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    [Extreme-Review] Streacom FC8 - lautloses Edelgehäuse

    Ein neuer Gehäusehersteller betritt das europäische Parkett und schickt sich an, den kleinen Markt für noch kleinere und gleichzeitig edle HTPC-Cases aufzumischen. Streacom wird den Wenigsten hier etwas sagen, weshalb ich mich freue, an dieser Stelle einen kleinen Test mit Praxiserfahrungen zu platzieren. Wie es sich für ein Extreme-Forum gehört, wird die Hardware natürlich alles andere als kleinlich oder langweilig ausfallen. Freut euch auf eine kleine Exkursion in die Planung und Verwirklichung meines neuen Office-PCs - lustige Texte und Missgeschicke inbegriffen.



    Inhaltsverzeichnis



    Die Vorschaubilder können durch Anklicken in ihrer vollen Größe von 1.500 x 1.000 Pixeln angezeigt werden.



    Der Hersteller
    Streacom ist ein noch recht junger Hersteller auf internationaler Ebene, der erst im Jahr 2010 als ein Unternehmen der Wesena Streacom Gruppe gegründet wurde. Der Hauptsitz ist in den Niederlanden beheimatet, dem Land, welches sich ohne jegliche Punkteausbeute von der hiesigen Fußball-EM verabschiedete. Dass Qualität groß geschrieben wird, zeigt ein Blick auf Teile des jungen Teams aus Designern, Ingenieuren usw., das seine Wurzeln bei einem alten Bekannten des Genres hat - OrigenAE. Preislich und qualitativ eine hohe Hürde, schickt sich Streacom an, in Bezug auf den Endverbraucher Akzente zu setzen.

    Das aktuelle Portfolio setzt sich aus insgesamt acht Gehäusen der gehobenen Klasse zusammen, die teilweise passiv oder aktiv gekühlt angeboten werden. Farblich stehen schwarz und silber zur Auswahl, das Angebot an zusätzlichen Features befindet sich im Aufbau. Gerade für edle und leistungsstarke Office- oder auch Wohnzimmer-PCs ist natürlich der Weg der passiven Kühlung anzustreben, der aber hohe Anforderungen an die Wärmeabfuhr stellt. Dieser kleine Test soll daher das passiv gekühlte FC8 beleuchten und die Möglichkeiten der zu verbauenden Hardware ausreizen.

    Hier der Direktlink zur Produktseite -> Klick mich



    Der Testkandidat im Detail
    "Unboxing" - herrlich, Anglizismen beherrschen mittlerweile sogar das schnöde Auspacken von Hardware - und wenn wir mal ehrlich sind - macht das die Sache doch gleich doppelt spannend. Angeliefert wird der Testkandidat in einem schlichten schwarzen Karton, der den Blick auf sein edles Innenleben geschickt zu vertuschen weiß. Mit ein paar unheimlichen Handbewegungen, mit denen man auch einhändig einen Origami-Drachen hätte aus einem DIN-A0-Blatt zaubern können, gleitet der Inhalt sanft aus der Behausung. Das Gehäuse schlummert selig und gut vor Kratzern geschützt in einem Stoffbeutel und wird seitlich gegen jede Beschädigung von Außen durch Formteile aus Schaumstoff flankiert. Das restliche Zubehör befindet sich innerhalb des Brotkastens aus Aluminium und kann daher auch keinen Schaden anrichten. Nachdem man letztendlich den klinisch weißen Beutel entfernt hat, kann man sich an der ganzen Pracht feinsäuberlich gefertigter Ingenieurskunst ergötzen. Der erste Blick ist eindeutig - geil, das ist mal edel!


