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    Extreme-Test [Review] Kompaktlautsprecher 100 € Klasse







    Behringer MS 40
    Heco Victa 300
    Magnat Monitor Supreme 200




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    Als Information vorab. Das Inhaltsverzeichnis ist interaktiv. Das bedeutet, dass ihr mit einem Klick auf das jeweilige Kapitel direkt dorthin gelangt. Am Ende jedes Kapitels befindet sich wiederum ein Link, der euch wieder zurück zum Inhaltsverzeichnis führt.

    Ebenfalls beachten solltet ihr, dass die Fotos (Thumbnails) mit einem Klick vergrößert werden können. So habt ihr für eine angenehme Leseübersicht eine optimale Übersicht und gleichzeitig die Möglichkeit detailliert alles zu begutachten. In meinem Profil und im dortigen Fotoalbum (LINK) könnt ihr noch weitere, hier im Thread nicht aufgeführte, Fotos ansehen. Ein Besuch lohnt sich!


    Einleitung

    Testsystem und Testmethodik

    Hörraum

    Dynamic Range Meter und Clipping Analyzer

    Technische Angaben und Produktinformationen

    Kandidatenübersicht mit Klangbewertung





    Film und Heimkino

    PC- und Konsolengames

    Fazit


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    Betrachtet man sich den Markt für Hifi-Lautsprecher mal genauer, wird man ab einem gehobenen Budget mit einer gigantischen Auswahl nahezu erschlagen. Viel überraschender wird es, wenn man mal einen Blick in die Minimal-Budget-Klasse um 100 € wirft. Nur noch wenige Marken tummeln sich in diesem Preisbereich und werben für die Gunst der Käufer. Nicht selten hat das Image-Gründe. Bauen Hersteller Lautsprecher zu günstigen Preise werden schnell Stimmen laut, dass solche Klang-Monitore für ernsthaftes Hifi nicht zu gebrauchen sind. In einem zweiten Schritt werden dann nach und nach auch die Hochpreis-Modelle diffamiert. In Zeiten eines anonymen Internets leider eine immer häufiger anzutreffende Meinungskultur.

    Geht Image wirklich vor Klang? Ohne eine abschließende Antwort auf die Frage zu finden, wird man darauf wohl kaum Rücksicht nehmen können, wenn das eigene Budget zu knapp für egozentrisches Gedankengut ist. Umso leichter macht es sich vorurteilsfrei mal genauer im Web um zuschauen und einen Vergleich zu wagen zwischen Budget-Lautsprechern untereinander und den ersten Einsteiger-hifi-Lautsprechern - beginnend ab 500 € aufwärts.

    Schnell wird man mangels klassischen Kompaktlautsprechern auf eine neue (zumindest für den Mainstream-Consumer) Lautsprecher-Art aufmerksam gemacht. Diverse Foren verweisen immer wieder auf (semi-)professionelle Studiomonitore, die besonders im Nahfeld zu echten Spitzenleistungen fähig sein sollen. Dank der aktiven Bauweise (kein separater Verstärker wird benötigt) sind diese ähnlich schnell und unkompliziert aufgebaut wie typische 2.1 Sub-Sat-Systeme. Grund genug, um diesen Umstand näher nachzugehen.

    An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Beteiligten, die bereits im Planungsthread zum Test mit geholfen haben, Bewertungskriterien und natürlich Testkandidaten zu finden, herzlich bedanken.

    Trotz des knappen Budget von 100 - 150 € konnte ich eine heterogenes Testfeld arrangieren. Zum Test treten an, zwei Kompaktlautsprecher von namhaften Herstellern von Hifi-Lautsprechern, die Heco Victa 300 und die Magnat Monitor Supreme 200, sowie als Repräsentant eines Herstellers für professionelles Studio-Equipment die Behringer Monitor Speaker MS40.

    Da dieser Test von Anfang an, nicht als einmalige Aktion gedacht war, wird es in regelmäßigen Abständen Updates mit neuen Lautsprechern geben. Sicher gilt bereits jetzt, dass als nächstes ein 2.1-Sub-Sat-System den Weg in den Tatparcours finden wird. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Testexemplare von mir persönlich gekauft wurden. Ein etwaiger externer Einfluss auf die Bewertung existiert nicht. Alle Ergebnisse sind soweit mir möglich ohne Beeinflussung oder Vorurteile entstanden. Eine Tatsache auf die ich und scheinbar viele Leser großen Wert legen.

    Unabhängig von den angedachten Einsatzgebieten, werde ich ausschließlich den Klangeindruck bewerten und am Ende in die Gesamtpunktzahl mit einfließen lassen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Musik. Film und Games werden in eigenen Kapiteln behandelt mit einem eigenen Bewertungssystem.
    Im Fließtext werde ich aber zahlreiche Eigenschaften und Kritikpunkte außerhalb der Klangbewertung beschreiben. Das Lesen lohnt sich!

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    Neben den ausführlichen Höreindrücken, die im Fließtext beschrieben sind, gibt es noch ein, auf Zahlen basiertes, Bewertungssystem, dass sich aus verschiedenen Teilbereichen des Hörspektrums zusammensetzt. Die einzelnen Kriterien sind alle einfach gewichtet. Damit jeder versteht was unter den Begriffen verstanden wird, ein paar erklärende Beispielfragen, die beim anhören beantwortet werden müssen.


    • Neutralität
      • Wirken Stimmen schlank, belegt, verschnupft oder gar verzerrt?
      • Klingen klassische Instrumente wie in echt?
      • Ist die Stimmung gut eingefangen?
      • Statt ausgewogenen Klang, mehr Hall oder eher trocken?

    • Detailtreue
      • Sind Abstufungen im Klangrhythmus erkennbar?
      • Ist die Reproduktion eher analytisch oder diffus?
      • Sind Abstufungen der Stimmvariation (deutlich) erkennbar?
      • Betonung einzelner Bestandteile?

    • Raumabbildung
      • Ortbarkeit von Instrumenten, Stimmen und Effekten zwischen und neben den Lautsprechern?
      • Sweet-Spot getroffen, Phantomquelle vorhanden?
      • Klebt der Klang an den Lautsprechern oder doch plastische Darstellung?
      • Wie weit wirkt der Raum außerhalb des Stereodreiecks?

    • Maximalpegel
      • Wann begrenzen Hochtöner oder Basstreiber?
      • Bleibt die Raumabbildung erhalten?
      • Maximaler Schalldruck?
      • Gehen Details und Stimmen unter?

    • Basstiefe
      • Wie tief reicht der Bass?
      • Wie deutlich ist dieser wahr zu nehmen?
      • Infraschallanteil spürbar (<20hz)?
      • Bei welcher Lautstärke wird diese optimal erreicht?

    • Bassqualität
      • Impulsschnell oder träge?
      • Aufgebläht oder dünn?
      • Fügt sich dieser in das Gesamtbild ein, dominierend oder zurückhaltend?
      • Kickbass (60-150hz) und Tiefbass (<60hz) sauber reproduzierend?



    Auf Basis eines Referenz-Lautsprechers der 500 € Klasse (Canton GLE 490) ermittle ich in einem dynamischen Bewertungssystem eine Gesamtpunktzahl, die am Ende den Testsieger markieren wird. Die Gesamtpunktzahl ergibt sich aus dem Addieren aller Bewertungskriterien. Am Ende des Tests ist eine übersichtlich Tabelle, die auch grafisch die einzelnen Ergebnisse darstellt. Die Punktzahlen werden für spätere Tests vergleichbar sein. Die Punktzahlen für die einzelnen Kategorien (Musik, Film, Games) sind untereinander allerdings nicht vergleichbar. Eine maximal erreichbare Punktzahl gibt es nicht.

    Nach dem mehrstündigen Einspielen jedes Lautsprechers wird ein Vergleich anhand ausgewählter Musikstücke durchgeführt. Im Kapitel "
    Dynamic Range Meter und Clipping Analyzer" [LINK] sind die jeweiligen technischen Merkmale der Musikstücke grafisch dargestellt.

    Das Testequipment besteht aus folgenden Komponenten.

    Referenz Lautsprecher

    • Canton GLE 490 (Listenpreis 800 €, Straßenpreis 500 €, Tendenz fallend)
    • Canton AS 125 Subwoofer (Listenpreis 920 €, Straßenpreis 400 €)

    CD-Player

    • Denon DCD-710AE (Listenpreis 400 €)


    AVR/Verstärker

    • Denon AVR 3806 (Listenpreis 1.400 €)


    Soundkarte PC


    • ASUS Xonar DX (Listenpreis 60 €)


    DVD-Player


    • Samsung DVD-HD860 (Listenpreis 120 €)


    Verkabelung


    • Lautsprecherkabel (Magnat/Heco/Canton) Nubert NuCable Silverline 4,0mm² (In-Akustik) + Bananenstecker
    • CD-Player zu AVR digital optisch
    • CD-Player zu Behringer MS40 digital optisch oder analog Cinch
    • Soundkarte PC zu AVR digital koaxial
    • DVD-Player zu AVR digital koaxial
    • TV zu AVR analog Cinch
    • Subwoofer zu AVR analog Cinch-Mono




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    Der 18m² große Hörraum ist praxisnah mit Möbeln eingerichtet. Die L-Form des Raumes wirkt sich nicht negativ auf das Klangbild aus. Die nachfolgende Zeichnung illustriert Aufstellung und Hörposition.

    Das "H" steht für die Hörposition des Zuhörers. Rechts und links von diesem steigen die Raummoden (stehende Wellen im Raum) beträchtlich an. Es kommt zu massiven Dröhnen im Bass. Das gleiche gilt für einen größeren Hörabstand als drei Meter, auf Grund der Wandnähe. Der Zuhörer würde sich in einem Wellenmaximum befinden.

    Alle Lautsprecher werden am Kopf des Raumes auf dem TV-Rack aufgestellt. Jenes hat eine Länge von 1,50 Meter. Die Hörpostion ist variierbar und kann bis zu 2,50 Meter vom TV-Rack (2,65 Meter bis zum linken/rechten Lautsprecher) entfernt sein. Die Rückwand ist 0,75 Meter von den Lautsprechern entfernt. Dies entspricht eine freien Aufstellung, Bei Bedarf kann diese bis zu 0,20 Meter reduziert werden. Dies entspräche einer wandnahen Aufstellung mit der Folge eines fetteren, aber auch für Dröhnen anfälligen Bass'.

    Die Hörhöhe ist typischerweise auf Kopfhöhe des Zuhörers, im optimalen Fall auf Höhe des Hochtöners. Je nach Höhe des Lautsprechers schwankt dies um den Bereich von ca. 90cm vom Boden aus. Details zur optimalen Aufstellung sind im jeweiligen Kapitel der Lautsprecher zu finden.

