[REVIEW] Die Gigabyte XM300- eine günstige Maus für ambitionierte Spieler?

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[REVIEW] Die Gigabyte XM300- eine günstige Maus für ambitionierte Spieler?

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Vorwort

An dieser Stelle möchte ich der Redaktion von PCGH für das Organisieren dieses Testberichtes und Gigabyte für das Bereitstellen des Testmusters bedanken. Außerdem möchte ich erwähnen, dass alle hier geschilderten Eindrücke subjektiv sind. Ihr müsst meine Meinung also nicht teilen.

Die Gigabyte XM300 ist die erste unter dem Label "Xtreme Gaming" vermarktete Maus, welche einige große Features für einen günstigen Preis von, zum Zeitpunkt des Testberichtes, unter 40€ bieten will. Offiziell spricht Gigabyte von einer "perfekten Gaming-Waffe mit sehr guter Präzision", die für "Spielen in Wettbewerben" geeignet sein soll. Außerdem soll sie "neben RGB-Beleuchtung viele weitere auf Gaming ausgelegte Features, welche enthusiastische Spieler definitiv hoch schätzen würden", besitzen.
In diesem Testbericht möchte ich der Frage nachgehen, ob Gigabyte ihre Versprechen erfüllen kann und es eventuell sogar schafft, für den günstigen Preis von 39€ eine Maus zu produzieren, die sogar Enthusiasten und kompetitive Spieler auf höchstem Niveau glücklich macht.

Offizielle und informative Videos zu der Gigabyte XM300 findet ihr hier und hier.

Inhaltsverzeichnis


Ersteindruck: Verpackung und Material
Präsentation und Lieferumfang
Verarbeitung
Zwischenfazit

Technische Daten

Ergonomie

Software

Performancetests
Tasten
Input Lag
DPI und Polling Rate
Beschleunigung
Angle Snapping und Jittering
Lift-Off-Distanz
Zwischenfazit: Theoretische Tests

Praxistests
Spielbetrieb
Alltagsaufgaben
Zwischenfazit: Praktische Tests

Fazit: Gigabyte XM300

Erklärung der Fachbegriffe


Ersteindruck: Verpackung und Material


Präsentation und Lieferumfang

Die Gigabyte XM300 kommt in einer in schwarz-orange gehaltenen Verpackung geliefert, passend zu den Farben des "Xtreme Gaming"-Labels. Die Verpackung ist modern gestaltet und beherbergt zum größten Teil die wichtigsten Informationen. Die Vorderseite der Verpackung ist per Klettverschluss auf- und zuklappbar, damit man einen Einblick auf die Maus bekommen kann. Dort wird die Maus auf einer orangenen Oberfläche präsentiert.

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In der Verpackung befindet sich die Maus und zwei Sets an Ersatz-Teflonfüßen. Extras wie eine Treiber-CD oder Bedienungsanleitung findet man hier nicht. Somit wird nur das Wichtigste mitgeliefert, was im Angesicht des Preises der Maus aber auch verständlich ist.

Erster Eindruck und Verarbeitung

Ausgepackt sieht man die Maus dann in ihrer vollen Pracht. Sie ist, abgesehen vom DPI-Indikator und dem kleinen RGB-Licht an der Oberseite der Maus komplett in schwarz gehalten und kommt in einem einem coolen, aber zeitlosen Design daher. Das Design einer Maus ist selbstverständlich subjektiv, mir persönlich gefällt es aber. Die XM300 sieht nett aus und passt, vor allem dank des kleinen RGB-Lichtes an der Oberseite, zu den meisten Setups.



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Wenn man die Maus das erste Mal in die Hand nimmt, fällt sofort auf, dass die benutzten Materialen nicht billig sind. Auf der Oberseite der Maus wird glattes Plastik benutzt, an den Seiten raues Plastik. Von Klavierlack hat Gigabyte sich bei dieser Maus zum Glück ferngehalten. Die Seiten der Maus sind gummiert, um ein Rutschen der Maus beim Spielen zu verhindern.

Obwohl die Maus schon seit vier Wochen bei mir im persönlichen Gebrauch ist, sieht sie immer noch fast so aus wie neu. Nur das durchsichtige Plastik über der Beleuchtung hat bei genauer Betrachtung einige dunkle Flecken, aber auch die sind nicht zu gut sichtbar.

Die Verarbeitung der Maus ist ebenfalls größtenteils in Ordnung. Am negativsten fällt das teilweise starke Wackeln der Tasten und das Kabel auf.

Alle Tasten auf der Maus, abgesehen von den DPI-Tasten, kriegt man ordentlich zum Wackeln. Bei den Maustasten und den Daumentasten zwar nicht zu extrem, das Mausrad wackelt mir persönlich aber schon zu viel.

Das Kabel ist sehr dünn und nicht geflochten. Da hätte Gigabyte nachbessern können, immerhin ist der Grund für kaputte Hardware oft ein kaputtes Kabel.

Diese Mängel sind im Angesicht des Preises allerdings zu verschmerzen. Von einer Maus mit High-End-Features und dem Preis der Mittelklasse muss man Kompromisse bei der Verarbeitung erwarten, und diese halten sich bei der Gigabyte XM300 im Rahmen.

Abgesehen von diesen Mängeln legt die XM300 aber In Punkto Verarbeitung eine gute Vorstellung ab. Die Spaltmaße sind gleichmäßig und nicht zu groß und auch die LED auf der Oberseite stellt zufrieden. Auch auf niedrigeren Intensitätseinstellungen leuchtet diese noch sehr gleichmäßig aus. Die guten benutzten Materialien runden das Paket ab.

Wie gut die Teflonfüße sind, wird sich noch zeigen. Auf den ersten Blick erkennt man zwar, dass sie ziemlich dünn sind, doch in wie fern sich das auf die Gleiteigenschaften der Maus auswirkt, könnt ihr später lesen.