    Mit geschärftem Blick geht es ans Werk und dem Gehäuse wird mal ordentlich auf den Zahn gefühlt. Vielleicht zunächst einmal etwas zu den technischen Daten und den Features, die das FC8 als Hardware-Appartement mitbringt. Die Herstellerangaben klotzen mit folgenden Angaben:


    • Hergestellt aus hochwertigem Aluminium mit einer fein gebürsteten Oberfläche
    • Perfekt geeignet als lautloser Begleiter eines Heimkinos
    • 3,5 mm dickes Aluminiumblech
    • erhältlich in den Farben Silber und Schwarz
    • Für Mini-ITX Mainbaords geeignet (siehe dazu gesonderte Kompatibilitätsliste)
    • Platz für Festspeicher - 1x 2,5" / 1x 3,5"
    • Platz für ein optisches Slot-In-Laufwerk mit linksseitigem Auswurfknopf
    • Frontanschlüsse: 2x USB / 1x SD-Kartenleser
    • Rückseitig Platz für eine Erweiterungskarte (Low-Profile)
    • Rückseitig für 2x eSATA (nicht enthalten)
    • Passive Heatpipe-Kühlung für eine maximale Wärmeabfuhr (TDP) von 65 Watt
    • Kompakte Abmessungen: 240 mm breit / 250 mm tief / 100 mm hoch
    • Stromversorgung über Pico-Netzteile oder Adapter (nicht enthalten)
    • Media-PC Zubehör: Fernbedienung und IR-Adapter (optional für ~30 Euro erhältlich)
    • Gewicht: ~2,5 kg
    • Preis: ~140 Euro

    Alles in Allem grundsolide Angaben, die in Verbindung mit dem optischen Eindruck viel Spaß vermitteln. Die folgenden Bilder beleuchten das Gehäuse zunächst aus allen vier Himmelsrichtungen. Ahoi Herr Kapitän: Die Front wirkt schlicht und sehr aufgräumt, die wenigen Elemente ordnen sich ansprechend in das schicke Design ein. Eine blaue LED über dem Einschaltknopf signalisiert im Betrieb "Halloooo ich bin an" - denn ohne zu viel zu versprechen - zu hören ist später nichts! Detailverliebten Technik-Junkies fallen natürlich sofort die sauber gefasten Durchbrüche auf, die weiter unten noch einmal genauer zu sehen sind. Gerade für den Office-PC auf dem Schreibtisch ein kleiner Hingucker. Kurz die Seite gewechselt nehmen wir Kurs auf den großen Kühlkörper, der mit seinen 27 feinprofilierten Lamellen komplett in das Gehäuse integriert ist. Um die Konvektion - als Klugscheißer und Ingenieur benutzt man selbstverständlich nicht solch schnöde Begriffe wie "natürlicher Kamineffekt" zu verbessern, ist die Bodenplatte an dieser Stelle ausgearbeitet. Zwischen den Lamellen verbergen sich die Schrauben zur Befestigung des Deckels und der innenliegenden Kühlkörper, die die Verbindung zu den Heatpipes herstellen.

    Weiter geht es mit einem weiteren Schwenk auf die Rückseite und nebenbei noch die zweite Seitenfläche. Auch hier wirkt alles sehr aufgeräumt und optisch nett angeordnet. Oben links befindet sich die Bohrung für den Netzanschluss, direkt daneben ordnen sich vertikal liegende Kühlschlitze über die restliche Breite bis hin zur Beheimatung der Erweiterungskarte im Low-Profile-Format an. Der untere Teil dient der Aufnahme der Blende für das IO-Panel des Mainboards. Die zweite Seitenfläche ist clean, sodass man einen heimischen Sprayer der Bahnhofsszene anheuern sollte, um diese vielleicht etwas zu verschönern. Da ich es schlicht und edel mag, bleibt alles so wie es ist.


    Die weiteren Bilder sind schmückendes Beiwerk und zeigen im Detail schön, mit welcher Präzision und hochwertigen Qualität Streacom den Endkunden beeindrucken will. Das gesamte Gehäuse ist absolut kratzerfrei und besonders die Kanten und Durchbrüche verdienen Aufmerksamkeit. Diese sind - bis auf die gefasten Elemente der Vorderseite - scharfkantig und somit technisch geradlinig ausgearbeitet. Optisch offenbart sich so eine kleine Augenweide für technikverliebte Bastler. Wer jetzt allerdings blutige Finger beim Zusammenbau vermutet und schon mal im Voraus einen Krankenwagen ordern möchte, der wird enttäuscht - oder besser nicht, denn scharfkantig ja, dafür aber auch absolut gratfrei. Man kann also auch nach Herzenslust einen Blinden über alle Kanten fingern lassen, ohne dass dieser mit schmerzverzerrtem Gesicht sein Leben aushaucht.




