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Bundestagswahl 2021 - Wahlkampfthread

Olstyle

Moderator
Teammitglied
Ein Arbeitsloser wird bei Annahme eines Jobs durch mehr Geld am Ende des Monats belohnt.
Ein Pendler hat wenn er näher an den Arbeitsplatz zieht unter Umständen weniger Geld.
Wer wird also was machen?
 

Eckism

Volt-Modder(in)
Ein Arbeitsloser wird bei Annahme eines Jobs durch mehr Geld am Ende des Monats belohnt.
Ein Pendler hat wenn er näher an den Arbeitsplatz zieht unter Umständen weniger Geld.
Wer wird also was machen?
Dafür hat er mehr Freizeit gewonnen und weniger Stress noch dazu...Lebenszeit ist durch Geld nicht zu ersetzen.
Ich setz mich auch gleich für 3-4 Stunden wieder in den Brutkasten und hangel mich von Stau zu Stau...würde ich näher wohnen, könnte ich die Zeit noch arbeiten.
 

Animaniac

PC-Selbstbauer(in)
Ja, es war (absichtlich) etwas bleiern formuliert. Aber nur um es knapper zu fassen, der Inhalt ist schon korrekt: Für die Versorung des Ballungszentren sorgt nur der Teil des Landlebens, der auf dem Land arbeitet. Nicht wer vom dem Land in die Ballungszentren pendelt. Dass sind Stadtarbeiter, die angenehmer Leben als es andere Stadtarbeiter können und erstere lassen sich diesen Luxus halt auch noch von letzteren bezahlen.
Ok, so klingt es schon ganz anders. Einen Faktor hast du aber noch vergessen, für die reine Nahrungsmittelerzeugung sind heute nur noch eine Handvoll Leute nötig, viele Pendler machen das Dorfleben aber attraktiver für die für die Nahrungsmittelerzeugung benötigten Menschen. Alleine schon Breitbandausbau, ein 100 Seelendorf hat immer noch Probleme schnelles Internet zu bekommen. Und auch ein junger Bauer will auf sowas nicht mehr verzichten. Lebenswert wird das Dorf erst ab einer gewissen Einwohnerzahl. Wenn das Dorf nur noch die Enklave für Fleisch und Getreide ist will da auch niemand mehr wohnen.
Wohn- sowie Arbeitsmöglichkeiten sind übrigens auch keine Naturgegebenheiten. Wenn innerhalb Wolfsburgs niemand bereit ist, den höheren Preis für weitere Wohnungen zu zahlen, weil es billiger ist, vom Land reinzufahren und wenn umgekehrt viele bereit sind, weitere Jobs bei VW anzunehmen, obwohl es keine Wohnmöglichkeiten in der Nähe gibt, weil der zusätzliche Lohn die zusätzlichen Kosten aufwiegt, dann sind das einfach finanzielle Abwägungen. Die massiv schief ausgehen, weil PKW-Verkehr bei uns von vorn bis hinten mit Steuergeldern zugeschissen wird und die Pendler nur einen Bruchteil der von ihnen verursachten Kosten selbst zahlen. Vor 90 Jahren, als "billig mit dem Auto fahren" einfach keine Option war, wäre kein Industrieller auf die Idee gekommen, ein neues Werk ohne Arbeitersiedlung zu errichten. Und niemand hätte Unternehmen in einer Stadt gefördert, in der es ohnehin schon mehr Arbeits- als Wohnmöglichkeiten gibt. Heute werden solche Entgleisungen dagegen als Naturgesetz normal dargestellt...
Ich würde das nicht als normal darstellen, das sind einfach gewachsene Probleme. In Wofsburg wird ständig gebaut und erweitert. Wir selbst hatten eine Wohnung dort, bzw. meine Frau als wir noch nicht verheiratet waren. Neue Wohnungen sind vergriffen bevor der Statiker die Bauzeichnung geprüft hat. Die Nachfrage in WOB zu wohnen ist hoch (die Kosten dafür definitiv auch) aber ohne das Umland könnte VW, Zulieferer und Infrastruktur den Bedarf nicht decken.
Und das ist gerade für die Bereitstellung von Alternativen ein Problem. Im Beispiel Wolfsburg mag es vielleicht nicht so auffallen, weil es genau einen großen Arbeitgeber gibt, zu dem viele hinwollen. Wenn da dann kein ÖPNV fehlt, hat wer geschlammpt (und zwar an allererster Front VW. Denn in so einem Fall Werksbusse einzusetzen kriegt man sogar in den USA hin, statt nach dem Staat zu schreien). Aber in diversifizierten Gegenden ist Pendelverkehr vom Dorf in weit umliegende Städte einfach nicht ÖPNV-kompatibel. Weder von den Entfernungen noch der Verteilung noch den Personenzahlen. ÖPNV funktioniert da, wo viele Leute ähnliche Ziele oder zumindest überlappende Wege haben - wenn nur 100 Leute da sind und die wollen zu 4 Uhrzeiten in 15 verschiedene Richtungen, dann ist das Ergebnis halt Individualverkehr. Da braucht man auch keinen Bus schicken, der wäre tatsächlich energetisch ein Rückschritt. Aber solche Situationen sollten eben die Ausnahme sein.
Sehe ich ein, aus jedem Kuhdorf zu den Schichten Busse einzusetzen ist schlicht nicht möglich.
Beim Zeitfaktor bin ich voll bei dir. Den muss man getrennt aushandeln. Von der Schwerindustrie bis zum Häuslebau gibt es einfach auch Prozesse, die einen Investitionshorizont von 30 Jahren und mehr haben. Das ist mit ein Grund, warum ich absolut gegen Verbote und Grenzwerte und für stetig steigende finanzielle Belastungen bin. Die machen erstmal nur wenig, dann ein Bisschen mehr - und nur wer so blöd ist, langfristig auf einem Irrweg zu bleiben, der zahlt halt richtig. (Wie schnell dann schnell genug ist, ist aber eine sehr komplexe Diskussion. Objektiv ist es für sanfte Lösungen halt 30 Jahre zu spät und das weiß auch jeder, der mitdenkt/es verdient hat, geschont zu werden, seit 25 Jahren. Subjektiv kann man es aber nur bedingt übel nehmen, wenn jemand seit 20 Jahren nur im Mittelfeld mitschwimmt, anstatt sich schon mal an Bedingungen anzupassen, die die Politik dann gar nicht umsetzt. Andererseits leben wir in einer Demokratie und 60-80% der Deutschen sowie ein noch größerer Teil der Lobbies ist mitverantwortlich dafür, dass sich nichts getan hat...)
Sehr schön zusammengefasst, da gehe ich voll mit. Die Wissenschaft kennt die Problematik seit 30 wenn nicht 40 Jahren. Ansätze der Politik waren immer eher zaghaft (keine Wähler verlieren) und gerade die Automobilindustie hat schon sehr aufgepasst dass sie nicht zu kurz kommt. War dem geneigten Wähler ja auch immer sehr wichtig den Benz vor dem Haus stehen zu haben.
Da fehlen ganz dringend CO2-bezogene Zölle. Aber solange Deutschland so gut an seinen Exporten verdient, sind die noch unwahrscheinlicher, als eine vernünftige Klimapolitik im eigenen Land. Da wird, mal wieder, der Mittelstand den Großkonzernen geopfert.
Wäre auch wieder nur die Keule, Klimaschutz durch Strafzahlung. Aber wahrscheinlich funktioniert es anders nicht.
Jo. Es gibt zwar wie immer Teilnehmer, deren Kommentare man sich einfach nur sparen will, aber dass es trotz denen nicht aus dem Ruder läuft, ist eine sehr positive Abwechslung. Hatte ich lange nicht mehr.

