesend bin.

Kapitel 1:
Gestartet hab ich eh schon vor Monaten. Im März sind mir ein paar Käsereiben (Powermac G5) in die Hände gefallen, und da wars schon immer mein Traum, auf dieser Basis einen Casemod zu bauen. Mal sehn wie lange es dauert, aber bis mein Jüngster sein Studium abgeschlossen hat sollt es sich ausgehn. Geburtstermin ist eh erst im Herbst.

Fangen wir mal an: Als erstes wird mal die ganze Hütte komplett zerlegt.
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Welche Komponenten da rein wandern verrate ich später. So viel sei gesagt, man wirds nicht jeden Tag zu Gesicht bekommen.
 
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Ich behalte das mal im Auge. 1. mag ich Mac-Gehäuse und 2. finde ich es schade, dass Modding etwas ins Hintertreffen geraten ist
Alles gute für dein Projekt. Btw, mein kleiner Hasi wird nächste Woche 32, halt dich ran, es geht viel schneller als du jetzt denkst...
 
Kapitel 2: Einkauf abgeschlossen

Die paar im Forum, die mich noch kennen, wissen, dass ich ein gewisses Faible für Hardware aus der Zeit der Jahrtausendwende habe. Auch auch der Casemod wird sich um das Thema drehen. Ich hab mir einen Stichtag gesetzt, den 15.Oktober 2002, zu der die leistungsrelevante Hardware im Handel sein musste, und das will ich dann ausreizen. Netzteil nehm ich ein neueres, aber das spielt keine Rolle.

Hat wieder einige Zeit und ein bisschen Geduld gebraucht, bis alles zu einem vertretbaren Preis im Einkaufskorb war. Natürlich hätte ich vieles davon auf Ebay kaufen können, aber alleine für das Board hätte ich das 10-fache bezahlt. Keine der Komponenten hat einen Marktwert, der jenseits von 30 Euro liegen sollte. Naja die Grafikkarte vielleicht :ugly:

Als Board hätte ursprünglich ein P6T-WS mit I7-5670 kommen sollen, aber dann entschied ich mich doch für was klassisches. Es kommt ein Tyan MPX S2466 -4M zum Einsatz, das mit 2 Athlon MP 2800+ umgehen kann.
Da ich nur 2xMP 1800+ habe, werde ich versuchen, zumindest 2 XP- Bartons aus meinem Fundus zu MPs zu modden.
Als Ram kommt 1,5 GB DDR ECC zum Einsatz.
Für den Speicher habe ich dieses Mal an etwas nicht ganz alltägliches gedacht. SSD, Flash oder Sata kann jeder, und ich hätte sogar noch 2 Velociraptoren, aber das passt nicht ins Baujahr. Daher 2 Seagate Cheetah SCSI 160 mit 10000 Umdrehungen. Könnte laut werden, aber zum Glück hab ich noch 2 Entkopplungsrahmen.
Außerdem braucht man dafür den passenden SCSI-Controller.
Sound kommt nicht onboard, sondern von Creatives Audigy 2, die zum Glück schon im September 2002 das Licht der Welt erblickte. Irgendwo im Keller hab ich noch 3.
Durch den USB-Bug des Boards brauch ich natürlich noch USB-Erweiterungskarten, die liegen aber bei den Audigys im Keller.
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So, und jetzt zum wirklich interessanten Teil. Hat mich einiges an Zeit und Nerven gekostet. Hab das Teil nach langem verhandeln mit meiner Frau dann bestellt, dann hatte ich einen Motorschaden und brauchte das Geld, musste also stornieren, dann kam der Ukrainekrieg, der sinkende Eurokurs, Kryptocrash, aber alles überwunden, und so bin ich doch noch glücklicher Besitzer einer Strange God PCI geworden. Für alle die es nicht wissen: Eine Neuinterpretation der Voodoo 5-6000 mut 4xVSA-100 und 256MB Ram. Sie ist das Herzstück des Rechners.
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Zum testen und konfigurieren wirds aber Avenger tun. Davon hab ich noch reichlich, wenns schief geht verkraftbar.
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Einen Bildschirm hab ich mir auch schon besorgt. Phillips 19" Röhre Flat, aber die bleibt vorerst noch im Keller und wird abschließend passend zum Gehäuse lackiert.

Vielleicht schaff ichs bis Ende Oktober, das Gehäuse neu zu formen. Dafür hab ich mir Alubleche und Kaltschweißpaste besorgt. Das Mac-Design wird zwar sicher noch zu erkennen sein wenn ich fertig bin, aber das wird sicher kein weiterer "normaler" Hackintosh-Mod, von denen gibts schon genug ausgezeichnete Exemplare (auch in diesem Forum) von denen ich mir glücklicherweise einiges an Erfahrung holen kann.
 
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Kapitel 3: Die CPUs

Heute schon ein kleiner Teilerfolg: Die erste CPU mal per Pinmod in einen Athlon MP 2800+ verwandelt. Alleine läuft sie stabil, obwohl ein kleines Stück vom Die abgebrochen ist. Bald noch ein zweiter.
Schau ma mal, ich hab im Moment 5 CPUs, die sich per Pinmod und Leitlack modifizieren lassen, hoffe dass sich 2 davon bei 2,13GHz noch immer ganz doll lieb haben.

Update: worx, aber riesen Fehler begangen. Barton kam erst 2003 auf den Markt, also ist das schnellste, das es 2002 gab der Thoroughbred B 2600+. Also nochmal das Ganze mit 2 Thoroughbreds...
 