    Die bereits weiter oben angesprochenen Fasen der Frontelemente noch einmal im Detail. Wer seinen Rechner fortan auf demSchreibtisch platzieren möchte, der wird sich des Öfteren dabei ertappen, wie der Blick über die perfekt ausgearbeiteten Anschlüsse schweift. Vielleicht bin ich damit auch alleine, aber ich denke, ein paar Verrückte wird es in diesem Forum wohl geben, die mir da beipflichten. Auf dem rechten Bild ist beispielhaft eine Nahtstelle zu sehen, die verdeutlicht, mit welch liebevollen Details der Hersteller jedwede Verbindung am Gehäuse aus dem Blickfeld des Anwenders entschwinden lässt.
    Um den Test nicht schon zu Beginn aufzublähen - ich schweife zunehmend ab - sind Detailbilder aus dem Innenraum der kleinen Kiste in einem Spoiler verpackt. Wer also einen Blick auf die Platinen von Cardreader und Einschaltknopf, Einzelteile der Heatpipe-Kühlung oder das Laufwerkstray werfen möchte, der darf gerne den Button drücken. Eine kleine Anmerkung am Rande: Beim ersten vorliegenden Testsample und der Fotosession lagen verbogene Heatpipes bei, die später noch durch exakt gebogene Exemplare getauscht wurden. Ein Umstand, der in der finalen, käuflich zu erwerbenden Version, nicht mehr auftreten soll. Idealerweise sollte der CPU-Kühlblock im rechten Winkel zum Gehäuse stehen, aber knapp daneben (immerhin gute 30°) ist leider auch vorbei. Also - Schwamm drüber und weitermachen.
    Spoiler:











    Lieferumfang & verbaute Hardware
    Recht unspektakulär und dennoch vollständig, präsentieren sich die Beilagen des FC8. Es ist halt wie bei einem guten Steak - je weniger Drumherum, desto besser. Dem passiv gekühlten Winzling wohnt die bereits vormontierte Kühlkonstruktion inne, die internen Platinen sind mit allen nötigen Kabeln bestückt. Des Weiteren liegt ein Zettel bei, der das Montagematerial spezifiziert. Ein Hauch von Kinderüberraschung ist im Spiel, sobald man die vielen kleinen Tütchen mit unterschiedlichen Schrauben erblickt und unweigerlich die Frage nach dem "wohin damit" stellt. Eine Anleitung sucht man in Papierform vergeblich, hier setzt der Hersteller auf die Bereitstellung rein digitaler Medien, die jeweils als Datenblatt und bebilderte Anleitung für jedes Gehäuse zur Verfügung stehen. Um Frustmomente im Rahmen zu halten, sollten auch geübte Bastler einen Blick hineinwerfen, ansonsten macht man während der Montage schnell mal einen Schritt rückwärts. Auf Wärmeleitpaste verzichtet Streacom ebenfalls bewusst. Aufgrund der ohnehin gesteigerten Anforderungen an den Anwender (Bastelarbeit), geht man davon aus, dass dieser ohnehin ein sehr hochwertiges und individuelles Produkt wählt.

    Die optional erhältliche Fernbedienung samt dazugehörigen IR-Empfänger ist hochglänzend schwarz ausgeführt und funktionell so ausgearbeitet, dass diese mit dem Windows Mediacenter in Einklang ist. Zwei Batterien liegen dem späteren Lieferumfang bei, meinem Sample war mir dieser Umstand leider nicht vergönnt.





