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  1. #1
    Avatar von WallaceXIV
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    [Erfahrungsbericht] LC-Power LC8650 V2.2 Ozeanos




    Vorwort


    Fairer Weise muss man sagen, dass bei den durchgeführten Netzteil-Tests kein professionelles Messequipment zum Einsatz kommt und auch die Testbedingungen zum Teil abweichen. Genaue Aussagen zur Effizienz, Spannungsstabilität unter Last, Restwelligkeit etc. sind derzeit nicht möglich. Dennoch wird versucht jeden Test so genau wie möglich durchzuführen um einen Eindruck der Qualität des Netzteils zu vermitteln. Geeignete Messgeräte sind leider sehr teuer und können nur nach und nach beschafft werden, solange sind die Tests eher eine Art detaillierter Erfahrungsbericht.


    Gliederung


    1. Danksagung
    2. Einleitung
    3. Zahlen und Fakten
    4. Verpackung und Lieferumfang
    5. Äußere Eindrücke
    6. Innenraum und Technik
    7. Messungen
      1. Messmethodik
      2. Spannungen und Stabilität
      3. Effizienz
      4. Lautstärke und Temperaturen

    8. Fazit


    1. Danksagung

    Das Unternehmen LC-Power war so freundlich das LC8650 V2.2 Ozeanos aus der High-End- und Gaming-Serie "Metatron" zu diesem Review zur Verfügung zu stellen.




    2. Einleitung

    Wir widmen uns bei diesem Test einem Netzteil, welches vor allem durch seinen Preis attraktiv ist. Die UVP liegt bei 79 Euro, aber es ist bei diversen Händlern schon ab günstigen 60 Euro erhältlich. Dafür erhält man ein Netzteil mit 80 Plus Zertifizierung und modularem Kabelmanagement. Was das LC-Power sonst noch zu bieten hat, wird dieser Bericht versuchen zu klären.


    3. Zahlen und Fakten

    Werfen wir einen Blick auf die Zahlen und Fakten. Die Leistung wird mit optimistischen 650W angegeben, da die zwei +12V Schienen lediglich 468W liefern. Angaben dieser Art kommen auch bei anderen Herstellern wie, Be quiet oder Sharkoon, vor. Die +3,3V und +5V Schienen stellen zusammen 168W bereit. Das Netzteil von LC-Power besitzt, wie schon erwähnt, eine 80 Plus Zertifizierung, was einer Effizienz von mindestens 80 Prozent in allen drei Lastzuständen (20%, 50%, 100%) entspricht. Fest mit dem Ozeanos verbunden sind lediglich der 20/24-Pin und der 1x 4/8-Pin ATX12V Anschluss. Die restlichen Kabel: 2x 6/8-pin PCIe 2.0, 6x SATA, 4x IDE und 1x Floppy sind abnehmbar. Der Betrieb von zwei Grafikkarten ist also möglich.


    4. Verpackung und Lieferumfang

    Alle nötigen Informationen und technischen Spezifikationen sind auf der Verpackung vermerkt. Das Netzteil selbst wurde sicher in Luftpolster Folie verpackt.




    Mitgeliefert wird ein schwarzes Kaltgerätekabel, der modulare Kabelsatz und vier silberne Schrauben zur Befestigung des Boliden. Eine Anleitung fehlt leider, man sie kann aber auf der Hersteller-Seite downloaden.



    Weder auf der Verpackung, noch im Online-Datenblatt sind die Schutzschaltungen dokumentiert. Laut Hersteller sind aber OCP (Überstromschutz), UVP (Unterspannungsschutz), OVP (Überspannungsschutz), SCP (Kurzschlussschutz), sowie OPP (Überlastungsschutz) vorhanden.


    5. Äußere Eindrücke



    Das Netzteil, sowie die Kabelsleeves sind komplett in schwarz gehalten. Es wurde mit Glanzlack gearbeitet, der relativ anfällig für Fingerabdrücke ist, aber die Verarbeitung wirkt trotzdem wertig. Die Abmessungen betragen kompakte 86 x 150 x 158mm und das Gewicht liegt bei ca. 2,5 kg.



    Wie erwähnt sind nur die Kabel fest mit dem LC-Power verbunden, die man in jedem Fall benötigt. Die Kabellängen sind ausreichend dimensioniert und das Sleev ist nicht zu straff und nicht zu locker, auch an Kabelausziehhilfen wurde nicht gespart.




    6. Innenraum und Technik


    Nun schauen wir dem LC-Power unter die Haube. Das Innere wird von zwei großen silbernen Passiv-Kühlkörpern domminiert. Für den Eingangsfilter wurden zwei Finnen des Kühlers ausgespart. Das Netzteil arbeitet mit einer aktiven PFC Technik, die im Gegensatz zur passiven Variante störende Oberschwingungen minimiert.





