[Erfahrungsbericht] Canton AS 125 SC Subwoofer

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Canton AS 125 SC

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Inhalt


Einleitung
Technische Daten
- Testsystem
Verpackung, Zubehör und Ankunft
Verarbeitung
Die Inbetriebnahme
- Schalter und Drehregler
Die Aufstellung
- Hörraum
- stehende Wellen
- Einpegeln
Klang
- Musik
- Heimkino
Fazit

Andere Tests von mir

http://extreme.pcgameshardware.de/s...-test-hifi-lautsprecher-canton-gle-490-a.html
http://extreme.pcgameshardware.de/sound-hifi/69367-kurztest-avr-kenwood-krf-v5090d-s.html

Links zum Hersteller

AS 125 SC - CANTON pure Music (de)
AS 105.2 SC - Subwoofer - CANTON pure Music (de)


Einleitung

Ich als armer Mensch bin natürlich - wie viele andere auch vor und nach mir - auf der Suche nach einem ganz besonderen Schnäppchen. Als ich den AVR meines Onkels geschenkt bekam, war schon im Hinterkopf der Gedanke des Kaufs eines Subwoofers entstanden. Passend zu meinen Canton GLE 490 sollte es ein Sub von Canton werden. Canton bietet im Preisbereich von 200 - 500 € die AS-Serie an, die mittlerweile neu aufgelegt wurde. Erkennbar an der ".2" in der Bezeichnung (AS 65.2, AS85.2, AS105.2) des Subs. Das Design natürlich abgestimmt mit der GLE Serie.

Ich war überrascht, als ich von einem Vorgängermodell erfuhr, der nicht mehr in Form einer ".2" Version weiter geführt wurde. Der Canton AS 125 SC. Das Design nahezu gleich, dafür aber größer, stärker, mächtiger, als das jetzt "größte" Modell, der AS 105.2. Auch auf der Website lässt sich nur mit diesem Link > AS 125 SC - CANTON pure Music (de) auf die Seite des AS125 kommen (Danke an den Kundenservice von Canton an dieser Stelle!).

Zu den Gründen lässt sich nur spekulieren. Vermutlich "passte" der AS125 auf Grund seiner Größe nicht mehr in das Konzept der GLE Serie, die vor allem "wohnraumkompatibel" sein soll. Der Preis machte ihn aber jetzt sehr attraktiv für Enthusiasten wie mich.

Ca. 400€ müssen nun auf die Ladentheke gelegt werden. Die ehemalige UVP dieses Kolosses lag bei 920€! Ein Blindkauf für mich. Ich hörte ihn vor dem Kauf nicht einmal und Testberichte gab es nur zum kleineren Modell, dem AS105.

Mein Dank geht an dieser Stelle auch an den Händler "hirsch-ille", der bei Amazon als Market-Place Händler auftritt. 389 € inkl. Versand. Donnerstag Abend bestellt, Samstag morgen da. Sehr gut!

Dieses Mal wird es keinen "echten" Test geben. Mir fehlen dazu leider die objektiven Vergleichsmöglichkeiten, die vor allem wegen der bei mir besonderen Raumbeschaffenheit nicht mehr gegeben sind. Ich lege den Schwerpunkt daher auf die kleinen Besonderheiten, die man beim Einpegeln und Herausfinden der optimalen Hörposition entdecken kann. Dieser Erfahrungsbericht könnte somit für diejenigen interessant sein, die mit der Anschaffung eines Subwoofers spekulieren. Aber natürlich werde ich auch mein kleines Statement zum Klang des AS125 SC abgeben.

Technische Daten


Bezeichnung |Canton AS 125 SC
Prinzip |Bass-Reflex, Front Fire
Nennleistung |200W
Musikleistung |350W
Übertragungsbereich |20...200hz
Übergangsfrequenz |45..200hz (stufenlos regelbar)
Pegeleinstellung |+9db bis -54db
Tieftonchassis |12,5 Zoll, 310mm
Abmessungen (BxHxT) |36 x 59,5 x 46,5 cm
Gewicht |26,7kg
Garantie |2 Jahre
Anschlüsse (Eingang) |1x Cinch Mono, 1x Cinch Stereo, 1x High Level Input Schraubklemme
Anschlüsse (Ausgang) | 2x Cinch Stereo, 1x Cinch Mono, 1x High Level Output Schraubklemme
Phasenanpassung |Stufenlos 0°-180°
Besonderheiten |Raumanpassung per Kippschalter (Normal, Narrow, Wide)
Besonderheiten |Einschaltautomatik
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Testsystem


