Seite 4 von 4 1234
  1. #31

    Mitglied seit
    11.11.2008
    Beiträge
    582

    AW: Coronakrise senkt den Stromkonsum um 5,7 Prozent und erhöht Anteil erneuerbarer Energien

    Zitat Zitat von PCGH_Torsten Beitrag anzeigen
    Wenn Steuern und Abgaben nur irgend ein Finanzierungsmittel wären, dann hätten wir stattdessen eine einheitliche Kopfpauschale. Sie sollen aber Lenkungswirkung entfalten, ...
    Sorry, aber Du machst es echt nicht besser. Progressive Steuern gibt es deshalb, weil man die Leute in bestimmten Bereichen eben nicht pauschal, sondern entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit besteuern möchte. Das hat nichts damit zu tun, das man irgendwas lenken möchte, sondern schlicht damit, wie man Steuergerechtigkeit definiert. Oder willst Du ernsthaft behaupten, hinter der - mit steigendem Einkommen - prozentualen Steigerung der Einkommensteuer stecke eine "Lenkungswirkung" dergestalt, dass man Leute mit hohem Einkommen dazu bewegen möchte, weniger zu arbeiten oder zu verdienen? Klar kann man über den Begriff "gerechter Steuern" trefflich streiten, aber das ist nun wieder eine vollkommen andere Diskussion.
    Zitat Zitat von PCGH_Torsten Beitrag anzeigen
    ... zum Teil steht das sogar ausdrücklich im Namen mit drin: Die "Ökosteuer" finanziert sind nicht die Ökologie und die "Erbschaftssteuer" dient nicht dazu, Hinterbliebenen etwas zukommen zu lassen. Auch bei der Einkommenssteuer, der Stromsteuer, den Sozialabgaben und den Netzengelten sind entsprechende Lenkungswirkungen gegeben.
    Siehe oben. Du kannst das nicht einfach alles in einen Topf werfen und pauschal jeder Steuer und jeder Abgabe eine beabsichtigte Lenkungswirkung unterstellen. Noch mal: Steuern wie die Einkommensteuer oder die Mehrwertsteuer sind reine Finanzierungsmittel; die sollen Dich weder dahin lenken, dass Du weniger verdienst noch dahin, dass Du weniger konsumierst. Gleiches gilt für die Sozialabgaben, die schlicht nötig sind, um die - wie wir alle wissen extrem hohen - Sozialausgaben stemmen zu können. Welche Lenkungswirkungen sollen das denn bitte konkret sein, von denen Du behauptest, dass sie "geblieben seien"?

    Natürlich gibt es auch Abgaben mit Lenkungswirkung, wie zum Beispiel die EEG-Umlage, die Du ja zumindest dem Grunde nach befürworten müsstest, denn sie soll den Ausbau erneuerbarer Energien fördern und damit den Klimaschutz. Dass das handwerklich furchtbar schlecht umgesetzt ist (z.B. weil man die Kosten dafür komplett auf die Privathaushalte abwälzt), da sind wird uns ja einig, trotzdem bleibt der Gedanke dahinter ein richtiger.
    Zitat Zitat von PCGH_Torsten Beitrag anzeigen
    Betrachtet man sie Verhältnis zueinander, lenken sie aber nicht in die gewünschte Richtung, ganz im Gegenteil: Arbeit einzusparen und durch verbrauchsintensive Technik zu ersetzen, wird belohnt. Wenn eine Dienstreise mit der Bahn wegen unpassender Zeiten eine Übernachtung, also letztlich die Finanzierung von Hotelarbeitsplätzen erfordert, mit dem Auto aber am gleichen Tag möglich ist, gewinnt in Deutschland letzere Option haushoch, obwohl Politik und Gesellschaft sich darin einig sind, dass weniger Autoverkehr, weniger CO2 und mehr Arbeitsplätze wünschenswert wären.
    Da sind wird uns nun wieder vollkommen einig: Die von der Politik geschaffenen Anreiz- und Lenkungssysteme sind oft widersprüchlich und arbeiten häufig gegeneinander, anstatt gemeinsame Ziele mit gegebenenfalls verschiedenen Prioritäten im Blick zu haben. Den wichtigsten Gegensatz (Auto - oder besser: individuelle Mobilität - versus Klima und Umwelt) sprichst Du ja auch an, wobei ich allerdings fürchte, dass gerade das einer ist, der mindestens genauso sehr an der Autovernarrtheit der Deutschen scheitert wie an der Politik in Berlin. Mittlerweile sollte eigentlich jeder begriffen haben, dass nachhaltige Klima- und Umweltpolitik - und vor allem auch ein lebenswertes Leben in unseren Städten - mit individueller Mobilität in dem überbordenden Maße, wie wir sie heute haben, grundsätzlich unvereinbar ist, und zwar völlig unabhängig davon, ob die Leute nun massenhaft in Benzin-, E- oder Wasserstoff-Vehikeln durch die Gegend gondeln. Würde man daran rütteln, würden allerdings weniger Autos verkauft; die Wertschöpfungskette Auto bricht zusammen; Armut und Verelendung erwarten uns; ganz Deutschland radikalisiert sich und wir fangen den vierten Weltkrieg an! Willst Du dafür verantwortlich sein? Klar ist das jetzt überspitzt, aber letzten Endes sind es Ängste genau dieser Art, mit der die Politik die Wähler immer wieder bei der Stange hält.