    Es wird eine sehr kompakte Platine verwendet. Auf der primären Seite befindet sich ein 420V und 390µF Kondensator vom taiwanesischen Hersteller Teapo mit einer maximalen Betriebstemperatur von 85°. Kein High-End aber solide. Auf der sekundären Seite findet man kleinere Teapo Kondensatoren, die allerdings bis 105° spezifiziert sind. Die Lötqualität ist gut. Stellenweise wurde mit Klebstoff gearbeitet, aber nur im geringen Maße.





    Der 140mm Lüfter stammt vom Hersteller Young Lin und trägt die Bezeichnung DFS132512H. Young Lin Lüfter kommen unter anderem bei diversen Aerocool, Coolermaster und Enhance Modellen zum Einsatz. Dank der Lüftersteuerung verhielt sich der Lüfter immer unauffällig und die Verwendung des Gleitlagers machte sich auch nicht negativ bemerkbar.



    An den Kabelenden sind durchgehend Schrumpfschläuche zum Schutz vor Kontaktkurzschlüssen angebracht. Kabelbinder sind ebenfalls vorhanden.






    7. Messungen

    7.1 Messmethodik

    Jeder Wert ist das arithmetische Mittel aus fünf Messwerten. Dabei kommen ein Digitus ATX Netzteil-Tester mit LCD und ein Energiemessgerät der Firma EAXUS zum Einsatz.

    Folgendes Testsystem wurde für die Messungen verwendet:



    Alle Stromsparmodi, wurden im BIOS deaktiviert. Der Prozessor wurde von 2,8GHZ auf rund 3,6GHZ übertaktet. Die Grafikkarte läuft mit Standardtakt. Die restlichen Komponenten können der Tabelle entnommen werden.

    7.2 Spannungen und Stabilität

    Die Spannungsmessungen ergaben folgende Ergebnisse:



    Die Messungen ergeben durchweg gute Werte, aber das Messgerät belastet das Netzteil auch nur mit ca. 10W. Das Power Good Delay Zeit ist ebenfalls gut.

    Diesmal wurde auch die Stabilität in Form von schnellen Lastwechseln überprüft. Der PC wurde zu 100% ausgelastet um dann wieder zum Idle zurück zu kehren, dies wurde zehnmal in Folge, durchgeführt. Das System lief dabei stabil und es gab keine Abstürze oder Anzeichen von Instabilitäten.

    7.3 Effizienz

    Um die Effizienz der Testkandidaten zu vergleichen werden verschiedene Lastzustände erzeugt. Exakt definierte Lastzustände sind ohne eine Chroma-Teststation leider nicht möglich. Getestet wurde der Verbrauch im Windows Leerlauf, mit einer Prozessorauslastung von 100% und mit einer vollständigen Auslastung des gesamten Systems.






    Das LC-8650 liegt in etwa gleichauf mit dem Be quiet Dark Power Pro P7 550W, welches ebenfalls eine 80 Plus Zertifizierung besitzt. Der angegebene Standby-Verbrauch von unter 1 Watt konnte nicht belegt werden, mit 3W liegt es jedoch gleichauf mit dem Super Flower. Man sieht deutlich den Unterschied zu den 80 Plus Gold zertifizierten Netzteilen, diese kosten aber auch nahezu doppelt so viel.


    7.4 Lautstärke und Temperaturen

    Der Test der Geräuschentwicklung beziehungsweise der Wärmeentwicklung basiert auf einer subjektiven Wahrnehmung, da hierzu noch keine Messgeräte vorhanden sind.

    Das Netzteil ist bei geschlossenem Gehäuse nicht wahrnehmbar. Unter Vollauslastung des Systems traten keine Störgeräusche auf und das Ozeanos wurde maximal handwarm.



    8. Fazit

    Nicht Jeder benötigt unbedingt ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Effizienz von über 90% und auch nicht Jeder ist bereit knapp 100 Euro, oder mehr, dafür auszugeben. Da die Testmöglichkeiten sehr begrenzt sind, ist es schwer eine Aussage zur Qualität, im Bereich der Restwelligkeit und der Spannungsstabilität unter Last zu treffen. Während des Tests konnten jedoch keine Schwächen festgestellt werden. Das Preis/Leistungsverhältnis passt, denn man erhält ein zuverlässiges Netzteil mit modularem Kabelmanagement.




    Ich bin immer für Fragen, Kritik und Anregungen offen. Viel Spaß mit dem Bericht!


    Geändert von WallaceXIV (29.09.2010 um 21:17 Uhr)

    •   Alt

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  2. #2
    Avatar von <<Painkiller>>
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    AW: [Erfahrungsbericht] LC-Power LC8650 V2.2 Ozeanos

    Diskussionsthread ist Online.

    Viel Spaß!