Lautsprecher

  • Canton GLE 490
Verstärker/AVR

  • Denon AVR 3806
CD-Player

  • Harman-Kardon HD970
DVD

  • Samsung DVD-HD860
Anschluss

  • Cinch Mono mit Oehlbach NF7 Subwooferkabel, 2 Meter

Verpackung, Zubehör und Ankunft

Groß und schwer war das Paket bei seiner Ankunft. Aber noch klein genug, dass DHL es transportieren konnte. Eine spezielle Spedition war nicht notwendig. Dennoch sind die Ausmaße so ungünstig, dass man sich Hilfe dazu holen sollte, vor allem wenn man Treppen zu laufen hat. Der Karton selbst ist so stabil, dass ich selbst mit meinem scharfen Cuttermesser Probleme bekam ihn in seine Einzelteile zu zerlegen.

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Der Sub selbst ist gut gesichert mit Styropor sowie Abdecktüchern und hatte keinerlei Schrammen. Gelernt hat die Canton Verpackungsabteilung scheinbar auch. Das Abdecktuch war zwischen Gitter und Membrane eingeklemmt. So konnten keine Styroporbrösel hinter das Gitter gelangen. Das sah bei der Verpackung der GLE490 noch anders aus, wo ich die Brösel einzeln von den Membranen entfernen durfte. Man darf also behaupten, dass die Verpackung hervorragend ist.

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Das Zubehör ist überschaubar. Ein Handbuch mit Garantiekarte (Zwei Jahre), Stromstecker und vier Gummifüße für empfindliche Böden. Sonstige Kabel muss man sich selbst besorgen. Der Stromstecker ist angewinkelt, allerdings mit 2,5 Metern knapp bemessen. Das Handbuch erklärt alle notwendigen Anschlussarten und Begriffe sehr ausführlich und in mehreren Sprachen. Sogar Aufstellungstipps - wenn auch knapp - sind vorhanden.

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Verarbeitung


Auch dieses Mal habe ich mich für die Variante ich Schwarz entschieden. In Kombination mit dem durch das Gitter gut sichtbaren silbernen Chassis ein echter Hingucker. Die Fertigungsqualität ist wie bei der GLE Serie solide und ohne Makel. Eine Holzmaserung wie bei den GLE490 ist allerdings nicht zu erkennen (Furnier).

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Die Abdeckung ist im Gegensatz zu den Standboxen der GLE Serie nur an bestimmten Punkten zu befestigen. Das Gitter hat dabei unten etwas Spiel. Das wirkt sich aber soweit nicht negativ aus. Ein Blick auf die Rückseite offenbart eine Armada an Anschlüssen, Drehreglern und Kippschaltern. Die Drehregler sind gummiert und sind relativ schwer zu drehen. Die Kippschalter sind eine Sache für sich. Wer einmal an denen herum gespielt hat, will keine Knöpfe oder sonstigen modernen Kram mehr haben. Die Cinch Anschlüsse sind vergoldet.

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Im Gegensatz zu einigen anderen Subwoofer befinden sich hinten keine Lamellen für die Abfuhr der Wärme vom Verstärker. Das Bedienfeld selbst bleibt absolut kühl. Auch das geht kaum besser.

Die Füße sind dicker, als bei der GLE Serie und halten die meisten Vibrationen vom Boden fern. Alternativ lassen sich Spikes befestigen, jedoch sind diese nicht im Lieferumfang enthalten.

Rustikal das Bass-Reflex-Loch. Deutlich sichtbar halten sechs Schrauben das ganze am Gehäuse fest.

Ein pikantes Detail, das die Farbkombinationen betrifft. Die Subwoofer der AS-Serie sind nur in Schwarz oder Silber verfügbar. Besitzer von GLE mit anderen Farben, wie Mocca oder Ahorn müssen in dieser Hinsicht Kompromisse eingehen. Auch die neuen Subwoofer (.2) sind nur in diesen beiden Farben erhältlich. Schade darum.

Die Inbetriebnahme...