    Teppichboden und Einrichtung sorgen für einen trockenen Raum. Dies hat insbesondere eine Reduzierung von Hall, aber auch Hochtonanteilen als Folge. Das Bassfundament könnte zu präsent und vordergründig wirken. Als Gegenentwurf wird meine Küche (ohne Abbildung) herangezogen (Fließen wenig Möbel, Hall bei normalen Gesprächen).

    Höreindrücke werden bei allen Medienarten (Musik, Heimkino, PC-Games) vom TV-Rack aus gezogen. Zur Illustration der Eignung der Lautsprecher für eine Aufstellung auf dem Schreibtisch nutze ich einen (kleinen) Schreibtisch, wie er typischerweise bei Platzmangel vorkommen kann. Insbesondere tiefe, aber auch zu breite Lautsprecher werden darauf keinen idealen Stand haben. Der Hörabstand beträgt 80 cm.
    Fotos, die eine Schreibtisch Aufstellung zeigen, sollen verdeutlichen in wie weit die Lautsprecher auch auf kleinen Schreibtischen eine gute Figur machen. Um die Größenverhältnisse halbwegs einschätzen zu können hilft es evtl. den Monitor (24" Dell Ultrasharp U2410) in Bezug zu setzen.

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    Um möglichst transparente und nachstellbare Ergebnisse zu gewährleisten, sind nachfolgend alle für die Höreindrücke verwendeten Songs aufgelistet. Besonderes Augenmerk möchte ich auf zwei Programme lenken, die einerseits einen schnellen (Dynamic Range Meter) bzw. ausführlichen (Clipping Analyzer) Überblick über die technischen Eigenschaften eines Songs aufzeigen.

    Insbesondere der in den letzten Jahren zunehmende "Loudness War" hat maßgeblich zur produktionstechnischen, als auch klangtechnischen Verschlechterung von digitalen (Re-)Master-Scheiben geführt. Wie äußert sich das?

    Ein immer wieder (leider) zitiertes Beispiel sind die Alben der Heavy-Metal-Band Metallica. Neue Alben wie St.Anger und Death Magnetic leiden unter einem geringen Dynamikumfang. Das bedeutet, dass sich jeder Ton gleich laut anhört. Variationen in der Musik oder in Stimmen gibt es nicht. Der geringe Dynamikumfang resultiert aus der bis zum technischen Limit (und darüber hinaus) erhöhte Grundlautstärke auf der CD bzw. in einer MP3-File.

    Fraglich ist nun, wie es möglich ist über das technische Limit hinaus zu gehen. Es ist nicht möglich. Theoretisch äußert sich das in einer abgeschnitten Spitze einer Sinuswelle. Dies ist im Grunde ein kurzer Aussetzer in der Musik. Praktisch kann man das an kurzen Verzerrungen, Kratzen bzw. Klirr wahrnehmen, der bei jeder eingestellten Lautstärke am Verstärker auftritt. Es handelt sich also um einen technischen Makel, der irreversibel ist und umso deutlicher wird, je besser die Reproduktionsmöglichkeiten der Hifi-Kette sind.

    Beide Programme sind unter bestimmten Voraussetzungen direkt beim Entwickler erhältlich. Nachfolgend die Links:

    Clipping-Analyzer > www.ber-sd.com

    Die Installation ist etwas heikel, weswegen ich einfach auf die Erklärung auf der Webseite verweise. Zudem wird unbedingt MS Excel vorausgesetzt. Interessant sind vor allem die Anzahl des Vorkommens von Clipping, sowie die ersten beiden Diagramme. Wirken Sinus-Spitzen abgeschnitten, liegt Clipping vor. Der Entwickler gibt einen optimal RMS Wert ab -15db an und weißt deutlich auf bestimmte evtl. vorkommende Messfehler hin, wenn ein MP3 Format ausgemessen wird. Die angezeigte Anzahl des Vorkommens von Clipping sollte unter einem dreistelligen Bereich mit Vorsicht betrachtet werden. Erst ab einem dreistelligen Bereich kann man von definitiv vorhandenem Clipping sprechen.

    Dynamic Range Meter > DYNAMIC RANGE | pleasurize music!

    Hier gestaltet sich die Installation einfach. Installieren, starten, fertig. Mit der aktuellen Version (1.4a) ist es möglich ganze Ordner mit einem Klick analysieren zu lassen. Auf Wunsch sogar automatisch als readme übersichtlich abspeicherbar. Das Tool zeigt dabei in einer konsolidierten Zahl, wie hoch die (technische) Dynamik-Rate des Songs ist. Zahlen von über 12 sprechen von einer hohen Dynamik. Zahlen unter 6 sind dabei fast immer ein Indiz für Clipping und miserable Dynamik.

    Verwendete Songs

    Schema: Songname - Album/Interpret - Titelnummer

    Break my World - Global Underground 2010 (Sultan Nubreed Edit) - Titel 10

    • Neutralität
    • Stimmvariation



    Ein Song, der mehr das Genre des Elektronik-Trance bedient. Trotz der verhältnismäßig geringen Dynamik ist der Song technisch einwandfrei. Am Verlaufsdiagramm lässt sich erkennen, dass eine Anpassung der Grundlautstärke stattgefunden hat. Dauerhaft präsent ist die weibliche Stimme, die relativ dunkel und einen kleinen Tatsch rauchiges an sich hat. Wichtig sind hier die transparente Wiedergabe einzelner Stimmvariationen, erkennbar an dem gesungen "Break my Word". Insbesondere das "Word" wird flatternd ausklingend gesungen (ab 2:30 Minuten), wie auch die meisten anderen letzten Wörter einer Strophe. Die Stimme darf nicht zu hell und künstlich klingen.

    Satur8 - Global Undergrond 2010 (D-Ramirez) - Titel 29

    • Detailtreue
    • Bassqualität
    • Maximallautstärke



    Erhöhtes Clipping, was aber beim hören kaum auffällt. Der Song selbst lebt von einem fetten Synthy-Beat. Die ersten 45 Sekunden ist insbesondere der Hochtöner gefragt. Viele Synthy-Effekte müssen parallel abgespielt werden. Hier ist auf eine saubere Reproduktion zu achten. Ab 45 Sekunden beginnt der im Grunde bis zum Ende spielende Beat. Nicht besonders tief, dafür sehr präsent, muss dieser sich in das Gesamtbild einfügen. Die mit an ein Keyboard erinnernden Einspielungen müssen dem Bass entgegentreten können. Bei Maximallautstärke müssen Bass, Keyboard-Einspielungen und Hochton-Klackern verzerrungsfrei wiedergegeben werden können. Achtet auf die Kompression im Hochton.

    Lone Trooper - C&C Soundtracks Tiberian Sun (Westwood) - Titel 3

    • Präzision
    • Dynamik
    • Räumlichkeit



    Ein technisches Meisterstück mit enormer Dynamik. Die plötzlichen Hochton-Effekte (ab 43 Sek. danach stetig vorkommend) müssen absolut präzise kommen und räumlich weit ausklingen. Die Kanalwechsel müssen exakt nachvollziehbar sein. Die Räumlichkeit entsteht durch einen weichen Mittelton-Synthy-Effekt (ab 1:00 Minuten ) je weiter der subjektiv von den LS entfernt ist, desto besser.

    The Prophet's Ascension - EA Soundtracks (Tiberian Twilight) - Titel 12

    • Basstiefe und -qualität
    • Klassikinstrumente
    • Neutralität
    • Dynamik
    • Räumlichkeit



    Das gesamte Album hat einen großen Anteil an Klassikinstrumenten. Das Intro des Songs besteht aus Chor-Gesang. Achtet auf den Raum, in dem der Chor singt. Es muss sich nach einer großen Halle anhören und entsprechend den Raum ausfüllen. Ab 1:13 beginnt das erste Streichinstrument. Logisch, es muss sich anhören, wie in echt. Später in Stück (ab 5:42 bis 7:07 und 8:10 bis 9:30) spielen viele Instrumente gleichzeitig. Eine Differenzierung muss nach wie vor möglich sein. Violinen dürfen sich nicht zu spitz anhören, der immer wieder zu hörende Chor muss hörbar sein. Kontrabässe und Trommeln müssen sehr tief spielen, aber nicht dominieren. Es darf nicht dröhnen. Praktisch ist dies nur mit einem Subwoofer oder sehr tief spielenden LS naturgetreu reproduzierbar.

    Bot - For Lack of a better name (Deadmau5) - Titel 5

    • Bassqualität
    • Maximallautstärke
    • Detailtreue



    Fetter Bass, eine Menge Klackern, Minimal-Techno vom Feinsten. Hier gilt es impulsschnelle Bassschläge inkl. Hochton-Klackern bis hin zur Party-Lautstärke zu spielen. Hier merkt man schnell, wann welcher Treiber limitiert.

    Cry when you get older - Body Talk Pt. 1 (Robyn) - Titel 4

    • Basstiefe
    • Clipping
    • Subjektive Dynamik



    Technisch wohl das Paradebeispiel wie es nicht gemacht werden soll. Keine Dynamik, eine Menge Clipping. Hier gilt es zu prüfen in wie weit ein Lautsprecher Clipping verbergen kann oder es gnadenlos offensichtlich macht. Im Gegenzug sollten die subjektiven Dynamikreserven des Lautsprechers ausgelotet werden. Kann jener trotz mangelhaften Quellenmaterial zumindest etwas Dynamik aus dem Nichts zaubern? Nebenbei kann man sich auf die Variationen (tief <> weniger tief) im Bass konzentrieren und feststellen, wie tief der Lautsprecher wirklich geht und wie deutlich das zu unterscheiden ist von weniger tieferen Bass.

    Bless the Child - Century Cild (Nightwish) - Titel 1

    • Maximallautstärke
    • Stimmverständlichkeit
    • Detailtreue bei geringer Dynamik



    Die Kombination Frauenstimme und Gitarren-Riffs beherrscht Nightwish seither und hat das Melodic-Metal Genre erst so richtig salonfähig gemacht. Die niedrige Grunddynamik bedeutet oftmals einen regelrechten Untergang der (in diesem Album) tief gesungen Opern-Stimme von Tarja. Das gleiche gilt für Einspielungen des Chors (Intro). Wer Nightwish schon mal Live erlebt hat, möchte das evtl. zu Hause nachstellen. E-Gitarren dürfen nicht zu dominierend wirken und die Stimme unterdrücken. Der Drummer muss auch bei hohen Lautstärken Taktbestimmend bleiben.

    Nothing Else Matters- Metallica (Metallica) - Titel 8

    • Dynamik
    • Präzision
    • Neutralität
    • Bassqualität



    Ein Klassiker damals wie heute in beeindruckender Klangqualität. Es gilt die Gitarre, sowie Stimmen absolut neutral wiederzugeben. Das Zupfen muss präzise sein, ebenso wie der Drum. Hier gilt Dröhngefahr auszuloten, wenn der Drum zu lange andauert und nachschwingt.