Technische Daten

Hersteller |Gigabyte
Modell |XM300
Sensor |Pixart PMW 3988
Polling Rate |Bis zu 1000hz
Gewicht |101g ohne Kabel
Größe (L x B x H) |130 x 60 x 55mm
Tastenanzahl| 7
Layout |Rechtshänder
Kabellänge |1,8m
Beleuchtung |RGB
Preis | ca. 38€ Quelle | Herstellerseite

An dieser Stelle möchte ich auf den benutzten Sensor und das Gewicht der Maus eingehen, da diese eine weitere Erwähnung verdienen.

Der benutzte Sensor ist der Pixart PMW 3988, welchen man in Mäusen für 40€ normalerweise nicht antrifft. Dieser Sensor gehört zu den besten Sensoren, die es aktuell gibt und wird unter anderem auch in anderen, teureren High-End-Mäusen wie der Razer Deathadder Chroma oder der Asus ROG Gladius verwendet und schlägt objektiv gesehen auch den PMW 3310, welcher in einigen teureren, auf Performance ausgelegten Mäusen wie den Zowie-Modellen EC1-A und EC2-A vorkommen. Ob die Maus die Kapabilitäten des Sensors auch ausspielen kann, werde ich später genauer unter die Lupe nehmen, aber als Spieler diverser kompetitiver Spiele wie Counter-Strike: Global Offensive und Overwatch freut mich die Wahl des Sensors sehr und zeigt auf, dass Gigabyte es ernst meinte, als sie versprachen, dass diese Maus für das Spielen in Wettbewerben geeignet ist. Der PMW 3988 spielt sehr weit oben mit und verspricht sehr gute Trackingeigenschaften.


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Das Gewicht ist einer Maus ist nicht rein objektiv zu beurteilen, da einige Leute schwere, einige Leute leichte Mäuse bevorzugen. Mit einem Gewicht von 101g gehört die Gigabyte XM300 zwar nicht zu den absoluten Leichtgewichten wie die Zowie FK2 mit einem Gewicht von 85g, siedelt sich aber trotzdem weiter unten an. Eine gute Entscheidung: die meisten kompetitiven Spieler bevorzugen leichtere Mäuse, wie diese Umfrage im Forum der E-Sports-Organisation Team Liquid aufzeigt. Durch das geringe Gewicht der Maus lässt sich diese einfacher und mit weniger Wiederstand bewegen, was schnelle Bewegungen erlaubt und bei langen Gaming-Sessions Schmerzen am Arm vorbeugen kann.

Ergonomie

Die Maus ist tailliert und bietet an der Unterseite zwei eher kleine Gummiablagen für den Daumen bzw. den kleinen Finger und den Ringfinger. Die Maus liegt wie angegossen in der Hand- wenn man an diese Gummiablagen perfekt rankommt. Ich, als jemand, der hauptsächlich den Claw Grip benutzt und eine kleine Hand hat (16,5cm Länge vom Anfang meines Handballens bis zur Spitze meines Mittelfingers), muss meine Hand teilweise doch leicht stärker abflachen als ich es gerne würde. Die Maus liegt dann zwar komfortabel in der Hand, mein Grip fühlt sich aber leicht aufgezwungen an und ist nicht ganz so, wie ich ihn gerne hätte. Die Maus hätte etwas kleiner sein müssen, um ordentlich in meine Hand zu passen. Bekannte, welchen ich die Maus zum testen gegeben hatte, bestätigten aber mein Bild: In eine große Hand passt die Maus wie angegossen.

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Das Material der Maus fühlt sich auf der Hand sehr gut an. Die gummierten Ablagen tun ihren Job und das Plastik an der Oberseite fühlt sich sehr trocken und komfortabel an. Einen Palm Grip empfinde ich bei der XM300 als ziemlich komfortabel, wenn auch hier wieder das Problem der Mausgröße besteht: Leute mit sehr kleinen Händen sind eventuell nicht ganz zufrieden. Die Maus ist überall ziemlich stark abgerundet, weshalb keine nervigen Ecken beim Halten der Maus auffallen. Die XM300 im Fingertip Grip empfinde ich als nicht optimal. Aufgrund der ziemlich stark abgerundeten Gummiablagen muss man seine Finger doch ziemlich weit vorne ansetzen. Normalerweise surfe ich gerne im Fingertip Grip, was ich mir aber mit der XM300 abgewöhnen musste. Wie schon vorhin erwähnt ist auch ein Palm Grip bei der XM300 gut nutzbar, wobei hier vor allem die Handgröße eine große Rolle zu spiele scheint; Leute mit kleinen Händen werden hier eher nicht glücklich.

Generell halte ich die XM300 für eine sehr komfortable Maus, was mir Bekannte beim Testen der Maus bestätigten. Leute mit kleinen Händen könnten allerdings Probleme dabei haben, diese Maus komfortabel zu Grippen, vor allem, falls sie einen Claw Grip benutzen. Vom Fingertip Grip rate ich bei der XM300 eher ab, da man seine Finger zu weit vorne ansetzen müsste.

Software

In Gigabytes umfangreicher "Xtreme Macro Engine" lassen sich einige Sachen einstellen. Neben reichlichen Optionen bezüglich des RGB-Lichtes gibt die Software jemandem die Möglichkeit, Makros zu programmieren und Tastenbefehle zu verändern, Änderungen an der DPI vornehmen, die Polling Rate umzustellen und auch die Scrollgeschwindigkeit des Mausrades zu verändern.
Die Software ist dabei, den Farben des Xtreme Gaming-Labels treu bleibend, komplett in Schwarz und Orange gehalten. Unter den verschiedenen Tabs "Assign Keys", "Manage Macros" und "Other Settings" verstecken sich alle Einstellungen.