    Weniger Autoverkehr und weniger CO2 sind eben leider bei uns kein Konsens, und zwar in der Gesellschaft noch viel weniger als in der Politik. Bei Lippenbekenntnissen dieser Art geht es nämlich immer nur um die Autos, die andere fahren, nicht um das eigene, und um das CO2, das von anderen emittiert wird, nicht um das, was man selber in die Luft bläst.
    Geändert von shaboo (31.07.2020 um 16:00 Uhr)

    • Bitte einloggen, um diese Anzeige auszublenden.
  2. #32

    Mitglied seit
    09.04.2020
    Beiträge
    5

    AW: Coronakrise senkt den Stromkonsum um 5,7 Prozent und erhöht Anteil erneuerbarer Energien

    Zitat Zitat von shaboo Beitrag anzeigen
    Du kannst das nicht einfach alles in einen Topf werfen und pauschal jeder Steuer und jeder Abgabe eine beabsichtigte Lenkungswirkung unterstellen. Noch mal: Steuern wie die Einkommensteuer oder die Mehrwertsteuer sind reine Finanzierungsmittel; die sollen Dich weder dahin lenken, dass Du weniger verdienst noch dahin, dass Du weniger konsumierst. Gleiches gilt für die Sozialabgaben, die schlicht nötig sind, um die - wie wir alle wissen extrem hohen - Sozialausgaben stemmen zu können. Welche Lenkungswirkungen sollen das denn bitte konkret sein, von denen Du behauptest, dass sie "geblieben seien"?

    Natürlich gibt es auch Abgaben mit Lenkungswirkung, wie zum Beispiel die EEG-Umlage, die Du ja zumindest dem Grunde nach befürworten müsstest, denn sie soll den Ausbau erneuerbarer Energien fördern und damit den Klimaschutz. Dass das handwerklich furchtbar schlecht umgesetzt ist (z.B. weil man die Kosten dafür komplett auf die Privathaushalte abwälzt), da sind wird uns ja einig, trotzdem bleibt der Gedanke dahinter ein richtiger.
    Sehr schöner Kommentar, der gut differenziert. Jetzt noch Umsatzsteuer statt Mehrwertsteuer verwenden und ich wäre überglücklich.

    Es ließe sich zusätzlich noch trefflich darüber Streiten, ob die Erbschaft- und Schenkungssteuer mittelbar den Eigenkonsum steigern soll nach dem Motto lieber gebe ich es aus, als dem Staat doppelt Steuern zukommen zu lassen.

    Insgesamt interesiert mich diese News zum Stromkonsum grundsätzlich, auch wenn ich mich frage, was das Thema allgemeiner Stromverbrauch mit Computerhardware zu tun hat. ... Zwei Seelen schlagen ach in meiner Brust.

  3. #33

    AW: Coronakrise senkt den Stromkonsum um 5,7 Prozent und erhöht Anteil erneuerbarer Energien

    Zitat Zitat von Pu244 Beitrag anzeigen
    Die Solarindustrie war auf Dauer einfach nicht zu halten, da es dank den manuellen Arbeitsschritten und dem Preiskampf so oder so eine Industrie ist, die in Billiglohnländer wandert.
    Geht der Trend nicht gerade bei der Photovoltaik zu vollautomatischer Produktion der Module? Bei den Zellen war diese jedenfalls schon zur Jahrtausendwende üblich, Halbleiter lassen sich schlecht von Hand fertigen, sodass die deutschen Hersteller hier keinen Nachteil hatten. Nur das mehrjährige Einfrieren des Heimatmarktes, während die Politik über Änderungen am urprünglichen EEG diskutierte, das war für die mittelständischen Unternehmen nicht überbrückbar.