..gestaltet sich unproblematisch. Stromstecker anschließen, Cinch Kabel anschließen, Netzschalter umlegen, läuft. Eine Betriebs-LED leuchtet auf der Rückseite wahlweise in drei Farben (rot > Stand-by, gelb > Signal suchend, Grün aktiv). Ein besonderes Schmankerl ist die Einschaltautomatik. Wer nicht jedes Mal auf der Rückseite den Netzschalter umlegen will, kann sich auch auf die Einschaltautomatik verlassen. Das Strommessgerät zeigt tatsächlich 0W an. Laut Anleitung wird der Subwoofer spätestens nach 10 Minuten ohne Signal ausgeschaltet. Das funktioniert gut, sogar etwas zu gut. Ist der Pegel nämlich relativ niedrig (mir bei einem Fußballspiel passiert) schaltet er sich dennoch in Stand-by. Bei Bedarf lässt sich per Kippschalter die Einschaltautomatik abschalten und der Subwoofer bleibt solange an, bis man den Netzschalter umlegt. Im Betrieb zieht der AS125 17W aus der Leitung. Auch sehr genügsam.

Eine Fernbedienung oder ähnlich Bequemes gibt es leider nicht um den AS125 auszuschalten, weswegen man fast gezwungen ist die Einschaltautomatik zu nutzen. Außer natürlich man scheut die Mühe nicht jedes Mal hinten den Netzschalter umzulegen.

Die Einspielzeit gibt Canton mit 10-20 Stunden an. Tatsächlich ist der Sub sehr schnell auf der Höhe und benötigt weitaus weniger Zeit als die GLE 490. Beim Einspielen sollte man darauf achten einen moderaten Pegel zu wählen und verschiedene Musikgenre abspielen zu lassen.

Ich empfehle (steht so leider nicht in der Anleitung) die Crossover Frequenz auf Maximum zu stellen und die Phaseneinstellung hin und wieder zu verstellen. Hört sich vermutlich nicht gut an, soll es aber auch nicht. Es geht schließlich um das Einspielen der Hubmechanik und Verstärkertechnik.

Schalter und Drehregler


Spätestens an der Armada von Schaltern, Reglern und Anschlüssen sieht man, dass der AS125 ursprünglich für ein höheres Preissegment angedacht war. Normalerweise bekommt man das erst bei Subwoofer, wenn weit über 600 € über die Ladentheke gehen.

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Per Cinch lässt sich einmal Mono (LFE-Ausgang des Receivers) ODER Cinch Stereo z.B. über einen Pre-out anschließen. Beides gleichzeitig geht nicht. Schade deswegen, da Cinch sehr weit verbreitet ist und sich leichter verbinden lässt, als umständlich über die High-Level Ein- und Ausgänge.
Diese wiederum sind als Schraubklemmen, die sogar Bananenstecker aufnehmen, hervorragend verarbeitet. Ein zweites Paar analoger Cinch-Eingänge hätte dem Sub sicherlich gute Dienste bereitet z.B. für einen parallelen Anschluss eines AVR für Heimkino und eines Hifi-Verstärkers für Musik.

Mit Hilfe des Cinch Ausgangs ("FLAT") lässt sich ein zweiter Subwoofer parallel betreiben. Eine super Methode um Raummoden und Wellenmaxima und -minima anzugleichen, vorausgesetzt man hat das Geld dazu. Enthusiasten kaufen sich gleich vier Subwoofer und reduzieren die Moden auf ein Minimum. Mit dem AS125 kein Problem.

Der Cinch Ausgang (FILTERED 80hz) ist für Aktivlautsprecher oder eine separate Endstufe mit Satellitenlautsprecher gedacht. Hierbei werden alle Frequenzen unter 80hz automatisch gefiltert. Findet eher selten Anwendung in der Praxis.

Die High Level Schraubklemmen werden wohl nur die gebrauchen können, die Vor- oder Endstufen ohne Möglichkeit eines Anschlusses für den Subwoofer in Betrieb haben. Das Signal für die Fronspeaker wird durch den AS125 durchgeschliffen. Die tiefen Frequenzen dabei vom Subwoofer wider gegeben. Eine Filterung findet aber nicht statt. Tiefe Frequenzen werden also auch zu den Front-Speakern weiter geleitet.

Die Drehregler für Phase, Trennfrequenz und Volume sind stufenlos einstellbar und vermitteln Anfassqualität. Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre eine umgedrehte Beschriftung. Wenn man sich von oben über den Subwoofer beugt wäre das besser zu lesen. Das ist aber Kritik auf hohen Niveau.

