AW: Netzneutralität: Die amerikanische Musikindustrie fordert Provider auf, illegale Daten zu sperren
@Superwip
Naja so ganz klappt es leider noch nicht. Das Problem ist, dass es ohne Musiclabel keine Werbung gibt. Und viele Künstler würden zu nix kommen, wenn man sie nicht professionell coachen und pushen würde.
Naja der Vorteil wäre, dass es nur noch echte Künstler gäbe und nicht dieses ganze 08/15-Einheitsgedudel - sprich Bands, die sich keine 5 Jahre halten. Und damit meine ich nichtmal diesen ganzen Castingshow-Kram.
Die Musikindustrie agiert hier also auch als Lehrer und Bank. Man könnte sicher auch versuchen ein Darlehen bei der Hausbank zu bekommen und Marketing zu betreiben aber Bänker können vielleicht "normale" Geschäftsmodelle bewerten aber nicht den Gesang und das Image, dass ein Musiker verkörpert.
Trotzdem wäre mir eine Welt ohne Musiklabel auch lieber.
Dein Argumentation IST FALSCH!
Die Musikindustrie agiert heute nur noch als Gatekeeper - wer bei ihr nicht unterschreibt hat keine Chance, überregional bekannt zu werden, wer bei ihr unterschreibt wird ausgepreßt. Werbe- und Marketingausgaben werden direkt den Künstlern in Rechnung gestellt. Siehe meinen Link oben, "Courtney Love does the math", sie erklärt sehr schön, wie das Spiel geht.
Ein richtiger Künstler muß nicht gecoacht werden, das läuft dann nur auf ein Standardprodukt hinaus. Pushen? Schau Dir mal den aktuellen Markt an: Da taucht "was" auf, das nach Meinung der MI Potential hat. Es kann sogar singen, ist extrovetiert, exzentrisch. Toll für das Marketing, das wird ein Selbstläufer. Das Ding wird dann ohne Ende gepusht. Man könnte auch verheizt sagen. Das aktuelle "was" heißt übrigens Lady Gaga.
Auf der anderen Seite sind die großen vier, mehr sind es nicht mehr, Universal, Sony, EMI und Warner, diese machen knapp 72% des Weltmarktes aus, seit Jahren dabei, ihr Künstler Portfolio immer weiter, na sagen wir zu optimieren. Künstler, die seit Jahrzehnten dabei sind, werden gekickt, nicht weil sie Verluste einfahren sondern weil sie nicht genug Gewinn abwerfen. Die Gewinne der MI sind so hoch wie niemals zuvor, laß Dir nichts anderes erzählen. Und es sind die Gewinne der MI, an die Künstler fließt nur ein vernachlässigbar kleiner Anteil. Ich denke, das Topmanagement von einer der Big-Four-Firmen verursacht pro Jahr mehr Spesen als Geld an die Künstler ausbezahlt wird.
In den USA sind alle Künstler in Gewerkschaften organisiert, diese nehmen dort auch Aufgaben war wie hier die Künstlersozialkassen. Daher kann man die Zahlt der Künstler in den USA sehr gut ermitteln. Teilt man nun die Einnahmen der MI durch die Anzahl der Künstler, sollte jeder Künstler im Jahr mehr als 1 Mio. Dollar bekommen. Sogar wenn hiervon noch Marketing- und Produktionskosten sowie ein Management-Fee abgezogen werden, sollte für jeden genug übrig bleiben. In Wahrheit werden max. 0,1 Promille der Künstler reich, 5% können sehr gut von ihrer Musik leben, dann gibt es noch einen Mittelstand, schwer festzulegen, wo der anfängt und aufhört, und dann die Leutchen, die alles geben und nebenbei noch 3 Jobs haben, um über die Runden zu kommen. Das sind mindestens 80% der Künstler.
Und der Beschiß der Künstler geht noch weiter: Stell Dir vor, Du spielst in einer Band. Ihr seid gut und kommt an. Irgendwann habt Ihr Euch eine gewissen regionale Bekanntheit erspielt und habt ein gutes Reportiore an eigenen Stücken. Ihr legt Eure Kohle zusammen, kriegt noch was von Omi und Opi und produziert in einem richtigen Studio eine CD (Nachts, ist billiger, tagsüber könnt Ihr Euch das Studio nicht leisten). Eigenverlag halt, bringt auf den Konzerten noch ein paar Euros mehr ein. Ihr schickt die CD auch an verschiedene Radiosender. Denen gefällt auch was macht. Die wollen Euch aber nicht spielen: Wenn Musik im Radio gespielt wird, fallen jedesmal wieder Tantiemen für die Künstler an. Die Radios haben aber keine Bock, mit hunderten Künstlern einzeln abzurechnen. Kann ich auch verstehen, von deren Warte aus. Die rechnen nur einmal ab und zwar mit der Gema. Gut denkt Ihr Euch, wäre doch cool, mal im Radio gespielt zu werden, vielleicht sogar überregional oder bei den großen, NDR, WDR, HR, BR etc.pp., also meldet Ihr Euch bei der Gema an. Was meinst Du was die folgen wären? Hier wird es richtig spaßig:
- Wenn Ihr ein Konzert gebt, zahlt IHR an die Gema. Tja, die Gema nimmt jetzt Eure Rechte war, jedes mal, wenn Stücke von gespielt werden, muß an die Gema bezahlt werden - auch wenn Ihr die Stücke spielt. Ist kein Scherz, so funktioniert das System.
- Gut, ihr werdet ab und zu, zumindest ein paar Wochen lang, im Radio gespielt.
Unterm Strich:
- Ihr drück pro Konzert ein paar Hunnis an die Gema ab - für alle Zeiten, Ihr habt Eure Seele verkauft, stand im kleingedruckten
- Erträge von Eurer "Radiopräsenz"? Ein paar Cent im Monat. Du darfst nicht vergessen, Kultur geht vor. Wenn Klassik im Radio gespielt wird, ist das mehr Wert. Die letzte Zahl, die ich kenne, war Faktor 9, ist aber schon ein paar Jahre her, ich habe mir das Elend nicht weiter angetan. D.h. für jedes mal Spielen im Radio oder TV kriegt Klassik 9x mehr Kohle als Pop. Ist halt Kultur und nicht so'ne Negermusik mit nur Bumbumbum. Zahlen tun die Radiosender allerdings dasselbe, d.h. Du subventionierst auch noch die Berliner Philamoniker. Das sollte es Dir wert sein...
- Es gibt ettliche Künstler, die seit Jahren die Gema verklagen, nur um einmal, ein winziges einmaliges Mal, ein ABRECHNUNG zu erhalten, aus der Hervorgeht, warum sie wieviel Kohle erhalten. Irgendwie sieht das neben dem ############ System auch nach direktem ########### aus...
Die MI und alles, was dazugehört, braucht heute niemand mehr. Guck doch mal, wo Madonna unter Vertrag steht und die gehört zu den Topleuten. Mit den klassischen Plattenlabeln hat die nix mehr zu tun.