Jetzt haben wir ja so einige Probleme lokalisiert. Aber wie sehen mögliche Lösungen aus?
Homeoffice ist garantiert ein verdammt gutes Mittel, meine Frau sitzt seit 15 Monaten im Homeoffice und hat damit locker 20.000km Individualverkehr gespart. Das sollte man beibehalten! Wobei ich hier gegen staatliche Unterstützung bin, man spart so viel Lebenszeit und Kosten (Benzin, Verschleiß) dass man den Strom für den Laptop wohl als Gegenwert selbst zahlen kann.
Für den Bandarbeiter geht das aber nicht, hier hab ich keinen sinnvollen Ansatz.
Energieerzeugung? Mehr Windkraft, mehr Photovoltaik? Ja, da wo es geht sollte man die Technik weitestgehend nutzen. Einzig es fehlt am Speicher.
Abfall? Weg von der Wegwerfgesellschaft, weg vom Plastikmüll.
Wohnen? Wie das Haus heizen? Wärmepumpe ist eine mögliche Technologie aber nicht jeder Altbau lässt sich damit ausrüsten, zumal es dafür auch Strom bedarf.
...
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Ich bin so umgezogen, dass ich 3 km habe.
2 Stunden Pendelzeit je Richtung innerstädtisch sind nur in extremen Fällen überhaupt möglich und da muss man in vielen Fällen auch die Sinnfrage stellen. In Berlin kommt sowas häufiger mal vor, aber da durchreist man dann auch den Lebensraum von 2-3 Millionen weiteren Menschen. Wetten, dass unter denen in 80% der Fälle jemand wäre, der den Job genauso gut machen könnte, aber nur 15 Minuten ÖPMV hätte? Unter der selbst 45 Minuten in Gegenrichtung fährt? Anstatt die Pendlerpauschale anzuheben, sollte man die Zumutbarkeitsgrenze für ALG2 auf 45 Minuten ÖPNV senken, und zwar 45 Minuten zu den tatsächlich einhergehenden Arbeitszeiten. Denn oft betrifft so etwas gerade schlecht bezahlte, prekäre Stellen, zu denen Leute dann gezwungen werden. Während niemand in höherer Position auf die Idee käme, aus seiner 40 h-Woche eine 60 h-Woche ohne Lohnausgleich zu machen, in dem er jeden Tag 4 h fährt.
Ich finde 2 Stunden Pendelzeit auch eine Zumutung.

Ein Arbeitsloser wird bei Annahme eines Jobs durch mehr Geld am Ende des Monats belohnt.
Ein Pendler hat wenn er näher an den Arbeitsplatz zieht unter Umständen weniger Geld.
Wer wird also was machen?
Das muß jeder für sich abwägen was unterm Strich dabei rauskommt.
Aber 1-2 Stunden Pendelzeiten sind echt eine Zumutung. Das ist verlorene und unbezahlte Zeit wie ruyven_macaran das auch schon festgestellt hat.
Dazu noch der ganze Stress.
 
Zuletzt bearbeitet:

Poulton

BIOS-Overclocker(in)
Ich finde 2 Stunden Pendelzeit auch eine Zumutung.
Gelten aber leider als Zumutbar und je nach Region/Lage, können es sogar über 2,5h sein. Ebenso die Vermittlung im gesamten Bundesgebiet, inkl. Städte wie Berlin, Hamburg, München, wo die Lage am Wohnungsmarkt ohnehin schon katastrophal ist.
Wer sich darüber echaufiert, z.B. allein die Fahrtkosten und verplemperte Zeit die man hat, wird damit abgespeist, dass er ja die Pendlerpauschale in Anspruch nehmen kann. Wenn das nicht überzeugend genug ist, kommt der "sanfte" Druck durchs Amt, jede zumutbare Beschäftigung anzunehmen, selbst wenn das was man da verdient nicht zum Leben reicht. Man kann ja schließlich aufstocken und damit seinen Beitrag zur Subventionierung von Bumsbuden leisten.
Aber mit solche Spielerchen "schützt" man Deutschlands Wirtschaft, Betriebe und Wohlstand sowie den - O-Ton Schröder - größten und besten Niedriglohnsektor Europas. :schief:
 
Zuletzt bearbeitet:

ruyven_macaran

Trockeneisprofi (m/w)
Die Allgemeinheit bezahlt es ja nicht. Man bezahlt ja für gewöhnlich mehr Steuern, wo man sich einen Teil zurückholt.
Nach deiner "Belohnendefintion" werden auch Arbeitslos und Sozialhilfeempfänger belohnt, ohne mehr Steuern zu bezahlen als zu bekommen.

Ich sage nicht "belohnen", denn das wäre ein aktive Entscheidung des Gebenden, sondern "profitieren" bzw. abkassieren, also eine aktive Entscheidung dessen, der nimmt. Und ja: Natürlich machen das auch Hilfeempfänger. Wird ihnen ja oft genug vorgeworfen. Allerdings machen die das nicht freiwillig, sondern in Ermangelung anderer Möglichkeiten. Du dagegen könntest jederzeit näher an deinen Arbeitsplatz ziehen, entscheidest dich aber aus freiem Willen dagegen, weil die Gesamtbilanz inkl. Pendlerpauschale für dich im jetzigen Zustand attraktiver ist. Individuell ist diese Entscheidung nachvollziehbar, aber volkswirtschaftlich, ökologisch und vor allem klimatologisch ist sie eine Katastrophe. Von daher sag ich ganz klar: Lasst mal sehen, ob die Leute sich immer noch so entscheiden, wenn der Liter 2,50 € kostet und die Pendlerpauschale wegfällt.