    Ab jetzt wird es spannender. Frei nach dem Motto "Es darf geklotzt werden", füttern wir das Innenleben unseres Aluminiumboliden mit anständiger Hardware aus dem Fachmarkt, die mit Sicherheit nicht den Zusatz "Geiz ist geil" verdient. Zum Einsatz kommen:


    • Mainboard: Asrock H77M-ITX für ~85€ -> LINK
    • CPU: Intel i7 3770s für ~285€ -> LINK
    • SSD: Kinkston HyperX 3K für~120€ -> LINK
    • RAM: Kingston HyperX DDR3 1600MHz (Grey Edition) für ~50€ -> LINK
    • DVD-Brenner: Sony AD-7640S für ~65€ -> LINK
    • Pico-PSU-Adapter 160 XT DC-DC für ~40€ -> LINK
    • Leice LCD 12V-Netzteil (120W) für ~30€ -> LINK
    • DeLOC SATA-Adapter (slim) für ~4€ -> LINK
    • Wärmeleitpaste Prolimatech PK1 für ~10€ -> LINK


    In Summe kommt der Extrembastler so auf gute 690 Euro - und ja, da ist das Gehäuse und die Fernbedienung noch nicht einmal inbegriffen. Hierfür muss der "Nicht-Hardware-Tester" nochmals 140 Euro für den schicken Alu-Tempel und 30 € für die Fernbedienung berappen. Natürlich stellt diese Konfiguration abseits jeden Spargedankens einen Extremfall dar, denn alleine eine günstigere CPU kann schnell mal 200€ und mehr einsparen. Ebenso verhält es sich, wenn man den Hersteller wechselt und den roten Riesen AMD bevorzugt. Als Extreme-Forist bevorzuge ich in diesem Fall aber die High-End-Variante und erfreue mich eher an den vielen wunderhübschen Komponenten als dem Gedanken, dass die Mäuse im Haus gerade heulend vor dem leeren Kühlschrank stehen. Pech gehabt, dafür mal wieder ein leckerer Rechner im Eigenbau. Wer ganz nebenbei den Einsatzzeck eines HTPC anstrebt, kann die wahrlich magische Grenze von 1.000€ mit einer TV-Karte übrigens schnell knacken - köstlich.









    Die Montage
    Kommen wir zu dem Teil, der am meisten Spaß macht, dem hantieren mit Hardware und dem Versuch, diese in einem winzigen Gehäuse funktionstüchtig unterzubringen. Eines sollte nämlich von vornherein klar sein. Die Art von Gehäuse und der Einsatz einer komplett passiven Kühlung stellt auch erfahrene Bastler ab und an vor interessante Aufgaben. Neben Bastelgeschick sollte man daher auf jeden Fall eine gute Vorplanung (z.B. anhand oben genannter Komponenten), die nötige Ruhe (zur Not auch unter Zuhilfenahme von Alkohol) und einigen Ideenreichtum mitbringen. Jetzt aber ein Zusammenbau in Kurzform, gespickt von einigen Tücken und hilfreichen Tipps für Nachahmer.

    Wenn man sich nun endlich an die Verwirklichung seines Silent-Traums macht, muss das Gehäuse als erstes geöffnet und von den Innereien befreit werden. Laufwerkstray und vormontierte Heatpipe-Kühlung müssen vorerst weichen, sodass lediglich die Platinen an der Gehäusefront übrig bleiben. So herrlich aufgeräumt wird man den Kasten zukünftig nicht mehr erblicken - also verweilen wir mit dem Blick etwas länger. ...jetzt aber weiter! Natürlich ab jetzt mit dem nötigen Ernst ...oder sagen wir einfach: Konzentration bitte.
    Als nächstes warten vorbereitende Arbeiten. Als erste Komponente wandert der optional erhältliche IR-Empfänger in die vordere Ecke, wo bereits Abstandshalter auf diesen warten. Weiter geht es mit der Montage des CPU-Kühlblocks. Auf der Unterseite des Mainboards werden rund um den Sockel selbstklebende Muttern platziert, um später die endgültige Montage der Kühleinheit komplett von oben zu bewerkstelligen. Die Bodenplatte des CPU-Kühlers wird anschließend für den gewünschten Sockeltyp (Intel oder AMD) vorbereitet, was durch die mitgelieferten Blechstreifen ein leichtes ist. Nachdem auf der CPU eine hauchdünne Schicht Wärmeleitpaste platzgenommen hat, kann die vorbereitete Bodenplatte montiert werden. Auf den korrekten Verlauf der Heatpipe-Nuten ist zwingend zu achten. An dieser Stelle ist umsichtiges Arbeiten angesagt. Streacom verzichtet auf eine federbelastete CPU-Befestigung und setzt auf die Federwirkung der montierten Halterung. ACHTUNG: Zunächst alle vier Schrauben locker so weit eindrehen, dass diese optisch auf den Bügeln aufliegen. Ab jetzt wird kreuzweise und mit halben oder ganzen Umdrehungen gearbeitet. Ausreichend fest ist die Platte, sobald sich die Metallbügel minimal in Richtung Mainboard biegen. Weniger ist hier mehr, denn Anpressdruck ist kein Allheilmittel bei der Jagd nach niedrigen Temperaturen! Das letzte Bild im Quartett zeigt die fertig aufgesetzte Konstruktion.


