NAS daheime ist mit 10Gbit/s ans Internet angebunden (8 Gbit/s real). Sofern macht es selbst dafür keinen Sinn, HDD zu verwenden - entweder muss man da SSD als Cache davor kleben oder extrem langsam rumkrebsen.
Meine klassische Frage: Wie oft zahlt sich die hohe Geschwindigkeit aus? Je nachdem, was man gerade kopiert und wie fragmentiert es auf der Platte ist, kann die HDD auch 200 MB/s. Diese Bulk Szenarien bei denen man alles liest und schreibt sind ja doch sehr selten. Für den doch extrem seltenen Fall, dass du deine Musiksammlung wiederherstellen musst, während du außerhalb bist: Die Internetleitung könnte da auch ein sehr limitierender Faktor sein. In so einer Situation ist man wohl eher glücklich, dass man überhaupt an die Daten kommt. Und wenn sie dann mit 100~150 MB/s (immerhin 1/5 einer Leitung) von einer HDD kommen können, ist das doch schon gut. Daraus ergibt sich umgekehrt (je nachdem, von wo aus du so eine Aktion fährst), ob es überhaupt Sinn macht, eine so hohe Bandbreite bedienen zu können.
Wer keine Filmsammlung in unkomprimierten Formaten hat, braucht daheime eigentlich keine HDD mehr weil SSD einfach gnadenlos überlegen sind.
Streich das "gnadenlos": In Preis/TB sind sie nicht überlegen und das gibt ihnen immer noch eine Daseinsbrechtigung. Auch bei der Langzeitspeicherung sollen die magnetischen Felderr der elektrischen Ladung der Flashzellen überlegen sein, was den schleichenden Verfall angeht.
Am Ende gibt es wie so oft nicht die Universallösung. Und als weiterer Punkt, wo die Geschwindigkeit zwar nett, aber der Speicherkapazität untergeordnet ist: Tape Storage. 400 MBit/s. Willkommen zurück auf USB 2.0 Geschwindigkeit. Komprimiert und schön gerechnet spricht iBM von 1000 MBit/s.
SSDs sind für die meisten Privatmenschen wohl die beste Wahl. Vollkommen richtig. Die Zugriffszeiten sind ungeschlagen gut und wichtig. Die hohen Lese- und Schreibraten... kommen sehr selten zum Tragen (Bsp: Ganze Spielesammlung kopieren/verschieben, danke an die Entwickler für 100+ GB große Spiele). Für Updates (egal ob Windows und Spiele) wird die Internetleitung eines Privathaushaltes eine HDD noch nicht so häufig an die Grenzen bringen.
Also im Kern: HDDs bieten günstigen Speicher mit moderat guter Zugriffsgeschwindigkeit. Ich sehe für mich so selten den Fall, dass ich die Geschwindigkeit der SSDs wirklich ausspiele, dass ich trotzdem weiterhin HDDs zusammen mit SSDs in meinem Heimserver verwende und dort die Lasten so verteile, wo sie besser aufgehoben sind. Einfach mal rational bleiben. Leute geben unnötig viel Geld für PCIe 5.0 SSDs aus, deren Leistung sie selten abrufen oder schmeißen zum Preis von 120 Euro einen Luftkühler auf die 120W CPU. Oder kürzlich der8auer mit seiner gigantischen Wasserkühlung für 1000 Euro oder so um am Ende 2°C kühlere Temperaturen zu erreichen. Ich bin mal gespannt, ob er mal einen Einsatz findet, wo er so viel Wärme überhaupt in den Radiator bekommt.
Bevor ich jetzt in eine Tirade der Unvernunft ausbreche ein Abschlusssatz: Jeder hat seinen Anwendungsfall. Wer es richtig macht, überprüft was er braucht und kauft eine passende Lösung. Ansonsten kauft man für eventuell viel Geld eine Lösung, die funktioniert, aber irgendwo einige Haken hat (könnte mehr, zu teuer, ...)
HDDS haben weiterhin eine Daseinsbrechtigung