Ich will niemandem etwas verbieten, aber gemäß kapitalistischer Logik ist es wichtig, dass Dinge die insgesamt teuer sind (und Pendeln kostet die Gesellschaft sehr viel) auch für denjenigen teuer sind, der die Entscheidung fällt (in dem Fall also du). Denn der entscheidet eben nur nach den ihn direkt betreffenden Faktoren und wenn die durch Subventionen verfälscht sind, wird er nicht die insgesamt beste Entscheidung fällen.


Ok, so klingt es schon ganz anders. Einen Faktor hast du aber noch vergessen, für die reine Nahrungsmittelerzeugung sind heute nur noch eine Handvoll Leute nötig, viele Pendler machen das Dorfleben aber attraktiver für die für die Nahrungsmittelerzeugung benötigten Menschen. Alleine schon Breitbandausbau, ein 100 Seelendorf hat immer noch Probleme schnelles Internet zu bekommen. Und auch ein junger Bauer will auf sowas nicht mehr verzichten. Lebenswert wird das Dorf erst ab einer gewissen Einwohnerzahl. Wenn das Dorf nur noch die Enklave für Fleisch und Getreide ist will da auch niemand mehr wohnen.

Also Pendler als Entertainment für Bauern? Sorry, aber ich glaube da brauchen wir nicht annährend so viele wie heute. Und für das bislang investierte Ressourcen kann ich jeden Agramitarbeiter viermal die Woche ins die nächste Innenstadt fahren (Begleitung nach Wahl inkusive) und das ganze ist immer noch billiger und umweltschonender als der heutige Zustand.

Bezüglich Internet im 100 Seelendorf: Normalerweise sind die Wohnkosten da um den Faktor 2 bis 10 niedriger als in der Stadt. Wer in der Größenordnung von 5-10 Riesen pro Jahr extra zur Verfügung hat, kann sich schon lange schnelleres Internet bestellen. Nur diese "alles aber billig" Mentalität geht halt nicht auf die ganzen Vorzüge des Landlebens sind schon ein verdammt großer Teil von "alles". Internet jenseits einer zum surfen ausreichenden Geschwindigkeit (5-10 MBit) erachte ich dagegen persönlich als ziemlich kleinen Faktor. 4K Netflix ist defintiv das wichtigste Menschenrecht und Sat-TV kann man auf dem Land sogar besser empfangen als in der Stadt.

Ich würde das nicht als normal darstellen, das sind einfach gewachsene Probleme. In Wofsburg wird ständig gebaut und erweitert.

Aber nur das Werk, nicht die Wohnungen. Und währenddessen baut VW andernorts Stellen ab oder plant das zumindest. Das rechnet sich nur für die, weil sie es können. Müssten sie in Wolfsburg 20% mehr zahlen, weil wegen der Wohnungssituation da eigentlich niemand hinzieht, würden die Prozesse ganz anders aussehen. Stattdessen bezahlt der Staat (und das bei weitem nicht nur im Falle VWs) das Pendeln (und teilweise den Ausbau oder zumindest dessen direkte Umweltschäden) an Standort A, die Bewältigung des Verkehrsaufkommens an Standort A, die Arbeitslosen an (Ex-)Standort B und die Ansiedlung von irgendwas neuem an (Ex-)Standort B. Was soll dieser Scheiß auf Steuerzahlerkosten?

Wäre auch wieder nur die Keule, Klimaschutz durch Strafzahlung. Aber wahrscheinlich funktioniert es anders nicht.

Wer noch einen Vorschlag hat, der nicht bereits in den letzten 30 Jahren gemacht wurde, möge vortreten. Ich kenne nur noch die Schritte, die bislang unterlassen wurden, weil sie weh tun. Lässt man die weiterhin bleiben, wird sich weiterhin nicht nichts tun. Geht man sie endlich, erreicht man vielleicht auch mal was. Und fest steht eins: Stillstand ist unter sich ändernden Bedingungen keine Lösung. Deutschland, konkret die CDU und ihre Wähler, hat es bereits verspielt, dass wir der weltführende Hersteller für sämtliche EEs sind. Die im Gegenzug gepuschten Kohlekraftwerke und Verbrennerhersteller werden aber in den nächsten Jahrzehnten keine Rechnungen mehr bezahlen und das nach Russland und Saudi Arabien überwiesene Geld ist nicht nur weg, sondern belastet uns mit erheblichen Folgekosten bei Außenpolitik und Flüchtlingen. Gleiches gilt für die Weiterführung schädlicher Industriezweige in China unter Belassung der meisten Gewinne dort. Konservativismus funktioniert nur, wenn alle den Status Quo erhalten wollen und weder sind die bisherigen Verlierer dazu bereit noch die überlastete Natur dazu fähig. Es muss sich etwas ändern und nach dem wir den "man kann vieles erhalten" Punkt vor 20-30 Jahren verpennt haben, sind wir jetzt kurz davor die "man kann den grundlegenden Wandel wenigstens steuern" Grenze zu überschießen.

Jetzt haben wir ja so einige Probleme lokalisiert. Aber wie sehen mögliche Lösungen aus?
Homeoffice ist garantiert ein verdammt gutes Mittel, meine Frau sitzt seit 15 Monaten im Homeoffice und hat damit locker 20.000km Individualverkehr gespart. Das sollte man beibehalten! Wobei ich hier gegen staatliche Unterstützung bin, man spart so viel Lebenszeit und Kosten (Benzin, Verschleiß) dass man den Strom für den Laptop wohl als Gegenwert selbst zahlen kann.

Hätte man die Kosten für Mobiliät schon in den 90ern eingepreist, hätte man das längst als Standard gehabt. Systemisch betrachtet kostet ein ins-Büro-Pendler soviel wie zwei Home-Officler. Selbst wer zu den Deppen gehört, die denken, dass letztere den halben Tag Däumchen drehen, wäre längst zu dem Schuss gekommen, dass Remote-Arbeit die bessere Idee wo immer möglich ist - wenn er denn die gesamte Gleichung an auf dem Tisch gehabt hätte. Stattdessen haben wir die halbe Rechnung an den Staat geschickt und machen das immer noch, geben dem Staat aber umgekehrt nicht die Hälfte des Mitspracherechts. So kann das nicht funktionieren, wenn man Sozialismus für Kosten und Kaptialismus für Gewinne und Kontrolle predigt.

