Wie erzeugt man Gegenschub?
Bei heutigen Jets erreicht man die Schubumkehr durch ausfahrende Metallschilde, die den Schub gegen den Bewegungsvektor umleiten und damit die Bremswirkung erzielen.
Bei der ausgefeilten Kraftfeld- und Schildtechnologie im Startrekuniversum des 24sten und 25sten Jahrhunderts sollte es wohl kein Akt sein, ähnliches damit zu erreichen.
Die Impulstriebwerke saugen auch nicht im Flug interstellaren Wasserstoff ein. Das ist zwar im Bussardkonzept so vorgesehen, aber zu der Zeit ist man noch von wesentlich größeren Mengen an interstellarem Wasserstoff ausgegangen, als nach aktuelleren Erkenntnissen wirklich vorhanden ist. Schade eigentlich.
Bei "vollem Impuls" (ein Viertel Lichtgeschwindigkeit, ja ich weiß, es geht auch schneller, ist aber nicht sehr effektiv und nicht zum normalen "cruisen" gedacht) reicht's nicht für eine kontinuierliche Treibstoffzufuhr. Darum "saugen" die Bussard-RAM-Kollektoren auch bei Warp, dann geht's, um die Tanks zu füllen. Die Impulstriebwerke arbeiten mit tiefgekühlten Deuterium und Tritium aus diesen Tanks. Und übrigens auch mit einer Billigversion der Warpspulen, weil ohne Subraum-Technik kein Schiff im Einsteinuniversum auch nur annähernd in die Nähe der Höchstgeschwindigkeit (ohne Warp) von 0,999 LG kommen würde.
Ansonsten spricht auch nichts dagegen, das Schiff einfach zu drehen.
Ich weiß, das sieht man nie, aber was heißt das schon. Würde ja nicht cool aussehen.
Aber der Coolness wegen wird auch so manches in Film und Fernsehen unrealistisch, was mit heutzutage realer Technologie arbeitet, ich sag nur "Armageddon".
Oder, um bei Startrek zu bleiben, die "Landeanflüge" per Shuttle der NX-Enterprise auf irgendwelchen atmospärelosen Asteroiden. Wenn man die kaum vorhandene Gravitation dazu zählt, dann dockt man eher an sowas an und macht keine Landung wie mit einem Flugzeug.
Grade bei Startrek brüstet man sich ja gerne mit der wissenschaftlichen Korrektheit und internen Konsistenz. <Hust>
Nachtrag:
Um mal wieder aufs Spiel und die mögliche Flugphysik zu kommen:
In den Filmen und TV-Serien ist die Flugphysik völlig unrealistisch und vorbei an jeglicher Realität, sogar nach den eigenen Regeln im Autorenhandbuch.
Man kann nicht auf einen Borg-Kubus zufliegen, aus allen Rohren (oder Phaser-Phalanxen) ballern und elegant abdrehen. Im besten Fall kann man durch Seitenschub (z.B. über die Manövriertriebwerke) den Flugvektor ändern und vorbeirauschen, im Vorbeiflug zur Not das Schiff um die Z-Achse drehen und weiterfeuern. Die Enterprise-D und ihre Nachfolger brauchen sich nicht zu drehen, dank Rundum-Phalanx können sie einen Gegner auch so im Fadenkreuz halten.
Gut, man kann natürlich einen U-Turn versuchen, wenn man sich nicht um Treibstoff sorgen muss. Seitenschub muss da nicht sein (macht sich aber optisch besser, gibt eine schöne Kurve), dem Gegner das Heck zuwenden und Stoff geben. Dummerweise fliegt man erstmal weiter mit dem A.... voran auf den Gegner zu (okay, man gibt ihm bei der Gelegenheit ein paar Aufmerksamkeiten mit den Heckphotonentorpedos, wenn man welche hat) und wird dabei immer langsamer, so lange, bis die Fahrt auf Null ist, erst danach baut sich die Geschwindigkeit in Fluchtrichtung auf. Der große, böse Borg hat die Torpedos in der Zwischenzeit aber locker verdaut und verwandelt die sitzende Ente in Sternenstaub. Bye, bye, Federation-Starship.
Womit gebremst wird, mit Antrieb oder einen Magic-Startrek-Gadget, ist dabei wirklich egal.
Echte Weltraumflug-Physik ist nicht einfach zu handhaben, wer's mal versuchen will, kann ja das freie Babylon-5-Spiel antesten. Da gibt es sie, genau wie in der Serie.
Ich gehe mal stark davon aus, dass es wie bei Wing Commander, Free Space, X-Wing etc. abgehen wird: Wie bei einem simplen Action-Flieger. Alles andere würde die meisten User überfordern.
Obwohl, bei Wing Commander konnte man in den physikalisch korrekten, antrieblosen Gleitflug umschalten, wenn ich mich recht erinnere. Für die Experten.