    Enter Sandman - Metallica (Metallica) - Titel 1

    • Maximallautstärke
    • Präzision



    Das schnellen Spielen bedeutet Schwerstarbeit für die Auflösung einzelner Bestandteile des Songs. Das Wechselspiel Drummer und Gitarre muss präzise kommen. Wenn der Frontmann einsetzt (ab 1:14) darf dieser nicht an Volumen verlieren und muss auch noch bei original Lautstärke präsent sein bzw. nicht ins grelle metallische abdriften. Besonders gute Differenzierung notwendig während dem Gebet (relativ leise Stimmen in Kombination mit sehr fett wirkenden Drum ab 3:20 bis 3:44)

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    Die nachfolgende Kapitel sind jeweils in die für jeden Lautsprecher separate Unterkategorien "Allgemeines", "Verarbeitung, Anschlüsse und Haptik", "Aufstellung und Praxisprobleme", "Innereien" und "Klangbewertung" unterteilt. Besonders im Bereich Klangbewertung wird immer wieder Bezug zu anderen im Test befindlichen Lautsprechern genommen. Ihr solltet also für einen umfassenden Eindruck alle Kapitel Klangbewertungen lesen.

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    Allgemeines

    Als Repräsentant, der oftmals als Geheimtipp gehandelten Studiomonitore, ist die Behringer MS 40 im Test vertreten. Der hauptsächlich für professionelles Audio-Equipment bekannte Hersteller aus Willich bietet für ca. 110 € eine attraktive Alternative zum grauen Mainstream, bestehend aus Hifi-Monitoren und 2.1 Sub-Sat-Systemen, an. Irritierend könnte nun für manchen sein, dass Behringer selbst die MS 40, sowie die kleineren Geschwister MS20 und MS16 nicht als "Studio Monitore" anbietet, sondern als "Multimedia Lautsprecher". Schnell könnte nun der Gedanke an den Tag kommen, dass die vollständig in China hergestellten Lautsprecher, nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. So macht Behringer auf der Rückseite beider Lautsprecher auch deutlich klar, wo die Wurzeln der MS 40 sind. Entwickelt in Deutschland, gebaut in China. Scheinbar eine Notwendigkeit, um mit knapp kalkulierten Preisen in Konkurrenz treten zu können.

    Die Ankunft der MS 40 fällt ähnlich unspektakulär aus, wie bei den anderen Lautsprechern. Solider Karton ohne nennen(hoch-)wertes Zubehör. Die Lautsprecher verpackt in einfacher Plastikfolie (wie bei Magnat). Entgegen der mehrsprachigen Betriebsanleitung wird kein Verbindungskabel zum linken Lautsprecher mitgeliefert, nur das Stromkabel. Vor dem Kauf sollte auf Vorhandensein entsprechender Kabel geprüft werden. Für Fans interessant: der Behringer Aufkleber und der farbige Produktkatalog.

    In der Betriebsanleitung erfährt man, wie die einjährige Garantie in Anspruch genommen werden kann. Gebrauchtkäufer sollten beachten, dass die Garantie nur für den Erstkäufer (Kunde des Vertragshändlers) bzw. den registrierten Nutzer auf der Behringer-Webseite gilt.



    Verarbeitung, Anschlüsse und Haptik

    Bereits beim Auspacken sollte man besonders vorsichtig mit seinen Händen sein. Die MS 40 hat keine Frontbespannung und die Chassis' sind jederzeit frei sichtbar und erreichbar. Wie in dieser Preisklasse üblich bei aktiven Lautsprechersystemen, sitzt die gesamte Verstärkertechnik in einem Lautsprecher (rechts). Von dort aus, muss ein (nicht im Lieferumfang enthaltenes) Mono-Cinch-Kabel zum passiven linken Lautsprecher verlegt werden. Mit dem Blick auf die Rückseite der MS 40 wird auch klar, warum Behringer die MS 40 als "Multimedia Lautsprecher" anpreist.



    Zwei digitale (1x koaxial, 1x optisch), zwei analoge (1x Cinch Stereo, 1x Klinke 3,5mm) Anschlüsse (nicht vergoldet), als auch der an der Front durch einen Plastikstopfen verborgene Kopfhöreranschluss (5,25 mm) lassen keine Wünsche offen. Mit dem Schalter zwischen den digitalen Anschlüssen kann die jeweilige digitale Signalquelle gewählt werden.

    Die Vorderseite der (rechten) MS 40 macht einen nicht weniger imposanten Eindruck. Separater Regler für Bass, Höhen (Treble) und Lautstärke. Hierfür sogar jeweils einen für digitale Signale und einen für analoge Signale, die bei Bedarf auch gleichzeitig wiedergegeben werden können. Die Drehregler haben einen angenehmen Drehpunkt. Bass- und Treble-Regler rasten auf der 12 Uhr Stellung ein. Weniger gut ist das seitliche Spiel der Regler bei seitlichem Zug. Zu viel Kraft und es könnte sein, dass man Einzelteile in der Hand hat. Die (rote) Kontrolleuchte leuchtet dauerhaft im Betrieb.



    Die Verarbeitung ist solide, doch wirkt das Gesamtbild rustikal mit den beiden nach vorne gerichteten Bass-Reflex-Löchern und so mancher Schraube an der Front und am Heck, die nicht ganz gerade geschraubt wurde. Die Folie an der Seitenwand beider Lautsprecher ist jedenfalls sauberer verklebt, als bei Heco und Magnat. Die einzige Farbausführung ist schwarz. Im Kontrast dazu steht das weiße 120 mm große Kunststoff Mittel-/Tiefton-Chassis. Ästhetiker werden sich an den bläulichen Flecken der Membran stören, die aber nicht selten durch erhöhte Wärme von Drähten hinter der Membran entstehen. Klanglich macht das jedenfalls nichts aus. Die Plastikapplikationen wirken beim Anfassen etwas hochwertiger als bei der Magnat, die Spaltmaße stimmen.



    Problematisch könnten dagegen die fehlenden (Gummi-)Absorber am Boden der Lautsprecher werden. Die MS 40 steht jederzeit voll auf dem jeweiligen Untergrund. Schreibtische oder Regale könnten also mitschwingen. Für empfindliche Untergründe ist dies ebenfalls bedenklich. Eine Wandmontage scheidet mangels Befestigungsmöglichkeiten aus. Auf glatten Oberflächen gerät die MS 40 bei Kontakt schnell ins Rutschen.



    Aufstellung und Praxisprobleme

    Trotz der offiziellen Klassifizierung der MS40 als Multimedia-Lautsprecher, werden viele Hörer eine Fernbedienung vermissen. Eine Aufstellung im direkten Umfeld des Hörers ist damit fast Pflicht, wenn allzu oft die Lautstärke geregelt werden muss. Behringer wird in der Betriebsanleitung (an mehreren Stellen) nicht Müde den Hörer davon zu überzeugen, dass die MS40 nicht für hohe Lautstärken konzipiert wurde. Ein wohl gemeinter Rat, wie es sich im Hörtest herausstellen wird.

    Ein unvorsichtiger Dreh an den Volume-Drehregler(n) könnte aber eben zu ungewollt hohen Lautstärken führen. Ein interner Lautstärkeausgleich, wie auch ein Limiter existieren nicht. So kann es vorkommen, das bereits eine 9-Uhr Stellung, bei analogen Anschluss per Cinch-Stereo, den Tief-Mitteltöner bei impulsschnellen Bassattacken (elektronische Musik, Hip-Hop, RnB) zum lauten Anschlagen bringt. Dreht man den Bass-Regler über eine 3 Uhr Stellung hinaus, übersteuert der Bass sofort, egal bei welcher Lautstärke. Der integrierte 2x20 Watt Verstärker arbeitet sauber und ohne Clipping. Nur beim Einschalten macht sich ein unangenehmes hohes "Ploppen" bemerkbar. Rauschen ist weder über digital, noch analog vorhanden. Die MS40 benötigt konstant 14,5 Watt.



    Ein homogenes Klangbild hat sich bei folgender Drehregler-Einstellung ergeben: Bass 10 Uhr, Treble 1 Uhr, bei weniger gedämpftem Räumen auch eine 12 Uhr Stellung des Treble-Reglers möglich. Hohe Lautstärken sind mit einer Verringerung des Basspegels möglich, dann aber sehr schlanke, helle Abbildung. Der Tief-Mitteltöner wird immer (sehr früh) als erstes limitieren, hörbar auf Grund des lauten Anschlagens. Im Nahfeld und leisem Hören Bassregler bis 2 Uhr möglich, mit mehr konturen im Grundton, aber topfigen Klangbild.

    Als einzige im Test benötigt die MS 40 eine sehr lange Einspielzeit, mindestens 50 Stunden. Raumabbildung fehlt komplett, verzerrt Grundton stark. Extreme Verbesserung der Räumlichkeit nach 50 Stunden. Grundton besser, aber je nach Belastung des Tief-Mitteltöners weiterhin vorhanden. Störender Makel: Hörbare Pegelunterschiede zwischen dem rechten (lauter) und dem linken (leiser) Lautsprecher, der sich auch nicht nach dem Einspielen verändert. Manuelle Pegeleinstellung der Kanäle per Vorverstärker/Soundkarte unbedingt notwendig.

    Die Aufstellung der MS40 gestaltet sich flexibel, solange Sweet-Spot (Hörplatz) exakt getroffen wird. Optimal, weil sehr weit über das Stereodreieck hinausragende Räumlichkeit, in einem Abstand von ca. 1,50m. Geht auch bis zu 2 Meter, dann aber diffuse Ortung zwischen den Lautsprechern. Darüber hinaus ungeeignet, wegen fehlenden Pegelreserven. Eignet sich für extremes Nahfeld bis 70cm Hörabstand, ohne zu viel an Räumlichkeit zu verlieren. Ortbarkeit und Stereo-Mitte von Instrumenten besser, als bei 1,50m. Lautsprecher leicht einwinkeln, im Nahfeld knapp am Hörer vorbei. Hörebene auf Tief-Mitteltöner, sonst Räumlichkeit eingeschränkt. Hören außerhalb der optimalen Hörposition nicht empfehlenswert, da viel zu schlanke und helle Reproduktion, untergehen von Details und (noch weniger) Grundtondifferenzierung.



    Die Schreibtisch-Aufstellung gestaltet sich ähnlich problematisch, wie bei Heco und Magnat. Die MS40 nimmt zwar weniger Platz weg, wirkt aber dennoch auf kleinen Schreibtischen überpräsent. Mangels Standfüßen unsicherer, weil stoßempfindlicher Stand, sowie Schallwellenübertragung auf Schreibtisch.