    Bevor es an die Montage der weiteren Kühlkonstruktion geht, sollte diese einmal ohne jegliche Wärmeleitpaste zur Probe verbaut werden, damit später nichts schief gehen kann. Eventuell sind winzige Biegearbeiten an den Heatpipes notwendig, damit diese nicht auf Spannung verbaut werden. Eine Demontage mit überall aufgetragener Wärmeleitpaste ist schließlich nicht die angenehmste Arbeit und kann neben hässlichen Verschmutzungen auch Kurzschlüsse verursachen - je nach eingesetzter Paste. Diese sollte übrigens auch klug gewählt sein, denn sie muss mit viel Handarbeit in kleinste Schlitze der ganzen Konstruktion gelangen. Meine Wahl viel auf die sehr gute Prolimatech PK1, die sich bereits in unseren vielen Wakü-Tests durch tolle Auftragbarkeit (gute Viskosität) bewährt hat. Hat man diesen Schritt abgeschlossen, kann der Pico-PSU-Adapter platz nehmen und das Heatpipe-Konstrukt nebst überall aufgetragener Wärmeleitpaste montiert werden.
    Damit ist die gröbste Arbeit erledigt und man kann sich über die Montage der Laufwerke und deren Verkabelung Gedanken machen. Hier haben wir auch gleich eine kleine Quizfrage: Wer findet den Fehler auf den beiden folgenden Bildern?

    Die Spannung steigt ...und steigt ...ich löse auf!

    Richtig, hier lauert der Fehler im Detail. Was benötigt man, um ein optisches Notebook-Laufwerk anzuschließen? Natürlich einen Adapter, der die Verbindung der herkömmlichen SATA-Schnittstelle und des Netzteilanschlusses auf den kombinierten "Slimline" Notebookstandard herstellt. Natürlich wurde dieser bei der ersten Planung vergessen und nachgeordert. Doch wo soll dieser hin? Da kauft man sich eine bildhübsche SSD, verbaut diese stolz auf dem Tray um dann anschließend festzustellen, dass das optische Laufwerk nicht mehr anschließbar ist. Nach einem kurzen Wutanfall wandert das gute Stück damit kopfüber auf die Unterseite des Trays und ward nicht mehr gesehen. Zwar wäre das auch mit geschlossenem Gehäusedeckel so, geärgert hat es mich aber trotzdem. Nach dieser Aktion ist oberhalb der Blechbahn freilich Platz für ein Einfamilienhaus - oder eben besagten Adapter. Totz aller Komponenten und Kabel wirkt das Innere der Blechbehausung nach wie vor aufgeräumt und ermöglicht einen kleinen Luftstrom, der von der Unterseite über die Hardware an die Oberseite gelangen kann.

    Fertig - nachmachen! Ich habe schon Fransen am Mund und Schwielen an den Fingern (glücklicherweise tippe ich nicht mit allen 10 Fingern ^^) und überlasse euch das Feld.