Für den Bandarbeiter geht das aber nicht, hier hab ich keinen sinnvollen Ansatz.
Energieerzeugung? Mehr Windkraft, mehr Photovoltaik? Ja, da wo es geht sollte man die Technik weitestgehend nutzen. Einzig es fehlt am Speicher.

Wir nähern uns langsam der Grenze, wo es an Speichern fehlt, aber wir sind noch lange nicht da. Und wir haben einiges an Speicherkonzepten, darunter sogar viele die politisch-populistische Entscheidungen der letzten Jahre auf den Kopf stellen, aber solange Energie spottbillig bleibt, interessieren sich nur unterfinanzierte Grundlagenforscher dafür.

Abfall? Weg von der Wegwerfgesellschaft, weg vom Plastikmüll.
Wohnen? Wie das Haus heizen? Wärmepumpe ist eine mögliche Technologie aber nicht jeder Altbau lässt sich damit ausrüsten, zumal es dafür auch Strom bedarf.
...

Wir haben seit 30 Jahren alltagstaugliche Passivhäuser, energiesparende Bauten 20-30 Jahre länger und in Deutschland im Schnitt 50 Jahre alte Wohngebäude. Das heißt eigentlich sollte mindestens ein Viertel unserer Gebäude gar keine Heizenergie brauchen, weitere 25% wenig von Beginn an und mindestens nochmal ein Viertel sollte auf einen von beiden Standards nachgerüstet worden sein sollen. Das wir aber nicht über 25% Restaltbauten, sondern eher über 90% aller Gebäude reden zeigen aber: Es ist gar nichts getan worden. Und mit jedem Tag, den wir darauf warten, dass es "eine" Lösung für "alles" gibt, ehe wir anfangen da etwas zu tun, wo die Lösungsmöglichkeiten auf der Hand liegen, verschwenden wir mehr fossile Brennstoffe.

Ich selbst wohne in einem Gebäude, dessen Fassade vermutlich sogar unter Denkmalschutz steht (oder stehen sollte), aber auch hier könnte man die benötigte Heizenergie durch Vakuumisolierung an den ohnehin verputzten (oder putzbedürftigen...) Wänden deutlich reduzieren, die Scheiben austauschen und die Rahmen entweder gleich mit oder, wenn man sie erhalten will (qualitativ echt saubere Arbeit) mit ein paar zusätzlichen Dichtungen und von außen mit einem isolierenden Keil in der Fensternische abdecken. Dachboden und Keller noch abdichten, schon blieben als einziger Nachteil gegenüber einem Neubau die hohen Decken (im Sommer ein Segen - und mit entsprechenden Möbeln eine Netto-Reduktion der nötigen Wohnfläche) sowie eben besagte Fassade. Selbige ist aber auch locker 80 cm dick und isoliert somit gar nicht mal so schlecht. Für den Rest kann man entweder eine benachbarte, ohnehin asphaltierte Fläche mit einer Erdwärmesonde + Wärmepumpe unterbauen oder alternativ den recht großen, von der Straße nicht einsehbaren Südgiebel mit Solarthermie zupflastern (wobei diese Fläche natürlich für Photovoltaik wertvoller ist). Leitungen passen entweder noch in die vorhandenen Schächte, da hier sowieso nichts in Wänden verlegt wurde, in die nicht mehr benötigten Kamine oder können an der verwinkelten Rückseite außen am Haus entlanggelegt werden. Noch ein Bisschen extra was auf die nach Osten offenen Flächen zur (morgendlichen) Warmwasserbereitung und der Bedarf der Mitparteien an externer thermischer energie wäre auf nahe null reduziert, obwohl hier von einem Innenstadt-Altbau, also praktisch dem Worst Case der energetischen Sanierung sprechen.

Aber: Nicht einmal ich Altöko würde das meinem Vermieter vorschlagen. Weil ich trotz 100% Biogas derzeit nur 1100 € im Jahr für Wärme inklusive Herd und Warmwasser zahle, so ein Komplettausbau aber wegen der immensen Abgaben, die Deutschland auf Arbeit erhebt, vermutlich zu Umlagen von 5000 bis 10000 € im Jahr führen würde, wenn nicht mehr.


Gelten aber leider als Zumutbar und je nach Region/Lage, können es sogar über 2,5h sein. Ebenso die Vermittlung im gesamten Bundesgebiet, inkl. Städte wie Berlin, Hamburg, München, wo die Lage am Wohnungsmarkt ohnehin schon katastrophal ist.
Wer sich darüber echaufiert, z.B. allein die Fahrtkosten und verplemperte Zeit die man hat, wird damit abgespeist, dass er ja die Pendlerpauschale in Anspruch nehmen kann. Wenn das nicht überzeugend genug ist, kommt der "sanfte" Druck durchs Amt, jede zumutbare Beschäftigung anzunehmen, selbst wenn das was man da verdient nicht zum Leben reicht. Man kann ja schließlich aufstocken und damit seinen Beitrag zur Subventionierung von Bumsbuden leisten.

Keine Pendlerpauschale mehr, kein Argument mehr :) . Aber die Grenzen müssen allgemein runter. Drastisch. Die bescheuerte Idee, dass jemand aus einer schlechten Stelle heraus bessere Chancen hat, wenn er sich auf eine gute bewirbt, hat zwar leider tatsächlich ein entsprechendes Gegenstück in den Köpfen unfähiger Personaler. Aber jemand, der 12+ Stunden am Tag wegen (s)einem (Scheiß) Job unterwegs ist, bewirbt sich gar nicht mehr, weil er nicht mehr dazu kommt.