    Momentan geht man von einer 3-4 Cent höheren EEG Umlage aus, der Kohleausstieg dürfte (konsequent umgesetzt) auch noch über 5 Cent pro kWh kosten, damit wären wir bei knapp 40 Cent (aber die Politik hat angekündigt einen Teil der Kosten zu übernehmen.
    Der Kohleausstieg wird pauschal finanziert. Die Politik hat die Zustimmung der Kraftwerksbetreiber zu den späten Abschaltungen mit einer hohen Entschädigung erkauft, diese muss unabhängig vom Verbrauch bezahlt werden. Wenn Deutschland die nächsten Jahre weniger Kohlestrom verbraucht, dann steigt dadurch nicht der Preis des Kohleausstiegs, es wird nur noch deutlicher, dass man diesen auch durch eine Verteuerung der CO2-Zertifkate zu Lasten statt zu Gunsten der Kraftwerksbetreiber hätte durchsetzen können.

    Insgesamt exportiert Deutschland mehr, als importiert wird. Allerdings muß man auch sehen, was da expotiert wird. Wir exportieren sehr viel Strom, der durch die unstehtigen Erneuerbaren zustande kommt und importieren viel Strom, wenn die nicht liefern können.

    Unterm Strich exportieren wir schlechten Strom und importieren guten.
    Die aktuellsten Zahlen, die ich finden konnte, sind schon fünf Jahre alt. Aber seit 2015 sollte sich nicht so viel geändert haben und damals wurden mit Netto-Stromexporten von 50 TWh netto 2 Milliarden Euro Handelseinnahmen erzielt. Das sind ziemlich genau die 4 Cent pro kWh, mit der Strom in Deutschland gehandelt wird, was einen im Schnitt sehr ähnlichen Ein- wie Verkaufspreis nahelegt. Das ist gerade wegen EE-Anteil auch nicht unrealistisch, denn Deutschland exportiert vor allem im Hochsommer besonders stark, wenn Atomkraftwerke in Süd- und Westeuropa wegen Kühlwassermangel ihren Output runterfahren müssen, gleichzeitig aber der Verbrauch durch Klimaanlagen steigt und an klaren Wintertagen, wenn die Temperaturen stark fallen und in Frankreich weit verbreiteten Elektroheizungen für akuten Strommangel sorgen, während umgekehrt die deutsche Photovoltaik einen überdurchschnittlich hohen Ertrag einfährt.


    Zitat Zitat von shaboo Beitrag anzeigen
    Sorry, aber Du machst es echt nicht besser. Progressive Steuern gibt es deshalb, weil man die Leute in bestimmten Bereichen eben nicht pauschal, sondern entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit besteuern möchte. Das hat nichts damit zu tun, das man irgendwas lenken möchte, sondern schlicht damit, wie man Steuergerechtigkeit definiert. Oder willst Du ernsthaft behaupten, hinter der - mit steigendem Einkommen - prozentualen Steigerung der Einkommensteuer stecke eine "Lenkungswirkung" dergestalt, dass man Leute mit hohem Einkommen dazu bewegen möchte, weniger zu arbeiten oder zu verdienen? Klar kann man über den Begriff "gerechter Steuern" trefflich streiten, aber das ist nun wieder eine vollkommen andere Diskussion.
    Ich beschreibe nicht nur Soll-, sondern auch Ist-Effekte. Und natürlich haben hohe Lohnnebenkosten eine Lenkungswirkung. Nicht beim Arbeitnehmer, der nimmt gerne mehr Netto auch wenn dabei der Unterschied zwischen Brutto und Netto wächst, aber beim Arbeitgeber. Jemandem in Deutschland 2.000 Euro Netto anbieten zu können, ist teurer, als jemandem in Irland 2.000 Euro Netto anbieten zu können. (Hoffe ich. Bin zu faul nachzugucken, ob Irland wirklich ein geeignetes Beispiel ist. ^^) Wenn man als multinationaler Konzern also an zwei Orten Zugriff auf qualifiziertes Personal mit ähnlichen Nettogehaltserwartungen hat, ist es günstiger, einen neuen Arbeitsplatz außerhalb Deutschlands zu schaffen. Klarer Fall von Lenkungswirkung. Genauso die bereits beschriebene Abwägung Automatisierung versus Personal: Die geringere Automatisierung vieler Industrieprozesse in Osteuropa oder gar Asien liegt nicht daran, dass man in diesen Ländern keine Fertigungsstraßen bestellen könnte, sondern an den im Vergleich zu diesen niedrigeren Kosten für eine manuelle Umsetzung.