    Praxiserfahrungen
    Großartige Messwert-Orgien möchte ich uns allen zum Abschluss dieses Tests gerne ersparen. Zu unterschiedlich kann die eingesetzte Hardware und damit das Verhältnis von Wärme und Leistung sein. In Anbetracht des eingesetzten i7 3770s (mit integrieter HD4000-Grafik) wurde aber das TDP-Limit des Herstellers vollständig ausgereizt, sodass die hier niedergeschriebenen Daten als gute Anhaltspunkte für eine Einschätzung des Einsatzzweckes dienen können. Um es auf den Punkt zu bringen: Meine Erfahrungen mit dem kleinen und absolut lautlosen Edelgehäuse sind durchweg positiv. Von merklicher Wärmeentwicklung kann kaum gesprochen werden, denn das Gehäuse wird im Arbeitsalltag kaum mehr als handwarm. Bei einer üblichen Temperatur im heimischen Testlabor (oder sollte ich einfach Büro sagen?) von knapp 20-21 °C erreicht die CPU eine mittlere Kerntemperatur von ~38 °C. Selbst ein Youtube-Abend und diverse kleine Videos bringen die Kühlung nicht in Wallung. Bei einer CPU-Auslastung im Bereich von 20-40 % (und nicht ermittelter iGPU-Belastung) sind nach einigen Stunden Temperaturen im Bereich von 45-50 °C möglich, aber auch so wird das Gehäuse nur leicht warm. Ausgedehnten Filmabenden in HD-Qualität steht somit auch nichts im Weg. Auch unter Volllast und der Beanspruchung aller acht Kerne mit Coredamage pendeln sich die gemittelten Temperaturen im Bereich von 75-80 °C ein. Sicher kein gesunder Wert, aber wer "spielt" schon den ganzen Tag solch langweilige Programme wie Coredamage, Prime95 oder Furmark. Die Grafik haut einen nicht vom Hocker, da kann man sich ja gleich eine Spielekonsole kaufen. In Punkto Leistung bekommt das FC8 daher von mir die volle Punktzahl. Ich hätte vor diesem Test nie geglaubt, dass man eine CPU dieser Leistungsklasse in einem derart kleinen und edlen Gehäuse vollständig passiv und damit lautlos kühlen kann.

    Wer an dieser Stelle Erfahrungen mit dem Faulheitsverstärker (in Fachkreisen auch Fernbedienung genannt) vermisst, dem sei gesagt, dass dieses Teil durchaus funktioniert, ich aber weder Freude an einem Wohnzimmer-PC noch dem windowseigenen Media-Center habe. Nach einem kurzen Funktionstest beschränke ich mich lieber wieder auf die Arbeit bei Stille und Vogelgezwitscher.

    Freudentränen treten unerwartet auf, als ich während der Praxistests den Blick Richtung meines Strommessgerätes schwenke. Im Idle und während des normalen Arbeitens im Forum oder mit Word/Excel saugt das kleine Biest lediglich 20-22 Watt aus der Steckdose, mit einer angeschlossenen externen USB-Festplatte sind es gar 24-25 Watt. Im Standby beginnt dann fast der Modus "Energierückgewinung" ...ok, nicht ganz, aber mit einem Verbrauch von unter einem Watt ist das System zumindest nah dran. Ich kann da nur sagen: "Watt? Das kann ja nicht sein. ...unglaublich sparsam der Dampfer".



    Fazit
    Der Übergang von den Praxiserfahrungen (lesen!) zum Fazit ist fließend. Die Begeisterung und der durchweg positive Eindruck ist kaum zu trüben, weshalb sich das FC8 eine uneingeschränkte Empfehlung einheimst. Kritikpunkte sind nahezu nicht präsent und meist nicht dem Gehäuse anzulasten. Einige Stolpersteine - oder besser zu erklimmende Hürden - möchte ich geneigten Käufern aber dennoch darlegen. Machen wir uns grundlegend klar, dass der Bau eines solchen Mini-PCs deutlich höhrere Anforderungen an die Auswahl der Komponenten, die Planung und den Zusammenbau stellt. Ein Desktop-PC in Normalgröße ist aufgrund der riesigen Auswahl an Komponenten zwar teilweise unübersichtlich, stellt aber aufgrund der Platzverhältnisse und Baugrößen kaum Anforderungen an den Anwender. Wo ein solcher PC in weniger als einer halben Stunde komplett montiert ist, beginnt die Arbeit an einem Winzling wie dem FC8 erst. Die Kompatibilität der Komponenten und auch deren Auswahl gestaltet sich ungleich schwerer, da der Markt und damit auch die Erfahrungen in Foren rar gesät sind. Wer aber einen hier beschriebenen PC-Bau anstrebt, der wird bei guter Vorplanung deutlich mehr Bastelspaß haben. Die Arbeit mit den sehr kleinen Komponenten ist kompakt, übersichtlich und unterscheidet sich deutlich von üblichen PCs.

