News Asus Proart Geforce RTX 5080 mit SSD und GPU-Rotation

PCGH_Sven

PCGH-Autor
Nachdem die Asus Proart Geforce RTX 5080 bereits auf der Computex 2025 vorgestellt wurde, hat der taiwanische Hersteller jetzt weitere Details preisgegeben. Neben einer M.2-SSD verfügt die Grafikkarte über ein um 90 Grad gedrehte GPU.

Was sagt die PCGH-X-Community zu Asus Proart Geforce RTX 5080 mit SSD und GPU-Rotation

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Es gab ja jetzt schon mehrere Designs mit M.2-Slots, aber was genau kann man damit machen? Ist der einfach ans das System angebunden? Ein Suchergebnis schreibt was von "Bifurcation" aber auch was von "without compromising the GPU's primary function", was sich meiner Meinung nach zumindest potenziell widerspricht. Würde das nicht außerdem heißen, dass selbst, wenn die GPU logisch direkt auf die SSD zugreifen könnte, alle Daten eh erst mal von der SSD über den PCIe-Slot aus diesem Konstrukt raus- und dann wieder reingeführt werden müssen? Wo wäre dann der Vorteil gegenüber einer SSD auf dem Mainboard? Der eine zusätzliche Slot? Bessere physische Erreichbarkeit?

Edit: Ah, hier steht noch was von Asus-eigener LM-Software, die angeblich direkt auf den integrierten Storage zugreifen kann. Muss ja dann ein interessantes Routing auf der Platine sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt drei Möglichkeiten.
1. Direkte Einbindung der SSD für Nutzung durch die GPU: Nützlich für Anwendungen, die sehr viel mehr Daten bearbeiten, als je in VRAM passen könnte, und dies so ohne Belastung des Systembus tun könnten. Extrem selten, ich glaube AMD hatte da mal was im Profi-Segment, aber Blackwell hat meinem Wissen nach keinen direkten Support.
2. Kombination eines PCI-E-Switches und zusätzlicher Abgänge auf einer Karte: De facto nur Platinenvariation von etwas, dass man früher häufiger auf Mainboards gefunden hat, dass es auch (im Profi-Bereich) auf Risern gibt und dass man natürlich auch genauso gut auf einer Karte implementieren kann. 5.0-Switches mit mindestens 36 Ports sind aber in allen drei Fällen teuer und der einzige direkte Nutzen ist ein zusätzlicher M.2. Könnte hier der Fall sein. Könnte via Direct Storage auch für ähnliche Benefits wie in 1. genutzt werden, aber das erfordert entsprechenden Aufwand in der Software-Entwicklung und brächte (außer dem Netto 1 Slot mehr) keinen Vorteil gegenüber der Nutzung einer an die CPU angebundenen SSD.
3. Nutzung von Lanes, die sonst brachliegen: Bei ×8-GPUs kann man einfach die verbleibenden, normalerweise ungenutzten Kontakte des Slots zu einem anderen Gerät routen. Gratis M.2 für ein paar Cent Leiterbahnen, entsprechend die mit Abstand häufigste Lösung. Aber die 5080 nutzt normalerweise 16 Lanes.
 
Punkt 3 klingt mir noch irgendwie am sinnvollsten für so eine Kombination. Trotzdem sehe ich aus thermischen Gründen keinen Sinn in so einem M.2-Slot auf dem Kühlblech einer GPU. Man legt ja auch nicht seinen Speicher auf ne Herdplatte und hofft, daß er lange überlebt bzw. nicht besonders schnell altert. :ka:
Ich denke, das ist eher wieder nur so ein eintagsfliegiger "zukunftssicherer" Marketinggag/-tünnef von ASUS, genau wie sie damals vor 30 Jahren, als unter Win95 das heilige Buzzwort nicht "AI" sondern noch "Multimedia" hieß, den berühmten PCI-Slot mit ISA-Mediaerweiterung als "zukunftssicheren Multimedia-Slot" als ASUS-Alleinstellungsmerkmal verkauft haben.
Habe immer noch die ASUS-Karte dazu - eine ASUS PCI-AS2940UW im Schrank liegen - vorne der PCI-Teil ein Adaptek 2940UW-SCSI-Kontroller und hinten der ISA-Teil eine Vibra16bit-Soundkartenerweiterung.
Bei der übernächsten (wenn nicht sogar schon bei der nächsten) Boardgeneration war dieser zukunftssichere Multimedia-Quatsch bereits wieder eingestampft worden und der Soundteil nicht mehr nutzbar.
Ich würde mir daher so ein Feature garantiert nicht zum Kaufentscheid heranziehen, sondern eher im Gegenteil hellhörig werden und mir die Karte besonders genau und mistrauisch anschauen, wenn sie jemand mit so einem zweifelhaften Zeug pimpt und als Vorteil für KI-Berechnungen verkauft. :hmm:
 
