Gegenüber herkömmlichen 3D-"Mäusen", die ja eigentlich eher 3D-Trackballs sind, hätte es den Vorteil, tatsächlich eine Maus, also frei beweglich zu sein. Das könnte die Arbeitsplatzergonomie verbessern und neue Möglichkeiten hinsichtlich der Eingabeskalierung eröffnen, weil nicht mehr nur unterschiedliche starker Druck, sondern tatsächlich Bewegungen vom Millimeter- bis in den Halbmeterbereich möglich werden. Letztlich könnte man mit so einem frei beweglichen Ball alle Objektmanipulationen vornehmen, die man auch an einem realen Objekt vornehmen kann – und das genauso intuitiv. Während die meisten Nutzer für die Bedienung von CAD-Oberflächen mit herkömmlichen Eingabegeräten eine gewisse Einarbeitungszeit brauchen, ist absolut jeder in der Lage, auf Anhieb ein Objekt in die Hand zu nehmen, zu drehen, näher an sein Auge oder weiter weg zu bewegen. Das könnte hiermit genauso gut klappen, hinzu kämen der Touch-Hokuspokus und etwaige Click-Funkionen. Ob halten ein Problem wird, hängt dagegen stark vom Gewicht ab. Es wäre ja nicht verboten, sein Handgelenk oder zumindest Ellenbogen abzustützen, sondern nur nicht mehr nötig, und die Kugel selbst zu halten muss nicht schwer sein. Es gibt genug Berufe, wo Stundenlang ein Werkzeug gehalten wird.
Hinter all diese Möglichkeiten muss aber noch ein dickes "wenn" gesetzt werden: Wenn Eingabewünsche fehlerfrei und intuitiv von sonstiger Handhabung wie "halten", "zur Seite legen", "umgreifen" oder "damit im Raum bewegen" unterschieden werden können. Das kann schon bei 2D-Touchgeräten schwierig werden (wie jeder mit großen Händen und kleinem Smartphone weiß), aber hier gibt es schlichtweg gar kein "Gehäuse" beziehungsweise gar keine Basis mehr; man muss dieses Eingabegerät auch für jede nicht-PC-Interaktion an Stellen greifen, die auch Eingaben auslösen können. Da muss die Software zuverlässig trennen können; sonst taugt das Ding allenfalls als Presenter für 3D-Umgebungen. Und selbst da muss die Frage erlaubt sein: Wieso nicht einfach einen VR-Controller nehmen?