    Kritik? Als kleine, spontane Aufgabe kann sich mal jeder auf die Suche nach einem optischen Slot-In-Laufwerk mit linksseitigem Auswurfknopf machen - und p.s. ...verlasst euch nicht auf Produktbilder! Eine durchaus spannende und leider auch zeitraubende Arbeit.

    In Bezug auf die gelieferte Qualität des Streacom FC8 gibt es nichts zu meckern. Optik und Haptik sind sehr gut, die klaren Linien und das schlichte Äußere lassen das Design edel und dezent wirken. An der Verarbeitung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, sieht man mal von den nicht korrekt gebogenen Heatpipes des ersten Samples ab. Mit einem Preis von ~140 Euro liegt der Hersteller im Schnitt gerade einmal bei der Hälfte der vergleichbar angebotenen Gehäuse eines Konkurrenten.

    Betrachtet man die Montagefreundlichkeit, so ist man mit der herstellerseitig gelieferten bebilderten Anleitung (online/digital) gut bedient und für den Einbau der Komponenten gut gewappnet. Abzüge gibt es obgleich jeden Individualismus bei der Befestigung des CPU-Kühlers. Mit etwas stabileren Blechen und längeren Schrauben wäre eine Montage mit federbelasteten Schrauben ohne Weiteres möglich - eine durchweg elegantere Lösung. Die vorliegende Konstellation erfordert zumindest erhöhte Aufmerksamkeit, um den Block nicht verspannt zu verschrauben. Ein aus meiner Sicht unnützes Risiko.






    ----------------------------------------------------------------------------------------------
    Ein herzlicher Dank geht direkt an Streacom und Christian Verfuerth für die Unterstützung und Bereitstellung des Testsamples.

    Mehr Infos auch auf der Herstellerseite via Facebook


    Geändert von Klutten (01.07.2012 um 11:29 Uhr)

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  2. #2
    Avatar von Klutten
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    AW: [Extreme-Review] Streacom FC8 - lautloses Edelgehäuse



    So Freunde der gepflegten Unterhaltung. Ein kleiner Test, gespickt mit lustiger Schreibe und manchmal nicht ganz ernst gemeinten Passagen geht online. Viel Spaß damit und wenn es Fragen, Kritik oder Buh-Rufe gibt - immer her damit.


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  3. #3
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    AW: [Extreme-Review] Streacom FC8 - lautloses Edelgehäuse

    Sauber, da ist nicht nur erstklassiges Bildmaterial dabei, sondern auch ein durchaus lesenswerter Beitrag dabei raus gekommen (also Leute: nicht nur gucken, sondern auch intensiv lesen) . Das ist aber auch wirklich was super Feines an Hardware, was du da jetzt liegen hast .
    Grüße vom Zonk


  4. #4
    Avatar von Abductee
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    AW: [Extreme-Review] Streacom FC8 - lautloses Edelgehäuse

    Super Review

    Aber warum eigentlich nur zwei Heatpipes?
    Hätten da nicht vier Platz?