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Unter dem Tab "Assign Keys" kann die Farbe der LED umgestellt werden und Tastenbefehle umgestellt werden. Hier werden auch programmierte Makros bestimmten Tasten zugewiesen.
Die LED der Maus ist sehr gut programmierbar- neben verschiedenen Leuchtmodi (Konstant, Pulsierend, Rotierend) kann man die Geschwindigkeit der Farb- bzw. Intensitätswechsel und die Helligkeit umstellen, außerdem selbstverständlich die Farbe der Beleuchtung. Die Intensität der LED lässt sich gefühlt stufenlos einstellen. Auf der untersten Stufe ist sie komplett aus und auf der obersten sehr hell, genügend Abstufungen sind definitiv vorhanden. Die Wechselgeschwindigkeit finde ich auf der untersten Stufe zwar okay, es hätten aber ein paar mehr Abstufungen vorhanden sein können. Schade finde ich, dass die DPI-Indikatoren permanent weiß leuchten und diese Farbe nicht abänderbar ist.

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Durch Klick auf einen der anderen Felder im Tab "Assign Keys" lassen sich andere Befehle oder Makros auf die entsprechende Taste legen. Die Bedienung ist dabei ziemlich intuitiv; auf einen Befehl oder einen Makro drücken, speichern und schon ändert sich die Funktion der Taste. Dabei werden, neben dem ziemlich umfangreichen Makro-Editor, sehr viele vorgefertigte Funktionen gegeben, aus welchen man auswählen kann; diese sind in der unteren Grafik sichtbar.

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Im Tab "Manage Macros" kann man insgesamt 50 Makrobefehle abspeichern, um sie später auf eine beliebige Taste zu legen. Der Makroeditor beinhaltet sehr viele Funktionen und Makros lassen sich einfach per Drag & Drop programmieren, was die Bedienung des Makroeditors ziemlich einfach macht.

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Der Tab "Other Settings" enthält einfachere Settings; hier lässt sich schnell und einfach Veränderungen der Scrollgeschwindigkeit, der Polling Rate und der DPI (in 50er-Stufen) vornehmen. Außerdem enthält sie einen Link zur Gigabyte-Website und die Möglichkeit, schnell die Firmware oder Software zu aktualisieren.

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Generell lässt sich die Software einfach bedienen. Leider ist sie nur auf Englisch vorhanden, was ihre Bedienung für einige Leute, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, etwas schwerer machen dürfte. Doch trotzdem; sie ist ziemlich klein und doch ziemlich umfangreich, ohne dabei schwer zu verstehen zu sein. Nach nur ein paar Minuten Eingewöhnungszeit konnte ich jede Funktion der Software problemlos bedienen. Auf Bugs bin ich ebenfalls nicht gestoßen und Ruckler oder ähnliches, welche den Arbeitsfluss mit der Software hindern, ebenso nicht. Nur ein paar Sachen vermisse ich hier: Einstellungen für Angle Snapping, Beschleunigung und Lift-Off-Distance (vor allem, da diese ziemlich hoch ist) wären nett gewesen und hätten im Tab "Other Settings" auch noch Platz.

Die Software hinterlässt im allgemeinen einen echt sehr ordentlichen Eindruck. Sie funktioniert gut, gibt dem Benutzer viele Möglichkeiten und lässt sich intuitiv bedienen. Ein Wermutstropfen ist, dass die Software nur auf Englisch verfügbar ist, was aber nur bei den wenigsten ein Problem darstellen sollte. Den DPI-Indikatoren RGB-Lichter zu geben, wäre auch angemessen gewesen. Es ist etwas schade, dass man die Farbe dieser nicht umstellen kann. Zusätzlich fehlen mir ein paar Optionen.

Performancetests


Für diesen Test habe ich die Maus vier Wochen in Benutzung gehabt und bei verschiedensten Spielen und Anwendungen benutzt. Neben alltäglicher Benutzung habe ich mit ihr viel gespielt und Tests durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit der Sensors zu bestimmen.


Tasten

Die auf 20 Millionen Klicks spezifizierten Omron-Schalter für die linke und rechte Maustaste tun ihren Job gut. Die Maustasten sind ziemlich laut, was sich auch in ihrem Druckgefühl wiederspiegelt. Die Betätigungskraft dieser ist nämlich eher hoch, so wie der Weg der Maustaste. Insgesamt fühlt sich der Druck auf die Maustasten gut definiert an und sehr genau.


Die Daumentasten sind ziemlich schwergängig und die benötigte Betätigungskraft liegt ziemlich hoch, wobei nach Gefühl die hintere Daumentaste einfacher zu betätigen ist. Die Betätigungskraft hätte meiner Meinung nach etwas niedriger sein können, wobei ich hier nur für mich reden kann; ein perfektes Druckgefühl gibt es nicht, da jeder dieses anders wahrnimmt. Auf der positiven Seite führt die hohe Betätigungskraft dazu, dass es sehr schwer ist, aus Versehen eine der Daumentasten zu betätigen. Wie schon bei der linken und rechten Maustaste fühlen sich die Daumentasten kaum schwammig an, sondern ziemlich genau.


Anders als ich die rechte und linke Maustaste und die Daumentasten empfunden habe, finde ich das Mausrad ziemlich schwammig. Die Betätigungskraft des Scrollrads und die benötigte Kraft zum scrollen gefällt mir eigentlich ziemlich gut. Das Scrollen ist weder zu leicht, noch zu schwer und auch die Betätigungskraft des Mausrads ist, dem Schema der restlichen Tasten folgend, zwar eher hoch, aber keinesfalls zu hoch. Einzig und allein an Genauigkeit fehlt es mir, da sich das Mausrad im allgemeinen ziemlich schwammig und nicht sehr genau anfühlt. Bei einer Maus für 40€ kann ich das verschmerzen und Probleme beim Spielen hat mir das Mausrad auch nie bereitet, doch etwas mehr Genauigkeit wäre doch schön gewesen.

Die DPI-Tasten sind sehr kantig geformt. Der Vorteil dabei ist es, dass sie beim Spielen dank ihrer markanten Form sehr einfach auszumachen sind, allerdings fühlt es sich komisch an, sie zu drücken.