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Kapitel 4: Die Spenglerarbeiten beginnen...

Die Basis ist ein alter PowerMac, aber das Format passt nicht. Also alles mal zerschneiden, Bleche einkleben und wieder zusammenbauen, und dabei immer schön auf den Lochraster achten.
Zum kleben verwende ich JP Weld, hat schon bei anderen gut funktioniert.
Die Bleche hab ich von einem befreundeten Spengler gegen Vorlage einer Kiste Hopfenkaltschale geschenkt bekommen. Zurechtschneiden und biegen muss ich natürlich selbst.
Aber jetzt is mal ein paar Tage Pause, der Dremel ist kaputt.
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Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Jetzt sind zumindest mal die Blechteile fürs Heck fertig und das Case hat das richtige Format...
 

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Wieder ein Jahr ist ins Land gestrichen. Und ehrlicherweise habe ich das Projekt abgebrochen. Der zeitliche Aufwand für einen kompletten Gehäuseneubau mit ein paar MacPro-Teilen ließ sich einfach mit meiner Familie nicht vereinbaren, und irgendwann will man mit dem Rechner spielen auch.
Es gab so viele Irrwege, die abgegrast werden mussten, und bis zuletzt konnte ich mich nicht entscheiden wo die Reise hingehen sollte. Aber irgendwann kommt man an eine Weggabelung, und merkt, dass man eigentlich beide Wege gehen will. Tja warum auch nicht?
Die Hardware habe ich selbstverständlich verarbeitet. Und rausgekommen sind 2 Rechner:

The 2:
Tyan MPX
Dualer Athlon MP 2800+
2 GB DDR ECC
Adaptec SCSI Controller
2x SCSI HDD U160 9GB
Soundblaster Audigy
Chieftec Midi Gehäuse
2x VSA100 Voodoo 5 5500 AGP

Das Gehäuse hab ich innen weiss und außen Mintgrün Metallic lackiert, weils so gut zur grünen Voodoo5 und dem Board passt. Klassisch ein Sichtfenster mit weisser LED-Bleuchtung eingebaut. Mir gefällts, auch wenns nicht das schnellste ist. Trotzdem was seltenes, und zeitgemäß für die Voodoo 5. Die Kondensatoren schaun noch alle gut aus, und die Voodoo 5 war erst auf Service bei Backfire, also praktisch neu. Sieht man auch an der Bildqualität.
Die Betriebssysteme sind natürlich auch zeitgemäß. Ein Win98/XP Dualboot sorgt für ausreichend Kompatibilität. Mit 2GB Ram ist die Installation ein wenig tricky, aber bei Modlabs gibts ne klasse Anleitung für X58, die kann man sinngemäß anwenden.

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Tja und was wurde aus der Voodoo 5 6000? ich hatte einen langen internen Konflikt. Einerseits wollte ich zeitgemäß bleiben, andererseits etwas (noch) exklusiveres. Dann habe ich mich dazu entschieden, meine Lieblings-Grafikkarte mit meiner Lieblingsplattform zu verbinden. Hier ging es nicht mehr um Rekorde, selbst stark untertaktet ist die Plattform noch viel zu stark für eine Voodoo.

The 4:

Asus P6T WS Professional
Core i7 950 @ 4GHz (max)
4GB DDR3 1600
250GB SSD
Soundblaster Audigy 2 ZS
Lian Li PC-V1000 Plus
4x VSA100 Strange God PCI (Voodoo 5 6000)
Windows XP

Nachdem ich zufällig das Gehäuse ergattert hatte, verging mir die Lust am Casecon. Das Case hat eine ansprechende Optik, das Mainboard ist gestürzt eingebaut. So musste ich nur noch die Farbe auf Blau Metallic ändern (passend zum Board), ein Sicht- und Licht für die Voodoo einbauen, und der Rest ist Geschichte. Die Kühler der Grafikkarte hab ich auch gleich lackiert, soll ja alles zusammenpassen.
Lustigerweise kann man auch Windows 98 installieren, aber da muss man schon einen Haufen Softwaremods abarbeiten, und die Treiber der Grafikkarte vertragen sich anscheinend dann noch immer nicht mit dem X58, kein einziges Spiel läuft sauber. Daher hab ich darauf verzichtet. Natürlich könnte ich noch eine GTX690 aus meinem Lager einbauen, Dual Boot mit Win10 machen und das Gerät wäre fast aktuell, aber naja, es geht mir nicht darum, Rekorde zu brechen, sondern nur einen Kindheitstraum zu erfüllen. Und NFS Porsche 2000 läuft ausgezeichnet mit 8x FSAA.

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Tja, das wars im Prinzip. Das Ende war zwar nicht das, was ich mir versprochen hatte, aber trotzdem bin ich mehr als zufrieden mit den alten Kisten. Morgen sollte endlich mein "neues" Soundsystem ankommen. Natürlich eine 4.1-Anlage von Creative. Dann ist wirklich alles wie in den "guten alten Zeiten".

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Vielleicht hab ich wieder Lust und mache noch "The 1", einen XPC SK41G und eine Voodoo3-3000 hätte ich dafür noch auf Lager. Wer weiss schon was die Zukunft bringt. Aber dieses Kapitel ist jedenfalls abgeschlossen. Außerdem hab ich als Nebenprodukt eine Geforce 6800 Ultra in einem XPC SS58G mit Pentium 4 660 gequetscht, was so ziemlich eine der schnellsten XPC/Win98 PCs ergibt, aber das ist eine andere Geschichte, und soll ein anderes Mal erzählt werden. Gute Nacht!
 
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