3. Nutzung von Lanes, die sonst brachliegen: Bei ×8-GPUs kann man einfach die verbleibenden, normalerweise ungenutzten Kontakte des Slots zu einem anderen Gerät routen. Gratis M.2 für ein paar Cent Leiterbahnen, entsprechend die mit Abstand häufigste Lösung. Aber die 5080 nutzt normalerweise 16 Lanes.
Wobei 8 5.0 Slots doch ausreichend sind für die Karte. Also glaube ich dass die Karte die Lanes aufteilt zwischen SSD und GPU. Könnte man eigentlich auch in 12 und 4 Lanes aufteilen?
 
2. Kombination eines PCI-E-Switches und zusätzlicher Abgänge auf einer Karte: De facto nur Platinenvariation von etwas, dass man früher häufiger auf Mainboards gefunden hat, dass es auch (im Profi-Bereich) auf Risern gibt und dass man natürlich auch genauso gut auf einer Karte implementieren kann. 5.0-Switches mit mindestens 36 Ports sind aber in allen drei Fällen teuer und der einzige direkte Nutzen ist ein zusätzlicher M.2. Könnte hier der Fall sein. Könnte via Direct Storage auch für ähnliche Benefits wie in 1. genutzt werden, aber das erfordert entsprechenden Aufwand in der Software-Entwicklung und brächte (außer dem Netto 1 Slot mehr) keinen Vorteil gegenüber der Nutzung einer an die CPU angebundenen SSD.
Am schönsten wären Switches. Es wird ja selten wirklich die ganze Bandbreite gebraucht, aber wenn die GPU doch mal zulangt hat man doch die max Bandbreite. So könnte man sicher 2x m.2 dazuschalten, aber sicher zu nerdig das ganze :D
 
Wobei 8 5.0 Slots doch ausreichend sind für die Karte. Also glaube ich dass die Karte die Lanes aufteilt zwischen SSD und GPU. Könnte man eigentlich auch in 12 und 4 Lanes aufteilen?

×12 ist spezifiziert (genauso wie ×2, ×24 und meinem Wissen nach mittlerweile auch ×32), aber die Unterstützung ist sowohl auf Host- wie auch Client-Seite optional. Ich weiß nicht, ob Blackwell das mitmacht und ich weiß nicht, ob Ryzens das supporten. Bei Intel bin ich mir relativ sicher, dass die CPUs nur ×16, ×8 und neuerdings wieder ×4 können (Sockel 1700 fehlt letzteres). Das wäre für einen Grafikkartenhersteller also ein RMA-GAU, weil die beworbene Funktion auf vielen Mainboards gar nicht funktionieren könnte. Selbst Karten, die ×8/×4/×4 machen, also zwei M.2 anbieten, gab es meinem Wissen nach noch nicht. Dabei würde das zumindest auf allen AMD (mit genug Lanes) und allen Intels außer 1700 laufen. (Rocket Lake ggf. auch nicht, da bin ich mir gerade unsicher.)

Am schönsten wären Switches. Es wird ja selten wirklich die ganze Bandbreite gebraucht, aber wenn die GPU doch mal zulangt hat man doch die max Bandbreite. So könnte man sicher 2x m.2 dazuschalten, aber sicher zu nerdig das ganze :D

Leider können 5.0-Switches richtig teuer werden. Ich glaube, für 48er (×16 => 2× ×16) war mal von mehreren hundert US-Dollar die Rede. Entweder hat Asus auf ein kleineres Modell einen guten Preis bekommen, wie gesagt würden ja 36 Ports ausreichen, oder sie probieren einfach mal in Kleinserie die Reaktionen aus. RTX 5080 und 5090 kann man ja weiterhin mit nahezu jedem Preisschild verkaufen. Die 90°-Drehung der GPU spricht jedenfalls dafür, dass diese jetzt von "rechts" statt "von unten" angebunden wird und warum sollte man die Lanes vom Slot erst in die Mitte der Karte führen, wenn sie nicht zu einem dort liegenden, aktiven Bauteil führen?
 
Naja bei einer 5080 mit 24gb Speicher sehe ich kein Problem mit einer x8 Anbindung aber bei 16gb... Hm weiß nicht spätestens in 2 Jahren hast da sicher so einige Probleme.

