Habe ich in den Artikel geklopft. Wollte das da verlinken:
https://www.pcgameshardware.de/Monitor-Display-Hardware-154105/Specials/LDAT-Input-Lag-1357708/
Absolut richtiger Hinweis und die Kollegen haben da an sich alle recht. Ich halte nicht (nur) die 10-90-Messung irreführend, sondern Reaktionszeiten-Messungen an sich und komme aber zu einem anderen Schluss. Das will ich erklären:
Ich kenne die ganzen Beiträge natürlich und habe das intensiv studiert, aber letztlich halte ich es für wesentlich, ob andere, ausführlichere, ja sogar genauere Messungen zu anderen Bewertungen der Panels führend.
Beispiel: HW Unboxed führt die "kumulierte Abweichung" (cummulative deviation) ein, die - absolut unbestritten - einen genaueren Wert für den Farbwechsel liefert als eine Reaktionszeit, weil dadurch die Kurvenform berücksichtigt ist. Aber: Dieser genauere Wert führt eben auch nicht unbedingt zu anderen Bewertungen des Panels. Davon abgesehen, dass es noch ein neuer und vor allem synthetischer Wert ist, der im Test nicht unbedingt dem Leser vermittelbar ist.
Klar gibt es viele "Probleme", die einen daran hindern, einen absolut korrekten Wert einer Reaktionszeit zu bekommen. Aber wie ich schon schrieb: Darauf kommt es letztlich nicht an, finde ich. Viel wichtiger ist doch die direkte Vergleichbarkeit und dass die Methode reproduzierbar ist. Egal ob man die Messungen gammabereinigt (wie Tftcentral) oder nun zwischen 3-98 % Prozent (wie HW Unboxed) misst. Man könnte dagegenhalten, dass das dann auch noch ungenauer ist, weil man dann manuell messen müsste.
Der Ausführlichkeit steht oft die Verständlichkeit entgegen. Daher halte ich die subjektive Bewertung der Messwerte zusammen etwa mit Schlierenbildern fast schon wichtiger als eine größere Zahlenwüste. Es läuft hier immer auf einen Kompromiss raus, der zwar ständig angepasst wird, aber eben auch jeder Reviewer anders wählt. Letztlich schreiben wir für Laien und sind auch selbst welche! Keiner(!), der Kollegen ist etwa Elektroingenieur, weder bei Prad noch bei Rtings oder sonstwo. Das ist einerseits auch gut so, um den Praxisbezug nicht zu verlieren. Aber eben andererseits nicht, wenn es darum geht, die Tests mit mehr pseudowissenschaftlichen Methoden zu ergänzen. Nein, die müssen nicht unbedingt schlecht sein, weil sie von Laien erstellt und durchgeführt werden. Aber eben dafür gibt es Fachleute. Deswegen hatte ich mich damals von einem Ingenieursbüro für Displaytechnik dazu beraten lassen, der mir nicht nur all diese Messprobleme erklärt hat, sondern mit dem ich auch meinen Messkompromiss ausgearbeitet habe.
Ja, ich halte es für wichtig, die Reaktionszeiten überhaupt in einer Messreihe darzustellen. Aber es gibt eben eine hinreichende Genauigkeit. Ich halte es bspw. für wichtiger, das Overdrive-Verhalten und mit einem Schlierenbild als Beispiel zu belegen anstatt den Overshoot bei allen Stufen durchzumessen.
Leider nein, weil die RGB-Abweichung ja bei jedem Farbwechsel eine andere ist. Ein Grund mehr, mit der 10-90-Toleranz zu leben, meine ich. Denn die ist ja schon eine feste Abweichung. Eine andere feste, würde keine genaueren, sondern einfach nur andere Ergebnisse liefern, wenn überhaupt.
Mein Messkopf hat ein Öffnungskreis zur Diode von ca. 5 mm. Hatte damals 2017, als ich ihn gebaut habe, mit der "Lochgröße" etwas experimentiert. Nein, bis auf einem Pixel bin ich nicht runtergekommen

Aber habe keine anderen Messwerte mit anderen Durchmessern bekommen, daher war genau das "Problem" für mich "theoretisch".
Nochmal abschließend: Ich diskutiere gerne über Testmethoden, da ich ausführliche, aussagekräftige aber eben auch verständliche Tests erstellen möchte. Deswegen ist mir da euer Feedback von außen wichtig.