Der Kippschalter für die Raumkompensation erlaubt den Frequenzgang hinsichtlich der unteren Grenzfrequenz zu beeinflussen. Wie das in einem Frequenzdiagramm aussieht seht ihr hier:

WIDE >>>>>gestrichelt
NARROW >> gepunktet
NORMAL >> durchgezogen

AS125_Frequenz.jpg

Dazu dann später mehr im Kapitel "Aufstellung".



 
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Die Aufstellung

Hörraum

Der Gleiche wie in meinem Test zu den GLE 490. Trocken, relativ klein mit Dachschräge und nicht symmetrisch rechteckig. Insgesamt ein schwieriges Terrain für Subwoofer und Lautsprecher allgemein.

Mangels Einmessautomatik an meinem AVR, muss ich mich alleine auf mein Gehör verlassen. Mittlerweile wurde das Stereodreieck der GLE490 verbreitert. Statt ein gleichschenkliges 2 Meter Dreieck. Sind es nun 2,8 x 2,4 x 2,4 Meter. Der Subwoofer steht exakt 2 Meter vor der Hörposition.

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Der trockene Raum verstärkt die Tendenz zum Dröhnen. Was mir schon bei der GLE490 Kopfschmerzen bereitete, sollte beim AS125 nicht anders werden. Ich habe gut und gerne über eine Woche gebraucht bis ich die optimale Position fand. Lustigerweise exakt in der Mitte, zwischen den GLE 490. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, zeigen einige Erfahrungen in Räumen, die exakt quadratisch sind. Stehende Wellen entstehen nämlich genau dort, wo in aller Regel der Hörplatz ist, gerade vor dem Subwoofer. Besser sind also rechteckige Räume, deren Seitenverhältnisse nicht exakt gleich sind. Wer etwas mehr über diese Thematik erfahren will, sollte sich mal den Link ansehen: heimkino-technik.de - Ihre Heimkino & DVD-Community mit Heimkino & DVD-News, Heimkino & DVD-Infos und Heimkino & DVD-Forum - - Content

Stehende Wellen

Ich spare mir an dieser Stelle die theoretischen Erläuterungen zu "stehenden Wellen", Raummoden unterschiedlicher Ordnung etc.. Der oben verlinkte Artikel erklärt alles sehr ausführlich, aber dennoch verständlich. Mich (und vermutlich auch euch) interessiert mehr der praktische Teil und die Lösungen des Problems.

Für ein besseres Verständnis und für diejenigen mit etwas weniger Vorstellungskraft habe ich mein Hörzimmer im Grundriss aufgezeichnet und stehende Wellen und Wellenmaxima farblich in den jeweiligen Teilen des Zimmers farblich kenntlich gemacht.

Die Farben entsprechen der Stärke bzw. der Ausprägung von "Dröhnen" und der zu starken Betonung bestimmter Frequenzen:

Rot > sehr starkes Dröhnen
Orange > erhöhtes Dröhnen
Gelb > leicht erhöhtes Dröhnen (noch akzeptabel)
Grün > optimal
Blau > Wellenminima mit Frequenz und/oder Frequenzauslöschung (kaum Bass umgangssprachlich)

Optimal wäre es wenn das gesamte Zimmer grün unterlegt wäre. Wir hätten also über das gesamte (untere) Frequenzband einen homogenen Klang ohne Über- bzw. Unterbetonung im gesamten Raum. Beachtet, dass es sich hier um eine zweidimensionales Betrachtung handelt auf Höhe der Hörebene.

Beispielhaft werde ich an Hand von zwei Positionen des Subwoofer die unterschiedlichen Wellen-Gegebenheiten beschreiben. Der Subwoofer steht dabei einmal etwas rechts versetzt von der Hörposition und einmal exakt in der Mitte zwischen den GLE490 und der Hörposition (mit "H" gekennzeichnet).

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Man kann erkennen das schräg gegenüber des Subwoofer an der kurzen Wand, mit der Türecke starkes Dröhnen vorherrscht. Wie kommt das? Wellenmaxima befinden sich immer an Wänden. Durch die beiden Wände in dieser Ecke überlagern sich zwei (oder mehr) Wellenmaxima, durch die kürzere Seitenwand wird dieses nochmal verstärkt. Ein weitere Verstärkung erfährt dieses Dröhnen durch die linke GLE490. Sie steht exakt in dieser stehende Welle.