    Das hat auch abseits des Stromverbrauchs ökologische Auswirkungen. Zum Beispiel lohnt es sich in Deutschland selten, etwas zu reparieren, weil ein Neukauf inklusive Mehrwertsteuer (@KremitTheFrag: Für Endkunden ist es eine solche und wird auch dementsprechend ausgezeichnet. ) und Transportkosten vom anderen Ende des Globus weniger kostet als die Arbeitszeit eines Technikers. Das gilt nicht mehr nur für Elektronik, sondern selbst für banale Mechanik. Wer an einem Fahrrad ein paar Verschleißteile (Bremsen, Tretlager, Kränze/Ritzel/Kettem, jeweils samt Einstellen) wechseln lässt, zahl schnell 300 bis 400 Euro. Dafür bekommt man im Baumarkt ein komplettes neues Fahrrad. Vieles, was man vor ein paar Jahrzehnten noch selbstverständlich hat machen lassen, ist heute nur noch für Bastler in Eigenarbeit rentabel, weil man da nur die reine Arbeitszeit "bezahlt". Aber in ein Geschäft zu gehen, wo die Stunde auf der Rechnung mindestens das Doppelte, eher das Dreifache (in KFZ-Werkstätten auch mehr als Vierfache) dessen kostet, was der Ausführende Netto erhält?

  4. #34
    Avatar von Research
    Mitglied seit
    08.09.2011
    Liest
    PCGH.de
    Ort
    Dreh dich ganz langsam um...
    Beiträge
    10.669

    AW: Coronakrise senkt den Stromkonsum um 5,7 Prozent und erhöht Anteil erneuerbarer Energien

    Zitat Zitat von Iconoclast Beitrag anzeigen
    Da fehlen mir nicht nur die Worte, das kotzt mich einfach nur noch an, was wir in diesem Land alles abdrücken müssen. Kein anderer zahlt so viele Steuern, kein anderer zahlt so viel Strom...

    Hier gibt es den Vergleich der Strompreise unter den Ländern, einfach abartig, was wir zahlen müssen:

    Strompreise in Europa: Was Strom in der EU kostet 2010-2020

    Wir zahlen einfach grob 50% mehr als der Durchschnitt. Prost-Mahlzeit.

    Und bekommen dafür immer weniger.

    Dann schauen wir uns den Rest der Steuern an. Steigen und neue Steuern, wie die 666te Abgabe auf Treibstoff. Also Den den du und ich brauchen um zur Arbeit zu kommen.
    Kerosin ist natürlich befreit.

    Und auch da, was bekommen wir für Rekordabgaben?
    Der Nackzocker eV. sucht noch aktive Mitglieder. Anmeldung unter Surveilance@nsa.gov. Benötigt werden Windows 10, Mikrofon und WebCam.
    Zur Zeit viel Mobil unterwegs, Rechtschreibung geht im Androide FF auf PCGH nicht.
    Wenn Onlineshops zwei Preise zur selben Zeit haben. Noch Fragen? Schick eine PN an die Teilnehmer.

  5. #35
    Avatar von T-MAXX
    Mitglied seit
    09.08.2008
    Ort
    Norden Deutschlands
    Beiträge
    1.309

    AW: Coronakrise senkt den Stromkonsum um 5,7 Prozent und erhöht Anteil erneuerbarer Energien

    Coronahin oder her, der Stromverbrauch seigt trotzdem. Es gleicht sich im Verbrauchsektor so oder so aus. Entweder die Industrie zieht mehr an Strom oder im Privatverbrauch.
    Das Ende ist der Anfang vom Ende...

