E-Auto Q4 E-Tron: Audi-Fahrer entdeckt Paywall

PCGH-Redaktion

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Ein Audi-Besitzer aus Dänemark ist von seinem Elektroauto Q4 E-Tron überrascht worden. So könnte der Premiumautohersteller bald DLCs einführen, die den bisherigen Umfang sprengen.

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TheGermanEngineer

BIOS-Overclocker(in)
Bei Software/Spielen sind DLCs Funktionen und Software-Komponenten, die nicht zum Kaufzeitpunkt vorhanden waren. Da kann man argumentieren, dass diese nachträglich käuflich zu erwerben sind, auch wenn das bei EA und Sims 4 bereits gigantische Ausmaße annimmt. Aber bei Autos? Die Funktionen sind physikalisch vorhanden. Also lasst sie doch auch benutzbar?!? Das Ganze ist nur ein Win für den Hersteller: Er baut nur noch eine oder zumindest weniger Varianten eines Fahrzeugs und spart dadurch massiv Kosten, gleichzeitig hat er eine Dauereinnahmequelle durch Abos, damit die Funktionen auch funktionieren. Vorteil für den Kunden? Keinen, wahrscheinlich wird im Gegenzug nicht mal der Kaufpreis angemessen reduziert.
Die Japaner sind da cleverer. Die haben auch festgestellt, dass weniger Varianten günstiger zu produzieren sind. Deutsche Hersteller machen es sich mit ihren Extra-Listen nur das Leben schwer. Aber statt Abos einzuführen, verkaufen die Japaner ihre Autos dann eben in weniger Varianten mit jeweiliger voll aktivierter Ausstattung. Das spart Kosten für Hersteller und Kunden, Win-Win also.
 

KaneTM

Software-Overclocker(in)
Liebe Autoindustrie: Die Pioniere der digitalen Wegelagerei wissen seit Jahren, dass der schlimmste Vorwurf gegen DLC's, nämlich das nachträgliche Entfernen bereits verfügbarer Optionen, in Form eine massiven Shitstorm-Damoklesschwertes, immer und allgegenwärtig über ihren Häuptern schwebt. Falls Ihr tatsächlich eure Kundschaft als zähnefletschenden Mob vor den Autohäusern stehen sehen wollt - ihr seid auf dem richtigen Weg!
 

Palmdale

BIOS-Overclocker(in)
Hm, wie steht es denn um den kleinen privaten Kniff, solche Dinge freizuschalten? Werden für aktuelle Modelle ja scho zahlreiche Features in Software versteckt, obwohl technisch verbaut
 

FetterKasten

Software-Overclocker(in)
Es kommt halt drauf an, was das für DLCs sind.
Wenn man sich dann neues Hintergrundbilder oder Motorsounds kaufen kann, von mir aus.
Wenn man aber grundlegende Funktionen so am laufen halten muss, dann nicht.
 

Rollora

Kokü-Junkie (m/w)
Es kommt halt drauf an, was das für DLCs sind.
Wenn man sich dann neues Hintergrundbilder oder Motorsounds kaufen kann, von mir aus.
Wenn man aber grundlegende Funktionen so am laufen halten muss, dann nicht.
Motorsounds im E-Auto sollten prinzipiell verboten werden (außer die aus Sicherheitsgründen, die für unter 30 km/h verwendet werden).

Aber ja, so ist unsere Welt: bald gibts Dienste die man früher einfach hatte nur noch im Abo.
 

Pleasedontkillme

Software-Overclocker(in)
Man das ist ja eine riesen Schweinerei.

Aber die Käufer sind selbst schuld! Wer nach dem kriminellen Verhalten der VW-Gäng noch immer zu denen hält ist selbst Täter, da habe ich keinerlei Mitleid!
Angefangen als mit allen Mitteln gegen die Elektroautos in den Krieg gezogen wurde.

Lügen und Manipulation vom schlimmsten und jetzt kauft Ihr euch einen Fck* E-Tron von Audi oder einen Merz. Da fasse ich mir nur noch am Kopf. :wall:

Bin schon 41 aber ich wollte immer Electro fahren, es gab einfach keine brauchbaren Modele in der Schweiz. Jetzt ist meine Gegend voller Teslas.
Und jetzt habe ich halt einen unsterblichen Hybriden von den Japanern seit 11Jahren (damals mit 50k Km), auch mal einen Service gemacht nach 8Jahren nichts. Was soll man da machen, den werf ich natürlich nicht einfach so weg.
 