    Gruß
    Pain
    "Das Schicksal beschützt Narren, kleine Kinder und Schiffe mit dem Namen 'Enterprise'."
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  3. #3
    hulkhardy1
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    AW: [Erfahrungsbericht] LC-Power LC8650 V2.2 Ozeanos

    Ich sag dir ganz erlich bin kein Fan von LC-Power! Aber kannst du bitte noch ein Bild von der Lötquallität machen, also von der Rückseite der Platine das würd mich noch brennend interressieren da gabs in der Vergangenheit wohl heftigst Probleme, wenn ich mich recht errinnere.

  4. #4
    Avatar von WallaceXIV
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    AW: [Erfahrungsbericht] LC-Power LC8650 V2.2 Ozeanos

    Ist doch drin, siehe Innenraum und Technik. Das ist mein erstes LC-Power Netzteil, und ich habe nichts Schlechtes feststellen können. Natürlich habe ich auch nicht die Möglichkeiten die Schutzschaltungen zu testen oder ähnliches.

  5. #5
    Avatar von Erzbaron
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    AW: [Erfahrungsbericht] LC-Power LC8650 V2.2 Ozeanos

    hmm, schade das keine Bilder der Platine dabei sind, aber bei den ausladenden Kühlern auch etwas schwierig ...

    Ohne jetzt die Bilder genau betrachtet zu haben dürfte das ein Andyson sein ... glaub Xilence hat(te) ein ähnliches Modell im Angebot ... müsste grad mal nen Link raussuchen aber irgendwie bin ich dafür zu müde ^^

    Für LC Power Verhältnisse ist das Teil mit Abstrichen ok, am Markt kräht aber kein Hahn danach weil es bessere Netzteile zu ähnlichen Preisen gibt ...

    edit: ansonsten hübscher Erfahrungsbericht ... schaut gut aus

  6. #6
    Avatar von WallaceXIV
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    AW: [Erfahrungsbericht] LC-Power LC8650 V2.2 Ozeanos

    Zitat Zitat von Erzbaron Beitrag anzeigen
    edit: ansonsten hübscher Erfahrungsbericht ... schaut gut aus
    Vielen Dank. Ich versuche halt mit meinen primitiven Mitteln so viel wie möglich rauszuholen.

  7. #7
    hulkhardy1
    Gast

    AW: [Erfahrungsbericht] LC-Power LC8650 V2.2 Ozeanos

    Ah ja eben hab ichs gesehen. Sag mal Erzbaron wo wird das Teil hergestell, die einzelnen Lötpunkte scheinen mir doch recht unregelmäßig zu sein, so das ich fas auf Handarbeit tippe, viele kleine Chinesen! Manch Lötestellen scheinen auch recht mager zu sein aber das kleine Bild hat eine recht schlechte Quallität so das ich es nicht genau erkennen kann.

  8. #8
    Avatar von WallaceXIV
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    AW: [Erfahrungsbericht] LC-Power LC8650 V2.2 Ozeanos

    Die Bilder sind alle etwas unscharf, sorry dafür. Meine Kamera scheint langsam den Geist aufzugeben.

    Hier mal noch ein Bild der Platine, so gut es ging.




    Und hier mal noch ein Bild der Lötqualität, ich hoffe man erkennt etwas mehr.


  9. #9
    Avatar von Erzbaron
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    AW: [Erfahrungsbericht] LC-Power LC8650 V2.2 Ozeanos

    Das Teil dürfte von Andyson kommen, bin mir aber nicht 100%ig sicher und müsste als Beleg einen link dazu raussuchen aber irgendwie hab ich darauf kein Bock ... hier zu Hause hab ich ja leider nur DSL Lite und da dauert das immer ewig

    Ansonsten werden aber die meisten Netzteile mit viel Handarbeit hergestellt ... ist in China eben billiger als Maschinen

    •   Alt

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  10. #10
    Avatar von Philipus II
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    AW: [Erfahrungsbericht] LC-Power LC8650 V2.2 Ozeanos

    Drei Hinweise:
    1. Die Spannungsmessung mit 10W Last ist nicht gerade soo aussagekräftig. Da du öfter Netzteile testest, könntest du dir mal ein Multimeter zulegen, dann kannst du auch bei Last messen. Vom Budget her wäre das überschaubar, würde die Tests aber deutlich aufwerten.
    2. Die Kurzschlusssicherung haben User hier schon mit einfachsten Mitteln getestet. Ein Kurzschluss lässt sich leicht produzieren.
    Das könntest du deinem Testparcour zukünftig hinzufügen.
    3. Du schreibst, dass alle Stromsparmodi für die Messungen deaktiviert wurden. Hast du sie zum Test auf Störgeräusche wieder angeschaltet?

    Zum Produkt:
    Wohl eins der besseren LC Power. Trotzdem hats das Netzteil am Markt nicht leicht. Seasonics S12 500W, das nominal 70 Watt schlechter ist, ist ein ehemaliges bewährtes Spitzenprodukt und für die Hälfte des UVP erhältlich.
    Einen rationalen Grund, dieses Netzteil zu kaufen, gibts daher nicht.

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