Sie fühlen sich ziemlich gedämpft an und sind deshalb ziemlich leise. Da im Normalbetrieb die DPI-Tasten nur seltenst betätigt werden, ist auch die komische Form okay. Sie macht das Drüken zwar ziemlich unangenehm, das schnelle Erkennen der DPI-Taste gleicht das aber wieder aus. Auch wurde etwas Abstand zwischen den DPI-Tasten und dem Mausrad gelassen, weshalb unbeabsichtigtes Drücken der DPI-Tasten nicht passieren sollte.

Die Maustasten machen einen gemischten, aber hauptsächlich guten Eindruck. Während die linke und rechte Maustaste mir dank ihrer hohen Betätigungskraft und Genauigkeit gut gefallen und auch die Daumentasten, obwohl sie ziemlich schwer zu betätigen sind, sehr genau sind, ist das Scrollrad etwas schwammig. Den Preis miteinbezogen kann ich aber sagen, dass die einzelnen Tasten trotzdem über meinen Erwartungen liegen. vor allem die beiden Maustasten machen einen sehr guten Eindruck und mir fällt keine Maus ein, bei welcher mir das Klicken auf die Maustasten mehr gefallen hat.

Input Lag

Um den Input Lag der Maus zu bestimmen, habe ich den Test von humanbenchmark.com benutzt und den Reaktionstest jemals 10 mal durchgeführt. Das Ergebnis sprach dabei nur für die XM300: Die ROG Gladius und die Anker High Precision Laser agierten in etwa auf demselben Level, während die XM300 durchschnittlich in etwa 14ms schneller als beide war. Nach dem ersten Testdurchgang habe ich den selben Test noch einmal mit der XM300 durchgeführt, um sicherzugehen, dass meine Ergebnisse auch genau sind. Auch beim zweiten Durchgang lag die XM300 durchschnittlich in etwa 10ms vor ihrer Konkurrenz.

Mäuse | Minimum | Durchschnitt
XM300|178ms|212ms
Anker High Precision Laser|200ms|226ms
ROG Gladius|214ms|227ms
XM300 Durchgang 2|197ms|216ms

Als weiteren Test habe ich Bloodys "Mouse Shooting" Test verwendet. Dabei schließt man zwei Mäuse an und drückt die linke Maustaste der einen Maus gegen die rechte Maustaste der anderen Maus. Dann wird angegeben, wie viel später eine der Maustasten betätigt wurde. In den Fotos unten ist die Maus "A" Die Gigabyte XM300, welche, wie ihr sehen werdet, auch hier immer gegen die Anker High Precision Laser und die ROG Gladius gewinnt.

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Auch, wenn die paar Millisekunden weniger Input-Lag nur seltenst einen Unterschied machen sollten, können sie in einigen Situationen hilfreich sein; wer als erster das Feuer auf seinen Gegner eröffnet, kann spielentscheidend sein. Gigabyte hat es geschafft, den Input Lag der XM300 weit zu reduzieren, um in kompetitiven Spielen dem Spieler einen Vorteil vor Leuten mit anderen Gaming-Mäusen wie der ROG Gladius und der Anker High Precision Lasermaus zu geben.

DPI und Polling Rate

Der verbaute PMW 3988-Sensor gehört zu den aktuell besten und sollte auch ambitionierte Spieler glücklich machen. Hier könnt ihr sehen, ob dieser auch gut implementiert wurde und so genau ist, wie er sein soll.

Kurz vorweg: Bei meinem Testmodell treten ein paar Probleme bezüglich der DPI und der Polling Rate der Maus auf. Diese sind allerdings keinem anderem Reviewer aufgefallen, weshalb ich stark von einem Defekt ausgehe- ob mehr dahintersteckt, kann ich ohne weitere Testmodelle nicht sagen. Behaltet dies bitte im Hinterkopf.

Den Enotus Mouse Test habe ich benutzt, um die DPI und Polling Rate der Maus zu bestimmen. Dabei fiel mir etwas auf: Eine Polling Rate von 1000hz wird, unabhängig von den Treibereinstellungen, bei meinem Testmodell nicht erreicht. Ungefähr 780hz scheint hier das Maximum zu sein. Um sicherzustellen, dass das Problem hier weder am Testsystem noch zwischen Tisch und Stuhl liegt, habe ich den Test mit meiner ROG Gladius durchgeführt: Hier erreicht sie eine Polling Rate von 1997hz, also in etwa die versprochenen 2000hz. Das Problem liegt also an der XM300.

Wenn die Polling Rate auf 500hz verringert wird, erreicht die Maus laut des Enotus Mouse Testers 485hz, also ungefähr die versprochenen 500hz.

Eine weitere Ungewöhnlichkeit sind die DPI, die durch den Enotus Mouse Tester angegeben werden. Auch hier werden die versprochenen DPI nie erreicht. Dieses Problem existiert auch hier nur bei der XM300, nicht aber bei der ROG Gladius.

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Wie man auf den Bildern sehen kann, hängt der reelle DPI-Wert bei einer Polling Rate von 1000hz und jeglicher DPI-Einstellung im Treiber unter dieser. Weiterhin ist es ungewöhnlich, dass die Maus sich bei sehr langsamen Bewegungen schneller bewegt. Dieses Phänomen nennt man eigentlich (negative) Beschleunigung, nur im Falle der Gigabyte XM300 tritt diese nur bei sehr langsamen Bewegungen auf. Dieses Problem wird beim Beschleunigungstest, den ich weiter unten durchgeführt habe, deutlich.

Dieses Problem tritt bei einer Polling Rate von 500hz komischerweise nicht auf. Da ist es egal, wie schnell ich die Maus bewege- unter den eingestellten DPI bleibt die reelle DPI zwar immer noch, aber wenigstens werden die reellen DPI nicht höher, wenn ich die Maus sehr langsam bewege. Der Unterschied zwischen langsamen und schnellen Bewegungen liegt noch im Toleranzbereich; eine 100% genaue Messung vorzunehmen ist sehr schwierig, kleinere Ungleichheiten können also vorkommen.
Dies trifft auf horizontale und vertikale Bewegungen gleichermaßen zu.