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Interessant ist halbunten rechts die totale Auslöschung der tiefen Frequenzen. Genau dort befindet sich eine Fensterfront mit Balkontür. Ich vermute, dass das einer der Gründe für die Auslöschung ist. Bitte in der unteren rechten Ecke nicht wundern, dort steht ein Schrank, deswegen konnte ich dort nicht hören und habe der Einfachheit halber den gesamten Bereich blau unterlegt.

Was passiert nun wenn wir den Subwoofer nur 50cm weiter in die Mitte schieben?

Anhang anzeigen 152955

Wir können nun erkennen, dass das Dröhnen abgenommen hat und sich ein kleiner Korridor gebildet hat, in dem der Bass sehr ausgewogen spielt. Geht man weiter nach hinten in Richtung Wand steigt das Dröhnen wieder. Wir nähern uns ja schließlich wieder einem Wellenmaximum.

Einen solchen Test kann jeder machen, man muss nur etwas im Raum umher gehen. ;)

Einpegeln

Mit eine der schwierigsten Aufgaben, die man beim Einstellen eines Subwoofers hat. Der AS125 bietet dabei alles, was das Herz begehrt. Etwas umständlich macht das Ganze nur die Tatsache, dass die ganzen Schalter und Regler auf der Rückseite sind.

Diverse Hilfsmittel wie beispielsweise Messgeräte für den Schallpegel (DB) machen Einem das Leben einfacher. Ich verwende das DB-Messgerät "Klimatech KS125". Danke an dieser Stelle der Hochschule RheinMain (ehemals FH Wiesbaden) und an einen guten Freund, der mir das Ding besorgt hat.:daumen:

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Wie man sehen kann, war im Raum gerade ein Schallpegel von ca.70db vorherrschend. Eine optimale Referenz für das Einpegeln des Subwoofer mit den vorhandenen Lautsprechern. Man sollte dabei von der Hörposition aus messen.

Test-CDs mit ansteigendem Frequenzgängen helfen dabei eher, als Musikstücke, deren Pegel ständig variiert. Achtung bei unkomprimierten Datenmaterial. Keine allzu hohen Pegel (am Verstärker) einstellen, sondern langsam an die Pegel Referenz heran tasten. Equalizer oder ähnliches am Verstärker, sollten ausgeschaltet werden.

Für den Start sollte die Trennfrequenz auf 80hz gestellt werden und die DB-Einstellung am Subwoofer auf "0db". Das DB-Messgerät wird zeigen, ob eine Korrektur hinsichtlich des Pegels notwendig ist. Hat man den Referenzwert erreicht, kann an der Trennfrequenz weiter gemacht werden. Wer kein Messmikrofon zur Hand hat, muss sich auf sein Gehör verlassen und die eigenen Vorlieben. Einstellungen über 100hz kann bei reinen Satelliten helfen den Oberbass zu verstärken und Frequenzsenken zu eliminieren. Der Preis wird die Ortbarkeit des Subwoofer sein.

Phase und Raumanpassung würde ich als letztes einstellen. Bei der Raumanpassung bleibt der eigene Geschmack als Kriterium übrig. "Wide" und "Narrow" haben sich beide für mich als zu "schwach" ausgeprägt dargestellt. Das kann in anderen Räumen natürlich ganz anders aussehen.

Für den AS125 haben sich in meinem Hörzimmer folgende Einstellungen ergeben. Am Verstärker wurden keine zusätzlichen Einstellungen unternommen.

MUSIK
Trennfrequenz > 55hz
"Volume" > -5db bis 0db (je nach Musikrichtung)
Phase > 0°
Raumanpassung > "Wide"

HEIMKINO
Trennfrequenz > 80hz
"Volume" > +6db bis 0db
Phase > 0°
Raumanpassung > "Wide"


Klang

Auch hier ein kleines Kapitel - wenn auch nicht gar so umfangreiches Statement, wie im Test zur GLE490 - zum Klang des AS125. Das Frequenzband eines Subwoofers ist begrenzt. Von Klangfarben und einem gewissen "Klangcharakter" zu sprechen, wäre wohl etwas zu viel der Vorstellung. Allerdings lassen sich deutliche Unterschiede erkennen, wenn einmal mit dem AS125 und einmal ohne, nur mit der GLE490 gehört wird.

