"Verdient" würde ich das noch nicht nennen, zumal die Umstellung eben nicht 1:1 war. Besser wäre es gewesen, den G92 einfach gar nicht als 8000, sondern als 9700 zu bringen. Er war schließlich neuer, aber einen Tick kleiner als der G80. Aber es war halt zumindest nicht so, dass es gar keinen Fortschritt gegeben hätte oder dass ein allgemein schlechtes Produkt aufgehübscht wurde.
AMDs Marketing dagegen muss dieses Jahr eine Fettnäpchen-Challenge ausgerufen haben...
- Auf den "7945" folgt ein "8945". Mit der gleichen Architektur, halb so vielen Kernen (16 => 8) und einem Viertel so viel Cache (64 MiB => 16 MiB)
- "Ryzen 8000" wird mit KI beworben, die Umbenennung bestehender Chips und sogar die Änderung des Codenamens* wird einzig mit einem höher getakteten KI-Beschleuniger begründet. Aber mehrere "Ryzen 8000" erhalten gar keine derartige NPU und sämtliche Desktop-Versionen das alte 7000er-Leistungsniveau.
- Das ganze unter Verletzung diverser selbst aufgestellter Regeln, mit denen ab 2023 (also gerade einmal 12 Monate zuvor) die Nummern in ein einheitliches System überführen wollte. Ein System, dass langfristig soviel übersichtlicher sein sollte, dass man damit vor zwei Jahren das Rebranding diverser alter Chips gemäß neuem Muster gerechtfertigt hat.
- Stattdessen wird das System bei den einzigen echten Neuvorstellungen dieses Jahres komplett abgeschafft ...
- ... und
teilweise (es lebe die Einheitlichkeit!) durch neue Bezeichnungen ersetzt, die
zufällig genau dem von/bei der Konkurrenz etablierten Muster entsprechen. Nur 1-2 Generationen weiter, also mit der Suggestion, man würde schon Hardware von 2025 anbieten. Das ganze mit einer scheinheiligen Erklärung, die ausgerechnet auf die KI-Masche bei 7000 & 8000 aufbaut.
- Parallel wird bei den I/O-Hubs das "E" als Kennung für PCI-E 5.0 abgeschafft und dafür ein "E" als Kennung für verdoppelte Ausstattung eingeführt ...
- ... während man einen "870" vorstellt, der weniger Möglichkeiten als ein "650" bietet.
Kann man sich nicht ausdenken sowas. AMDs Produkt-Management verhält sich wieder genau so wie vor 10-15 Jahren, als sie irgendwie Phenom- und FX gegen Nehalem/Sandy Bridge/Ivy Bridge/Haswell verkaufen mussten. Nicht wie es sich für den Hersteller der derzeit besten x86-CPUs gehören würde.
*: Ich fasse es bis heute nicht – wozu hat man nochmal Codenamen und getrennte Marketing-Bezeichnungen?? Eben, damit man erstere anpassen kann, mit letzteren aber trotzdem ein eindeutiger Begriff besteht.
Den man nicht anpasst. Aber AMD kriegt es ja nicht einmal hin, technisch sehr unterschiedlichen Chips unterschiedliche Codenamen zu geben. Schon blöd, wenn es egal ist, ob man
"Phoenix" oder
"Hawk Point" im Laptop hat, aber eine Katastrophe, wenn statt
"Phoenix" ein
"Phoenix" drin steckt.
(Sorry für den Rant. Aber hatte diese Woche mal wieder das Vergnügen einen Artikel abzugeben, in dem ich nicht nur die "870 = 650" und "E != E" erklären, sondern das ganze auch multiplizieren musste mit den vier I/O-Hub-abhängigen PCI-E-Geschwindigkeits-Möglichkeiten gepaart mit den beiden Mainboard-Hersteller abhängigen PCI-E-Geschwindigkeits-Möglichkeiten gekreuzt mit den drei CPU-abhängigen PCI-E-Anzahl-Möglichkeiten. Und eigentlich hätte man noch zweimal 2 mal 2 plus 1 USB4-Optionen damit kombinieren können, aber der Platz reichte nicht.
tl;dr: Es ist gerade nicht der optimale Zeitpunkt, mit auf AMD-Bezeichnungen im Allgemeinen oder deren APUs im Besonderen anzusprechen.)