Wie Projekt Zweitrechner aus dem Ruder lief, oder, warum Gebrauchtkauf so fragwürdig rentabel sein kann

mad-onion

Software-Overclocker(in)
Hallo liebe Community es ist schon etwas länger her dass eins meiner Projekte hier dokumentiert wurde und großen Anklang fand.

Mein letztes großes Projekt, der White Power Tower, ist bereits fast zwei Jahre alt aber trotzdem noch nicht finanziell sinnvoll aufrüstbar. Da ich diesbezüglich gegen Ende des Jahres allerdings einen Wendepunkt sehe wollte ich mich darauf vorbereiten indem ich mir einen Zweitrechner zusammenbaue der zumindest vorübergehend mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit einen Ersatz darstellen kann.
Denn aus Fehlern wird man klug und kein einziges meiner Projekte verlief bisher in nur wenigen Tagen, manche zogen sich gerne mal ein paar Monate hin.

Das Mainboard

Wie ich finde, kann die Zusammenstellung von Rechnern eine gewisse Gemeinsamkeit mit Kunstwerken haben. Meine Neigung tendiert seit längerem unbestreitbar einem gewissen "Black&White-ismus" und so habe ich, mangels Neuware, die Augen seit Monaten nach einem AM4 Mainboard mit weißem PCB als Basis für dieses Projekt gesucht. Das schränkt die Auswahl drastisch ein und reduziert sie auf B350/X370 oder B450 basierte Boards, ausschliesslich von MSI, ein.
Die Anbieter dieser gebrauchten Platinen sind sich dieser Seltenheit durchaus bewusst, was sich auch in der Preisgestaltung wiederfindet. Nicht selten werden Preise verlangt die so manche aktuelle Neuware übersteigt.
Kürzlich habe ich dann einen vermeintlichen Schnapper machen können. Ein B350 Tomahawk Arctic für sagenhafte 25€, da gab es kein Halten mehr.
Der Vorbesitzer gab an, dass er es mit einem Ryzen 5 2600 und zum Kaufzeitpunkt zweitjüngstem Bios betrieben habe uns es zu USB Stuttering gekommen sei, weswegen er auf ein Asrock B450 Steel Legend umgestiegen sei. Bis vor ein paar Tagen lag es hier wochenlang ungetestet, mangels CPU.

Die CPU

Ebenso beobachte ich seit Monaten im wöchentlichen Rhythmus die Gebrauchtwarenpreise für CPUs & GPUs und dokumentiere dies in dazu hergerichteten Tabellen.

Zum einen finde ich passt eine Reisen Sechskant CPU am besten zu den Anforderungen die ich an diesem Rechner haben werde. Bin seit AMD Mainboard Generationen für alle CPU Generationen freigegeben hat und somit freie Wahl für alle besteht habe ich also sämtliche Ryzen 5 Modelle sowohl in Spielebenchmarks als auch Preisleistung verglichen und kam so recht schnell zum Ryzen 5 3600, welcher durchschnittlich bei 80-90 € gehandelt wird.
Gelegentlich ergaben sich Ausnahmen wo CPU z.B für 60 oder 65 € angeboten wurden. Dieser waren entweder nur Minuten nach angebotsstart schon verkauft oder stellten sich zumindest in meinem Fall, dreimal in Folge, als Scam-Versuche heraus.
Letztlich schlug ich bei einem 3600XT für 105€ zu, da meine Geduld am Ende und dies ein gutes Angebot war. Außerdem ist es im Hardwarebereich sehr schwierig, Verkäufer zu finden, welche bei Ebay Kleinanzeigen den dortigen Käuferschutz mit der Sicher-Bezahlen-Funktion akzeptieren. Und selbst wenn man dann (ein Hoch auf das 9€-Tcket) Abholung anbietet, haben manche gerade keine Zeit dafür, sind im Urlaub, oder, wie mir scheint, sind Scammer, Betrüger, Abzocker!
Gerade in den letzten vier bis fünf Wochen wurde ich überdurchschnittlich oft durch ebay kleinanzeigen vor betrügerischen Angeboten gewarnt.