Genaues Tracking ist also bei meinem Testmodell nur bei einer Polling Rate von 500hz möglich. Eine Polling Rate von 1000hz wird bei meinem Testmodell nicht erreicht und DPI-Werte werden verfälscht. Bei 500hz muss ich mit einer höheren DPI kompensieren, dass diese reell weiter unten liegt als sie sollte. Bei einer eingestellten DPI von 450 z.B. erreiche ich reel ziemlich genau 400DPI. Mit der erhöhten DPI und der niedrigeren Polling Rate konnte ich diesen Fehler also fürs Erste beheben. Für die Interessierten habe ich hier eine Tabelle mit eingebunden, welche anzeigt, welche DPI ich bei verschiedenen DPI-Einstellungen reell erreiche. Ein kleiner Unterschied besteht zwar immer noch, aber sehr signifikant ist er nicht. Man darf nicht vergessen, dass DPI-Messungen nicht einfach zu 100% messbar sind, kleine Variationen können also vorkommen.

1000hz |400DPI eingestellt|800DPI eingestellt|1600DPI eingestellt
Langsame Bewegungen|352DPI|710DPI|1420DPI
Schnelle Bewegungen|261DPI|550DPI|1150DPI

1000hz |400DPI eingestellt|800DPI eingestellt|1600DPI eingestellt
Langsame Bewegungen|352DPI|710DPI|1420DPI
Schnelle Bewegungen|261DPI|550DPI|1150DPI

Kleiner Zusatz: Wie genau Enotus Mouse Test die Precision- und Smoothnesswerte berechnet, ist nicht bekannt und deshalb sollte man auch nicht zu viel Wert auf diese legen. Die Software wird außerdem schon lange nicht mehr weiterentwickelt, deshalb ist nichts bis auf den Polling Rate- und DPI-Test sehr vertrauenswürdig. Der Vollständigkeit halber habe ich allerdings alle Tests durchgeführt.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Die Gigabyte XM300- eine günstige Maus für ambitionierte Spieler?



Beschleunigung

Meine Methode, um eventuelle Beschleunigung zu testen, ist ziemlich einfach: In Counter-Strike: Global Offensive habe ich mich an einen Punkt auf der Karte gestellt und von dort aus einen bestimmten Punkt angeschaut. Dann habe ich in fünf verschiedenen Geschwindigkeiten, erstmal sehr langsam und dann immer schneller, die Maus auf meinem Mauspad von links nach rechts bewegt und dann einmal gegen die Wand geschossen. Desto mehr Beschleunigung vorhanden ist, desto verstreuter liegen die Schüsse.

Diesen Test habe ich bei mehreren DPI-Werten durchgeführt. Je nach ausgewähltem DPI-Wert habe ich die Sensitivität im Spiel so umgestellt, dass die "True Sensitivity" (DPI x Maussensitivität) bei 1600 liegt, um dort eventuelle Unterschiede festzumachen und zu überprüfen, ob die Schüsse trotz gleicher True Sensitivity an anderen Stellen landen. Bei den drei getesteten DPI-Werten- 400, 800 und 1600 lag die Sensitivität im Spiel also bei 4, 2 und 1.

Polling Rate: 1000hz


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Auf zwei der Bilder sind einige Schüsse kaum erkennbar. Das liegt daran, dass sie im Holzpfeiler landeten. Eine abgedunkelte Stelle, auf welcher einer der Pfeile zeigt, zeigt an, wo die genau diese landeten. Da alle Schüsse ziemlich genau aufeinander liegen, erkennt man auch nicht mehr als einen kleinen dunklen Fleck, weshalb nicht mehr als diese kleine Markierung nötig ist.

Das Problem mit der negativen Beschleunigung bei sehr langsamen Mausbewegungen tritt auch hier bei einer Polling Rate von 1000hz auf und unabhängig von der DPI in etwa gleich stark. Die anderen vier Schüsse landen so gut wie aufeinander, nur der langsamste ist deutlich vor jedem anderen.


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Das Problem, welches bei einer Polling Rate von 1000hz auftritt, tritt bei einer Polling Rate von 500hz nicht auf: Hier landen alle Schüsse ziemlich genau aufeinander, sodass ich guten Gewissens sagen kann, dass es keine Beschleunigung jeglicher Art gibt, sollte man ein fehlerfreies Modell der XM300 bekommen.

Es fällt allerdings auf, dass bei höheren DPIs das Fadenkreuz etwas weiter rechts landet. Das lässt sich durch den bei meinem Modell vorhandenen DPI-Bug erklären, da dieser bei höheren DPI-Stufen immer leicht schwächer wird. Ungewöhnlich ist das also nicht.

Angle Snapping und Jittering

Um Angle Snapping und Jittering zu überprüfen, habe ich verschiedene Formen in MS Paint gezeichnet; desto mehr sehr gerade Linien ohne Brüche sichtbar sind, desto mehr Angle Snapping ist vorhanden. Falls ungewöhnliche Abweichungen vom eigentlichen Weg vorhanden sind, ist Jittering vorhanden.

Angle Snapping wird von einigen Leuten geliebt, von anderen gehasst. Die große Mehrheit allerdings spielt lieber ohne Angle Snapping, um kein verfälschtes Tracking zu haben. Jittering ist nie eine gute Sache.

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Jegliche Anzeichen von Jittering oder starkem Angle Snapping sind bei der XM300 nicht vorhanden. Auch im Vergleich zur ROG Gladius macht die XM300 einen guten Eindruck, wobei bei der Gladius sogar etwas Jittering auffällt- die Linien der XM300 fallen sauberer aus.

Lift-Off-Distanz

Eine hohe Lift-Off-Distanz (kurz: LOD) kann sehr störend sein. Hier kommt es auf den Anwender an und wie oft und hoch dieser die Maus anhebt. Eine hohe LOD kommt mit keinen Vorteilen, ein Maushersteller sollte also versuchen, diese so niedrig wie möglich zu halten.