Aber mit solche Spielerchen "schützt" man Deutschlands Wirtschaft, Betriebe und Wohlstand sowie den - O-Ton Schröder - größten und besten Niedriglohnsektor Europas. :schief:

Auch wenn ich Schröder nicht mag, aber mit seinem Blick auf den Niedriglohnsektor hatte er einfach recht und auch entsprechend ein paar Weichen richtig gestellt (später haben andere Prellböcke auf diese Gleise gepflanzt). Immer mehr klassische Mittelbauarbeitsplätze lassen sich automatisieren. Was bleibt sind hochqualifizierte, gut bezahlte Arbeitsplätze, die aber weder vom Bedarf noch von der Qualifikation her jemals alle oder auch nur die Mehrheit der Menschen versorgen können, und der Billiglohnsektor für all die Aufgaben, für die man eigentlich gar nichts können muss und die nur deswegen keiner Maschine überlassen werden, weil man subjektiv lieber mit einem Menschen in der jeweiligen Position interagieren will oder weil es schlicht zu teuer wäre, eine Maschine hinreichend flexibel zu machen. Diese Jobs werden aber nie gut bezahlt sein. Was es somit braucht, und da war HartzIV ein Schritt in die richtige Richtung: Ein System, in dem man von der schlechten Arbeit trotzdem akzeptabel leben kann.

Die drastische Reduzierung der zumutbaren Entfernung hat damit nicht einmal etwas zu tun. Die fordere ich nur, weil bislang Düsseldorfer zum putzen in Bochum und gleichzeitig Bochumer zu putzen in Düsseldorf gezwungen werden. Das tut zwar was für die Völkerverständigung, ist aber ökonomischer und ökogloischer Wahnsinn. Aber unabhängig davon müssen wir es normalisieren, dass schlechtbezahlte Jobs aufgestockt werden. Wir brauchen 1-2 weitere Anrechnungensstufen mit deutlich niedrigerem Ansatz, z.B. 25% Anrechnung von 300 bis 600 und 50% von 600 bis 900 € statt bislang 80% ab 400 €, und parallel eine Abschaffung von Zwangsmaßnahmen (aber weiterhin das Angebot von Weiterbildung) für alle ab ~800 € eigenes Einkommen. Das sind sehr wenige Änderungen am Gesamtsystem "Hartz IV", aber sie würden Niedriglöhnern ein brauchbares Leben erlauben und die Tür zu höherem aufhalten.
Aber heute wird Wahlkampf ja nur noch mit "abschaffen" gemacht, ohne ein Fünkchen verstand dafür, was eigentlich schlecht und was gut ist geschweige denn, was danach kommen soll.
 

Eckism

Volt-Modder(in)
Ich sage nicht "belohnen", denn das wäre ein aktive Entscheidung des Gebenden, sondern "profitieren" bzw. abkassieren, also eine aktive Entscheidung dessen, der nimmt. Und ja: Natürlich machen das auch Hilfeempfänger. Wird ihnen ja oft genug vorgeworfen. Allerdings machen die das nicht freiwillig, sondern in Ermangelung anderer Möglichkeiten. Du dagegen könntest jederzeit näher an deinen Arbeitsplatz ziehen, entscheidest dich aber aus freiem Willen dagegen, weil die Gesamtbilanz inkl. Pendlerpauschale für dich im jetzigen Zustand attraktiver ist. Individuell ist diese Entscheidung nachvollziehbar, aber volkswirtschaftlich, ökologisch und vor allem klimatologisch ist sie eine Katastrophe. Von daher sag ich ganz klar: Lasst mal sehen, ob die Leute sich immer noch so entscheiden, wenn der Liter 2,50 € kostet und die Pendlerpauschale wegfällt.
Also soll ich nach Niederbayern ziehen und wenn ich dort dann fertig bin, pendel ich nach Hamburg, Niedersachsen, Thüringen und Baden-Wüthemberg, oder ich ziehe nach Hamburg und pendeln dann in die anderen Bundesländer von dort aus, oder wie wäre es von Baden-Würthemberg ins restliche Deutschland? Weil, mehrmals im Jahr umziehen tu ich ganz sicher nicht, da fehlt mir die Zeit und die Lust.
Da bleib ich doch lieber in der Mitte von Deutschland...manche Leute denken, arbeit ist mit einem festen Standort verbunden...die liegen in ihrem flachen Tellerchen und können da nicht mal über den Rand gucken.

Ich bin da auch mal gespannt, wenn der Sprit teurer wird. Für mich ändert sich zwar nicht viel, außer, das ich ne andere Rechnungadresse hab, weniger Steuern zahle und dafür mehr Kohle im Sprit versenke...vielleicht werden da die Autobahnen aber endlich mal freier.
 

Olstyle

Moderator
Teammitglied
Nicht Hartz IV war der richtige Schritt, sondern die Einführung des Mindestlohns. ;)
Sind zwei vollkommen verschiedene, ja in ruyvens Argumentation sogar eher gegenläufige Dinge.
H4 hat das Aufstocken eingeführt was es (bei ausreichender Höhe des Satzes und sinnvoller Anrechnung, was aktuell natürlich nicht der Fall ist) auch bei geringfügiger Beschäftigung lohnenswert machen könnte eine solchen Job anzunehmen/anzubieten.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Sind zwei vollkommen verschiedene, ja in ruyvens Argumentation sogar eher gegenläufige Dinge.
H4 hat das Aufstocken eingeführt was es (bei ausreichender Höhe des Satzes und sinnvoller Anrechnung, was aktuell natürlich nicht der Fall ist) auch bei geringfügiger Beschäftigung lohnenswert machen könnte eine solchen Job anzunehmen/anzubieten.
Das sehe ich anders. Wenn man einen angemessenen Mindestlohn bekommt braucht man nicht mehr aufstocken.
Ich meine Vollzeitstellen. Auch da gibt es Aufstocker.
 

Olstyle

Moderator
Teammitglied
Der einfache Bandarbeiter Job stirbt aus. Langsamer als z.T. befürchtet aber doch unaufhaltsam. Und für die Maschine die den Job von >10 Arbeitern macht brauchst du halt keine >10 Bediener. Also muss ein Ersatz her, und geringfügige Beschäftigung (natürlich auch in 20, 15 oder weniger Wochenstunden) mit Aufstockung könnte eine Antwort sein. Zur Bürokratievermeidung wäre das Bedingungslose Grundeinkommen eine Andere.
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Sind zwei vollkommen verschiedene, ja in ruyvens Argumentation sogar eher gegenläufige Dinge.
H4 hat das Aufstocken eingeführt was es (bei ausreichender Höhe des Satzes und sinnvoller Anrechnung, was aktuell natürlich nicht der Fall ist) auch bei geringfügiger Beschäftigung lohnenswert machen könnte eine solchen Job anzunehmen/anzubieten.
Einen entscheidenden Haken hat das allerdings doch: Die Gemeinschaft zahlt den Teil des Lohns, den sich ein Arbeitgeber spart, während dieser gleichzeitig in den Genuss der vollen Arbeitsleistung des Beschäftigten kommt. Man subventioniert also nicht den Arbeitnehmer, sondern den Arbeitgeber, denn wenn die Arbeitsleistung benötigt wird, kann sie auch vom Arbeitgeber voll vergütet werden.