Musik

Die GLE490 als tendenziell neutral bis hell abgestimmter Lautsprecher hatte mich im damaligen Test mit ihrem lieblichen Umgang mit Klangedetails, dabei jedoch immer noch mit enormer Reserve im Pegel, überzeugt. Der Bass war wesentlich tiefer, als der der Magnat Monitor 880. Dennoch fehlte bei moderaten Lautstärken (unter 50db) das gewisse Etwas im Tiefbass. Anders bei extremen Lautstärken (95db+), wo der Bass zuerst an seine Grenzen geriet.

Mit dem AS125 bieten sich nun neue Möglichkeiten an. Einer der ersten Songs, mit denen ich getestet habe, war ein Remix von Sebastian Leger -
Kylie Minogue "In my Arms". Der Bass war nochmal eine Spur tiefer, nochmal eine Spur präziser, aber nie dominierend oder hilflos im Raum irrend, solange der Pegel des Sub nicht über "0db" steht. In Kombination mit der hell abgestimmten GLE490 und der elektronisch verzerrten Stimme von Kylie ein echter Genuss. ABER...

Schaut (bzw. hört) man sich mal weiter im Genre (House, Techno, Dance) um, wird man feststellen, dass der AS125 etwas wählerisch ist. Wer Besitzer der "Clubland 2" ist, sollte mal aufmerksam jeden Song durch hören. Vor allem die Songs, wo der Bass sehr trocken und im starken Kontrast zum Hoch- und Mittelton spielt. In Kombination mit der GLE490 wirkte der Bass zu "ploppend" und das Klangbild war nicht mehr homogen. Geholfen hat tatsächlich eine Aufstellung, bei der das "Dröhnen" etwas zunimmt oder eine Reduzierung des Bass-Pegels. Mehr Homogenität, aber weniger Präzision.

Liebhaber von Metal - ganz besonders Melodic und Gothic - sei gesagt, wenn man sich für die GLE490 entscheidet, MUSS man auch den AS125 kaufen. Dieser unglaublich tiefe Drum - selbst bei Pegeln jenseits der 100db - möchte man nicht mehr missen, wenn man ihn einmal gehört hat. Normalerweise schreibe ich nicht so euphorisch, aber dieses mal ist es mir eine Ausnahme wert. Live Konzerte in original Lautstärke (wenn man nicht gerade in der ersten Reihe steht) sind kein Problem. Die Pegelmessung mit einem 30hz Sinuston bei 1 Meter Abstand ergab 115DB für den AS125. Bei Nightwishs "Planet Hell" (Once) in Kombination mit den GLE490 ergab die Messung 120DB auf der Hörposition. Weiter misst das Schallpegelmessgerät nicht. Es versteht sich von selbst, dass Verzerrungen (Bassanteile des Tiefbass' der GLE490 wurden vorher reduziert) kaum bis gar nicht zu hören waren. Bekommt man selten bei den Hifi-Lautsprechern unter 1.000 € zu hören. Dem Verstärker hatte ich zuvor eine zweite Stromversorgung gegönnt. Tatsächlich machte sich der Schutzschalter (diesmal > Test des AVR lesen) nicht bemerkbar.

Heimkino

Im Heimkino Einsatz zeigt der AS125 ein erwartet starkes Bild. Plötzliche Impulse werden präzise und druckvoll wider gegeben ohne irgendwie überfordert zu sein. Die Integration in ein bestehendes System ist kein Problem.

Es empfiehlt sich den Pegel etwas anzuheben. Jedoch sollte man bei der Wahl der Aufstellung darauf achten, dass der Player etwas weiter weg vom AS125 platziert ist. Im Opening von "Sin City" führte eine nahe Aufstellung zu Aussetzern bei meinem DVD-Player. Die Vibrationen waren zu stark, trotz Front-Fire Prinzip.

Anhang anzeigen 153169

Dass der AS125 nicht einfach fetten Bass machen kann, sondern auch in komplexeren Szenen auf den Punkt genau und dabei sehr auflösend spielen kann, beweist die Flucht von "Lilu" (Das fünfte Element) aus dem Labor. Die einsetzende Musik und dann später die vorbei rasenden Fahrzeuge am Sims des Hochhauses werden parallel extrem sauber wider gegeben. Flaues Gefühl in der Magengegend inklusive.

