Auch LGBTQ Inhalte, die sehr junge Menschen in ihrer Identität verunsichern und die Inhalte geradezu aufdrängen (hat ja nichts mit Aufklärung zu tun) sehe ich kritisch.
Ich weiß beim besten Willen nicht, woher diese Behauptung kommt, solche Inhalte würden junge Menschen in ihrer Identität verunsichern, und wer sie in die Welt gesetzt hat. Aber das stimmt einfach nicht. Das ist schon eine sehr einfach gehaltene Sichtweise, die einige Faktoren (absichtlich?) außer Acht lässt und ignoriert. Das ist das selbe Niveau, wie die damalige "Killerspiel"-Debatte.
1. Wird einem nicht gesagt, dass hetero schlecht sei. In keinem Spiel, in keinem Film. Solche Botschaften existieren schlicht nicht.
2. Was ist mit Kindern, die Eltern haben, die in einer homosexuellen Beziehung leben? Die werden nicht automatisch homosexuell. Für die ist das völlig normal.
3. Falls eine Verunsicherung vorliegen sollte, liegt das nicht am Inhalt, sondern vielmehr an tiefer liegenden Problemen. Anhaltende Unsicherheiten entstehen nicht durch gelegentlichen Konsum von LGBTQ-Inhalten, sondern durch das engere Umfeld. z.B. wenn Kindern nichts zugetraut wird, ihnen X und Y eingeimpft wird usw.
Andernfalls wären Shooter allein für vergangene Gewaltakte verantwortlich. Dass dem nicht so ist und ganz andere Faktoren zur Gewalt führten, ist ja mittlerweile klar und bewiesen. Warum das ausgerechnet bei LGBTQ-Inhalten anders sein soll, ist mir schleierhaft.
Damit will ich keinesfalls sagen, dass Medien keinen Einfluss haben. Altersfreigaben haben zweifelsohne ihre Berechtigung. Und Diskussionen, beispielsweise über die Darstellung von Frauen und Männern in Medien, haben selbstredend ebenfalls ihre Berechtigung. Aber pauschal zu behaupten, dass mediale Inhalte lebensverändernde Unsicherheiten hervor rufen, ist zu kurz gedacht. Da gehört schon viel mehr dazu. Man würde durch eine Zensur nur ein Symptom bekämpfen, nicht die Ursache.
Muss man Kindern und Jugendlichen, ohne dass sie fragen, Transgender und non-binäre Personen erklären? Nein. Vor allem nicht, wenn sie in ihrer Lebenswelt gar keine Berührungspunkte damit haben. Ein besonders greifbares Thema ist das ja nicht, selbst für einige Erwachsene. Allerdings würden die einen nur blöde angucken und sich fragen, wovon ich da jetzt rede. Sollte man es ihnen aber erklären, wenn sie mal von sich aus danach fragen? Zweifelsohne. Sensibel und respektvoll.
Eine Tabuisierung war - weil man vielleicht Ängste hat o.ä. - war noch nie hilfreich.
Generell sollten Menschen unter 16 Jahren mit dem Thema Sexualität in Spielen nicht konfrontiert werden. Schon gar nicht mit sowas.
Es ist schon richtig, dass Jugendliche mit bestimmten Inhalten in Medien nicht unbedingt in Berührung kommen sollten. Gerade was Pornografie angeht, die ja nun mal auch ein ziemlich falsches Bild von "realer" Sexualität zeigt. Jetzt kommt das große Aber:
Es ist Fakt, dass Jugendliche eine Sexualität haben. Es ist Fakt, dass sie sich ausprobieren. Müssen sie also vor dem Thema Sexualität an sich geschützt werden? Meinerseits ein klares Nein. Denn Sexualität beinhaltet ja nicht nur Nippel, Geschlechtsteile und Sex. Es wäre defintiiv ratsamer, das Thema Sexualität in Medien, also auch in Spielen, weniger sexualisierend darzustellen, sondern sensibler und altersentsprechend.
Aber ich glaube auch nicht, dass 15jährige Menschen von bloßen Brüsten traumatisiert werden.
Von all dem sind strafrechtlich relevante Inhalte natürlich ausgenommen. Die gehören zurecht verbannt.