Wenn die Stelle eigentlich nicht benötigt wird, ist es die Schaffung eines Arbeitsplatzes um seiner selbst Willen, also im Wesentlichen eine teure Beschäftigungstherapie, denn das Einkommen könnte man dem "unnütz" Angestellten mit deutlich weniger Overhead auch direkt zukommen lassen.

Sicherlich gibt es gute Gründe, Menschen in einer Art Arbeitsrhythmus zu halten und vielleicht dafür zu sorgen, dass aus der subventionierten Stelle eine regulär vergütete wird. Aber genau das leistet H4 de facto in den seltensten Fällen, während hauptsächlich ein von der Solidargemeinschaft finanzierter Niedriglohnsektor wächst.

Und was geschieht wohl, wenn immer mehr Leute von dem, was sie weniger verdienen, auf dem Umweg über Abgaben ihre eigene Lohnaufstockung bezahlen sollen? - Eben.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Einen entscheidenden Haken hat das allerdings doch: Die Gemeinschaft zahlt den Teil des Lohns, den sich ein Arbeitgeber spart, während dieser gleichzeitig in den Genuss der vollen Arbeitsleistung des Beschäftigten kommt. Man subventioniert also nicht den Arbeitnehmer, sondern den Arbeitgeber, denn wenn die Arbeitsleistung benötigt wird, kann sie auch vom Arbeitgeber voll vergütet werden.
Damit hast du Recht. Und beim Mindestlohn werden Arbeitgeber eben dazu verpflichtet diesen auch zu zahlen.
Man kann nicht alles auf den Staat abwälzen.
 

Lotto

Software-Overclocker(in)
Deswegen brauchen wir ein solidarisches Bürgergeld um die Arbeitsknechtschaft zu beenden.

Wird es das denn?
Ich denke es wird nur dazu führen, dass wir im Niedriglohnsektor ein Problem bekommen weil sich der ein oder andere dann ganz zuhause bleiben wird, während alle anderen das bezahlen dürfen.

Die Höhe des Geldes wird ja das Existenzminimum sein, d.h. der Druck weiterhin zu arbeiten um leben(!) zu können bleibt ja.
 

Threshold

Großmeister(in) des Flüssigheliums
Ich denke es wird nur dazu führen, dass wir im Niedriglohnsektor ein Problem bekommen weil sich der ein oder andere dann ganz zuhause bleiben wird, während alle anderen das bezahlen dürfen.
Ist doch heute schon so. Es wird immer welche geben, die das System ausnutzen, das wird man nicht verhindern können.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Ist doch heute schon so. Es wird immer welche geben, die das System ausnutzen, das wird man nicht verhindern können.
Eben die sind nur eine Minderheit!

Außerdem gibt es auch ganz oben in der Gesellschaft Menschen welche das System ausnutzen.
Aber auch die sind eine Minderheit und schwarze Schafe.
 
Zuletzt bearbeitet:

Poulton

BIOS-Overclocker(in)
Und beim Mindestlohn werden Arbeitgeber eben dazu verpflichtet diesen auch zu zahlen.
Der aber leider löchriger ist, als Sparanus seine Uniform. Langzeitarbeitslos gewesen? Pech gehabt, das erste halbe Jahr darf unter Mindestlohn gezahlt werden. Und weil es so "schön" war, kann man dann noch innerhalb der Probezeit gekündigt werden und es wird der nächste Langzeitarbeitslose doppelt freie Lohnarbeiter eingestellt.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Der aber leider löchriger ist, als Sparanus seine Uniform. Langzeitarbeitslos gewesen? Pech gehabt, das erste halbe Jahr darf unter Mindestlohn gezahlt werden. Und weil es so "schön" war, kann man dann noch innerhalb der Probezeit gekündigt werden und es wird der nächste Langzeitarbeitslose doppelt freie Lohnarbeiter eingestellt.
Dann ist dabei auf jeden Fall noch Nachholbedarf.
 

Poulton

BIOS-Overclocker(in)
Also muss ein Ersatz her, und geringfügige Beschäftigung (natürlich auch in 20, 15 oder weniger Wochenstunden) mit Aufstockung könnte eine Antwort sein.
Aber nicht über Teilzeit-Aufstockungs-Schiene. An der Stelle gehört gesetzlich die zulässige Arbeitszeit reduziert, bei vollem Lohnausgleich. Und zwar von den 48h die leider heute noch zulässig sind (sofern Einzel- oder Kollektivvertraglich nicht anders geregelt), auf 35h.

Aber genau das leistet H4 de facto in den seltensten Fällen, während hauptsächlich ein von der Solidargemeinschaft finanzierter Niedriglohnsektor wächst.
Nicht nur wächst, sondern zu einem Dauerzustand wird. Wenn man die Vor-Corona-Zahlen nimmt, arbeiten 1/3 aller Ostdeutschen im Niedriglohnsektor.
Aber ich vergaß: Die guten Hartz-Reformen und die Grünen haben mit ihrer Zustimmung dazu und dass sie bei der Ausarbeitung selbst mit in der ersten Reihe saßen, ja nichts falsch gemacht. :rolleyes: So redet man sich den Neoliberalismus schön.
 
Zuletzt bearbeitet:

Threshold

Großmeister(in) des Flüssigheliums
Außerdem gibt es auch ganz oben in der Gesellschaft Menschen welche das System ausnutzen.
Aber auch die sind eine Minderheit und schwarze Schafe.
In alle richtungen wird das System ausgenutzt. Ob du nun als Unternehmen deine Steuern optimierst, als Handwerker dir durch Schwarzarbeit etwas Geld zusätzlich verschaffst oder als Hartzer das Jobangebot sausen lässt. weil du unterm Strich kaum mehr verdienen würdest.
Das alles kannst du nur ändern, wenn du das System an sich änderst.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Das alles kannst du nur ändern, wenn du das System an sich änderst.
Nur wie sollen die Änderungen aussehen? Vor allem auch realistisch bzw umsetzbar. :ka:

Eine Möglichkeit wäre eine Vereinfachung des Steuersystems und auch des Rentensystems.
Das auch Normalsterbliche durch das Steuersystem durchblicken und nicht nur Steuerberater und Anwälte.
Und wegen dem Rentensystem: das alle in eine Kasse einzahlen. Auch Beamte!