Fazit

Ein echtes Schnäppchen, was man da für noch nicht mal 400 € von Canton in Form des AS125 bekommt. Die technischen Daten sprechen für sich. 310mm Chassis, 200W Digitalendstufe, Grenzfrequenz bei 20hz. Für ein paar Euro mehr gibt es den kleineren AS105.2. Ein Nachfolgemodell des AS125 gibt es leider nicht mehr. Wer braucht da schon das kleinere Modell? Allenfalls die, die sich den immerhin 60cm hohen und 36cm breiten AS125 nirgendwo hin stellen können.

Diverse Schalter und Regler erlauben genaues Einpegeln, dennoch sollte man bei der Wahl des Standortes vorsichtig sein, denn er kann je nach Genre verdammt wählerisch sein. Mein Highlight, die Kippschalter. Allerdings nur an der Rückseite und schwer erreichbar. Fernbedienung, Fehlanzeige (aber dafür gibt es ja die Kippschalter).

Liebhaber von knalliger Discomusik und fetten Beats sollten vorher in den eigenen Räumen Probe hören. Hier wird die eigene Präzision des AS125 zum Verhängnis. Experimentieren ist also angesagt.

Gleichwohl erhalten Fans von Metal einen nahezu perfekten Partner für die GLE490. Ganz nebenbei kann er auch mal lauter. 115DB (1m, 30hz) sind eine Ansage.

Für mich hat sich der Kauf gelohnt.

Vorteile


  • Präzision
  • enormer Tiefgang (Grenzfrequenz 30hz bei 90db, -3db, "Normal" - "Wide" 20hz, -6db bei 90db)
  • Stromverbrauch
  • Anschlussvielfalt
  • Verarbeitung
  • Pegelfest (115db bei 1m, 30hz)
  • geeignet für Metal und Artverwandtes, sowie Pop und Heimkino

Nachteile


  • Aufstellungskritisch
  • in nur zwei Farben erhältlich
  • Auslaufmodell
  • Disco und Artverwandtes, abhängig vom Song
  • nur ein Cinch Eingang
 

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Super Bericht! Kann ich den Subwoofer auch in ein anderes System als die GLE Serie einsetzen oder klingt das dann nicht gut?
 
Super Bericht! Kann ich den Subwoofer auch in ein anderes System als die GLE Serie einsetzen oder klingt das dann nicht gut?

Sicherlich geht das. Kommt das System vom gleichen Hersteller, kann man sich relativ sicher sein, dass das System von Haus aus schon abgestimmt ist.

Kommt am Ende auf die Raumverhältnisse an. Mit Satelliten Systemen würde ich ihn aber nicht zusammen spielen lassen. Wenn dann als Unterstützung für ausgewachsene Standlautsprecher mit entsprechend tief gewählter Trennfrequenz.
 
Mal nochmal ne Frage: Du schreibst ja am Receiver die Stromversorgung modifiziert zu haben, was genau hast du denn gemacht?
 
Mal nochmal ne Frage: Du schreibst ja am Receiver die Stromversorgung modifiziert zu haben, was genau hast du denn gemacht?

Gut, dass du das fragst. Mir ist letztens erst aufgefallen, dass der 5090D hinten zwei geschaltete Netzbuchsen hat (Ausgang). Soweit so gut. Aber darunter befindet sich noch ein weiterer Schuko Anschluss (Kaltgeräte). Auf der Website ist davon nix zu sehen. Hat mich selbst etwas stutzig gemacht.

EDIT

Gerade mit meinem Onkel telefoniert. Er hatte natürlich keine Ahnung wovon ich rede. Er kaufte den AVR im Dezember 2004. Interessanter weise zwei, drei Monate bevor überhaupt Testberichte über den AVR veröffentlicht wurden. Evtl. eine erste kleine Charge, die im Handel erschienen ist?
 
Zuletzt bearbeitet:
An den Fachmann: ich habe noch einen alten Subwoofer, mit nem recht kleinen Speaker und einer Reflexröhre zur Seite, der Richtung Boden geht. Ist das von Vorteil oder von Nachteil. Mir wurde mal erzählt, der Bass verteile sich so besser, zumindest auf Nicht-Teppich-Böden. Nun soll das System bald ersetzt werden, nur womit???
 