    Innereien



    Klangbewertung

    Geduld ist eine Tugend sein, die nicht jeder haben soll. So passiert es manchmal, dass einem ein Lautsprecher ins Haus flattert, der nicht das macht, was man von ihm erwartet hat - zumindest nicht sofort. Die kleinste der drei Kompakten, wie eine Diva führt sie sich auf, ohne auch nur einen Gedanken an die eigene Reputation zu verschwenden. Die erste Chance wird, fast schon arrogant, beim Einspielen verbraten. Mangelware, Einheitsbrei beim Klang. Flache Bühne, matschiger Grundton, ploppender Bass. Man fragt sich als Tester schon, ob man da nicht einen dicken Fehler mit der Auswahl in das Testfeld begangen hat. Zu allem Überfluss plärrt der rechte Lautsprecher lauter als der Linke. Jetzt heißt es warten, vielleicht wird es ja noch besser.

    Und es wurde besser. Nach über zwei Tagen Dauerlauf der erste echte Hörtest, mit Vergleich gegen die Canton GLE490. Unfair, zugegeben - doch fair genug, nach dem Drama der ersten Eindrücke. Das Dynamik-Wunder (Dynamic Range 18) der C&C Soundtracks Tiberian Sun - "Lone Trooper" sollte als zweiter Eindruck dienen. Zuerst die Canton. Bereits im Intro zum Song, so industriell und martialisch das einsame Zupfen der E-Gitarre. Das Bass-Fundament war präzise, tief, etwas zurückhaltend, aber doch charakterbildend. Die ersten Synthesizer Effekte kamen verhaltend, aber absolut Präzise und bis ins Detail herausgearbeitet. Zwischen den Lautsprechern spielte sich die Musik ab, Positionen exakt definiert, keine Ausreißer. Kanalwechsel der wellenartigen Effekte sehr präsent. Ein guter Einstand. Da ist man als Eigentümer zufrieden. Fast schon selbst zufrieden, machte ich die Behringer an.

    Die Pegelunterschiede waren nicht mehr so deutlich, dennoch war ein Anschluss an den AVR, über den die Kanallautstärke geregelt wurde, notwendig. Dem Intro fehlte deutlich das Bassfundament. Der Raumeindruck war überraschend weit, dennoch mangels Fundament nicht wirklich eine Überraschung. Und dann kamen die ersten Synthy-Effekte. Eine Dynamik, selten erlebt, schon gar nicht in dieser Preisklasse. Keiner der restlichen Probanden kam da ran. Die MS40 schleuderte förmlich die Effekte in den Raum und lies sie erst wieder los, als diese den Hörer passierten. Der Raum gewann sichtbar an Höhe und Breite. Trotz des kleineren Zwischenraumes von 1,50 Meter (Canton 2 Meter) wirkte das Echo nochmal breiter im Raum verteilt. Doch nahm es die MS40 nicht so genau mit der Platzierung der Details. Es wirkte diffus, weit ja, aber doch willkürlich. Insbesondere zwischen den Lautsprechern war der Platz eng und es drängte sich alles etwas in die Mitte. Für eine hervorragende Punktzahl in der Raumabbildung (Ortbarkeit + Räumlichkeit) nur zwei Punkte hinter Canton reichte es aber für die Behringer. Die helle Abstimmung führte zu einem artifiziell-unangenehmen Klang. Da war die Canton, wie auch die Heco natürlicher.

    Dreht man den Bass-Regler etwas zurück, entlockt man der MS40 einen sanften, konturierten, aber doch nicht punktpräzisen und nicht selten verzerrenden Bass, insbesondere wenn impulsschnelle Signale wiedergegeben werden müssen. Hin und wieder stolpert die MS40 im Grundton über ihre eigenen Dynamikfähigkeiten. Der Tief-Mitteltöner ist eindeutig dem Hochtöner nicht ebenbürtig. So werden Liebhaber basslastiger und pegelfreudiger Genre von der MS40 schnell enttäuscht sein. Alle Testprobanden sind um ein Vielfaches besser im Tiefton, als die Behringer. Das ist ihre echte Schwäche und kostet ihr am Ende eine bessere Platzierung.

    Wechselt man mit der MS 40 auf das Metal-Genre und hier ganz besonders auf Melodic oder Gothic Metal bleiben Schwächen im Bass weitestgehend unbemerkt. "Bless the Child" vom Nightwish Album Century Child bietet die richtige Mischung aus Chor-Gesang, harten Gitarrenschlägen und einer verzaubernden Opernstimme von Ex-Sängerin Tarja (die mittlerweile auf Solo-Wegen wandelt und dort nicht weniger mit ihrem zweiten Album "What Lies Beneath" begeistert). Trotz der oben ersichtlichen Dynamikschwächen und so manchem (nicht störenden) Clipping ist der Song für die Beurteilung von Details und Feindynamik geeignet.

    So kam es, dass sich jeder der Testteilnehmer auf einen bestimmten Teil des Songs konzentrierte, dafür andere sträflich vernachlässigte. Furios legte die Magnat los, als Schlagzeug und E-Gitarren erstmals begleitet mit dem Sprechgesang von Empuu auftraten. Viel Aha-Effekt, doch schnelle Ernüchterung wenn Tarja die Bühne betrat. Sie wirkte von den Gitarren zurück gedrängt, nicht wirklich präsent, zum Teil langweilig, weil Stimmvariation fehlten. Das machte wiederum die Heco besser, wenngleich Tarja auch hier kaum Chancen gegen die allmächtigen Gitarren hatte. Erst die Behringer und die Canton änderten etwas an dieser Tatsache. So hob die Behringer den gesamten Hintergrund dermaßen in den Höhe, dass auch die Canton nicht daran heran kam. Vor allem am Chor war das zu erkennen, der wenn er auftrat eine dominierende Rolle einnahm, neben der nun wesentlich selbstbewussteren Stimme von Tarja. Wunder vollbringen konnte die Behringer aber nicht. So verlor sie schnell bei gespielten Abschnitten (mal Probeweise den nächsten Song auf dem Album anspielen "End of all Hope") die Kontrolle über Gitarren und Bass-Drum. Die GLE 490 konzentrierte sich mehr auf das Bühnenbild. Zeigte Details nochmals deutlicher auf, begnügte sich mit dem was da war (anders als die Magnat), ohne groß was hinzu zu dichten.




    • Räumliche Abbildung in Breite und Tiefe
    • Ortbarkeit im Nahfeld
    • Detailtreue im Hochton
    • Extrem umfangreiche Anschlussvielfalt (digital und analog)
    • Kein Rauschen
    • Geeignet für Games
    • Geeignet für Rock und dunkel abgemischte Metal-Songs
    • Gute Sprachverständlichkeit
    • Schnell angeschlossen
    • Unkritisch in der Aufstellung




    • Schlanke Abbildung von Männerstimmen
    • Grundton und Bass verzerrt
    • Keine Standfüße, Achtung bei empfindlichen Böden
    • Relativ groß für Schreibtischaufstellung
    • Ungeeignet Elektronik, Pop und Filme
    • Aussehen Geschmackssache
    • Drehregler haben viel Spiel zur Seite
    • Lange Einspielzeit
    • Nicht für laute Pegel geeignet
    • Nur ein Jahr Garantie
    • Keine Verbindungskabel mitgeliefert

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    Allgemeines

    Mit knapp vier Jahren auf dem Markt ist die Heco Victa 300 mittlerweile auf angenehme 100 € Kaufpreis gefallen. Neben der Monitor Supreme 200 ist sie der meist verkaufte Kompaktlautsprecher dieser Preisklasse. Die Victa Serie ist die kleinste Serie von Heco. Die Victa 300 dabei der zweitkleinste Lautsprecher, vor der Victa 200 - einziger Unterschied der deutlich gewachsene Tief-Mitteltöner mit immerhin 17cm. Damit entspricht die Bestückung rein von den Zahlen her, der der Monitor Supreme 200. Wie aber auf den Bildern zu erkennen ist, sind beide Chassis unterschiedlich aufgebaut. Besonders prägnant der Hochtöner der Victa 300 mit verhältnismäßig breiter Sicke.



    Wer sich die beiden Testteilnehmer, Heco und Magnat nach Hause zum Vergleichen kommen lässt, wird nicht schwer staunen, wenn sich Verpackung, Zubehör und Betriebsanleitung bis aufs Detail gleichen. Beide Marken befinden sich mittlerweile unter dem gleichen Dach und einem gemeinsamen Vertrieb aus Pulheim. Zubehör findet man vergeblich. Einzig die mehrsprachige Betriebsanleitung (für alle Lautsprecher der Victa Serie) befindet sich im Karton.



    So erscheint es kurios, dass die Aufstellungstipps für jeden Lautsprecher gleich sind, ja sich sogar in der Anleitung zur Magnat kopiert wieder zu finden sind. Überraschend hingegen der zusätzliche Verpackungsschutz für die Kanten der Victa 300, der bei der Magnat wiederum fehlt. Ein Wort zur Einspielzeit wird nicht verloren. Lobenswert ist die fünf jährige Garantie, die wie bei Behringer nur vom Ersterwerber in Anspruch genommen werden kann. Nahezu selbsterklärend sind die Skizzen zur Erklärung des Anschluss' von Single- bzw- Bi-Wiring.

    Verarbeitung, Anschlüsse und Haptik

    Den größten Materialeinsatz im Testfeld wird man bei der Victa 300 finden. Anstatt Plastikapplikationen echtes Metall und die sich nach hinten verjüngende, geschwungene Gehäusewand lassen glauben, man hätte einen Lautsprecher mit einer Null mehr am Preisschild vor sich stehen. Die Stoffbespannung entspricht der Magnat. Die Rückseite der Victa 300 glänzt nicht weniger beeindruckend. Bi-Wiring-fähige, vergoldete Schraubklemmen, die auch Bananenstecker aufnehmen können und Kabel bis zu 4mm² Umfang, sowie einer vergoldeten Überbrückung falls doch Single-Wiring zum Einsatz kommen soll. Dass Bass-Reflex-Loch erlaubt einen direkten Blick auf die Rückseite des Hochtöners.



    Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Gestattet sich der kritische Hörer mal einen genauen Blick auf die Verarbeitung der Victa 300, kommt dieser schnell wieder auf den Boden der Low-Budget-Tatsachen. Es offenbaren sich echte Mängel, die auch in dieser Preis-Klasse nicht sein dürfen.

    Schaut man von weitem auf die Stoffbespannung und auf das Heco-Logo, bemerkt man, dass das Logo schief an der Bespannung angebracht wurde und zwar so schief, dass es jederzeit offensichtlich ist. Auch auf der anderen Stoffbespannung ist das Logo schief, wenn gleich nicht sofort ersichtlich. Doch damit nicht genug, schaut man mal hinter die Bespannung, wird man deutliche wellenformen an den inneren Kanten entdecken, die von einer unsauberen Fräsarbeit herrühren. Doch es geht noch weiter.