Das würde mir spontan dazu einfallen. :)
 

Threshold

Großmeister(in) des Flüssigheliums
Nur wie sollen die Änderungen aussehen? Vor allem auch realistisch bzw umsetzbar. :ka:
Mit den gängigen Parteien geht das sowieso nicht.
Solange die Politiker, die an der Regierung sitzen, noch Zweit und Drittjobs als Lobbyisten haben, wird sich gar nichts ändern. Erst mal müsste man die Zeit begrenzen, in denen Leute in den Parlamenten hocken.
Dann muss das Parlament breiter aufgestellt sein. Solange die überwiegende Zahl aus Beamten besteht, wird sich da auch nicht viel tun, da die Beamten ja nichts gegen ihre Klientel entscheiden.
Warum wohl ist der Rentenanspruch seit Jahren am sinken, Beamtenpensionen jedoch nicht? Hat alles sein Grund.
Dann muss man die Leute wieder für Demokratie begeistern. Man muss ihnen vermitteln, dass Mitmachen auch wirklich was bewegen kann. Man muss die Parteien an sich reformieren. Es kann ja nicht sein, dass man innerhalb einer Partei nur dann hochkommt, wenn man anderen Leuten möglichst tief in den Arsch kriecht.
All das muss sich erst ändern, dann kann man das System verändern und weg vom Hype des ewigen Wachstums kommen, bei dem nachhaltiges wirtschaften bestraft wird.
 

Threshold

Großmeister(in) des Flüssigheliums
Deswegen der Vorschlag das alle in eine Kasse einzahlen und eine normale Rente beziehen.
Wird nicht passieren, solange die Beamten die Gruppe sind, die die Mehrheit der Abgeordnete stellen.
Das Rentensystem wird eh gerade vor die Wand gefahren. Die Babyboomer Generation wird in den nächsten Jahren anfangen in Rente/Pension zu gehen. Dann wird das System zusammenbrechen.
Jeder weiß das, aber niemanden kümmert das, da keiner Bereit ist, Abstriche zu machen.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Wird nicht passieren, solange die Beamten die Gruppe sind, die die Mehrheit der Abgeordnete stellen.
Das Rentensystem wird eh gerade vor die Wand gefahren. Die Babyboomer Generation wird in den nächsten Jahren anfangen in Rente/Pension zu gehen. Dann wird das System zusammenbrechen.
Jeder weiß das, aber niemanden kümmert das, da keiner Bereit ist, Abstriche zu machen.
Aber eine bessere Lösung hast du ja scheinbar auch nicht. :D
 

Eckism

Volt-Modder(in)
Der einfache Bandarbeiter Job stirbt aus. Langsamer als z.T. befürchtet aber doch unaufhaltsam. Und für die Maschine die den Job von >10 Arbeitern macht brauchst du halt keine >10 Bediener. Also muss ein Ersatz her, und geringfügige Beschäftigung (natürlich auch in 20, 15 oder weniger Wochenstunden) mit Aufstockung könnte eine Antwort sein. Zur Bürokratievermeidung wäre das Bedingungslose Grundeinkommen eine Andere.
Es werden ja eh immer weniger Babys in Deutschland geboren, von daher kommen ja auch nicht mehr so viele Arbeiter nach, die Teilzeit bräuchten. Weniger Stellen, weniger Arbeiter...für mich passt das.
 

Threshold

Großmeister(in) des Flüssigheliums
Aber eine bessere Lösung hast du ja scheinbar auch nicht. :D
Hab ich doch gesagt. Beschränkung von Posten und Zeiten.
Reformierung des Rentensystems. Vernünftiger Mindestlohn.
Dann muss Zeitarbeit für die Firmen teurer sein als normale Belegschaft. Derzeit finanzieren die Arbeiter das unternehmerische Risiko.
Natürlich mehr Geld in die Bildung denn das ist die einzige Ressource, die Deutschland hat.
Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist die Bildung und desto besser müssen die Lehrer sein und desto mehr müssen sie verdienen.
Ein Kindergärtner sollte also mehr verdienen als ein Gymnasiallehrer.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Hab ich doch gesagt. Beschränkung von Posten und Zeiten.
Reformierung des Rentensystems.
Dazu meintest du doch dass das nicht passieren wird. :ugly:

Vernünftiger Mindestlohn.
Jau. Den hatte ich auch genannt.
Dann muss Zeitarbeit für die Firmen teurer sein als normale Belegschaft. Derzeit finanzieren die Arbeiter das unternehmerische Risiko.
Ist nur die Frage ob sie dann noch eingestellt werden.
Natürlich mehr Geld in die Bildung denn das ist die einzige Ressource, die Deutschland hat.
Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist die Bildung und desto besser müssen die Lehrer sein und desto mehr müssen sie verdienen.
Bildung ist immer wichtig.

Ein Kindergärtner sollte also mehr verdienen als ein Gymnasiallehrer.
Der hat ja nicht studiert.:schief:

Außerdem sollten Frauen das selbe verdienen wie Männer.
 

Eckism

Volt-Modder(in)
Dazu meintest du doch dass das nicht passieren wird. :ugly:
Man könnte ja auch ganz schlicht und einfach die Rentenbeiträger erhöhen...oder das Rentenalter noch mehr erhöhen, das weniger Leute das Rentenalter erreichen...wo sie ja schon dran sind.
Ist nur die Frage ob sie dann noch eingestellt werden.
Zeitarbeit ist eh so ne Pest, die niemal hätte eingeführt werden dürfen...das ist moderner Menschenhandel
 

Threshold

Großmeister(in) des Flüssigheliums
Dazu meintest du doch dass das nicht passieren wird. :ugly:
Weil man die Bedingungen erst ändern muss aber kein Politiker wird seine Felle selbst beschneiden.
Deswegen machen die Altparteien gerne Politik für Rentner, da das eine stabile Wählerschaft ist.