Eckism

Volt-Modder(in)
Hm, wie steht es denn um den kleinen privaten Kniff, solche Dinge freizuschalten? Werden für aktuelle Modelle ja scho zahlreiche Features in Software versteckt, obwohl technisch verbaut
Das wird mit der Zeit auch kommen, zumindest bei solch banaöen Sachen, wo kein Server die Funktionen überprüft. Verkehrsinfos laufen z.B. über Server, da gehts nicht, die Klima anpassen wird aber gehen.
 

LarryMcFly

Freizeitschrauber(in)
Ich warte ja auf den Tag an dem es die erste Klage vor einem Gericht gibt, weil ein bestimmter Tuner als Service alles für den Kunden freischaltet und das nachhause telefonieren aus. :D
 

Olstyle

Moderator
Teammitglied
Hm, wie steht es denn um den kleinen privaten Kniff, solche Dinge freizuschalten? Werden für aktuelle Modelle ja scho zahlreiche Features in Software versteckt, obwohl technisch verbaut
Ich sitze passender weise gerade bei Audi um einen Tempomaten freischalten zu lassen. Stand der Technik da: HW seitig braucht man eigentlich nur den passenden Schalter nachrüsten. Die Freischaltung erfordert aber einen zu kaufenden Code welcher bei Live-Server-Verbindung gecheckt wird. Erst wenn der Check durch läuft erfolgt die Freischaltung. Beim Codierer um die Ecke einfach freischalten lassen geht dann nicht mehr.
Natürlich sitze ich jetzt auch zum zweiten Mal da weil beim ersten Versuch der Audi Server gestreikt hat.

Aber es wird weiter gekämpft: Die Nachrüster sind dabei eigene Steuergeräte mit der kompletten Funktion zu entwickeln die direkt an den CAN kommen. Die OEMs wiederum sind gerade dabei alle Bus-Kommunikation mit CMACs zu sichern, so dass sich kein Fremdgerät mehr auf den Bus schummeln kann.

Und ein bisschen Ergänzung weil ich gerade Zeit habe: Zumindest bei dem Jahrgang von meinem A3(2016) ist es so dass genau die Funktionen die Audi gerne im Aftersales verkaufen wollte nur mit Spezialcode gibt. Dinge die sie nie zum nachrüsten anbieten wollten (z.B. Verkehrszeichenerkennung; oder auch die Erkennung von Anhängern weil dort die Teilekosten die der SW weit überschreiten) kann dagegen noch der Coder um die Ecke freischalten.

Die Absicherung der Bus-Systeme hat übrigens durchaus auch Security und Safety Aspekte. Man denke nur an die Berichte der gehackten Jeeps. Dass das dann auch vom Käufer gewünschte Fremdsteuergeräte aussgeperrt ist eher (willkommener) Kollateralschaden als geplant für das DLC-Geschäft.
Entsprechende RFQs hatte ich vor 2 Jahren das erste Mal auf dem Tisch, also die entsprechend gesicherten Busse müssten in naher Zukunft in den Autos zu finden sein.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bleistein

PC-Selbstbauer(in)
Eigentlich müsste es einen als Kunden nicht stören, denn wenn ich die Angebote nicht nutzen will, dann kaufe ich sie eben nicht. Thema beendet. Wer das Auto kaufen will und vorher sorgfältig konfiguriert, wird vielleicht nie mehr an die Features denken, die er nicht hat.

Wenn der Eigentümer das Auto aber irgendwann privat verkauft, kann das mögliche Interessenten ja sogar anlocken. Wenn ich als Zweitbesitzer dann noch Funktionen freischalten kann, zahle ich vielleicht einen höheren Preis für den Gebrauchtwagen.

Völlig uninteressant dürfte das für die große Schar an Leasing-Kunde sein. Kein Leasingnehmer kauft sich für 300 EUR für ein paar Monate noch das DAB und hat dann später nichts davon. Darum ist die Variante mit der Miete in dem Fall sogar cleverer.

Kann aber auch gut verstehen, wenn viele das ganz grundsätzlich ablehnen. Das geht wieder einmal in die Richtung, den Kunden die Eigentumsrechter an einer Sache streitig zu machen. Eigentlich sollte es einem Käufer erlaubt sein, sein Auto zu modifizieren/jailbraken und die Funktionen damit alle freizuschalten. Aber ich vermute mal, dass die Hersteller das in ihren Verträgen anders regeln werden.

Wird noch spannend, sobald sich das Geschäftsmodell verbreitet.
 