    Fährt man mit dem Daumen über die Kanten des Lautsprechers, fühlt man deutliche "harte" Schnitte. An diesen Stellen ist es ohne weiteres möglich die Folie mit dem Fingernagel hoch zu heben. An einer Stelle (oben links an der Front) war die Folie sogar bereits gelöst (siehe Bild). Auch die Metallapplikationen sind nicht frei von Mängeln. Stellenweise sind schwarze Verschmutzungen (Ruß?) zu erkennen, die auch mit Hilfe eines feuchten Tuches kaum bis gar nicht zu entfernen sind. Zu allem Überfluss lassen sich die Schraubklemmen nur sehr hakelig mit einem lauten Quietschen drehen. Ein Problem, das auch die Magnat hat.



    Es ist schwer ein pauschales Urteil zu fällen. Doch ist es ein Indiz für eine sehr große Fertigungstoleranz bei den Marken Heco und Magnat. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass alle Exemplare mängelfrei sind. Technisch jedenfalls ist alles in Ordnung. Zumindest das wird den Musik-Puristen erfreuen.

    Aufstellung und Praxisprobleme

    Die Victa 300 benötigt als Passiv-Lautsprecher einen Verstärker. Dabei begnügt sich die Victa 300 auch mit leistungsschwächeren Modellen, wenngleich sie nicht ganz an den Wirkungsgrad der GLE490 heran reicht. Bi-Amping bzw. Bi-Wiring ist kein Muss. Die Klangunterschiede sind bestenfalls marginal. Übrig bleibt das Statussymbol. Wenn doch diese Anschlussvariante gewählt wird, sollten die Voraussetzungen beim Verstärker vorhanden sein (Bi-Amping fähig), als auch bei der Verkabelung möglichst gleiche Kabellängen und gleiche Konfektionen verwendet werden. Die Frontbespannung lässt sich nicht so leicht vom Lautsprecher lösen wie bei der Magnat, wirkt sehr hakelig. Ebenso die Schraubklemmen, Bananenstecker sitzen nicht fest.

    Die Einspielzeit ist vergleichsweise gering. Nach nur ein paar Stunden war die Victa 300 voll einsatzbereit. Kennzeichen hierfür sind wir bei der Behringer MS 40 die deutliche bessere Räumlichkeit und der etwas weniger aufgedickte Bass.

    Ihr dunkler und sehr warm abgestimmter Klangcharakter benötigt unbedingt ein exaktes Einwinkeln auf den Hörplatz, ansonsten sind Details im Hochton merklich reduziert und Stimmen verlieren leise Variationen. Nicht geeignet für Hören außerhalb der Hörposition, was sehr Schade ist. Ihr warmer Charakter springt - und bei längerem Hör-Sessions nervt - sie den Hörer nicht so, wie die Canton oder die Behringer. Wenn die Hörposition stimmt, hervorragend für das parallele Lesen eines Buches. Der Hörabstand sollte um die 2 Meter betragen. Im Nahfeld ungeeignet auf Grund der breiigen Wiedergabe. Die tiefe Bauweise verhindert zudem eine Aufstellung auf kleinen Schreibtischen.



    Der schwammige Bass verschlimmert sich bei einer wandnahen Aufstellung. Eine freie Aufstellung sollte gewählt werden, auch in Hinblick auf das nach Hinten gerichtete Bass-Reflex-Loch. Eher für ausgewogene Räume, in trockenen Räumen unbeteiligter Hochton und Tendenz zum Dröhnen im Bass. Auf Ebene des Hochtöners hören. Helle Aufnahmen erhalten ein deutlich wärmer wirkenden Körper (z.B. alle Alben von Amy MacDonald). Clipping wirkt reduziert.

    Bei hohen Lautstärken verliert die Heco ihre gute Raumabbildung. Der Hochton verliert deutlich an Struktur und verzerrt zunehmend hörbar. Sie wirkt zwar noch angenehm, doch merkt man ihr die Anstrengung vor allem im Bass an, welcher auch als erstes aussteigt (Übersteuern). Sehr positiv zu sehen, ist ihr unaufdringlicher Charakter. Auch bei hohen Lautstärken nervt sie nie und das Klangbild kippt nicht ins Nervige.

    Innereien


    Klangbewertung

    Als Vergleichssong hatte ich das mit vielen Klassik-Instrumenten gespickte "The Prophets Ascension" aus dem EA-Soundtracks Album zu Tiberium Twilight ausgewählt. Das sehr lange Stück glänzt im ersten Teil durch einen langsam gesungen Choreinsatz, der den Lautsprechern die Wiedergabe authentischer Raumakustik entlocken muss. Bereits hier stolpert die Heco über ihre gemütlich-behäbige Art Musik zu vermitteln. Sie engt das Klangbild ein, als würde der Chor in einem viel zu engen Tonstudio versuchen gegen die Raumabsorber anzukämpfen. Ein (gewolltes) Echo ist kaum wahrnehmbar. Der Magnat hingegen gelingt es gar nicht, auch nur Ansatzweise einen Raum glaubwürdig darzustellen. Die Stimmen kleben wie Sekundenkleber am Lautsprecher. Sie legt mehr Wert auf Details. Die MS 40 besticht durch einen schlanken aber weiten Raum, der erst wieder kleiner wird, als die ersten Streichinstrumente einsetzen. Ihr gelingt es nicht so richtig die verschiedenen Arten der Instrumente auseinander zu halten. Das macht die Heco besser, wenngleich ihr die Violinen nicht gar so prägnant gelingen wollen.

    Nach acht Minuten geht der Song dann in die Vollen, wenn viele Instrumente laut gleichzeitig spielen braucht es Differenzierungsvermögen. Die Kontrabässe benötigen Volumen und Tiefgang. Keine der Testprobanden gelingt hier wirklich Stimmung aufkommen zu lassen. Entweder fehlen Tiefgang und Authenzität (Behringer), das Tempo wird nicht mitgehalten (Heco) oder es klingt unglaubwürdig (Magnat). Erst die Referenz GLE490 kann mit ihrem Tiefgang zeigen, was in diesem Song drin steckt. Einzig die zurückhaltende Dynamik könnte man ihr ankreiden.

    Es wird schnell klar, dass die Heco es gemütlich mag, nicht zu schnell, nicht zu tief und zu genau will sie es auch nicht nehmen. Eine Genießer, der mehr eine Geschichte erzählen will, als alles haargenau erklären zu wollen. Als nächster Song kam "Pale Horses" von Moby (Remix by Gui Boratto). Der Songtext selbst, gibt nicht viel her und es bleibt viel Raum zum interpretieren. Eine Frau, die am Fenster eines Zugabteils sitzt und nach draußen auf ein weites (vielleicht totes) Land schaut. Evtl. ihr Heimatland, indem sie lange Zeit mit ihrer Familie lebte. Unweigerlich denkt sie an jene und resignierend erkennt sie, dass ihre Familie tot ist.

    Viel Gefühl, viel Melancholie lässt sich in diesem Song wieder finden. Der Remix selbst, mag zwar auf den ersten Blick tanztauglicher für die Disko wirken, doch ist dem nicht so. Im Gegenteil, es wird so manchen Synthi-Effekt nochmal etwas mehr Stimmung aufgebaut. Hier zählt neutrale Wiedergabe ohne Verfälschungen, um die Atmosphäre dem Hörer nahe zu bringen. Genau das gelingt der Heco hervorragend. Ihre dunkle Abstimmung gibt dem Song einen gewissen Nostalgischen Tatsch, als würde man nicht digital von CD hören, sondern von einer uralten Vinyl-Platte. Der Hörer fühlt mit, lässt sich auf die Melancholie ein. Die Magnat, als auch Behringer können in dieser Hinsicht nichts entgegensetzen. Die Magnat macht aus dem Song tatsächlich einen großen Diskoknüller. Es wirkt fast schon grotesk. Erst die Canton markiert den Gegner für die Heco. Sie spielt heller, zeigt nochmal mehr Gefühl und Hingabe.

    Dennoch muss der Heco die Eignung für elektronische Musik abgesprochen werden. Trockene (Synthy-)Bassschläge wollen ihr nicht so recht gelingen. Der Bass ist überfordert beim Ausklingen und er Bass erscheint in Länge gezogen. Der fette, aber dennoch präzise Bass der Magnat lässt die Heco verblassend in der Ecke stehen. Kommen dann noch als Pendant helle und kurze Hochton Synthy-Effekte hinzu (z.B. in Oliver Koletzki's, "Get Wasted"), sieht die Heco endgültig kein Land mehr. Außerhalb der Hörachse verliert sie zudem ihr Differenzierungsvermögen bei leisen Nebeneffekten im Grundton.

    Ein anderes Bild zeigt die Heco wenn Drummer spielen müssen. In Metallicas "Nothing Elde Matters" fügt sich der Bass stimmig in das Gesamtbild ein, ohne dominierend Einfluss auf die Stimmen zu nehmen (ebenfalls gut zu hören in "Enter Sandman" beim Gebet). Hier kann wiederum die Magnat nicht so recht überzeugen. Zu allem Überfluss möchte sie dem Frontmann von Metallica ein Quäken aufdrängen, das dort gar nicht hingehört. Tonale Defizite machen sich auch bei der Behringer bemerkbar. Der Drum ist fast gar nicht präsent. Die Stimme entspricht nicht dem, was man von einem Frontmann einer Metal-Band erwartet. Man fühlt sich schon fast an das Power-Metal Genre erinnert. Da gelingen Frauenstimmen (siehe Nightwish) der Behringer besser.

    Legt man mal probeweise einen schnellen Gitarren-Riff wie "Enter Sandman" ein und lässt die Heco gegen die Canton antreten, werden sofort gegenteilige Welten in Sachen Interpretation von Musik offenbart. Die Heco macht aus dem Song eine gemütliche Einkaufstour mit Muddern - der Song wirkt nun ein vielfaches langsamer gespielt, während die Canton aggressiv fast schon mutwillig alles dem Hörer entgegen schleudern möchte. Die Canton verliert bis zu einem gewissen Pegel zu keiner Zeit die Kontrolle über das Geschehen, die subjektive Dynamik ist gut. Dreht man allerdings mal über die gehobene Zimmerlautstärke hinaus (> 80 db) wird aus dem Feuerwerk ein unkontrollierter Waldbrand. Hier macht sich dann die helle Abstimmung der Canton bemerkbar, die mit einem Hörabstand von 2 Metern schnell nerven kann (es versteht sich aber, dass hier mehr Live-Atmo rüber kommt, als von den drei Testprobanden, da die Musik weiterhin verzerrungsfrei herüber kommt). Anders die Heco. Ihre gemütliche Art, wird dann zu einem Vorteil, wenn es mal lauter zugehen soll. Auch wenn der Bass relativ schnell zu übersteuern anfängt (hier wieder der Verweis auf den Drum ab dem Gebet), sind Stimmen und vor allem die Gitarrenschläge weiterhin sehr angenehm wahrzunehmen.