Der Ram

Da ich aktuell vier Regel je 8GB Gskill Trdent Z RGB 3600MHz verbaut habe, kann ich diese notfalls halbieren, oder nach dem zerlegen dessen, auch vorübergehend komplett nutzen.
Diese arbeiteten schon mit meinem ersten Ryzen, einem 2600x, danach mit einem 3800XT und aktuell mit dem 5800x problemlos zusammen, also eine der wenigen "Known-Good-Areas"
Trotzdem habe ich noch ein 16GB Kit Gskill Ripjaws 3400 C16 für 30€ geschossen. Nach der Testphase wird sich zeigen, ob sie brauchbar sind, ansonsten kann ich mir gut vorstellen, diese verlustfrei weiterreichen zu können. Eigentlich scheinen soe für Intel-basierte Systeme optimiert zu sein, das kann aber trotzdem funktionieren. Zumindest mit einer Matisse CPU, wie dem 3600XT.

Als Netzteil müssen in der Testphase erstmal die herhalten, die hier noch vorhanden sind, zählen aber ebenfalls zur "Known-good-Area"
Ein Corsair VX 650w, ein LC Power LC6550 V2.2 und 2x LC 420-H12,

Weiter geht's im nächsten Beitrag
So, wie versprochen geht es hier weiter.

Mit vorgestern abend hatte ich einen ersten Testaufbau gewagt aber wie erwartet, aber nicht erhofft, arbeiten das Board und die CPU so noch nicht zusammen.
Da ich meinen Hauptrechner aifgrund der Custom Wakü und eines schlecht durchdachten Montage-Verfahrens seitens Raijintek, dem Hersteller des CPU Wasserkühlblocks nur sehr ungern zum gegentesten verwenden möchte, zumal ein evtl.anstehender Biosflash für das weisse Boardganz andere Mittel benötigt, habe ich kurzerhand alles zum Gegentesten besorgt, also einen Pinnacle Ridge 6-Kerner, den Ryzen 5 2600 (non-x) und ein weiteres AM4 Mainboard, MSI B450M G2X V2.

Heute Abend, wenn alles ruhig ist, werde ich dann mit der Testerei beginnen.

Einen notdürftigen Aufbau habe ich schonmal vorbereitet.
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Software-Overclocker(in)
Hier noch ein kleines Video vom ersten Anlauf, die CPU mit dem weißen Board zum laufen zu bringen, was leider nicht sein sollte.
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Software-Overclocker(in)
So langsam geht es wieder etwas voran.
Mein Plan ist tatsächlich aufgegangen.
Das B450M Board akzeptiert bereits mit den ersten UEFI release die 3000er CPUs und startete einwandfrei sowohl mit dem 2600 als auch mit dem 3600 XT.
Das b350 Tomahawk Arctic startete dann auch mit dem 2600. Nachdem bei das Fleisch auf die aktuellste Beta Version allerdings blieb erstmal der Bildschirm schwarz. Diag.-Led blieb auf VGA und Beepcode (1x lang 2x kurz) sagte dann auch: "VGA Error" .. ??
Nachdem ich mehrere nachweislich funktionierende Grafikkarten ausprobiert hatte, und kam mir so der Gedanke dass es eventuell an der PCI Express Version liegen könnte denn die Grafikkarten waren alle schon mindestens 6 Jahre alt und darüber hinaus, also habe ich von den verfügbaren die aktuellste Testkarte, eine Radeon HD 7870 GHz Edition.. und da ging dann das Bild an.
Damit auch ältere Grafikkarten zumindest im zweiten PCI Express x16 Slot funktionieren würden stellte ich in BIOS dann die PCI Express Version für diesen Slot auf erste Generation, was ja auf den Pcie x16 Slot1 keine negativen Auswirkungen hat.

Ja scheinbar hatte der Vorbesitzer des Tomahawk Arctic Boards mit GPU-Sagging zu kämpfen den wie sich jetzt herausgestellt hat, scheinen die Kontakte im oberen PCI Express x16 Slot doch etwas ausgeleiert zu sein.

Nun da alles also funktioniert, können wir einen Schritt weitergehen. Darum habe ich mich nach einem günstigen, gebrauchten, großen, weiss-schwarzem Case umgesehen und binbauf ein Aerocool Xpredator gestoßen, das nach ein wenig modding sicher genug Platz für eine Custom Wakü bietet, die mindestens 700w Wärme abführen kann. Also mindestens 2 größere Radiatoren im "Exhaust-Modus" schluckt. Ich hatte bereits ein "hotboxing" System und das muss nicht mehr sein.
 

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