  6. #36
    Avatar von SlaveToTheRave
    Mitglied seit
    03.06.2017
    Liest
    PCGH.de & Heft
    Ort
    Krems/Donau - Niederösterreich
    Beiträge
    548

    AW: Coronakrise senkt den Stromkonsum um 5,7 Prozent und erhöht Anteil erneuerbarer Energien

    Zitat Zitat von SFT-GSG Beitrag anzeigen
    Und ob es Instabilitäten gab? Natürlich nicht, das wird ja durch die Kernkraftwerke im Ausland aufgefangen, dessen Strom wir dann wieder teuer zukaufen müssen
    Tatsächlich baut Deutschland neue Hochspannungsleitungen in Richtung Frankreich und Tschechien. Vermutlich für Strom aus Wasserkraft

    Machen wir in Österreich übrigens auch so - seit über 30 Jahren - mit tschechischem Atomstrom.

    "Österreich setzt auf erneuerbare Energien und ist Atomstromfrei" = Totale Heuchelei und Scheinheiligkeit.
    Statt der 3 AKWs, die zusammen mit der Wasserkraft über 90% des öst. Strombedarfs gedeckt hätten, haben wir dann mehrere große Wärmekraftwerke (Kohle / Öl / Gas) gebaut,
    die seit Jahrzehnten fleißig CO2 emittieren. Dazu kommt noch die schwermetallbelastete, leicht radioaktive Kraftwerksasche.
    Und wenn es trotzdem nicht reicht, müssen uns die Tschechen mit 10 - 30% Strom aus ihren AKWs aushelfen. Trotz zusätzlichem Ausbau von Erneuerbaren.

    Sollten die Tschechen oder andere öst. Nachbarn aber neue AKWs planen, um die alten russischen Typen zu ersetzen, deckt Österreich die Länder mit (wirkungslosen) Zivilklagen ein.
    Zusätzlich wuchten einige öst. Politiker ihre Gesichter in die Medien, um sich über die über die "bösen" Nachbarn zu beschweren und die Zeitungen (v.a. der Boulevard) verbreiten ein bisschen Panik.
    Das funktioniert in Österreich immer - völlig egal ob Atomenergie, Gentechnik, Kernfusion, Genschere (Crisp) oder sonst was...

    Unsere Grünen sind übrigens auch gegen Kernfusion und wollen aus dem Euratom-Vertrag aussteigen - "mit Euratom werden neue AKWs finanziert" - was natürlich Bullshit ist,
    aber wenn es ein paar % Stimmen bringt, warum nicht auch "alternative Fakten" nutzen.

    Zitat Zitat von SFT-GSG Beitrag anzeigen
    Instabilitäten
    Apropos Instabilitäten: Die Schweden mussten im Juli ihr AKW Ringhals, das eigentlich Ende des Jahres stillgelegt werden sollte, als Backup wieder hochfahren um eventuelle Schwankungen im Netz auszugleichen.
    Geändert von SlaveToTheRave (31.07.2020 um 23:22 Uhr)

    Flight Simulator 2020 Beta | Elite Dangerous | Fate/Grand Order
    CodeRED - ABC (Club Mix) >Klick mich<

  7. #37

    Mitglied seit
    03.09.2012
    Beiträge
    8.967

    AW: Coronakrise senkt den Stromkonsum um 5,7 Prozent und erhöht Anteil erneuerbarer Energien

    Zitat Zitat von PCGH_Torsten Beitrag anzeigen
    Geht der Trend nicht gerade bei der Photovoltaik zu vollautomatischer Produktion der Module? Bei den Zellen war diese jedenfalls schon zur Jahrtausendwende üblich, Halbleiter lassen sich schlecht von Hand fertigen, sodass die deutschen Hersteller hier keinen Nachteil hatten. Nur das mehrjährige Einfrieren des Heimatmarktes, während die Politik über Änderungen am urprünglichen EEG diskutierte, das war für die mittelständischen Unternehmen nicht überbrückbar.
    Ich habe mal eine sehr gute Dokumentation über die Produktion angesehen, ich glaube es war Solarworld. Damals war noch viel Handarbeit dabei. Z.B. sind die einzelnen Zellen so groß, dass sie problemlos in die Spanne einer menschlichen Hand passen, da die einzelnen Wafer von Hand aus dem geschnittenem Ingot getrennt werden müssen, da es dafür keine Maschine gab. Insgesamt war extrem viel menschliche Arbeit erforderlich. Nur am Ende hatten sie eine Transporthilfe, die die fertigen Module mit Saugnäpfen aufgenommen und in die Kartons gepackt. Allerdings mußte da auch immer noch ein Mensch dahinterstehen und das Ding bedienen.