    • Haptik und Materialeinsatz
    • Warme bis dunkle Abstimmung
    • Nervt nie
    • Bi-Wiring
    • Verstärkerunkritisch
    • Geht verhältnismäßig laut und bleibt angenehm
    • Neutrale Stimmwiedergabe
    • Geeignet für helle Aufnahmen
    • Metal, Rock, Jazz, Klassikinstrumente
    • Kaum Einspielzeit notwendig
    • Verpackung




    • Aufstellungskritisch, Sweet-Spot muss getroffen werden
    • Zu dunkler Hochton
    • Schwammiger Bass
    • Verarbeitungsmängel an Folie und Stoffabdeckung
    • Eine Menge Holzstaub im Gehäuse
    • Ungeeignet für Elektronik und Pop sowie dunkle Aufnahmen
    • Ungeeignet für Schreibtischaufstellung und Nahfeld

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    Allgemeines

    Noch immer haftet Magnat der schlechte Ruf aus dem Billig-PA und Car-hifi Bereich an. Doch schaut man sich im Bereich bis 500 € mal genauer um im Markt der Hifi-Lautsprecher, wird man besonders auf die zahlreichen und auf Grund des Baukastenprinzips in vielen verschiedenen Varianten erhältliche Angebot von Magnat aufmerksam. Will man Vorurteile nicht tolerieren, ist man fast gezwungen ein Testsamples von Magnat zu ordern.

    Optimal erscheint hier die Magnat Monitor Supreme 200 als zweitkleinste der Monitor Supreme Serie, zumal ihr Preis ein wirklicher Brecher ist. Keine 100 € muss man für ein Paar ausgeben - sie ist somit die günstigste aller Testteilnehmer, wenn man mal die zusätzliche Anschaffung eines Verstärker außen vor lässt. Für Preisbewusste Käufer mit Stereo-Ambitionen eine echte Alternative zum einheitlich grauen 2.1. Sub-Sat Markt.



    Wie schon oben bei der Victa 300 erwähnt sind sich diese, was Ausstattung, Anleitung und Verpackung angeht sehr ähnlich. Kein Wunder, schließlich sind beide Marken unter einem Dach wieder zu finden. Einziger Unterschied: der fehlende Verpackungsschutz für die Kanten des Lautsprechers.

    Verarbeitung, Anschlüsse und Haptik

    Hält man die Magnat zum ersten Mal in den Händen, bekommt man schnell den Eindruck ein Stück Hausmannskost vor sich zu haben. Eckig, massiv, sperrig, ein echter Männerlautsprecher im Kleinformat und Folienkleid. Puristen kaufen sich die Magnat in schwarz und werden so permanent auf die guten alten 80er Jahre erinnert. So können Freidenker dieser Art auch gerne auf die nicht mitgelieferten Metall-Spikes verzichten. Die gibt es für lau nur beim Kauf eines Paares der großen Geschwister der 800er, 1000er und 2000er Standlautsprechervariante.



    Verarbeitungsmängel wie bei der Heco sind bei meinem Testexemplar nicht zu finden. Zwar lassen sich Schraubklemmen ebenso sperrig drehen und die Frontbespannung wirkt auch nicht so 100% edel, doch dürfen wir nicht vergessen, dass hier ein 90 € Lautsprecher steht. Im Gegensatz zur Victa 300 gibt es "nur" Single-Wiring, so verzichtet man auch auf eine Abbildung in der Betriebsanleitung. Der Inhalt (inkl. 5 jähriger Garantie) jener ist wiederum identisch zur Victa-Betriebsanleitung, so erspare ich mir das zweite erzählen des Inhalts.

    Viel interessanter ist die Front der Monitor Supreme 200. Was auf Produktfotos und auf den ersten Blick so glänzt ist kein Metall. Die Applikationen bestehen komplett aus Plastik. Also zweimal hinsehen beim Kauf. Merkwürdig sind die zwei Paar verschiedenen Verschraubungen der Chassis. Während für das Hochton-Chassis, die Schrauben komplett eingelassen sind, sind es die Schrauben am Tief-Mittelton-Chassis nicht. Was rustikal wirkt, ist letztlich Geschmackssache.



    Die Sternförmige Einkerbung mag aus den höherpreisigen Serien von Magnat bekannt sein. Dort (soll) sorgt ein Filz-Stern um den Hochtöner für reduzierte Kantenreflexionen. Ein vergleichbar günstige, wie innovative Lösung, wenn man andere Konzepte, wie beispielsweise die gebogene und über den eigentlichen Gehäusekorpus ragende Schallführung bei der Nubert NuVero 14 vergleicht. Ob die bloße sternförmige Einkerbung ohne Filz, der Monitor Supreme Serie etwas bewirkt, muss bezweifelt werden. Würde man dem Folgen, so müssten sogar die drei Schrauben am Stern einen Klangeinfluss haben. Es scheint hier nur eine Design-Angleichung zu den anderen Serien zu sein.

    Aufstellung und Praxisprobleme

    Wie die Victa 300 benötigt die Monitor Supreme 200 einen Verstärker. Trotz der hohen Herstellerangabe für den Wirkungsgrad, musste ich den Regler am Verstärker weiter drehen für eine vergleichbare Lautstärke, als für die Victa und die GLE490. Dennoch kann die Magnat in Kombination mit schwächeren Amps verwendet werden. Es sollte sicherheitshalber vorsichtig getestet werden, ob Probleme auftauchen bei hohen Lautstärken.

    Eine nennenswerte Einspielzeit war nicht notwendig, die Magnat spielte von Anfang an mit Top Form. Die charakteristische Anhebung des Hochtons macht die Magnat flexibel in der Aufstellung. Wandnah (zu) fett wirkender Bass mit Tendenz zum Dröhnen. Sollte frei stehen ohne Veränderungen per Equalizer, sonst zu dominierender Bass bei elektronischer Musik. Leicht auf den Hörplatz einwinkeln, geht auch außerhalb der Hörposition mit nicht ganz so fett wirkenden Bass. Ungeeignet für Nahfeld und Schreibtisch Aufstellung. Hörabstand mindestens 2 Meter, eher mehr. Optimal für trockene Räume. Kleine Räume sollten gemieden werden, wenn nur wandnahe Aufstellung möglich. Wirkt stellenweise metallisch-artifiziell (Hochton) bei Instrumenten und Stimmen. Nur bedingt geeignet für klassische Instrumente.



    Die Magnat ist eine echte Party-Gängerin. Der fette Kickbass und die bis zum endgültigen Limit sauber und sehr detailreich spielend wirkenden Höhen sorgen für ordentlich Stimmung, ohne einer natürlichen Reproduktion wirklich Aufmerksamkeit zu schenken. Übertreibt man es mit einem Dreh am Regler, so komprimiert die Magnat ansteigend. Das wirkt immer noch angenehmer als das sofortige Übersteuern der Heco, Behringer und auch der Canton (wenn gleich das bei dieser bei einem wesentlich höheren Pegel erst geschieht und mit einer Reduzierung im Bass nochmal deutlich nach oben verschoben werden kann).



    Wie auch bei der Heco halten die Schreibklemmen, Bananenstecker nicht stabil im Loch. Stecker wackeln deutlich.

    Innereien


    Klangbewertung


    Sieht man die Magnat Monitor Supreme 200 zum ersten Mal, kommt einem unweigerlich der Gedanke in den Kopf, man habe hier eine neu aufgelegte und mit zeitkonformen Abrundungen versehene echte Boom-Boom Kanone aus den 80ern vor sich. Geradezu martialisch die weit aus der (Plastik-) Applikation herausragenden Schrauben. Also warum nicht gleich mit einem richtigen Party-Knüller aus dem CD-Regel anfangen. "Satur8" von D.Ramirez aus dem Global Underground 2010 Album gibt sich die Ehre. Bereits im Intro merkt man schnell worauf die Magnat hinaus will. Effekte, und wie! Die Dynamik des Songs ist verhältnismäßig niedrig. Der Hochton der Magnat hört sich an, wie mit einem sehr weit nach rechts gedrehter Treble-Regler. Ein Nachteil ist das nicht. Im trockenen Hörraum, gibt das die notwendige Autorität, die man z.B. bei der Heco unweigerlich vermisst und zugleich subjektiv mehr Aha-Effekt erzeugt, als eigentlich da ist. Im direkten Vergleich mit der Canton, kann die Magnat im Punkt Detailtreue sehr gut - wenngleich nicht auf Augenhöhe - mithalten. Ein Verwaschen im Hochton ist trotz der deutlichen Anhebung nicht vorhanden. Das etwas tiefere Klackern kommt ohne Probleme bis zum Hörer durch. Die Canton kann hier nur durch ihre nochmals trennschärfere Akustik und dem weiten Raumeindruck gewinnen.

    Nach 45 Sekunden setzt der erste Bass ein und wieder hat man das Gefühl, dass (diesmal) der Bass-Regler einen heftigen Ruck nach rechts gemacht hat. Ein Kickbass mit einer Autorität, dass hier die Canton erstmal zurück zucken muss. Von der Behringer mit ihren kindlichen Tieftönchen und der Heco mit ihrem quälenden Wummern braucht man an dieser Stelle nicht mehr zu reden. Elektronik liegt ihnen einfach nicht. Hat man sich als Hörer von dem ersten fulminanten Eindruck rein gewaschen, merkt man aber, dass die Magnat auch nur mit Wasser kocht. Tief ist der Bass nicht, trotz einem großzügigen Volumen für eine Kompaktbox. Abstand sollte man auch zu ihr halten, wenn der Bass nicht dahin plätschern soll.

    Natürlich treibt es einem beim Zuhören irgendwann in weit entfernte Lautstärke-Regionen. Schließlich müsste die Magnat, um das 80er-Klischee vollends zu erfüllen auch dort begeistern können. Hier ist vor allem auf einen weiterhin sauber bleibenden Hochton mit einem möglichst wenig verzerrenden und ausgewogenen Bass zu achten. Und tatsächlich macht die Magnat sehr viel mit. Ihr Bass bleibt trotz weitem Hub nach wie vor unkritisch. Ab der 90db Hürde fängt die Heco bereits an zu übersteuern, was nur mit einer Reduzierung im Bass halbwegs behebbar ist. Ebenso verliert sie zunehmend Kontrolle im Grundton und schaltet langsam auf Durchzug (heißt Hauptsache laut, egal wie). Die Magnat spielt weiterhin fröhlich vor sich hin. Insbesondere der Hochtöner leistet hervorragende Arbeit und kann dem massiven Kickbass Paroli bieten, bis auch er langsam anfängt Details auszublenden. Der Basstreiber hat die wunderbare Eigenart langsam zu komprimieren anstatt zu übersteuern. Bedeutet, der Bass wirkt nicht voll, verzerrt aber nicht. Trotzdem ist der Klang in anderen Frequenzteilen noch vorhanden. Ideal für eine Subwoofer-Ergänzung. Eine (logische) Grenze markiert dann die Canton, die nochmal eine handvoll Dezibel mehr bietet und auch noch in hohen Lautstärken etwas Raum darstellen kann, was die Magnat noch nicht mal bei Zimmerlautstärke im Ansatz kann. Man kann es ihr aber verzeihen, zumal sie nicht ganz so schrill klingt, wie die Canton.

