Relativ zu nVidia: Der "Konsolenvorteil" dürfte im direkten Vergleich eher gering ausfallen, zudem das auch der Bereich ist, der AMDs Marge nach unten zieht (
hier mit Sony/Microsoft in der Größenordnung zu verhandeln dürfte sicherlich kein Spaß sein 
).
Technologisch war das eine Art periodisches One-Off, denn in den nächsten Jahren wird es hier keine davon ableitbaren Entwickungszugewinne geben, d. h. alles was jetzt an Entwickungsaufwänden betrieben wird, wird explizit für die reguläre GPU-Sparte aufgewendet.
Finanziell wird hier nach aktuellem Stand weniger als eine Milliarde pro Quartal für AMD von den Konsolen abfallen (
Tendenz fallend in den nächsten Jahren), so bspw. in 1Q21 schätzungsweise um die 800 - 900 Mio. US$. nVidia hat in dem Quartal alleine mit regulären GPUs bereits 3451 Mio. US$ verdient. Und das Delta kann AMD noch nicht einmal mit seinen regulären GPU-Umsätzen kompensieren (
aus dem Segment Computing and Graphics, von dem ein Großteil auf Ryzen's und Chipsätze entfällt).
AMD wird noch eine ganze Weile brauchen, bis sie überhaupt mit ihrem gesamten Umsatz (
alle Geschäftsfelder, also CPUs + GPUs) an nVidia heranreichen werden und selbst wenn Xilinx dann im nächsten Jahr mit eingerechnet wird, wird AMD vorerst immer noch nicht nVidia's Umsatzvolumen erreichen, weil Xilinx dafür nicht groß genug ist.
Zu Intel: Preisnachlässe wird AMD sicherlich versuchen zu vermeiden, denn die haben ja schließlich nicht umsonst alle Preise angezogen, so auch beim Epyc. Das Ziel ist hier eine höhere Marge, da wird man freiwillig nicht wieder zurückrudern wollen, denn den Analysten hat man eigentlich eine gegenteilige Entwicklung versprochen. (
Ob der Druck durch Intel am Ende so groß wird, dass AMD preistechnisch doch einlenken muss, wird man abwarten müssen. Ich würde erst mal erwarten, dass man vor (und inkl.) Genoa keine größeren Anpassungen beobachten wird.)
Sapphire Rapids SP wird sicherlich interessant zu beobachten sein, denn absehbar wird Intel damit einigen Boden gutmachen können (
auch unabhängig von Vier- oder gar Acht-Wege-Systemen).
TSMC ist sicherlich ein "indirektes Risiko" (
wenn man das so bezeichnen will), denn AMD hat hier im Wesentlichen von den Fertigungsproblemen beim Hauptkonkurrenten profitiert. Wenn Intel in den nächsten 18 - 36 Monaten einen fertigungstechnischen Gleichstand erreichen sollte, wird es ungemein schwieriger für AMD weiter zu wachsen *), da dann ein wesentlicher Produktvorteil entfällt und nur noch rein designtechnische/architektonsiche Aspkete zur Differenzierung verbleiben und hier hat Intel nie wirklich den Anschluss verloren.
Eine weitere noch unbeantwortete Frage wird Intel's OneAPI sein, dass einen zentralen Punkt in deren Strategie darstellt. Das Gesamtkonstrukt ist zwar offen ausgelegt, dennoch wird man absehbar mit Intel-Hardware die vermutlich beste Usability/Experience haben und wenn die das einigermaßen auf die Straße bekommen, dürfte das für die Konkurrenten sicherlich weitere Umsatzverluste bedeuten, wobei die dann vermutlich eher AMD treffen werden, da nVidia mit seiner Hard/Software bisher weitaus besser im Markt etabliert ist als AMD.
*) Und schwieriger wird es per se, da Intel ja schon bekanntermaßen mit modernen Nodes von TSMC überbrücken/unterstützen wird und die (
im Gegensatz zu AMD) auch das Geld haben hier im Zweifelsfall tiefer in die eigene Tasche zu greifen, wenn sie es denn für notwendig erachten (
sprich, wenn es ihrem gesamtwirtschaftlichem Fortkommen zum Vorteil gereicht).