Guck dir doch die derzeitigen Kanzlerkandidaten an.
Scholz klammere ich mal aus, da die SPD in den nächsten Jahrzehnten keinen Kanzler mehr stellen wird.
Wählst du Laschet, bekommst du den Merz dazu (der pocht garantiert auf einen Ministerposten). Die Politik, die damit kommt, kann man sich ausmalen.
Bei Baerbock ist das auch so eine Sache, Wählst du die, kriegst du auch die Spinner der Basis Grünen dazu. Also die Impfverweigerer und Homöopaten.
Ich persönlich gehe stark davon aus, dass Laschet das Rennen machen und dann mit den Grünen koalieren wird. Die Grünen wollen unbedingt an die Regierungströpfe und dafür werfen sie auch gerne mal ein paar Grundsätze weg.
Die FDP will auf jeden Fall auch an die Macht, aber aktuell wird es für schwarz/geld -- upss, gelb natürlich :D nicht reichen,
Die FDP könnte nur dann mit rein, wenn die Grünen gewinnen und keine Lust auf die Union hat.
Aber -- weshalb sollten die Grünen die FDP mit ins Boot holen? Ich sehe da keine Schnittmengen.
Daher die Union und die Grünen. Entweder mit Laschet als Kanzler oder mit Baerbock als Kanzler.
Mit beiden wird sich nichts am System ändern.
Ja schon, aber wie?
Alle zahlen ein. Die Beitragsbemessungsgrenze wird gestrichen. Die Rente gedeckelt.
Jeder zahlt 20-25% des Gehalts in das Sozialsystem, egal wie viel er/sie/es verdient.
 

Poulton

BIOS-Overclocker(in)
Alle zahlen ein. Die Beitragsbemessungsgrenze wird gestrichen. Die Rente gedeckelt.
Jeder zahlt 20-25% des Gehalts in das Sozialsystem, egal wie viel er/sie/es verdient.
Maschinensteuer wäre auch noch etwas.
Denn seit Jahrzehnten werden Tätigkeiten, die zuvor von Menschen erledigt wurden, durch Maschinen, Roboter und/oder Automaten ersetzt - was jetzt nichts schlimmes ist, denn man sollte eigentlich froh sein, wenn dem Menschen die Arbeit ausgeht.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Könnte man auch "Automatisierungs-Abgabe" nennen, aber ich glaube kaum das sowas durch kommt. :ugly:

Da der Staat ja Industrie 3.0, 4.0 etc im vollen Umfang unterstützt. Und da gehören ja nicht nur Digitalisierungs - und Vernetzungsprozesse zu. Sondern auch weitere Automatisierungen. Angeblich auch die Erschaffung neuer Jobs (Qualifizierte). Einfache Stellen ohne besondere Qualifikationen werden wohl weiter reduziert/rationalisiert.
 
Zuletzt bearbeitet:

Lotto

Software-Overclocker(in)
Deswegen der Vorschlag das alle in eine Kasse einzahlen und eine normale Rente beziehen.

Zur Rente/Pension hätte ich nen anderen Vorschlag. Es wird gestaffelt nach Lebensalter, d.h. je älter man wird desto weniger wird pro Monat gezahlt. Ab 85 gibts dann halt nur noch Sozialhilfe. Wer das nicht möchte kann das Risiko, dass er älter wird zusätzlich privat absichern. Alternativ kriegt die Person von der Familie Unterstützung. Wenn es keine gibt
hat man halt Pech gehabt (bzw. andere sind halt früher gestorben, die hatten noch mehr Pech).
Auch sollten die Unterschiede der bezogenen Rente/Pension verringert werden.

Das wäre schonmal auf jeden Fall deutlich gerechter als jetzt, wo quasi derjenige der mit 68 stirbt den Lebensabend der 95 Jährigen versüßt. Denn häufig ist der Grund des frühen Ablebens durch die Arbeitsbelastung begründet. Jemand der 45 Jahre Schwerstarbeit malocht hat (egal ob körperlich oder geistig) bezahlt quasi mit Lebenszeit dafür, während z.B. die Powerpoint-Truppe des Konzernwasserkopfes ganz sicher nicht jeden Tag vollkommen ausgepowert ist.

Der Vorteil von diesem System wäre: man könnte jedem Rentner in den ersten Jahren eine gute Rente auszahlen mit der der Lebensabend genossen werden kann. Mit zunehmenden Alter werden die Gebrechen eh größer, d.h. da wird dann eh immer weniger aktiv gelebt.

So wie es jetzt ist, ist es einfach nicht richtig. Da gibts Leute die haben über 40 Jahre gearbeitet und müssen Flaschen sammeln und dann gibts andere wie tingeln mit ihrem 150k Wohnmobil noch 1,5 Jahrzehnte durch Europa.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Zur Rente/Pension hätte ich nen anderen Vorschlag. Es wird gestaffelt nach Lebensalter, d.h. je älter man wird desto weniger wird pro Monat gezahlt. Ab 85 gibts dann halt nur noch Sozialhilfe. Wer das nicht möchte kann das Risiko, dass er älter wird zusätzlich privat absichern. Alternativ kriegt die Person von der Familie Unterstützung. Wenn es keine gibt
hat man halt Pech gehabt (bzw. andere sind halt früher gestorben, die hatten noch mehr Pech).
Auch sollten die Unterschiede der bezogenen Rente/Pension verringert werden.
Falls man dazu in der Lage ist sich privat abzusichern. Arme Menschen können das meistens nicht.
Jemand der 45 Jahre Schwerstarbeit malocht hat (egal ob körperlich oder geistig) bezahlt quasi mit Lebenszeit dafür, während z.B. die Powerpoint-Truppe des Konzernwasserkopfes ganz sicher nicht jeden Tag vollkommen ausgepowert ist.
Wobei es schon ein erheblicher Unterschied ist ob jemand körperlich gearbeitet hat oder nicht. Der ist auch eher körperlich kaputt. Deswegen sehe ich das ständige anheben des Renteneintrittalters als problematisch an.
So wie es jetzt ist, ist es einfach nicht richtig. Da gibts Leute die haben über 40 Jahre gearbeitet und müssen Flaschen sammeln und dann gibts andere wie tingeln mit ihrem 150k Wohnmobil noch 1,5 Jahrzehnte durch Europa.
Deswegen sollte es einen angemessenen Mindestlohn geben.
 

Lotto

Software-Overclocker(in)
Falls man dazu in der Lage ist sich privat abzusichern. Arme Menschen können das meistens nicht.

Wobei es schon ein erheblicher Unterschied ist ob jemand körperlich gearbeitet hat oder nicht. Der ist auch eher körperlich kaputt. Deswegen sehe ich das ständige anheben des Renteneintrittalters als problematisch an.

Deswegen sollte es einen angemessenen Mindestlohn geben.
Wer sich nicht privat absichern kann landet doch jetzt schon in der Sozialhilfe am Ende.
Deswegen ja die Staffelung, da würde dann JEDER zumindest für ein paar Jahre eine gute Rente bekommen.
 
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