    Das FC10 sieht ja auch klasse aus.
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  5. #5

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    AW: [Extreme-Review] Streacom FC8 - lautloses Edelgehäuse

    Super. Vielen Dank für den Test.
    Kannst du vielleicht nochmal die Leistungsaufnahme messen bei Vollast?
    Ich möchte mir ein ähnliches System kaufen, mit einem i7-3770T (sobald er mal verfügbar ist...). Wenn die Aufnahme bei Volllast 60W nicht übersteigt, dann sollte mit dem 3770T (20W weniger) auch eine ~80W PicoPSU ausreichen, um noch effizienter beim Wirkungsgrad des Netzteils zu sein.
    Geändert von MC-Bechtmann (25.06.2012 um 17:36 Uhr)

  6. #6
    Avatar von Klutten
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    AW: [Extreme-Review] Streacom FC8 - lautloses Edelgehäuse

    Zitat Zitat von Abductee Beitrag anzeigen
    Aber warum eigentlich nur zwei Heatpipes? Hätten da nicht vier Platz?
    Das Konstrukt als Ganzes muss funktionieren. Wenn der außenliegende Kühlkörper nur XX Watt über die natürliche Konvektion abgeben kann, dann muss man nicht zwangsweise übermäßig viele Heatpipes verbauen - schließlich sind diese ein Kostenfaktor bei der Herstellung. Je nach verbautem Prinzip können zwei Heatpipes zwischen 60 und 80 Watt abführen, was schlussendlich für sehr leistungsfähige Prozessoren ausreichend ist - siehe i7 3770s. Natürlich könnte man Wärme etwas schneller abführen, aber auch da muss die kalte Seite erst einmal eine ausreichende Differenztemperatur bewerkstelligen, um die Effizienz zur gedachten Anzahl zu steigern. Platz wäre aber auch noch für sechs Heatpipes, sofern man einen niedrigen PicoPSU-Adapter verwendet.

    Zitat Zitat von McZonk Beitrag anzeigen
    ... Das ist aber auch wirklich was super Feines an Hardware, was du da jetzt liegen hast .
    Hat ja auch eine Stange Geld gekostet. Wie gut, dass ich erst nach der Fertigstellung alles zusammengerechnet habe.

    Zitat Zitat von MC-Bechtmann Beitrag anzeigen
    Super. Vielen Dank für den Test. Kannst du vielleicht nochmal die Leistungsaufnahme messen bei Vollast?
    Ich kann dir am Wochenende noch einmal ein paar Daten zu Lastszenarien liefern. Ich habe das große 160XT nur gekauft, da es preislich kaum einen Unterschied machte und ich im Vorfeld natürlich auch keinerlei Anhaltspunkte bezüglich der Leistungsaufnahme hatte.
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  7. #7
    Avatar von fisch@namenssuche
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    AW: [Extreme-Review] Streacom FC8 - lautloses Edelgehäuse

    Waren nur 2 Heatpipes im Lieferumfang, könnte man beim Hersteller noch welche mit-/nachbestellen ?

    Ich kann mir vorstellen, dass zumindest bei deinem Testaufbau unter Last noch Potential da ist... wenn da nur ein Atömchen oder eine E-Gurke drunter wandern, ist's hinfällig.
    Es läuft ja schon stabil, aber ein bisschen Reserve für warme Tage (ich kratze zur Zeit an den 30 Grad Lufttemperatur) kann nicht verkehrt sein .
    Geändert von fisch@namenssuche (29.06.2012 um 16:36 Uhr)
    while (!sleep) sheep += 1;

  8. #8
    ThomasGoe69
    Gast

    AW: [Extreme-Review] Streacom FC8 - lautloses Edelgehäuse

    Schönes Review und ein prima Gehäuse

    Werde dieses mal einer Bekannten mit HTPC Ambitionen unter "der Nase halten"...

  9. #9
    Avatar von Cey
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    AW: [Extreme-Review] Streacom FC8 - lautloses Edelgehäuse

    Feines Review - das Gehäuse sieht sehr interessant aus.

    Welche Temperatur erreicht die HDD denn eigentlich, wenn die CPU ordentlich arbeitet und es so schöne 25-30°C Raumtemperatur hat?

    Bzw: Muss man sich sorgen um Hitzespots machen? Denn 0 Luftdurchwalzung finde ich schon ein wenig kritisch, auch in Bezug auf die VRMs zum Beispiel der CPU.

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  10. #10

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    AW: [Extreme-Review] Streacom FC8 - lautloses Edelgehäuse

    Sehr schönes Gehäuse
    Geändert von mars321 (01.07.2012 um 14:12 Uhr)

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