    Denkt man als Tester nach, an welchem Song nun als nächstes die Klangcharakteristik beschrieben werden soll, liegt es eigentlich nahe etwas anderes als Elektronik zu nehmen, zumal oben schon ausführlich beschrieben. Doch wenn man die Einsatzgebiete der Magnat so richtig vergleicht, bleiben wir unweigerlich wieder im modernen Pop-Genre hängen, das in den letzten Jahren zunehmend Elektronik-Elemente übernommen hat. Kommt man dorthin, kommt man auch zum Loudness-War und zur Frage, ob die Magnat (und alle anderen Testprobanden) mit Clipping, geringer Dynamik und Produktionsfehlern umgehen können.

    In diesem Sinne habe ich den Song "Cry when you get older" von Robyn aufgegriffen. Eigentlich ein vernünftiger Ohrwurm, doch auf Grund dem Übereifer des Produzenten nur schwer verdaulich. Eine Dynamik Range von 3 spricht für sich. Lässt man die Canton sich als erstes an den Song heran, wird man unweigerlich in die grausige Realität entlassen und spätestens nach einem Durchgang sofort nachvollziehen warum der Loudness-War so sehr an den Gemütern der Musik-Hörer zehrt. Es ist wahrhaft schrecklich. Mit der Behringer zeigt sich das gleiche Bild, ihre schlanke Art lässt zudem den Bass sträflich vermissen.

    Angenehmer wirkt der Song mit der Heco. Ihre dunkle Reproduktion von Stimme und Hochton-Synthys besänftigt bis zu einen gewissen Grad. Ihr gelingt es das typische Kratzen undeutlich aufzuzeigen, die platte Dynamik bleibt aber. Die Magnat kann trotz ihrer Hochtonanhebung gut mithalten. Sie wirkt selektierend. Der massige Bass zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Bei hohen Pegeln kann sie im Bass wunderbar differenzieren. Ihr "Treble-Effekt" hat zudem einen heilsame Wirkung auf den geringen Dynamikumfang. Eine klare Empfehlung für die typischen Pop-Dynamik-Totgeburten.




    • Dynamisch und Lebendig
    • Detailreicher Hochton
    • Fetter Kickbass
    • Keine Einspielzeit notwendig (für optimale Klangergebnisse)
    • Geht laut und verkraftet einiges
    • Geeignet für Elektronik, Pop, Hip-Hop und Film
    • in der Summe beste im Testfeld
    • Hörbar auch außerhalb de Sweet-Spots




    • wirkt stellenweise künstlich
    • nicht ganz neutral
    • wenig Raum in der Breite
    • braucht etwas mehr Verstärkerleistung für extreme Pegel
    • Plastikapplikationen
    • Bullig wirkendes Design
    • Ungeeignet für Klassikinstrumente
    • Ungeeignet für Schreibtischaufstellung

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    Für die Klangbewertung habe ich mir "Das fünfte Element" in der 6.1 DTS Fassung heraus gesucht. Maßgeblich für die Punktzahlen sind die Kategorien Stimmwiedergabe, Detailtreue, Basstiefe und Raumabbildung. Die Punktzahlen sind nicht mit den anderen Kategorien vergleichbar. Eine 8 für Detailtreue in der Musikbewertung entspricht also nicht einer 8 für Detailtreue in der Filmbewertung.

    Gehört wird in einer gehobenen Zimmerlautstärke.

    Zwei Film-Kapitel, in denen so ziemlich alles Notwendige für eine umfangreiche Bewertungen vorkommt:


    1. Flucht von Lilu aus dem Labor (28:36 - 31:00)
    2. Flucht im schwebenden Taxi in der Großstadt (34:20 - 37:16)


    Die große Anzahl an Action-Sequenzen und vieler parallel darzustellenden Klanginformationen bringen die Testprobanden verlässlich an ihre Grenzen.

    Die erste Szene wird durch einen sehr tiefen und massiven Bass beherrscht. Hier gilt es die Tiefe auszuloten. Parallel müssen Stimmen und später auf der Häuserfront die vorbei fliegenden Fahrzeuge verzerrungsfrei wiedergegeben werden. An den vorbeifliegenden Fahrzeugen wird zudem deutlich wie gut die räumliche Abbildung im Mittelton-Bereich ist.

    Die zweite Szene ist Action pur. Nachdem das Taxi von einer Vielzahl an Polizeiautos verfolgt wird, setzt ein arabischer Song ein. Musik, Schüsse und natürlich der Sound des Taxis müssen natürlich und dynamisch rüber kommen. Für die Raumabbildung maßgeblich sind die Sequenzen als das Taxi unter Beschuss mehrerer Polizeiautos gerät und das nachfolgende Abtauchen in den Nebel der Stadt.

    Bereits in der ersten Sequenz wird deutlich, dass alle Testprobanden im Punkt Tiefbass trotz Full-Range nicht viel zu bieten haben. Der Bass hat zwar Konturen, lässt den Raum aber nicht beben. Auch die Canton scheitert in dieser Passage. Erst mit dem AS 125 kommt richtige Stimmung auf. Die Behringer - so schade wie es ist - muss man als Totalausfall bezeichnen. Tiefbass, ja selbst ein angedeuteter Kickbass ist ihr fremd. Der ausladende Bass verhilft der Heco zu Vorteilen, insbesondere in der Darstellung der wilden Verfolgungsjagd. Ihr liegt das lang gezogene Brummen besser, als der Magnat. Jene wiederum lässt bei niedrigeren Lautstärken mehr Bass spüren.

    Männerstimmen wirken bei Behringer sehr flach und schmal. Stellenweise hat man das Gefühl, die Aufnahmen wären mit einem drittklassigen Mikrophon gemacht worden. Die Heco wiederum ummantelt Stimmen mit ihrer dunklen Art. In komplexen Szenen kann es vorkommen, dass Stimmen fast gänzlich untergehen. Insbesondere außerhalb der Hörachse wird das zu einem schwerwiegenden Problem. Auch die Referenz - die GLE490 - ist in der Stimmwiedergabe nicht frei von Problemen. Die helle Nuance hat nicht selten spitze S-Laute zur Folge, zaubert aber Gespräche sehr plastisch in den Raum. Das gelingt der Magnat eher weniger, wenngleich sie als ausgewogen in der Stimmwiedergabe gelten muss. Keine Fehler, aber auch keine herausragenden Leistungen. Zudem kleben stellenweise Stimmen am Lautsprecher.

    Überraschend räumlich tönt die Magnat während der Verfolgungsjagd und trotz Stereo sind Ansätze eine 3D-Effekts im Mittelton-Bereich wahrnehmbar. Wenn man die Ergebnisse bei Musik noch im Hinterkopf hat, erstaunlich. Ähnlich stark ist die Heco, die ebenfalls mit ihrer transparenten Mittelton-Darstellung glänzen kann. Die Behringer hingegen fällt auch hier ab. Dies liegt u.a. an dem schwachen Grundton. Dafür hat sie im Gegensatz zum Rest des Testfelds die Fähigkeit weit in die Tiefe zu staffeln. Man hat unweigerlich, dass Gefühl, dass hinter dem Fernseher noch einen Menge los ist. Einen allumfassenden Raumeindruck bekommt man aber erst mit der Canton, die trotz Stereo das Fehlen von Surround-Lautsprechern gänzlich verzeihen lässt. Das gemeinsame Feuer der Polizeiwagen auf das Taxi, wird so zu einem echten Mittendrin-Erlebnis. Die besonders detailgetreue Wiedergabe des Waffenfeuers bestärkt diesen Eindruck zunehmend. Die restlich Kandidaten können hier ebenfalls überzeugen, wenngleich die Magnat mit ihrem vordergründigen Hochton einen Extra-Detailpunkt erhält.

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    .


    Der Ego-Shooter "Half-Life 2" mit dem nachinstallierten Cinematic Mod 10.94 von Fakefactory (inkl. den neuen Audio-Dateien) soll mir als Testplattform helfen die Probanden für ihre Tauglichkeit für Games einschätzen zu können. Das Kapitel "Folgt Freeman" wird dabei je Lautsprecher einmal komplett durchgespielt, wobei bereits die vielen (teils gescripten) Sequenzen am Anfang für ein umfangreiches Bild genügen könnten.

    Wie im Kapitel Film bereits erläutert sind auch hier die Punktzahlen nicht vergleichbar mit den anderen Kategorien. Besonders wichtig sind die Teilbereiche Ortbarkeit, Bassqualität, Feindynamik und Detailtreue. Feindynamik sei an dieser Stelle besonders erwähnt. Insbesondere bei Ego-Shootern ist es notwendig trotz einer Vielzahl von Soundeffekten immer noch die Übersicht über das Geschehen zu behalten. Der Lautsprecher muss also in der Lage sein, auch leise Toninhalte hörbar wiederzugeben. Ortbarkeit bezeichnet dabei die Fixierung von Klanginformationen im Spiel bzw. die Festlegung der Richtung und Entfernung eines Klangs oder Geräusches (z.B. Entfernung oder Position eines Gegners.) Oftmals haben zu fett abgestimmte Soundsysteme Probleme in der Masse an Bass andere (wichtigere) Klanginformationen zum Hörer zu tragen. Die Bassqualität ist ein entscheidender Faktor, wenn trotz allem immer noch eine exakte Hörbarkeit verlangt wird.

    Die PC-Spieler am Schreibtisch seien vorab gewarnt, dass alle Testprobanden außer der Behringer nicht für eine Nahfeld-Aufstellung geeignet sind. Die Magnat, Heco sowie die Canton sind allenfalls für Konsolenspieler gedacht, die genügend Abstand zu den Lautsprechern haben. Die Behringer eignet sich für beide Aufstellungsarten, wobei ihre phänomenale Ortbarkeit nur im Nahfeld erreicht wird. Im Bereich um 70cm kann die Behringer (gefühlt) Millimeter genau ausloten wo sich Feinde und Bildinformationen befinden. Wie schon bei Filmen, schafft sie es stellenweise sogar in die Tiefe Informationen zu vermitteln. Magnat und Heco folgen mit gebührlichen Abstand. Beide nehmen es nicht so genau mit der Platzierung der Objekte und konzentrieren sich mehr auf das Auffüllen des Raumes.