Hier schwächelt die Gigabyte XM300. Sie hat eine ziemlich hohe LOD, die so hoch nicht hätte sein müssen. Auch eine Treiberoption, um die LOD der XM300 niedriger zu stellen, fehlt. Die ROG Gladius und die Anker Laser High Precision Maus haben im Gegensatz eine merklich niedrigere LOD.

Zwischenfazit: Theoretische Tests

Abgesehen vom Bug mit der Polling Rate und der DPI, welcher bei meinem Modell auftritt, welchen ich aber eher für einen Defekt halte, macht die Maus fast einen durchweg guten Eindruck. Das Tracking ist sehr natürlich, Beschleunigung ist nicht vorhanden. Der 3988-Sensor agiert genau so, wie man es von ihm erwartet. Das einzige Manko hier stellt die Lift-Off-Distanz dar, da diese sehr hoch ist.

Praxistests

Um ein besseres Bild der Maus in Spielen zu bekommen, habe ich die Maus in einigen, kompetitiven Spielen genauer getestet. Diese Spiele sind Counter-Strike: Global Offensive, League of Legends. Overwatch und osu!, letzteres ist ein eher unbekanntes Rhythmusspiel.

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In League of Legends macht die XM300 einen guten Eindruck. Dank der komplett programmierbaren und mit Makros belegbaren Tasten lassen sich verschiedenste Kombinationen oder Befehle auf die einzelnen Maustasten legen, gut geeignet dafür sind die Daumentasten. Wer das gerne tut, kann das machen. Desweiteren lassen sich dank der Leichtigkeit der Maus sehr schnelle Bewegungen ausführen, ohne zu viel kraft aufwenden zu müssen. Eine weitere Stärke der Maus spielt sich hier aber aus: Sie rutscht nicht aus meiner Hand. Egal, wie viele schnelle Bewegungen ich mache, die Maus sitzt bombenfest. Dies ist ein Problem, welches ich bei einigen anderen Mäusen hatte- sie verschieben sich leicht aus meinem ursprünglichen Grip nach etwas Spielen. Bei der XM300 ist das nicht der Fall.

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Bei Counter-Strike: Global Offensive zeigt sich, dass sich jede Designentscheidung ausgezahlt hat. Den DPI-Bug konnte ich vorerst umgehen, indem ich mit einer Polling Rate von 500hz spielte und im Treiber 450DPI einstellte, was reell sehr nah an 400DPI dran ist.

Sie hat exakt die Genauigkeit, welche ich auch von meiner ROG Gladius gewohnt bin. Schnelle "Flicks" sind kein Problem, was teilweise auch an der Leichtigkeit der Maus liegt. Langsame, kontrollierte Bewegungen mit der Maus lassen sich gut ausführen, ohne, dass die Maus unkomfortabel liegt. Und auch hier liegt die Maus bombenfest in meiner Hand, ohne, dass auch in langen Sessions jegliche Ermüdungerscheinungen auftreten würden.

Was auch auffällt, ist, dass die dünnen Gleitfüße kein Problem darstellen. Trotz sehr intensiven Mausbewegungen gleitet die Maus ziemlich widerstandlos über das Mauspad. Meine "Muscle Memory" konnte ich mir hier sehr gut zu Gebrauch machen.

Die Maus ist sehr schnell und einfach zu bewegen, was "Low-Sensern" eigentlich entgegenkommt. Etwas problematisch kann das bei Spielern wie mir werden, die sehr schnell nervös werden, da ich dann gerne ein paar Bewegungen zu viel mache.

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Overwatch ist das neuste Spiel in meiner Testreihe und auch hier macht die XM300 einen sehr guten Eindruck. Neben der sehr guten Sensorleistung lässt sich die Maus schnell genug bewegen, um auch mir als Low Senser die Freiheit zu geben, sich schnell genug umzugucken- eine Sache, die meine ROG Gladius nur bedingt erfüllen konnte. Als hauptsächlich Junkrat-Spieler kam mir auch hier die Leichtigkeit der Maus entgegen. Fallen im Gefecht setzen oder repositionieren, Bomben in Gänge schießen, während man sich einen Überblick verpasst- Junkrat kann sehr viele Bewegungen erfordern und teilweise, je nach Spielstil, sehr schnelle Mausbewegungen hervorbringen. Die XM300 funktioniert auch hier sehr zufriedenstellend.

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osu! ist ein Spiel, welches nicht sehr viele Leute kennen. Deshalb habe ich oben ein Video eingebunden, welches euch in etwa zeigt, wie das Spiel funktioniert. Kurz erklärt bewegt man den Cursor mit der Maus (oder, gewöhnlicher, mit einem Grafiktablett) und klickt auf die Objekte mit bis zu zwei Tasten auf der Tastatur.

Ich spiele normalerweise mit einem Grafiktablett und benutze dieses zum Zielen statt einer Maus, weshalb das Spielen mit einer Maus sich etwas ungewöhnlich anfühlte und aufgrund fehlender Muscle Memory auch nicht so gut von statten ging. Doch trotzdem konnte ich mit der XM300 überraschend gut spielen.

Nachdem ich mich im Desktopbetrieb ungefähr an die Mausgeschwindigkeit der XM300 gewöhnt habe, hat das Spielen schon Spaß gemacht und funktionierte besser als mein gelegentliches Spielen mit der ROG Gladius. Das Problem, dass die Maus beim osu! spielen gerne aus der Hand rutscht, ist ein Problem, welches Mausspieler nur allzu gut kennen. Auch mit der Gladius passierte dies mir. Mit der XM300 hatte ich in dieser Hinsicht absolut keine Probleme.

Alltagsaufgaben

Bei jeglichen Alltags- und Officeaufgaben gibt die XM300 ein ordentliches Bild ab. Sie zeigt hier keine großen Schwächen. Auch nach langer Benutzung ermüdet meine Hand nicht.