An den Fachmann: ich habe noch einen alten Subwoofer, mit nem recht kleinen Speaker und einer Reflexröhre zur Seite, der Richtung Boden geht. Ist das von Vorteil oder von Nachteil. Mir wurde mal erzählt, der Bass verteile sich so besser, zumindest auf Nicht-Teppich-Böden. Nun soll das System bald ersetzt werden, nur womit???

Du meinst das Down-Fire-Prinzip. Kannst du vielleicht ein paar Bilder anbieten. So von Außen ist das schwer beurteilen was passt.

Allgemein ist Downfire eher für Holzböden geeignet und Zimmer ohne Zwischendecke. Der Nachteil ist, dass deine Nachbarschaft (Mietshaus?) darunter mehr leidet, weil die Vibrationen stärker an Wänden und Böden sind.
 
Ich stelle die Frage einfach mal direkt an dich und nicht in meinem Thread: Würde sich bei mir eher ein kleineres Modell wie der AS 85 lohnen? Der 125 ist nämlich schon ziemlich groß:)
 
Sinn und Zweck der "größeren" Größe ist zum Einen der Tiefgang (Volumen) und zum Anderen der gesteigerte Pegel (Treiber), der möglich ist.

Der AS85 ist mit das kleinste Modell, das man bei Canton kaufen kann. Ist soweit vergleichbar mit dem Sub des Theater 1. Eine Verbesserung wäre, wenn man nur anhand von Größe und Treiber vergleicht nur marginal. Vermutlich wird der Canton bei Musik präziser spielen, dafür aber bei Heimkino dem Theater 1 Sub hinten dran stehen.

Der AS125 geht also 1. tiefer und 2. lauter.

Was man aber machen könnte, wären zwei AS85 zu kaufen. Bei kleinen Räumen unter 20m² könnte das vorteilhaft sein. Beachtet man, dass Sinuswellen unter 30hz über 10m lang sind, sowie den Druckkammereffekt, der bei kleinen Räumen dazu kommt, wäre eine Kombination aus zwei AS85 durchaus eine Überlegung wert. Das müsste man aber testen. Ganz nebenbei werden auch Raummoden angeglichen.

Solltest du aber nur einen AS85 kaufen wollen, wäre der (Klang-)Sprung vom Theater 1 Sub eher gering. Das Geld würde ich mir sparen. Kaufst du aber zwei AS85, könnte sich eine deutliche Verbesserung einstellen, vielleicht sogar besser als ein AS125. Das muss aber unbedingt probegehört werden und kann so nicht abschließend beurteilt werden. Wenn zwei Subs, würde ich aber wohl eher zum AS105 greifen. 22er Treiber sind nicht so das Wahre. Das ist aber am Ende eine Kostenfrage.
 
Also für 2 Subs habe ich warscheinlich nicht genug Platz. Ich denke, dass ich doch den 125 nehme. Aber mal so nebenbei. Der AS 85 kostet ca. 250€ bei Amazon. Ich hätte jetzt gedacht, dass der deutlich besser ist als der Subwoofer des Theater 1.
 
Definiere besser. Wenn man mal auf die Rückseite beider Subwoofer schaut, wird man beim Canton gleich mal das vierfache an Anschlüssen finden. Das kostet natürlich extra.

Dann haben wir die Technik, die hinter dem Holz steckt. Canton setzt sicherlich hochwertigere Technik ein, als Teufel. Hören wird man das nicht. Allerdings kann man davon ausgehen, dass der Sub gleich viermal länger hält. Das kostet auch nochmal extra.

Der Rest geht für die gesteigerte Präzision drauf. So einfach ist die Rechnung.
 
Sehr schöner Test, der gefällt mir sehr gut. Ich brauche einen Sub. Leider habe ich kein Geld mehr für einen Sub habe mir erst Gestern ein neues Fahrrad gekauft:lol:
 
Das wird nen Spaß, das Ding durch die Gegend zu wuchten, mache ich bestimmt nicht alleine. Aber ich erwarte mir auch einen entsprechenden Klang und eine Wucht von dem über 30KG Kolloss:)
 
Den Karton solltest du zu zweit heben. Ich habe es alleine gemacht und bitter bezahlen müssen. Lustig war dann auch noch das zerkleinern von dem Ding. Mein Cuttermesser hat da fast seinen Meister gefunden. Absolut stabil das Ding.
 
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