    In der Summe gesehen, sind sich die Magnat und Heco sehr ähnlich. Einzig im Bass manifestieren sich signifikante Unterschiede. Die Magnat hämmert Bässe mehr in den Raum als die Heco, besonders gut zu hören beim Abschießen des Raketenwerfers auf einen Strider und den nachfolgenden sehr tiefen Schrei des sterbenden Ungetümes. Die Behringer und GLE 490 lassen es in dieser Hinsicht mehr Krachen, was auf Dauer als unangenehm empfunden werden könnte. Wie auch schon in den anderen Kategorien lässt die Behringer Informationen im Grund- und Tiefton massiv schleifen, es wirkt topfig. Ihre schlanke Abstimmung führt zu einer minimal besseren Detailgenauigkeit und Feindynamik.

    Enttäuschend neutral bleibt die Canton. Trotz des höheren Preis kann sie sich nicht wirklich von den günstigen Kompakten absetzen. Einzig ihr Bassfundament und die deutlich bessere Detailgetreue (mal auf das Knistern von brennenden Sachen achten, wie auch die Verwendung des Gravitrons) bescheren ihr einen standesgemäßen Abstand. Minimal größer wird der Abstand, wenn der AS 125 hinzu kommt. Er staffelt im extremen Tiefbass nochmal etwas genauer Informationen. lässt das Gesamtbild aber kippen, je nach eingestellter Trennfrequenz. Ist er zu dominant, verliert die Canton an ihrer Differenzierung in Action-Sequenzen. Dank umfangreicher Einstellmöglichkeiten, ist das aber kein Problem.

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    .

    Auch wenn nach Punktzahlen am Ende die Magnat als Gewinnerin hervorgehen könnte, muss man doch nach dem gewünschten Einsatzzweck differenzieren. Denn eines ist sicher, alles können die Kompakten der 100 € nicht. Sie haben Stärken und mal mehr und mal weniger Schwächen.

    So ist die Magnat Monitor Supreme 200 keine Partnerin für Hörer mit puristischen audiophilen Anspruch. Sie ist eine moderne 80er Jahre Box mit massig Drive und Eigenleben, die noch dem letzten Pop-Song aus den Staaten Zunder machen kann. Ein wunderbares Mitbringsel für die Hausparty eines jugendlichen Draufgängers, der Bass, Pegel und ein Erlebnis sucht und sich herzlich wenig Gedanken macht über Aufstellung und Sweet-Spot.

    Der Konkurrenzentwurf aus dem gleichen Hause unter der Marke Heco mit der Victa 300 geht andere Wege. Auf den ersten Blick edle Haptik und Materialauswahl lassen High-End-Flair aufkommen, wenn man nicht so genau hinsieht und es versteht Verarbeitunsgmängel zu verzeihen. Ihre dunkle - fast schon englische - Art macht sie zum idealen Partner für das nebenbei Mithören, wenn man mal ein gutes Buch oder irgendwas am Notebook macht. Nerven wird sie mit ihrer Art nie und wenn es einen dann doch Pakt, verträgt sie durchaus einen kräftigen Dreh am Lautstärkeregler.

    Die Alternative könnte man im Studio-Bereich finden. Die kleine aktive Behringer MS40 mit ihrer gigantischen Anschlussvielfalt könnte sich zum echten Ersatz für die Brüllwürfel auf den Schreibtisch mausern. Vorausgesetzt man hat Platz und gibt sich der martialischen professionellen Arbeiter-Optik hin. Einer im Nahfeld punktgenauen Raumabbildung, steht der fast schon unwürdige Bass gegenüber. Doch wer braucht schon krachenden Bass, wenn man ohnehin die leisen Töne bevorzugt? Ganz nebenbei könnte sie die zwischenzeitliche Alternative sein, wenn das Headset beim Spielen mal wieder zu sehr drückt oder keine Bewegungsfreiheit lässt.

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    Geändert von Pokerclock (05.04.2011 um 14:15 Uhr)

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  2. #2
    Avatar von Pokerclock
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    AW: [Review] Kompaktlautsprecher 100 € Klasse

    Online - Viel Spaß beim lesen!

  3. #3
    Avatar von thysol
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    AW: [Review] Kompaktlautsprecher 100 € Klasse

    Dass nenn ich mal ein Review.

    Es hat einfach nur Spass gemacht deinen Review zu lesen. Er wahr sehr detailliert und objektiv. Negative Kritik kann ich bei diesem Review nicht abgeben. Klasse Arbeit.

    Ich freue mich auch das meine ehemaligen Boxen, die Magnat Monitor Supreme 200 relativ gut abschneiden. Ich fand es auch interessant dass die Magnats keine Einspielzeit haben, dass ist mir damals bei denen auch aufgefallen. Bei meinen aktuellen Klipsch ist ja der Unterschied zwischen eingespielt und direkt aus dem Karton ein Vergleich wie Tag und Nacht.

    Das ist sicherlich ein grosser Vorteil wenn eine Leihe sich die Magnats kauft weil vielleicht hat er/sie noch nie was von einspielen gehoert und dreht den Verstaerker Regler weit nach Rechts.

  4. #4
    Avatar von Pokerclock
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    AW: [Review] Kompaktlautsprecher 100 € Klasse

    Danke für dein Lob!

    Man sollte nicht vergessen, das die Magnat der jüngere Lautsprecher auf dem Markt ist. Die Heco ist schon zwei Jahre länger dabei. Das, was in der Summe dann den Abstand macht, sind im Grunde die zwei Jahre mehr an Entwicklung. Vom Klangcharakter mal abgesehen. Der passt wohl auch einfach mehr in die agile junge Welt.

  5. #5
    $.Crackpipeboy.$
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    AW: [Review] Kompaktlautsprecher 100 € Klasse

    Da ist der Test ja schon...Hammer wirklich gut und ausführlich geschrieben...Respekt!!!

  6. #6
    Avatar von a_fire_inside_1988
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    AW: [Review] Kompaktlautsprecher 100 € Klasse

    Ein wirklich toller Test! Sehr umfangreich und ausführlich gestaltet. Auch der Vergleich zu deiner Canton GLE490 gelingt dir faszinierend objektiv.
    Deiner Einschätzung der Magnat Monitor kann ich so gut wie ausnahmslos zustimmen. Sie ist ein Spaß-Lautsprecher und bringt für diese Preisklasse erstaunlich viel Lebendigkeit in die Musik. Die schlechte Raumabbildung war ja dann für mich auch der Grund für den Wechsel zur Quantum. Auch deine Argumentation zur Victa300 kann ich folgen. Ihre dumpfe Abstimmung macht sie perfekt für die "Nebenbei"-Beschallung, für aktives Zuhören fehlt ihr obenrum zu viel. Interessant wäre hier ein Vergleich zum derzeit erscheinenden Refresh Victa 301. Laut erster Tests soll vor allem am Hochton gearbeitet worden sein.
    Das relativ schlechte Abschneiden der Behringer war mMn vorhersehbar. Man bekommt hier halt für den gleichen Preis noch eine Verstärkereinheit dazu, was sich dann im geringeren Budget für die Klangkörperentwicklung und für den Tief-Mittel-Töner wiederspiegelt.

    Zwei kleinere Kritikpunkte möchte ich aber dennoch anbringen:

    Zum einen ist mir die Musikauswahl etwas zu homogen geraten. Ich würde mir wünschen, wenn da noch klassischer Rock (Marke Dire Straits, Pink Floyd etc.), Jazz/Pop-Jazz/Folk (Emiliana Torrini, Katie Melua, Norah Jones, Melody Gardot, Eva Cassidy und Konsorten) und schließlich auch noch Hip-Hop/R'nB etwas mehr in die Beurteilung einfließen würden.

    Und schließlich fehlt mir noch eine Abbildung der Frequenzweiche der Magnat hier im Review.

    Ansonsten möchte ich dir nochmals meinen Glückwunsch und auch meinen Dank für diese umfassende Marktübersicht der Low-Budget-Stereo-Systeme ausdrücken!
    Reviews: AKG K701 - Asus Xonar Essence ST - Meine HiFi-Anlage - Teufel Concept E 300
    HiFi: Denon PMA-510AE, Denon DCD-510AE, Pro-Ject Xpression III, Ortofon 2m red, Cambridge Audio Azur 540P, Magnat Quantum 603
    , AKG K701 Kopfhörer - Meine Musiksammlung
    Dem wahren High Ender ist live zu schlecht.


  7. #7
    Avatar von Sarge_70
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    AW: [Review] Kompaktlautsprecher 100 € Klasse

    Klasse Test, umfangreich und sehr detailliert, da hast du dir echt viel Mühe gegeben, Respekt !!

    Mfg

  8. #8
    Avatar von Pokerclock
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    AW: [Review] Kompaktlautsprecher 100 € Klasse

    Die Frequenzweiche wird nachgereicht. Da fehlt wohl das Bild, weil die FW der Heco sich schlicht und einfach per Abschrauben des rückseitigen Panels herausnehmen lies. Bei der Magnat muss man "von Vorne kommen" und sich durch das Füllmaterial wühlen, wenn man da ran will.

    Die Musikauswahl hat sich in erster Linie an den (selbst nachstellbaren) Möglichkeiten der Klangbeurteilung orientiert. In den Songs, die aufgelistet sind, finden sich alle notwendigen Beurteilungsmöglichkeiten. Genre übergreifend habe ich natürlich auch gehört, nur hätte das zwangsläufig irgendwann zu Überschneidungen geführt. Hier sei insbesondere der impulsschnelle Bass erwähnt. Den findet man einerseits bei elektronischer Musik, als auch bei HipHop und Rap. Bevor ich jetzt eine Erkenntnis doppelt schreibe, schreibe ich es lieber einmal beispielhaft, aber dafür ausführlich. Das gleiche gilt für Stimmen.

    Die Behringer ist halt so eine Sache. Man merkt es schon, wenn man mal rein schaut. Füllmaterial so gut wie Fehlanzeige. Da sind ungewollte Reflexionen vorprogrammiert, was man dann im Grundton ganz deutlich hört.
    Geändert von Pokerclock (14.11.2010 um 19:38 Uhr)

  9. #9

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    AW: [Review] Kompaktlautsprecher 100 € Klasse

    Ließt sich sehr gut, besonders die Bilder von der Frequenzweiche find ich interessant und das es bei Heco nur zu nem IT-Elko parallel zum Tieftöner gereicht hat, soviel zur Lebensdauer .

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  10. #10
    Avatar von Sarge_70
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    AW: [Review] Kompaktlautsprecher 100 € Klasse

    Interessant wäre zu sehen, wie sich die Zwerge so bei richtig schwerem Metal, z.b Doom verhalten.

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