Die Leisten können durchaus helfen, man sollte nur nicht zuviel von ihren erwarten. Das ganze ist lediglich der Feinschutz.
Ein guter Überspannungsschutz besteht aus drei Stufen:
1: Der Grobschutz nimmt am Hauseingang den größten Teil der Energie auf und reduziert die Spannung. Früher hat man dafür Funkenstrecken genommen, heute Varistoren. Früher hat man die Spannung mindestens unter 6000V gedrückt, heute schafft man da sogar 1200V.
2: Weiter geht es mit dem Mittelschutz. Der wird in den Verteilern für die einzelnen Stockwerke eingebaut und reduziert die Spannung noch weiter.
3: Zum Schluß kommt der Feinschutz. Der nimmt noch die letzte Energie auf und reduziert die Spannung dann endgültig und sollte für ein sicheres Niveau sorgen. Dieser kann entweder durch Steckdosen in der Wand oder durch solche Steckerleisten ausgeführt sein.
Ergibt es Sinn sich nur eine solche Leiste zu kaufen? Durchaus, zwar hat man gegen große Störungen keinen 100% Schutz (vor einem Blitz, der den direkten Weg in die Hauselektrik nimmt kapituliert sowieso alles), aber man kann einen sehr großen Teil abfangen.
Ein Kumpel von mir wurde während eines Gewitters von einer Störung heimgesucht. PC Netzteil kaputt, im Switch drei LAN Anschlüsse durchgebrannt, im einen Laptop wurde der HDMI und LAN Anschluß gerillt und im anderen nur der LAN Port. Mit Überspannungsleisten hätte das wohl verhindert werden können.
Wann und wie dieser auslöst haste nicht verraten - wahrscheinlich weil der hersteller dazu kaum/keine Angaben macht (das machen die sehr ungern...).
Das ganze ist kein Hexenwerk. Die Dinge bestehen auf drei Varistoren und zwei Thermosicherungen, wenn es hochwertiger ist, dann kommt noch ein Gasentladungsröhchen hinzu.
Im Internet gibt es sehr gute Videos dazu. Bigclive hat das meines Wissens einige auseinander genommen.
(...) und wenn dir ein Blitz reinhämmert lacht der sich über die 13 kA kaputt (dafür bräuchte man mindstens 50.000 A, besser 100.000 A).
Da helfen auch keine 100.000A. Diese Ampere ergeben sich aus einem Normpuls und der Ableitfähigkeit des Varistors. Diese fangen bei etwa 325 Joule an, das sind dann eben die 13.500A Versionen und gehen bis etwa 2kJ, das sind dann die 100.000A Versionen.
Ein Blitz hat aber zwischen 100MJ und 1GJ (je nachdem mit welchem man es zu tun hat). Zum Vergleich: die Kanone des Leopard 2 verschießt ihre panzerbrechenden Wuchtgeschosse mit 13MJ. (das meiste geht natürlich für das Geleuchte im Himmel drauf und die anschließende Ruhestörung)
Wo ein Blitz direkt einschlägt und durchfließt, da wächst kein Gras mehr
Und selbst dann weißt du nicht ob die Leiste was gerettet hat denn die Auslösezeiten sind natürlich nicht angegeben - wenn die leiste erst nach 300 Millisekunden auslöst als Beispiel ist alles an Elektronik im Falle eines Einschlages schon lange kaputt bevor die Leiste reagiert.
Es sind Varistoren, die Auslösezeit beträgt 20μs. Noch schneller sind Dioden, mit 20ns, die sind aber sehr teuer, wenn sie große Ströme ableiten sollen und nach jedem Durchschlag meist hin. Gasentladungsröhrchen haben eine Auslösezeit von 20ms (sofern man sie nicht mit radioaktiven Elementen versieht), dafür können sie sehr große Ströme ableiten und das verhältnismäßig lange. Der Nachteil ist, dass der Lichtbogen erst abreißt, wenn die Stromzufuhr unterbrochen wurde, sprich das Gasentladungsröhrchen läßt die Sicherungen/Leitungsschutzschalter fliegen (ist manchmal gewollt)
"Spannung übergreifen" ist schon mal Schwachsinn. Entweder das Kabel ist so kaputt dass ein Kurzschluss entsteht (wenn sich im Kabelinneren Litzen berühren die das nicht sollten) oder es ist noch nicht so kaputt und es passiert nichts.
Tut mir leid das so sagen zu müssen: aber das ist gefährlicher Schwachsinn.
Man kann einen Draht oder eine Litze so anbrechen das:
1: nur ein kleiner Teil noch Kontakt hat. In dem Fall erwärmt sich das Kabel an dieser Stelle extrem stark, wenn es belastet wird. Solange das Kabel nur mäßig belastet wird (ein Gaming PC zieht meist unter 2A, ist das Kabel unauffällig, wenn es dann belastet wird, gibt es eine böse Überraschung.
2: die beiden Bruchstellen berühren sich nicht oder nur noch sehr unzuverlässig. In dem Fall hat man dann permanent einen Lichtbogen im Kabel und das gibt Ärger.
Gegen das zweite gibt es spezielle Schutzschalter, die das erkennen und dann abschalten, gegen das erste gibt es Rauchmelder und ein geschultes Auge, wenn die richtigen Verbraucher dran hängen.
de.wikipedia.org
Genug kluggeschissen.