Zwischenfazit: Praktische Tests

Die XM300 kann also auch im Spielbetrieb überzeugen. Die schon vorher ausgemachte sehr gute Sensorleistung spielt mit der sehr guten Ergonomie Hand in Hand. Auch das geringe Gewicht der Maus kann sehr hilfreich sein- wobei jeder ein anderes Gewicht bevorzugt. Und auch Leute, die die Maus oft für Alltagsaufgaben brauchen werden, werden mit der XM300 glücklich sein.

Fazit: Gigabyte XM300

Nun zurück zu meiner ursprünglichen Frage: Ist die XM300 etwas für ambitionierte Spieler? Ja! Geht man beim Kauf dieser Maus Kompromisse ein? Selbstverständlich, was im Hinblick auf den Preis kein Wunder ist.


Eine Sache will ich vorweg nehmen: Wenn man in Betracht zieht, dass man diese Maus für unter 40€ erwerben kann, kann man mit ihr wenig falsch machen. Der PMW 3988-Sensor kann seine Leistung gut ausspielen und eine große Hand, die den Claw- oder Palm-Grip benutzt wird die Form der Maus lieben. Dazu kommt das geringe Gewicht der Maus; eine Sache, welche von vielen, kompetitiven Spielern sehr geschätzt wird. Diese Maus bietet alles, was man braucht, um auf dem höchsten Level in jedem Spiel wettbewerbsfähig zu sein.


Aber selbstverständlich muss man, den Preis in Betracht ziehend, auch Abstriche machen. So gibt es ein paar klapprige Tasten und das Mausrad fühlt sich etwas schwammig an. Das meiner Meinung nach am schwersten wiegende Problem, welches aber wohl nicht jeden beeinflussen wird, ist die ziemlich hohe Lift-Off-Distance. Auch das Kabel gefällt mir nicht, so hätte es etwas dicker sein können. Den DPI-Bug meines Modells möchte ich hier gar nicht als negativen Aspekt aufführen, denn nichts ist von Defekten ausgeschlossen.


Trotzdem verdient Gigabyte hier meinen höchsten Respekt. Sie bringen die Genauigkeit und Ergonomie der Oberklasse in den Preis der Mittelklasse und hätte mir niemand den Preis dieser Maus verraten, hätte ich diesen wohl kaum auf 40€ geschätzt. Das sehr gut verarbeitete RGB-Licht auf der Oberseite, welches sehr gut funktioniert, setzt nochmal einen drauf.

Für 40€ eine klare Kaufempfehlung.


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Erklärung der Fachwörter, alphabetisch sortiert

Angle Snapping

Bei aktiviertem Angle Snapping lassen sich einfacher sehr gerade Linien ziehen. Angle Snapping ist also eine Pfadkorrektur, welche Mauseingaben "glättet", um diese vollständig vertikal/horizontal zu machen. Wie weit die Toleranz dabei ist bzw. wie gerade die Bewegungen sein müssen, damit Angle Snapping funktioniert, hängt von der Stärke des Angle Snappings ab.
Angle Snapping wird bei den meisten Spielern nicht gerne gesehen, da Angle Snapping Eingaben verfälscht.

Beschleunigung

Höhere/geringere Geschwindigkeit des Cursors (im zweiten Fall negative Beschleunigung genannt), als sie sein sollte, wenn die Maus schneller bewegt wird.
Falls ein gewisses Maß and Beschleunigung bei einer Maus vorhanden ist, dann sollte sich der Cursor weiter bewegen, wenn ich die Maus schnell 10cm zur Seite bewege, als wenn ich sie langsam 10cm zur Seite bewege.
Gilt als Verfälschung des Trackings und wird deshalb von den meisten Spielern geächtet. Nur sehr wenige Ausnahmen spielen freiwillig mit Beschleunigung, und auch dann normalerweise nur, weil sie sich schon daran gewöhnt haben.

DPI

Auch CPI genannt und steht für dots per inch/counts per inch. Beschreibt die Auflösung der Maus bzw. gibt an, um wie viele Pixel sich der Cursor bewegt, wenn man die Maus einen Zoll (inch) bewegt.

Palm-/Claw-/Fingertip-Grip

Die verschiedenen Wege, eine Maus zu grippen, also zu "halten". Hier werden die Unterschiede erläutert.

Input Lag

Simpel gesagt wie lange es dauert, bis ein vom Nutzer eingegebener Befehl vom Computer registriert wird. Bei einem Input Lag von 10ms also wird ein Druck auf die linke Maustaste erst 10ms nach dem Druck am PC registriert und ausgeführt.

Jittering

Ob der Zeiger sich "unruhig" verhält. Bei vorhandenem Jittering bilden sich kleine Treppchen beim Bewegen der Maus.

Lift-Off-Distanz

Wie hoch man die Maus anheben kann, sie aber noch funktioniert. Bei einer Lift-Off-Distanz von 3mm z.B. kann man eine Maus bis zu 3mm anheben und sie funktioniert noch, weiter angehoben funktioniert sie aber nicht mehr.

Polling Rate

Die Aktualisierungsrate der Maus, angegeben in hz. Bei einer Polling Rate von 500hz sendet die Maus 500 Signale an den Computer pro Sekunde, bei einer Polling Rate von 1000hz 1000 Signale.
 
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Heyho,
schön das nun nach und nach alle Tests der XM300 fertig werden ^^
Ich hab ein paar kleine Anmerkungen zu deinen Praxistests:

Den Bloody Tastenreaktionstest hatte ich auch erst für mein Review in Betracht gezogen. Nach einigen Testreihen habe ich den Test aber für mich als unbrauchbar abgestempelt. Das Problem ist einfach, dass wenn du beispielsweise einen vergleichsweise weichen Omron Schalter mit zB einem härter Huano vergleichst der Omrom immer gewinnt, da er beim Zusammendrücken der Mäuse einfach schneller nachgibt und entsprechend auch zeitiger auslöst. Dann kommt auserdem noch dazu ob die Maustasten verstärkt sind oder eher aus dünnerem Material. Zudem ist auch der Tester selbst eine zu große Fehlerquelle. Es sprechen also viele Gründe gegen die Aussagekräftigkeit des Tests :D

Dann zu deinem Enotous Test: Hast du mal einen anderen USB Anschluss probiert? Zudem scheint der Tracking Speed recht niedrig. Hast du die Maus auch immer so schnell wie möglich bewegt, wie es vom Test gefordert wird? Vielleicht hatte der Sensor auch leichte Probleme mit der verwendeten Unterlage!?