    Schon damals (war so um 2008) habe ich mir gedacht, dass sich das am ehesten in Billiglohnländer verlagern läßt und so ist es dann gekommen.

    Heute sind die Fabriken natürlich deutlich automatisierter, aber das wird wohl nicht helfen. Man kann das bei der sogenannten "Consumer Electonic" ganz gut sehen, die ist auch Großteils abgewandert, obwohl, dank moderner Bestückungsmaschinen, wenig Handarbeit erforderlich ist. Das Bisschen sorgt allerdings dafür, dass es in Hochlohnländern unrentabel ist. Am Ende kommt es meist auf die Kosten pro kW Peak an und da verliert man in Deutschland einfach. Obendrein werden quasi alle Innovationen binnen kurzer Zeit von den Chinesen kopiert, sprich man kann sich auch so nicht gut halten.

    Zitat Zitat von PCGH_Torsten Beitrag anzeigen
    Der Kohleausstieg wird pauschal finanziert. Die Politik hat die Zustimmung der Kraftwerksbetreiber zu den späten Abschaltungen mit einer hohen Entschädigung erkauft, diese muss unabhängig vom Verbrauch bezahlt werden. Wenn Deutschland die nächsten Jahre weniger Kohlestrom verbraucht, dann steigt dadurch nicht der Preis des Kohleausstiegs, es wird nur noch deutlicher, dass man diesen auch durch eine Verteuerung der CO2-Zertifkate zu Lasten statt zu Gunsten der Kraftwerksbetreiber hätte durchsetzen können.
    Die Entschädigungszahlungen sind nur ein winziger Teil der Kosten und mit ein paar Milliarden sogar extrem wenig, ich hatte da mit deutlich mehr gerechnet (allein das Abschalten der Kernkraftwerke, nach Fukushima, hat über 20 Mrd gekostet). Wesentlich wichtiger ist, dass statt billigem Kohlestrom nun teure Gaskraft genutzt wird, die ist gleich ein paar Cent teurer (so 3-4, es sei denn wir Fracken wie die Amis, aber das will man hier ja auch nicht). Dazu müssen diese Kraftwerke erst noch gebaut werden, das kostet einiges. Das Staat könnte das billiger machen, aber das ist Sozialismus und wir wissen alle, was das bedeutet: keine Bananen, lange Schlangen vor den Supermärkten, wenn es mal was gibt, Fernseher, die ein halbes Jahresgehalt kosten, Computer, die der letzte Mist sind, Autos auf die man knapp 20 Jahre warten muß, Sarah Wagenknecht als Ministerin für Volksbildung und Oskar Lafontaine als Staatsratsvorsitzender. Sowas kann keiner wollen und deshalb wird das ganze wohl wie gewohnt von Investoren gebaut, inklusive üppiger Rendite von jährlich ca. 8%, das treibt die Kosten.

    Von daher wird der Kohleausstieg die Kosten gehörig nach oben treiben, wenn er denn kommt. Ernsthaft geplant wurde bisher nur wenig, bzw. garnichts. Von daher kann es durchaus dazu kommen, dass man viel Geld dafür bezahlen muß, dass die alten Kraftwerke weiterlaufen, so wie man es jetzt auch macht.

    Übrigens hätte auch eine Verteuerung der CO2 Zertifikate die Verbraucher getroffen, so wie immer.

    Zitat Zitat von PCGH_Torsten Beitrag anzeigen
    (...)während umgekehrt die deutsche Photovoltaik einen überdurchschnittlich hohen Ertrag einfährt.
    Photovoltaik spielt im Winter fast keine Rolle, da die Sonne nurnoch wenig scheint und dann auch noch in einem schlechten Winkel. Da hilft dann auch der etwas bessere Wirkungsgrad nichts. Gut 70% der Energieernte wird, bei der Photovoltaik, in den 4-5 Monaten im Sommer eingefahren, dass ist auch das Problem, wir brauchen die Energie zu einem recht großen Teil im Winter. Mit dem Energieprofil von Südafrika würden wir fast ideal hinkommen. So müßte allerdings der Großteil des Stroms teuer zwischengespeichert werden. Um den Äquator herum ist das etwas anderes, da steht die Solarenergie während des Jahres sehr gleichmäßig zu Verfügung und der Stromverbrauch ist auch sehr konstant. Deshalb wird sich das da auch am ehesten durchsetzen. Eine andere Nische sind Länder mit großen Stauseen, die als Speicher dienen, z.B. Venezuela und Norwegen. Wir haben leider beides nicht.
    i7 3770, GTX 980Ti, 32GB RAM, Seasonic X460FL, Samsung U32H850UMU, 850 EVO 1TB
    i3 4030U (1,9 GHz Dualcore), 16GB RAM, 1TB HDD, 15,6" 1366x768 Monitor

