Genau so gut kann man aber auch davor warnen, KI als universellen Heilsbringer zu bewerben, wie das momentan überall in übertriebenem Masse getan wird.
KI hier, KI da, KI für alles als Lösung aller Probleme...

Dabei wird wird der gesunde Menschenverstand oft ausgeschaltet und Profitgier überwiegt, mit Dollarzeichen in den Augen.
Naja, vor allem große Studios sind rein auf Profit aus. Die würden sowieso alles tun um die Profite zu maximieren.
Also egal welche Werkzeuge existieren - wenn sich damit Kosten einsparen lassen und/oder die Profite erhöhen lassen - die werden eingesetzt.
Nicht immer.
Man muss schon schauen, wann ein Werkzeug sinnvoll ist und wann nicht.
Warum da nicht? Mit welchem Recht ist es da nicht gut und überall anders schon?
Weil das wirklich die kreative Arbeit ist, die im Spiel wichtig ist.
Charaktere wie Snake aus Metal Gear oder Mario prägen Generationen. Inklusive deren Stimmen.
Die Mülltonne, Berg-Texturen oder random Graffiti irgendwo in Cyberpunk 2077 eher nicht.
Das ist der Unterschied - viele Texturen werden entweder einmalig gesehen oder sind im Hintergrund, tragen nichts zu der Story oder zum Gameplay bei (vor allem wenn man damit nicht interagieren kann). Warum diese also nicht so einfach und effektiv wie möglich bearbeiten?
Niemand sagt, man soll der KI die Story, Gameplay-Loops und Charakter-Design/Voiceover überlassen. Obwohl es bereits technisch möglich ist und in wenigen Jahren das Ganze absolut nicht zu unterscheiden ist von dem, was reale Menschen mit vorhandenen Tools erstellen können.
Die Frage ist, ob dadurch am Ende tatsächlich die Qualität steigt, der Aufwand sinkt und die Kosten im Rahmen bleiben.
Was sich bisher abzeichnet und Studien auch belegen, ist genau das Gegenteil der Fall: die Qualität sinkt, die Aufwände, die KI-Inhalte zu sichten und zu verbessern nehmen zu.
Resourcenverbrauch für KI-Farmen klettert in wahnwitzige Höhen und übersteigt die Einsparungen, die Ausgaben wollen wieder reingeholt werden und führen zu Aufpreisen auf Lizenzkosten.
Das Versprechen der elektronischen KI-Sklaven, die rund um die Uhr ackern, anstelle von erfahrene Arbeitskräften, die jedoch Erholungsphasen, Urlaub und Krankheitsausfälle haben, begeistert vor allem diejenigen in den oberen Führungsetagen, die gewinn-maximierend am liebsten die Arbeiterschaft auf ein Minimum reduzieren und die ganzen Einnahmen für sich und die Aktionäre behalten möchten.
Wie schon oben gesagt: KI als utopischer Heilsbringer für alles.
Wo man die Auswirkungen dieses Aberglaubens meiner Meinung nach recht bald zu Gesicht bekommen wird, ist in der schnellebigen Influencer Szene.
Warum ganze Teams, für Recherche, Design, Videoschnitt, Aufarbeitung, Animation, Schnitt und Aftereffects etc.?
"KI macht doch alles". Kopiert und re-arrangiert fleißig anderer Arbeit unter fremdem Namen ...
Was es heute schon an KI-Inhalten und Copy-Cat-Kanälen auf Youtube gibt ... furchtbar!
Das Medium ist bald nicht mehr zu gebrauchen, wegen fehlender Qualitätskontrolle und Filtermöglichkeiten.
Das ist eine ethische Frage, keine technische.
So lange der Inhalt, die Idee, Story, Gameplay, Fakten (wenn auf realen Events basierend) etc. passen, ist es relativ egal ob es mit Hilfe der KI bearbeitet wurde.
Ja, man könnte das Totschlagargument bringen - alle kreativen Berufe, selbst wenn die nur dafür da sind Aufzüge in Star Citizen zu basteln sollen KI-frei bleiben. Und die KI soll gefälligst Steuern machen, das Klo putzen und das Öl im Auto wechseln.
Es gibt aber bereits viele Anwendungen wo die KI sehr viel erfolgreichen ist als Menschen, zuverlässiger, mit besseren Ergebnissen. Astronomie (Auswertung der Milliarden Objekte die halt von einem Teleskop aufgenommen wurden), Medizin usw.
Man sollte KI nicht nur auf den Slop reduzieren, mit dem wir auf Social Media zugeworfen werden.
Das hier ist auch eine ethische Frage (weil sich das ganze technisch nicht regulieren lässt - jeder kann sich ne KI daheim aufbauen und mit wenigen Macs zusammengeschaltet selbst die dicken LLM laufen lassen).
In wenigen Jahren wird die Technologie so weit sein: auch ohne die großen Firmen wird sich jeder mit einigen tausend € und bissl Strom auch die generierenden KI-Werkzeuge in den Schrank stellen können. Und das kann bald keiner unterscheiden, speziell nicht für Social Media und Short Form Content usw.
Hier gilt also: Menschen müssen selbst draufkommen, wie KI so eingesetzt werden kann, um die Kreativität zu steigern, anstatt diese zu ersetzen. Das lässt sich weder regulieren noch irgendwie technisch einschränken.