Naja NV will ja eh das man die Nachfolger Karte kauft.
 
Ne, das geht technisch nicht. Die Grafikkarte will einen Uplink aufbauen und der führt ungeachtet der Breite entweder direkt zur CPU oder zum Switch.
 
Naja: Wenn es eine Zwei-Punkte-zu-einem-Punkt-Verbindung gäbe. wären es ja keine Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mehr. :-)
(Sondern ein enormer Routing-Aufwand.)
 
Und weiter? Ein Hub sendet eingehende Daten an alle Ausgänge. Ein Managed Switch sendet sie nur an den einen Port, hinter dem der Empfänger steckt. Aber auch die sind in der Grundform nicht in der Lage, ein Load-Balancing zwischen mehreren, teilweise gar indirekten Verbindungen zu einem Ziel zu verwalten und können sich, wenn keine expliziten Prüf-/Sicherungsmechanismen dagegen vorliegen, sogar selbst abschießen, wenn sie über eine derartige Schleife Daten an sich selbst senden. Mehrwege-Routing ist, bei latenzkritischen Verbindungen, eine um Größenordnungen schwierigere Angelegenheit als einfaches "Alles für A geht Richtung X" in einem Baumsystem.
 
Sehr schön erklärt, @PCGH_Torsten Vielen Dank.
Dass is gut wenn die Redaktion sich einbindet und aus fachwissen u.s.w halt auch dinge nochmal vereinfacht erklärt. Finde ich bei der gesamten PCGH sehr gut. Danke dafür.
 
Und weiter? Ein Hub sendet eingehende Daten an alle Ausgänge. Ein Managed Switch sendet sie nur an den einen Port, hinter dem der Empfänger steckt.
Was ein Hub macht, ist direkt konträr zu einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung, während ein Switch im Endeffekt zeitversetzt Punkt-zu-Punkt-Verbindungen aufbaut.
Aber auch die sind in der Grundform nicht in der Lage, ein Load-Balancing zwischen mehreren, teilweise gar indirekten Verbindungen zu einem Ziel zu verwalten und können sich, wenn keine expliziten Prüf-/Sicherungsmechanismen dagegen vorliegen, sogar selbst abschießen, wenn sie über eine derartige Schleife Daten an sich selbst senden. Mehrwege-Routing ist, bei latenzkritischen Verbindungen, eine um Größenordnungen schwierigere Angelegenheit als einfaches "Alles für A geht Richtung X" in einem Baumsystem.
Was ich vorgeschlagen habe ist aber doch ein Baum. Ich habe das jetzt so verstanden, dass du an einen Switch mit 16+4+16 Ports denkst, bei denen 16 Ports mit der GPU, vier mit der SSD und 16 mit der CPU verbunden sind, während ich vorschlage, dass man zwölf Lanes der GPU direkt mit der CPU verbindet und an einen 4+4+4-Port-Switch entsprechend die verbleibenden Lanes der GPU, die SSD und die CPU anbindet.
 
Bei deinem "Baum" sollen an der GPU ein 12er und ein 4er Ast wieder zusammenwachsen. Das geht, wie gesagt, nicht. Und die Punkt-zu-Punkt-Verbindungen werden nicht zeitversetzt aufgebaut, sondern bestehen am Initialisierung: Eine vom Switch zur CPU. Eine von der SSD zur CPU. Und eben eine von der GPU zur CPU oder zum Switch. Aber nicht zu beidem, das wäre eine Punkt-zu-Punkte-Verbindung.^^
 
Bei deinem "Baum" sollen an der GPU ein 12er und ein 4er Ast wieder zusammenwachsen.
Ja stimmt, ein Baum passt nicht wirklich. Aber wenn man es entsprechend aufdröselt und ein x16-Link aus 16 Punkt-zu-Punkt-Verbindungen bestehen würde, was er zumindest physisch tut, wäre es ein Wald aus 16 Bäumen, von denen zwölf von der CPU zur GPU gehen und vier von der CPU über einen Switch zur GPU oder zur SSD.

Wenn das ginge wäre das sogar erheblich einfacher als ein 36-Port-Switch, der wirklich auch Load-Balancing über alle Ports betreiben muss, weil er Traffic von 20 Quellen auf 16 Ziele verteilen können muss, weil dann im Endeffekt vier Drei-Port-Switches reichen würden, die jeweils nur den Traffic von zwei Quellen auf ein Ziel verteilen können müssen.
 
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