[x] Fand ich sehr gut (Gründe: siehe Kommentar)
Generell finde ich eine offene Beta gut. So lassen sich erstens Lastszenarien kalkulieren und testen und zweitens kann jeder der will einen Blick in das Spiel werfen.
Der Spielumfang ist für eine Beta recht hoch. Auch gab es außer den Loginschwierigkeiten keine Probleme. War man drin dann lief es sehr stabil.
Gespielt habe ich mit Mönch, Barbar und Zauberin. Alle Charaktere machen viel Spaß und sind einfach zu handhaben. Das Spiel funktioniert völlig intuitiv mit nur zwei Maustasten und den Tasten 1-4.
Gegenstände zu vergleichen ist dank der übersichtlichen Vorschaufunktion sehr leicht. Der Schwierigkeitsgrad ist natürlich unterirdisch. Warum sollte aber klar sein. Es handelt sich hier um den 1. Akt normal, bis zum ersten Zwischenboss. Es geht in den ersten zwei Stunden nur darum das Spiel zu erkunden, das Setting auf sich wirken zu lassen und die Steuerung zu erlernen. Große Stolpersteine gibt es beim Spieleinstieg nicht. Mit Diablo2 verglichen ist es in etwa so, als würde man aufgrund des Zeitraums vom Spielstart bis zur Gräfin auf den Schwierigkeitsgrad des gesamten Spiels schließen wollen.
Ebenfalls sehr gut gefällt mir, dass es verschiedene Bezeichnungen für die Energiekugel gibt, die sich in verschiedensten Wirkweisen charakterspezifisch auflädt. Das Craften von Gegenständen durch den Schmid gefällt mir auch sehr gut, ebenso wie der Fakt, dass Gold immer sehr knapp ist, bzw. sich in der Beta als wirklich knappes Gut anfühlte. Was ich in der Beta nicht gesehen habe sind immune Monster, Sockel, Edelsteine und Amulette.
Gut finde ich, dass das Skillsystem in sich sehr gut ausgeglichen ist und die Fähigkeiten miteinander harmonieren. Sowohl aktive, als auch passive Skills sind intuitiv, sinnvoll und lassen sich wunderbar und einfach kombinieren, es macht einfach Laune, das Gemetzel steht klar im Vordergrund.
Das Durchschalten zwischen den Skills gibt es nicht mehr. Die Tasten 1-4 wirken direkt, erst den Skill auswählen und dann per Klick einsetzen ist Vergangenheit. Ich habe zuerst gedacht, dass mich dies dramatisch stören würde, da ich in D2 immer nur einen Haupt-Skill auf der linken Maustaste hatte und dann per Mausrad die Nebenskills auf der rechten Maustaste durchgescrollt habe. Die neue Bedienung ging mir als Diablo2-Spieler mit 10 Jahren Klick-Gewohnheit sofort in Fleisch und Blut über. Respekt Blizzard.
Die Einzelnen Skills überzeugen mich, das Skillsystem selbst aber eher weniger. Auf den ersten Blick erscheint es mir einfach lieblos und zu einfach gestrickt. Ab einem gewissen Level stehen einfach alle aktiven Skills inkl. Runen zur Verfügung, nur bei passiven Skills muss man sich festlegen. Für mich bleibt abzuwarten, ob dieses System meine Langzeitmotivation befördern kann oder ob es dieser eher entgegensteht. Momentan bin ich skeptisch, da gerade das Erproben neuer Skillvarianten einen großen Teil meiner Lust um Diablo2-zocken ausmachte. Auch dass es keine Skilllevel mehr gibt empfinde ich als seltsam. Mir fehlt die Möglichkeit die Fähigkeiten zu werten und weiterzuentwickeln. Evtl. wirken hier die Runen entsprechend. Solange ich aber immer alle Runen zur Verfügung habe, da diese automatisch mit entsprechendem Level frei geschaltet werden, ist dies für mich keine aktive Entscheidung einen Skill auszubauen oder es zu lassen.
Da ich mich nicht mehr auf Waffenart oder Fernkampf/Nahkampf spezialisieren muss, fürchte ich, dass vielen die Motivation fehlen wird einen zweiten Charakter derselben Klasse anzufangen.
Im Skillsystem stört mich zudem die übermäßige Abhängigkeit vom Waffenschaden, auf dem nahezu alle Skills referenzieren. Insbesondere bei der Zauberin, die eher geistige Kräfte einsetzt, ist das für mich nicht nachvollziehbar. Aber worauf soll man sich auch sonst beziehen, wenn die Statuswerte automatisch vergeben werden und es keine Skilllevel gibt. Ich habe die Befürchtung, dass hierdurch die Vielfalt innerhalb der Charakterklassen leidet und jede Klasse nur noch mit möglichst dicken Waffen herrumrennt.
Weiterhin bin ich gespannt, ob Mönche stärker von schnellen Waffen und Barbaren stärker von möglichst wuchtigen Waffen profitieren werden oder ob nur der platte Durchschnittsschaden zählt. Da Mönche auch treten, müsste zumindest das Schuhwerk Auswirkungen haben.
Das Equipment finde ich besser umgesetzt als in D2, denn es gibt Hosen. Generell sind die Ausrüstungsgegenstände sinnvoll. Warum aber eine Hose zum Rock wird, wenn sie von Barbar zum weiblichen Mönch weitergereicht wird ist mir nicht klar. Eine Hose ist eine Hose, ein Rock ein Rock.
Die gemeinsame Kiste ist seit langer Zeit eine Forderung der Diablo-Community und auch bereits in zahlreichen Diablo2-Mods umgesetzt. Dass Blizzard diese nun konsequent einsetzt finde ich sehr gut. Nichts ist so überflüssig wie abgelaufene Muli-Charaktere, auf denen man nie was findet und die man nie im angemessenen Schwierigkeitsgrad „griffbereit“ hat.
Ebenfalls sehr positiv ist die wegfallende Unterscheidung zwischen Singleplayer und Multiplayer-Charakteren. Jetzt gibt es nur noch eine Art von Charakteren und jeder kann sich entscheiden, ob er ein Quest alleine spielen will oder nicht.
Zusammenfassend muss ich sagen, der erste Eindruck ist durchweg positiv. Die Grafik ist nicht ultra berauschend, aber stimmig und auch ältere Rechner kommen mit dem Spiel ganz gut klar. Bis auf das Skillsystem bin ich total begeistert. Ob das Skillsystem im fertigen Spiel ganz anders wirkt und evtl. mehr Sinn ergibt, weiß bisher nur Blizzard selbst. Ich werde es ab 15.05. ausgiebig testen.