PCGH_Claus

Redaktion
Teammitglied
Bei Software/Spielen sind DLCs Funktionen und Software-Komponenten, die nicht zum Kaufzeitpunkt vorhanden waren. Da kann man argumentieren, dass diese nachträglich käuflich zu erwerben sind, auch wenn das bei EA und Sims 4 bereits gigantische Ausmaße annimmt. Aber bei Autos? Die Funktionen sind physikalisch vorhanden. Also lasst sie doch auch benutzbar?!? Das Ganze ist nur ein Win für den Hersteller: Er baut nur noch eine oder zumindest weniger Varianten eines Fahrzeugs und spart dadurch massiv Kosten, gleichzeitig hat er eine Dauereinnahmequelle durch Abos, damit die Funktionen auch funktionieren. Vorteil für den Kunden? Keinen, wahrscheinlich wird im Gegenzug nicht mal der Kaufpreis angemessen reduziert.
Die Japaner sind da cleverer. Die haben auch festgestellt, dass weniger Varianten günstiger zu produzieren sind. Deutsche Hersteller machen es sich mit ihren Extra-Listen nur das Leben schwer. Aber statt Abos einzuführen, verkaufen die Japaner ihre Autos dann eben in weniger Varianten mit jeweiliger voll aktivierter Ausstattung. Das spart Kosten für Hersteller und Kunden, Win-Win also.
Die Importeure - z. B. japanische Autohersteller - gehen wie folgt vor:
  • In Asien werden die Autos in Werken produziert, aber nur in wenigen unterschiedlichen Varianten (z. B. Motorisierung, Farben, Felgen).
  • Dann landen die Autos auf einem Schiff und schippern nach Deutschland.
  • In Deutschland kommen dann Toyotas, Hyundai/Kia etc. im Bremerhaven an und werden dort als Erstes in die Werkstatt gefahren. Dort nehmen Mechaniker den Innenraum auseinander und verbauen die Sonderausstattung, wie z. B. anderes Radio, Sitzheizung, andere Sitzpolster usw.
  • Mit diesem Verfahren können Toyota & Co. viel Geld in der Produktion sparen. Im Gegenzug gibt es aber für die Kunden oft nur Ausstattungspakete als Sonderausstattung und nicht einzelne Bestandteile, da das wieder Toyota & Co. zu viel Geld kosten würde.
Bei den einheimischen Herstellern ist das anders. Bei Audi, BMW, Mercedes, Opel und VW ist man durchaus stolz darauf, dass man einzelne Sonderausstattungen anbieten kann. Zumal man natürlich nicht den weiten Weg per Schiff zurücklegen muss, wie bei den Importeuren, da die Autoproduktion hauptsächlich in Deutschland und Österreich (im Fall von BMW) abläuft. Aber natürlich gibt es auch bei den deutschen Marken Ausnahmen dieser Regel. Kleinwagen, wie z. B. Opel Corsa, VW Polo/T-Cross/Taigo oder Mini Hatch, werden in Spanien (Opel und VW) oder in Großbritannien gebaut, weil es da kostengünstiger ist. Mini wird ab 2024 den 3-Türer als E-Auto sogar nur in China bauen, weil das nochmals Kosten spart... Und natürlich wollen immer mehr Autohersteller künftig mit Abos Geld im Aftersales-Bereich verdienen...
 

PCGH_Torsten

Redaktion
Teammitglied
Kein einziger "deutscher Hersteller" produziert ein Modell einzig in Deutschland. Selbst die Entfertigung findet nicht immer hier statt und Werke für einzelne Komponenten sind über ganz Europa verteilt. BMW, Mercedes und VW verkaufen sogar Autos aus amerikanischen Werken in Deutschland. Aber der Seeweg dahin ist immer noch kürzer als nach Japan und die Kundschaft ist längere Bestellfristen sowie höhere Preise gewöhnt – unter solchen Bedingungen kann man Einzelkonfektionierung am Band umsetzen. Die meisten asiatischen Hersteller werben lieber mit einer guten Ausstattung und realisieren die Pakete als Einheitsprodukte zum gleichen Preis, den sie bei individuellen Zusammenstellungen schon für das Basismodell nehmen müssten. Gepart mit der Beschränkung auf wenige Farben wird so überhaupt erst eine zeitnahe Lieferung möglich (bzw. war es vor Corona), da man praktisch alle Modellvarianten in Europa vorrätig halten konnte, anstatt sie mit zwei bis drei Monaten Verzögerung heranzuschaffen.


