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System zeigt bei Start nur noch schwarzes Display

Schul8er

Schraubenverwechsler(in)
Hallo Zusammen,

ich habe ein Problem mit meinem fast 4 Jahre alten, nie übertakteten System. Wahrscheinlich hat eine Komponente den Geist aufgegeben und ich würde gern mit euch ergründen, welche das sein könnte.

Ich habe folgende Konfiguration:

Mainboard: Asus ROG Maximus VIII Ranger Intel Z170 So.1151
CPU: Intel Core i7 6700K 4x 4.00GHz So.1151
RAM: 16GB Crucial Ballistix Sport DDR4-2400 DIMM (2x 8GB)
Grafik: Zotac ZT-90101-10P GTX 970 NVIDIA 4GB PCI-e GDDR5
SSD: 250GB Samsung 850 Evo 2.5
Netzteil: 630 Watt be quiet! Pure Power L8 CM Modular 80+ Bronze

Ich hatte eigentlich nie Probleme, außer, dass vor kurzem eine alte HDD ausgestiegen ist und ich die Lüfter der Grafikkarte vor knapp einem Jahr ausgetauscht habe.
In letzter Zeit kam es bei einigen Spielen zum kompletten Einfrieren des Systems, welches ein Neustart nötig machte (Bild eingefroren, Ton des Spiels in kurzem, ohrenbetäubenden Klirren festgefahren). Das ist aber selten und in unregelmäßigen Abständen passiert.
Gestern lief alles ohne Probleme, der Rechner wurde nicht bewegt und ordnungsgemäß heruntergefahren.
Heute morgen ist das System extrem langsam geworden und alles hat gestockt (nur im Internetbrowser unterwegs gewesen). Eine Mausbewegung war erst nach einigen Sekunden vernehmbar. Ich habe das System neu gestartet, doch der Bildschirm blieb schwarz.

Ich habe die Grafikkarte ausgebaut um es mit der OnBoard-Grafik zu probieren. Keine Reaktion.
Ich habe dann das System auf minimaler Konfiguration starten lassen. Bis auf CPU, CPU-Lüfter und Gehäuselüfter habe ich alles abgebaut bzw. abgezogen. Ich komme nicht ins BIOS, das Display bleibt schwarz.

Folgende (Fehler)Meldungen hat das Mainboard im Startverlauf ausgegeben:

14
30
rote LED an (CPU Startkontrollleuchte)
40
42
50
7F (2 Minuten lang)
rote LED aus
13 (ganz kurz)
gelbe LED an (RAM Startkontrollleuchte)
53

Vielleicht kann jemand etwas mit meinem Problem anfangen?

Danke schon einmal für die Hilfe.
Grüße Chris
 

airXgamer

BIOS-Overclocker(in)
Der Grund für deine gestorbene HDD findet sich wahrscheinlich hier: (langer Text, deshalb als Spoiler)
Das liegt daran, dass das L8 Gruppenreguliert ist.