Dann ist da noch dein Beschleunigungstest, den ich leicht verwirrend finde ^^ Wie hast du denn die True Sensitivity errechnet? Hast du auch die Zeigerbeschleunigung in den Windows Systemeinstellungen immer mit angepasst? Zudem ist mir etwas unklar, wie du die Maus bewegst. Grade das erste Bild verunsichert hier irgendwie, da die Schüsse ja vertikal verteilt sind anstatt horizontal, wie ich es erwartet hätte ^^ Einen Schuss aus der Waffe als Orienitierung zu nutzen ist darüber hinaus vielleicht auch nicht die allerbeste Idee, da man selbst bei der schallgedämpften USP eine leichte Streuung hat.
Ich kenne Beschleunigungstests eher so, dass du dich beispielsweise an einen markanten Punkt stellst und die Maus dann in einem bestimmten Abstand horizontal über das Pad bewegst, am besten mit einem Gegenstand als Anschlag um eine maximale Präzision zu erreichen. Das kann man dann mit verschieden schnellen Mausbewegungen ein paar Mal machen und prüfen ob man ingame immer an die selbe Stelle schaut. In Paint müsste sich sowas auch mit Linien realisieren lassen, so kann man sich sicher sein, dass keine Ingame Beschleunigung in die Bewegung eingreift.

Achso und wenn du schon erwähnst, das die LoD recht hoch ist, dann wäre ein Messwert nicht schlecht gewesen xD

Ist alles nicht böse gemeint und soll lediglich etwas konstruktive Kritik sein. Einige Punkte kannst du ja eventuell kommende Reviews in Betracht ziehen ^^
 
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Ist alles nicht böse gemeint und soll lediglich etwas konstruktive Kritik sein. Einige Punkte kannst du ja eventuell kommende Reviews in Betracht ziehen ^^

Das ist mir bewusst und ich danke dir für die ausführiche Kritik. :)

Den Bloody Tastenreaktionstest hatte ich auch erst für mein Review in Betracht gezogen. Nach einigen Testreihen habe ich den Test aber für mich als unbrauchbar abgestempelt...

Das dachte ich mir schon, deshalb habe ich ihn nur als zweiten Test neben dem humanbenchmark-Test eingebunden. Beide haben Potential für Ungenauigkeiten, deshalb dachte ich, es wäre nett, beide zu benutzen.

Dann zu deinem Enotous Test: Hast du mal einen anderen USB Anschluss probiert? Zudem scheint der Tracking Speed recht niedrig. Hast du die Maus auch immer so schnell wie möglich bewegt, wie es vom Test gefordert wird? Vielleicht hatte der Sensor auch leichte Probleme mit der verwendeten Unterlage!?

Mehrere Mauspads, viele USB-Anschlüsse, den Tracking-Test habe ich auch entsprechend ausprobiert. Da ist definitiv was defekt.

Ich kenne Beschleunigungstests eher so, dass du dich beispielsweise an einen markanten Punkt stellst und die Maus dann in einem bestimmten Abstand horizontal über das Pad bewegst, am besten mit einem Gegenstand als Anschlag um eine maximale Präzision zu erreichen.

So wie du das beschreibst, habe ich das doch auch getan. Oder missverstehe ich da was? :ka:

Achso und wenn du schon erwähnst, das die LoD recht hoch ist, dann wäre ein Messwert nicht schlecht gewesen xD

Das stimmt. :ugly:
Ehrlich gesagt wusste ich nur nicht, wie ich eine vertrauliche Messung vornehmen kann (abgesehen vom CD-Trick, genau ist aber was anderes :D), deshalb habe ich einen genauen Wert rausgelassen. Ich hätte zwar den Wert aus deiner Review oder der vom Kabelbinder übernehmen können, aber ich hätte das als unfair empfunden.

Dann ist da noch dein Beschleunigungstest, den ich leicht verwirrend finde ^^ Wie hast du denn die True Sensitivity errechnet? Hast du auch die Zeigerbeschleunigung in den Windows Systemeinstellungen immer mit angepasst? Zudem ist mir etwas unklar, wie du die Maus bewegst. Grade das erste Bild verunsichert hier irgendwie, da die Schüsse ja vertikal verteilt sind anstatt horizontal, wie ich es erwartet hätte ^^ Einen Schuss aus der Waffe als Orienitierung zu nutzen ist darüber hinaus vielleicht auch nicht die allerbeste Idee, da man selbst bei der schallgedämpften USP eine leichte Streuung hat.

Das wird später evtl. etwas klarer, ich werde nämlich noch einen Fachwörter-Guide hinzufügen. ;)

Das mit dem ersten Bild liegt daran, dass die Holztür keine Schüsse anzeigt. Deshalb musste ich die Maus dafür etwas nach oben bewegen. :D

Hab die First Shot Accuracy vorher nochmal an ner Wand getestet. Die USP-S schießt sehr genau aus dem Stillstand, müsste also passen.

Nochmal danke für die ausführliche Kritik!
 
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@Pronounta
Erst einmal ein großes Danke für deine ausführliche Review :) Hat bestimmt viel Arbeit gemacht.

Ich habe die Maus seit gestern in meinem Besitz, werde sie aber wohl wieder zurückgeben. Das Klappern der Tasten und vor allem des Mausrads stören mich zu sehr --> [REVIEW] Gigabyte XM300 Gaming Maus - Der Preis-Leistungs-Geheimtipp!?
 
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