@Olstyle:
Mittelfristig wird sowas schlicht krpytographisch gelöst werden. Die Autohersteller hinken softwaretechnisch zwar ettliche Jahre hinterher, haben aber mittlerweile auch die 90er verlassen und teilweise ist schon die Nachrüstung physisch fehlender Features wegen dem Codieraufwand für freie Werkstätten ein großes Problem. Nachdem für digitale Servicehefte mittlerweile Signatursysteme existieren, würde ich spätestens ab nächster Generation mit fahrzeugspezifischer Verschlüsselung rechnen, die nur die Unternehmensserver erstellen können. Spätetens bei Plug & Charge, woran die Hersteller aufgrund der anfallenden, vermarktbaren Daten ein Eigeninteressen haben sollten, ist volle Softwarekontrolle unerlässlich, denn damit wird das Auto schließlich zum (hoffentlich fälschungssicheren) Zahlungsmittel.

Die gleichen Sicherheitsmechanismen direkt systemweit anzuwenden, um für Zusatzausstattung monatlich abzukassieren, unbeliebte Vorgaben durchzusetzen oder schlicht weitere Einnahmequellen z.B. durch Anzeigen von Werbung zu erschließen, ist ein ganz kleiner Schritt. Bei Fernsehern und Handys haben wir in der Vergangenheit ähnliches gesehen, auch wenn der Absicherungsaufwand seitens der Hersteller dort dem niedrigeren Preis gemäß weniger ausgeprägt und die Zahl der engagierten Hacker größer ist. Im KFZ-Bereich dagegen gibt es meinem Wissen nach nicht einmal Navikarten-Raubkopien – obwohl die meisten Hersteller auf Here zurückgreifen, deren Kartendaten sich jeder kostenlos auf sein Smartphone ziehen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:

Palmdale

BIOS-Overclocker(in)
@Olstyle
Ah danke für den Einblick. Mir is nur dunkel in Erinnerung gewesen, dass mein Brüderchen bei seinem A6 von glaub BJ2017/18 uA so kleines Zeugs wie "Nadeln im Cockpit drehen beim Start mal komplett" oder "Scheibenwischer wischen nach Pause nochmals nach" nachträglich aktivierte

@PCGH_Torsten
Navikarten? Kein Problem. Verkehrsdaten Problem
 

P1Jay

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Bei Software/Spielen sind DLCs Funktionen und Software-Komponenten, die nicht zum Kaufzeitpunkt vorhanden waren. Da kann man argumentieren, dass diese nachträglich käuflich zu erwerben sind, auch wenn das bei EA und Sims 4 bereits gigantische Ausmaße annimmt. Aber bei Autos? Die Funktionen sind physikalisch vorhanden. Also lasst sie doch auch benutzbar?!?
Damals waren auf vielen PS3 Spielen bereits DLCs mit auf der Disc und trotzdem wurden sie später separat verkauft. Als das ganze dann publik wurde und viele Spieler sauer waren, gingen viele Hersteller dazu über diese kostenlos anzubieten weil der Aufschrei zu groß war. Die Masche ist also nicht neu.

Schöne neue SAAS-Welt ... zukünftig werden wohl alle Features Käufer-gebunden sein. Verkaufst du deinen alten muss der neue Käufer wohl nochmals die Features freischalten und die Hersteller kassieren so im Gebrauchtwagensegment wieder ab.
 

Incredible Alk

Moderator
Teammitglied
Funktionen sind physikalisch vorhanden. Also lasst sie doch auch benutzbar?!?
Viele Autohersteller bauen seit etlichen Jahren die Hütte voll und schalten nur das frei (oder sogar nachträglich zu) was der Kunde zahlt, Volvo zum Beispiel. Das ist in der Herstellung ggf günstiger da man eine viel kleinere Diversität hat bzw. die Produktion auf ein einzelnes Produkt optimieren kann - selbst wenn keine Ahnung ne Rückfahrkamera verbaut wird auf die man dann gar keinen Zugriff hat.

Neu ist eigentlich daran nur es vollelektronisch und automatisiert und ggf. per "DLC" zu machen, bisher musste man bei solchen Modellen übers OBD in verschlüsselte Bereiche rein (mit bezahlten Schlüssel eben) und freischalten. War sogar beim Ibiza meiner Frau 2019 schon so als Seat eine Navi Funktion (irgend connectkram) vergessen hatte aber es als Ausstattung bezahlt war. Kurz in die Werkstatt, ein Anruf, ein Key, 2 Minuten OBD Stecker dran und Zack Feature eingebaut das schon immer da war.
 

Schori

BIOS-Overclocker(in)
Die Karren werden trotzdem gekauft. Hat man ja nach dem auffliegen des Abgasbetrugs gemerkt. Die ganze Welt wird betrogen und dennoch machen die Hersteller Mrd. Umsätze.
 
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