Gruppe bedeutet, dass die drei Spannungen im Netzteil, also 3,3 und 5 und 12 Volt gemeinsam erzeugt werden.
Das bedeutet aber auch, dass die drei Spannungen voneinander abhängig sind.
Belastest du nun eine Spannung sehr stark -- und heute wird praktisch nur noch die 12 Volt Leitung benötigt. 5 Volt brauchst du für USB und Festplatten, 3,3 Volt eigentlich gar nicht mehr -- sinkt diese ab, so dass du statt 12 Volt nur noch 11,6 Volt hast. Die 11,6 Volt sind noch innerhalb der ATX Spezifikation, aber bei 11,4 Volt wird es schon kritisch. Gleichzeitig steigen die anderen Spannungen an, sodass die 5 Volt Leitung schnell mal bei 5,5 oder gar 6 Volt landet.
Ausgleichen kannst du das nur, indem du die entsprechende Spannung belastest. Du müsstest also die 5 Volt Leitung stärker belasten, damit sie wieder sinkt. Was aber eben in der heutigen Zeit nicht einfach ist, weil ja nichts mehr da ist, was die 5 Volt braucht. Eine SSD oder eine HDD reichen da nicht.
Wenn du dann noch Netzteile hast, die eine billige Filterung und Glättung haben -- man kann das anhand der verbauten Caps erkennen -- ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass neben der steigenden Spannung auch die Restwelligkeit ansteigt. Die Restwelligkeit beschreibt die noch vorhandene Wechselspannung in der Gleichspannung. Du kannst die Wechselspannung nie komplett herausfiltern, das ist technisch nicht möglich. Man kann sie aber so weit reduzieren, dass sie keinen Einfluss mehr auf die Hardware hat.
Steigt sie aber an, hat sie ab einem gewissen Punkt durchaus wieder Einfluss auf die Hardware. die Steigende Restwelligkeit ist einer der Gründe, wieso Festplatten ausfallen.
Wenn du also jemanden kennst, der in letzter Zeit eine defekte Festplatte hatte, frag ihn mal, wie alt sein Netzteil ist, das er verwendet. :D

Hast du nun brauchbare Netzteile, die entsprechende Schutzschaltungen haben, schalten die ab, wenn die Spannung unterhalb eines Wertes sinkt.
Hier im forum gibt es einen User, dessen Netzteil -- ein S7 mit 450 Watt -- abschaltet, wenn er die Grafikkarte übertaktet.
Nominell sollte die Leistung des Netzteils reichen, aber weil die 5 Volt Leitung nicht mehr belastet wird, sinkt die 12 Volt Spannung unterhalb des Auslösewertes und das Netzteil schaltet ab.
Andere Netzteile schalten z.B. gar nicht ab, wie das Corsair RM. Das powert auch noch, wenn nur noch 10 Volt anliegen [was eben an der fehlenden Schutzschaltung liegt und deswegen wird es hier um Forum auch verrissen -- zu Recht]. Die thermaltake Germany Serie hatte ich ja schon erwähnt.
Schlimm wird es aber dann, wenn du hochgelabelte Gruppen Netzteile hast, wie das S7 mit 700 Watt oder das L8 mit der gleichen Leistung oder vergleichbar.
Bei denen ist die Spannungsstabilität extrem schlecht, sodass man sie nicht nutzen sollte. Schon gar nicht für Multi GPU, auch wenn die 700 Watt suggerieren, dass es eigentlich reichen müsste.


Bei Indy Netzteilen wird, wie der Name schon erahnen lässt, die Spannungen unabhängig voneinander erzeugt.
Das passiert mit DC-DC Converter. Daher nennt man diese Netzteile auch DC-DC Netzteile.
Der Vorteil ist die Spannungsstabilität. Auch wenn die 12 Volt Leitung bis zum Bersten belastet wird, hat das keine Auswirkungen auf die kleineren Spannungen.
Aber auch hier gibt es Grenzen. Wichtig sind Schutzschaltungen. Wenn die nicht vorhanden sind -- wie beim Corsair RM als Beispiel -- nützt die Spannungsstabilität nichts. Das Netzteil kann bei einem Fehler nicht abschalten und wird im Grenzfall die Hardware beschädigen.
Dann gibt es da noch Netzteile, wie die P10 Serie, die so stark gebaut ist -- was eben die Caps angeht -- dass sie auch problemlos deutlich mehr Leistung stemmen kann.
Ich hatte zwei P10 mit 550 Watt an der SunMoon getestet und beide waren in der Lage, über 700 Watt zu leisten, ohne dass sich die Spannungsstabilität geändert hatte, ohne dass die Restwelligkeit angestiegen ist. Die sind nicht mal lauter geworden.
Das ist schon sehr beeindruckend und einer der Gründe, wieso ich bei Multi GPU Systemen gerne das P10 empfehle. Ich weiß da aus erster Hand, dass es das leistet, was es verspricht.


Zusammengefasst:
Gruppe Netzteile haben bei einseitiger Belastung der Spannung -- was heute eben Fakt ist angesichts der dominierenden 12 Volt Leitung -- ein Problem mit der Spannungsstabilität, was im geringsten Fall zum Abschalten des Netzteils führt, wenn die Schutzschaltungen vorhanden sind, und im schlimmsten Fall zur Beschädigung der Hardware führt, wenn die Filterung und Gättung schlecht ist.
Indy Netzteile oder DC-DC Netzteile haben das Problem der Spannungsstabilität nicht. Nachteil hier ist einfach der, dass im Max Last Bereich die Restwelligkeit zum Teil stark ansteigt, was auf schlechte Komponenten im Form von minderwertigen Caps zurück zu führen ist.
Und natürlich sollten grundlegende Schurtschaltungen verbaut sein, die auch greifen.
Es nützt nichts, wenn der Hersteller OCP verbaut, das aber erst jenseits von 80 Ampere greift. Schon bei weiniger als 50 Ampere schmelzen Leitungen.


Und dann will ich das mit den Peak werten noch mal aufgreifen.
Aktuelle Grafikkarten wie die 900er Serie von Nvidia, haben zum Teil stark schwankende Peak werte. Das liegt daran, dass die Karten ständig zwischen Max Last und Idle hin und her schalten.
Das liegt wiederum am Boost Modus, den aktuelle Karten besitzen.
die Karte versucht immer den maximalen Boost Takt zu erreichen und taktet ständig darauf zu, wird aber gleichzeitig vom Power Limit und Temperatur Limit eingegrenzt.
So kann es passieren, dass eine Karte zwar eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von 180 Watt hat, aber einen Peak Wert von über 300 Watt.
Gerade bei übertakteten Karten wird der Unterschied größer -- Toms Hardware hatte da mal einen Test zu gemacht, als die 900er Karten auf den Markt kamen -- da liegt die durchschnittliche Leistungsaufnahme bei 190-200 Watt und der Peak Wert kratzt an der 400 Watt Marke oder ist darüber.
Moderne Netzteile, wie das E10 oder auch das Antec Edge -- gibt natürlich noch viele weitere Netzteile -- haben keine Probleme mit den Peak Werten. Die kann die Filterung problemlos abfangen.
Hast du aber ein älteres Netzteil drin oder eben ein Gruppe Netzteil, kann es passieren, dass das Netzteil abschaltet, weil der Peak Wert zu hoch war und die Schutzschaltung gegriffen hat, eben wegen der abfallenden 12 Volt Spannung.
Gerade ältere Netzteil, die schon belastete Caps haben, die auch schon einen Alterungsprozess unterliegen, können da einen Schaden kriegen, weil einer der Caps platzt.

Ich will damit nicht sagen, dass wir alle Netzteile, die älter als 4 Jahre sind, entsorgen sollen. Das ist Unsinn.
Solange du die Hardware nicht veränderst, wird das Netzteil keine Probleme haben und auch 10 Jahre laufen. Ich kenne da mehr als genug Beispiele, wo Rechner seit 10 oder 15 Jahren problemlos laufen, eben auch weil die Hardware nie verändert wurde.
Nur sind wir hier in einem Hardware Forum und da ändert man seine Konfiguration von Zeit zu Zeit und wer noch ein Sockel 775 System mit einer GTx 280 hat und nun auf ein aktuelles System mit GTX 980 wechsel will, sollte sich im Klaren sein, dass sein Straight Power E6, das er seit 8 Jahren nutzt, und das immer noch läuft, für die aktuelle Hardware einfach nicht geeignet ist. Hier ist dringend anzuraten, das Netzteil zu tauschen.

Ein neues Netzteil solltest du in nächster Zeit investieren - das passt aber nicht zu deinem aktuellen Fehlerbild.

Code 53 ist bei Asus meist RAM - ohne RAM gehts nicht ins BIOS, einen Riegel soltest du für die Minimalconfig schon stecken (oder hast du den in der Liste vergessen?).
 

Einwegkartoffel

Lötkolbengott/-göttin
Naja, unrecht hat er nicht. Zur Null-Methode gehört auch der RAM mit ausgebaut...

@ TE: Hast du denn einen Beeper bzw den Ton mit Hilfe der HDD LED angeguckt?
 
TE
S

Schul8er

Schraubenverwechsler(in)
Danke dir für die schnelle Antwort.

Ich hatte irgendwo gelesen, man könnte es auch mal ohne RAM probieren, war dann wohl Blödsinn.
Oder wie Einwegkartoffel sagt, doch nicht?! Naja

Einen RAM wieder eingesetzt.

Jetzt endet der Startvorgang mit Fehlercode 22.
Die gelbe Kontrollleuchte (RAM) ist aus.
 

PeaceTank

PC-Selbstbauer(in)
Moin moin, laut Google ist der Fehlercode 22 bei Asus Mainboards ein RAM Fehler.......
Google ein wenig und teste dein RAM (Z.B. richtig eingebaut?) oder kontrolliere die Einstellung im BIOS......

Vielleicht hilft dir etwas davon....
 
TE
S

Schul8er

Schraubenverwechsler(in)
Naja, unrecht hat er nicht. Zur Null-Methode gehört auch der RAM mit ausgebaut...

@ TE: Hast du denn einen Beeper bzw den Ton mit Hilfe der HDD LED angeguckt?

Also ich habe jetzt beides (mit und ohne RAM) ausprobiert, komme aber nicht ins BIOS. Display bleibt schwarz.

Die Festplatten habe ich komplett abgehangen. Müsste er nicht trotzdem die Bildausgabe über das Display und ins BIOS starten?
Ansonsten habe ich keinen Beeper angeschlossen. Die HDD LED müsste ich dann mal kontrollieren.
 
TE
S

Schul8er

Schraubenverwechsler(in)
Nach der NULL-Methode scheint es an den RAM zu liegen. Ich werde Ersatz besorgen und schauen ob das etwas bringt.
 

Einwegkartoffel

Lötkolbengott/-göttin
Schwarzer Bildschirm/ Rechner bootet nicht/ Null-Methode | ComputerBase Forum

Du nimmst den Anschluss der HDD LED (rot = plus und schwarz = minus) und steckst diesen auf den Port des Speakers. Nun kann die HDD LED dir statt akustische eben optische Signale ausgeben.
Wenn du ein Board hast, wo kleine Zahlen ausgegeben werden, müsstest du mal einen Blick ins Handbuch werfen. Und/oder uns zumindest verraten, um welches Board es sich handelt ;)
 
TE
S

Schul8er

Schraubenverwechsler(in)
Nach der NULL-Methode scheint es an den RAM zu liegen. Ich werde Ersatz besorgen und schauen ob das etwas bringt.

So, die Feiertage sind vorbei und ich hatte wieder Zeit mich um das System zu kümmern.

Ich habe einen neuen RAM eingebaut, daran lag es offenbar nicht. Der Bildschirm bleibt schwarz. Jetzt bringt mich die NULL-Methode nicht wirklich weiter, da der Beeper ertönt, wenn kein RAM drin ist, aber nicht ertönt, wenn einer eingesetzt wurde. Habe jeden Steckplatz mehrmals probiert.
Liegt es nah, dass das Mainboard ausgestiegen ist?

Oder hat noch jemand eine andere Idee, was man ausprobieren könnte?
Danke schon mal.
 
TE
S

Schul8er

Schraubenverwechsler(in)
Hallo Zusammen,

ich hatte den Rechner jetzt bei einem Spezialisten, der alle Komponenten getrennt voneinander in einem anderen Testsystem getestet hat. Tatsächlich ist der CPU abgeraucht. -.-
Also danke für die Hilfe aber ich werde mir jetzt einen preiswerten Ersatz für meinen i7-6700K besorgen müssen. Vielleicht tut's ja auch ein Gebrauchter. Vielleicht auch ein i5.
 
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