  8. #38
    Avatar von Adi1
    Mitglied seit
    14.07.2009
    Liest
    PCGH.de & Heft
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    11.866

    AW: Coronakrise senkt den Stromkonsum um 5,7 Prozent und erhöht Anteil erneuerbarer Energien

    Die Preise steigen trotzdem,
    habe letze Woche erst meine Abrechnung bekommen,
    muss jetzt 7Taler mehr im Monat abdrücken.
    3570K@4,5GHz 1,06 V | GA-Z77 D3H | GTX 970 | 8 GB Corsair Vengeance LP | Crucial m4 128GB + MX100 512GB | bequiet Dark Power P10 | Define R3 | bequiet Dark Rock Pro 3 | Bitfenix Recon | LG IPS235P-BN

  9. #39
    Avatar von Xzellenz
    Mitglied seit
    02.07.2020
    Beiträge
    147

    AW: Coronakrise senkt den Stromkonsum um 5,7 Prozent und erhöht Anteil erneuerbarer Energien

    Zitat Zitat von Adi1 Beitrag anzeigen
    Die Preise steigen trotzdem,
    habe letze Woche erst meine Abrechnung bekommen,
    muss jetzt 7Taler mehr im Monat abdrücken.
    Kann dir nur raten dich an einen Energieberater zu wenden, falls du das noch nicht getan hast. Am besten jemand aus deinem Umfeld, den du persönlich kennst, da es leider auch schwarze Schafe darunter gibt. Achte darauf, dass die für Teleson arbeiten, die sind seriös. Der Energieberater sucht dir im besten Fall einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Preisgarantie raus. Wird dich zwar langfristig nicht vor höheren Kosten bewahren, aber immerhin kannst du so Geld sparen. Diese EEG-Umlage ist einfach nur eine Schweinerei...wenn das so weitergeht, wird Strom bald schon ein Luxusgut sein.

    • Bitte einloggen, um diese Anzeige auszublenden.
  10. #40
    Avatar von Adi1
    Mitglied seit
    14.07.2009
    Liest
    PCGH.de & Heft
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    11.866

    AW: Coronakrise senkt den Stromkonsum um 5,7 Prozent und erhöht Anteil erneuerbarer Energien

    Zitat Zitat von Xzellenz Beitrag anzeigen
    Kann dir nur raten dich an einen Energieberater zu wenden, falls du das noch nicht getan hast. Am besten jemand aus deinem Umfeld, den du persönlich kennst, da es leider auch schwarze Schafe darunter gibt. Achte darauf, dass die für Teleson arbeiten, die sind seriös. Der Energieberater sucht dir im besten Fall einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Preisgarantie raus. Wird dich zwar langfristig nicht vor höheren Kosten bewahren, aber immerhin kannst du so Geld sparen. Diese EEG-Umlage ist einfach nur eine Schweinerei...wenn das so weitergeht, wird Strom bald schon ein Luxusgut sein.
    Danke für den Tipp.

    So groß ist mein Stromverbrauch jetzt auch nicht,
    dass sich ein Wechsel richtig lohnen würde.

    Aber weißt du,
    warum ich trotzdem bei meinem regionalen Stromanbieter bleibe?

    Da arbeiten Dresdner und die zahlen ihre Steuern auch bei uns.
    3570K@4,5GHz 1,06 V | GA-Z77 D3H | GTX 970 | 8 GB Corsair Vengeance LP | Crucial m4 128GB + MX100 512GB | bequiet Dark Power P10 | Define R3 | bequiet Dark Rock Pro 3 | Bitfenix Recon | LG IPS235P-BN

Seite 4 von 4 1234

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •