Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

X-CosmicBlue

PCGH-Community-Veteran(in)
Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Raubkopien gibt es mindestes so lange wie die gute alte Kassette (CC oder MC): Möglichkeiten, den Vorgänger, Schallplatten zu kopieren, waren rar gesäht, zu teuer und zu aufwendig.
Doch die neue MC von Phil Collins seinerzeits, Another Day in Paradise, war schnell von einem Freund zu bekommen.

Richtig populär und damit zum Problem wurde das Thema Raubkopie aber erst mit der CD bzw den ersten erschwinglichen CD-Brennern.
Ich erinnere mich noch gut, es war irgendwann während meiner Zeit in der Oberstufe, das ein Freund mit einem gut 1 Meter hohen Stapel mit gebraten CDs in die Pausenhalle kam und für 5 DM pro CD verkaufte, wobei er natürlich nur auf Vorbestellung gebrannt hat.

Heute ist das Thema das wohl meistdiskutierte in der modernen Mediengesellschaft. Außer Frage steht wohl, das Rechteinhaber oder aber die kreativen Köpfe dahinter, sprich Künstler und Programmierer, angemessen entlohnt werden sollen. Das "angemessen" ist ein Streitpunkt.
Radiohead stellten 2007 ihr neues Album In Rainbows kostenlos im Internet bereit - die Fans sollten bestimmen, wieviel sie geben wollten. Im Durchschnitt waren das 2 Pfund (etwa 2,50 €). Verglichen mit den Preisen von einzelnen Songs bei iTunes oder einem ganzen Album bei Amazon lächerlich wenig.

Und da es den großen Medienkonzernen offensichtlich schwer fällt, neue Vertriebswege zu erkunden oder die Gewinnmargen zu schmälern, lassen sie durch ihre Lobbisten neue Gesetze entwerfen, die Raubkopien unter drakonische Strafen stellen.
Früher, in der Grundschule, habe ich mal gedacht, Gesetze werden von der Masse der Gesellschaft bestimmt. Dann wären Raubkopien längst legal. Und es gäbe keine aktuellen Musikcharts mehr. Das geht natürlich auch nicht.
Aber was da zum Teil als Gesetzestexte für verbesserten Rechtsschutz vorgelegt wird, ist zum Teil haarsträubend.

Und weil sich solch strenge Regeln kaum in der Masse durchsetzen lassen und Raubkopien im Zeitalter des Internets eh ein internationales Problem sind, ersinnen die Rechteinhaber andere Methoden, ihr Recht durchzusetzen.
DRM (Digital Rights Managment) wäre da nur ein Stichwort.
Geistiges Eigentum soll durch Kopierschutzmechanismen vor unrechtmäßiger Vervielfältigung bewahrt werden. Das gilt für Musik wie auch für Computerprogramme.
Und fast genauso schnell, wie ein neuer Kopierschutz auf Markt erscheint, wird er auch schon wieder geknackt.
Mass Effect und Spore waren bereits am Tag ihrer offiziellen Veröffentlichung in einschlägigen Tauschbörsen zu haben.
Den Wettlauf gegen die Hacker scheinen die Rechteinhaber schon lange verloren zu haben. Warum sonst würden sich Fälle häufen, in denen gerichtlich gegen Tauschbörsennutzer vorgegangen wird?
Statt den Schutz zu verbessern, läst man die Kopie zu, um hinterher verklagen zu können. Ist schließlich viel bequemer, als sich mit der Frage beschäftigen zu müssen: Warum wird eigentlich raubkopiert?

Ich für meinen Teil habe eine Antwort darauf gefunden.
Heute eine andere als früher.

Ja, auch ich bin im Besitz einiger Raubkopien. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wer hat zu Hause nicht eine einizige, wirklich keine gebrannte CD liegen? Wer ganz ohne gebrannte CD ist, werfe den ersten Stein.

Meine erste Kopie war SimCity2000 und die bekam ich von einem Polizisten. Windows XP erhielt ich von einem Richter. Ja, wenn sogar die Gesetzeshüter gegen Gesetze verstoßen, warum dann nicht auch ich?
Das habe ich mir früher gesagt.

Heute ist meine Antwort auf die Frage, warum ich Raubkopien besitze, der unsinnige Kopierschutz, der einen quasi dazu zwingt, sich eine Raubkopie zu besorgen.

Bitte nicht falsch verstehen.
Ich unterstütze nicht, das geistiges Eigentum umsonst millionenfach verteilt wird. SimCity2000 hab ich mir im Nachhinein ebenso gekauft wie Windows XP.
Es ist falsch, den oder die kreativen Köpfe hinter einem Produkt, welches mir zusagt, um einen Verdienst zu bringen. Denen fehlt es dann an Einnahmen, um später weitere qualitativ hochwertige Produkte auf den Markt zu bringen.
Ich schneide mit also als Raubkopierer und Musikliebhaber ins eigene Fleisch.

Aber ich unterstütze das Umgehen von Kopierschutzmechanismen, wenn diese so unsinnig sind wie bei den oben genannten Titeln Spore, Mass Effect, Bioshock oder dem zukünftigen Alarmstufe Rot 3: Trotz Kauf eines Datenträgers leih ich das Programm quasi nur, denn öfter als 3 mal (bei Alarmstufe Rot 3 immerhin 5 mal und auch bei Bioshock wurde nachgebessert) darf ich das Programm nicht installieren.
Wenn ich bedenkte, wie oft ich Windows XP neuinstalliere, weil es sich mal wieder vollgemüllt hat, weil ein neuer Treiber das ganze System zerschossen hat oder weil ich mir ein neues System gekauft habe, dann sind drei bzw fünf Installationen schneller aufgebraucht, als ich "Ups" sagen kann.

Microsoft war eines der ersten Unternehmen, bei denen man eine Software freischalten lassen mußte: Windows XP lief nur für 30 Tage, wenn man es nicht übers Internet oder per Telefon registierte.
Doch auch übers Internet konnte dort ein Code nur einige wenige Male genutzt werden. Schon seit Jahren bin ich Stammkunde beim Telefonservices, werde quasi schon mit Vornamen angesprochen, wenn ich meine Windows XP Version erneut freischalten lassen möchte. Bis heute, Gott sei Dank, bekomme ich immer einen Code. Aber was passiert, wenn Microsoft den Verkauf von Vista eines Tages erzwingen will?

Wenn ich ehrlich sein soll, hab ich zu Electronic Arts nicht so ein Vertrauen.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, das ich beim Versuch, eine vierte Installation von Mass Effect frei zu schalten, die lapidare Auskunft bekomme: "Kaufen sie sich eine neue Nutzungelizenz."
Denn genau das ist es, was ich mit dem Kauf eines Datenträgers im Geschäft erwerbe: Eine Nutzungslizenz. Ist mir die wirklich 40 bis 50€ wert, wenn der Rechteinhaber jederzeit die Nutzungsbedingungen ändern kann?

Mass Effect ist mir, zugegeben, seine 49€ wert, weil einfach eine packende Geschichte erzählt wird, die mich zum mehr Durchspielen motivieren konnte.
Aber dennoch hab ich mich strafbar gemacht: Nach dem neuen Gesetz zum Kopierschutz dürfte ich den Kopierschutz von Mass Effect nicht umgehen.
Genau das habe ich aber gemacht: Meine gekaufte Version liegt immernoch original eingeschweißt im CD-Regal. Ich spiele eine heruntergeladene Version, da muß ich mir um die 3 erlaubten Installationen keine Gedanken machen. Dafür verzichte ich auf den kostenlosen Download von Bring down the sky.

Bei Alarmstufe Rot 3 werde ich ebenso verfahren: Die Datenträger werden im Elektronicfachmarkt um die Ecke erworben, gespielt wird eine gecrackte Version aus dem Internet und dafür verzichte ich auf Multiplayergefechte. Für mich auch das kleiner Übel, denn wieder interessiert mich die Geschichte des Singleplayermodus. Für den Multiplayerpart bin ich zu langsam, im Micromanagment zu schlecht, das hab ich während der Beta schon gemerkt.

Richtig gemacht, haben es meiner Meinung nach da Valve oder Blizzard:
Es gibt zwar Raubkopien von World of Warcraft oder Counter Strike: Source, aber Blizzard macht das große Geld bei WoW eh nicht mit dem Verkaufen, sondern mit den monatlichen Gebühren, und wer sich im Besitz einer sogenannten steamless Version von CS:S befindet, kann am eigentlich interessanten E-Sport nicht teilnehmen.
Zudem ist die Anzahl der sich im Umlauf befindenen Kopien von WoW oder CS:S verglichen mit anderen Spielen verschwindend gering.

Man kommt also zu dem Schluß: Wer Online oder bei offiziellen Tunieren spielen will, braucht ein Original.
Dort kann man sich Kopierschutzmaßnahmen also fast sparen: Ein Registrationscode reicht prinzipiell.

Kritisch wird es bei Spielen, die nur einen Einzelspielermodus ansprechen oder die man mit Freunden im LAN, aber nie online spielen will.
Ich denke da zum Beispiel an Sacred 2. Wird es ein ähnliches Schicksal wie Titan Quest erleiden?

Wohin geht also die Entwicklung?
Mehr Online-Spiele, weil sie besser vor Raubkopien zu schützen sind? War der Aufschrei war groß, als bekannt wurde, das Hellgate: London nur einen Singleplayer- und einen Online-, aber keinen LAN-Modus haben würde?
Mehr Plattformen wie Steam? Was machen aber jene ohne Internet?
Mehr Abonements? Nicht jeder ist bereit, ein Spiel zu leasen.
Doch nochmalige Verbesserungen am Kopierschutz? Der dann doch wieder innerhalb von Tagen geknackt ist?

Was denkt Ihr?
Nervt Euch der Registierungs- und Online-Freischalt-Wahn?
Oder seht Ihr das als notwendiges Übel?

Egal welcher Meinung Ihr seid, denkt bitte immer daran:
Mit dem Kauf eines Originals gebt Ihr nicht nur Eure Wertschätzung für ein von Euch genutztes Produkt zu kund, sondern unterstützt darüberhinaus die Macher dahinter, in Zukunft weiterhin qualitativ hochwertige Produkte auf den Markt zu bringen.

Abendliche Grüße
Christian
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

langer text...

meine einstellung: ich tendiere immer mehr zum original... und warte deshalb einfach bis es meinen preisvorstellungen entspricht...
oder ich suche mir grauzonen, die nicht verboten sind, aber wahrscheinlich auch nicht ganz legal...
bei filmen warte ich bis das zeug in der videothek steht, denn downloads sind mir zu umständlich (bin spontaner filmeschauer, kann keine 2h warten auf nen film) und noch dazzu qualöitativ zu schlecht...

Musik kaufe ich sowieso legal in der flatrate, oder hör internet radio, oder stelle mir playlisten auf youtube zusammen...

programme... ja das is so ne sache.. meine betriebssysteme habe ich im original, meine arbeitssoftware ist meist freeware, und da ich ansonsten ein program nur sporadisch nutze, schau ich nach testversionen, oder (schande auf mich) ich zieh es im internet, was aber wirklich wirklich selten vorkommt (ich meine welche kommerzielle software hat nicht eine freeware alternative???

Spiele... wie gesagt, entweder ich bin so heiß drauf, das mir es wirklich wert is es am erscheinungstag in händen zu halten, oder ich warte bis es erschwinglich ist, wie zuletzt bei Splinter Cell: Double Agent...
Heruntergeladen hab ich erst selten ein spiel, dauert mir viel zu lange (siehe spontan^^)...
Wenn ich allerdings ein Spiel dann besitze, lasse ich mir ehrlich gesagt von niemandem vorschreiben wqie ich damit umzugehen habe... was der Grund ist, warum ich zu ziemlich jedem Spiel einen CD-Crack habe...

Festplattenplatz ist billig, weswegen ich die meisten auch nicht deinstalliere, außer wenn ich mir sicher bin sie in absehbarer Zeit nicht mehr zu zocken...
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Was denkt Ihr?
Nervt Euch der Registierungs- und Online-Freischalt-Wahn?
Oder seht Ihr das als notwendiges Übel?
Nun, ich denke das schlechte Kopierschutzmaßnahmen sprich die von denen der User was mitbekommt, ihn eher dazu veranlassen eine illegale Version zu besorgen.

Denn warum soll man für etwas teuer Geld kaufen, wenn man nach strich und faden verarscht wird?!

Mass Effect/Spore sind hier besonders gute Beispiele!

Ersteinmal zahle ich 'nen haufen Geld für ein Programm und muss mir dann noch vorschreiben lassen, wie oft ichs installieren darf?!
Gehts noch??

Mitm klagen wirds auch nicht so einfach, da der Streitwert leider recht gering ist und einem ja eigentlich auch kein Schaden entstanden ist...



Sins of a Solar Empire grab ich jetzt einfach mal wieder aus, zusammen mit Oblivion.
Warum?

Weil beide Spiele keine nennenswerten Kopierschutzmaßnahmen haben!

Und beide SPiele haben sich hervorragend verkauft!!

Jetzt ist die Frage, ob sie sich wegen des nicht vorhandenen Kopierschutzes so gut verkauft haben oder ob sie mit einem noch mehr verkauft werden könnten??

Ich persönlich denke, das diese beiden Spiele wegen des nicht vorhandenen Kopierschutzes gekauft worden sind und weil sie auch nicht soo schlecht sind.

Das ist auch ein weiteres Problem, siehe zum Beispiel STALKER, was ja nicht sehr fehlerfrei sein soll, der 'nachfolger' soll ja noch schlimmer sein...

Das ist auch ein großes Problem, die die NUtzer dazu veranlasst, nächstesmal das Programm nicht zu kaufen....
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Raubkopien gibt es mindestes so lange wie die gute alte Kassette (CC oder MC): Möglichkeiten, den Vorgänger, Schallplatten zu kopieren, waren rar gesäht, zu teuer und zu aufwendig.
Doch die neue MC von Phil Collins seinerzeits, Another Day in Paradise, war schnell von einem Freund zu bekommen.
Ja, Raubkopien sind älter als das Internet. Früher war es z.b. normal, einen gebrauchten mit C64 mit diversen Diskettenboxen zu erwerben, 200-300 Disketten waren keine Seltenheit, darunter meist keine 10 Originalversionen. Bei Kassetten dasselbe. Warum hat sich also früher keiner aufgeregt? Die Antwort ist vermutlich simpel: Weil es jenseits jeder Kontrolle lag, wie hätte man denn überwachen sollen, wann wer wem eine Kassette oder Diskette übergibt? Kopierschutze bei Programmen und spielen hielten langsam Einzug, waren aber recht simpel, ziel dabei war es wohl mehr, den unbedarften DAU abzuschrecken, man wusste, dass man gegen die echten Nerds keine Chance hatte.

Richtig populär und damit zum Problem wurde das Thema Raubkopie aber erst mit der CD bzw den ersten erschwinglichen CD-Brennern.
Ich erinnere mich noch gut, es war irgendwann während meiner Zeit in der Oberstufe, das ein Freund mit einem gut 1 Meter hohen Stapel mit gebraten CDs in die Pausenhalle kam und für 5 DM pro CD verkaufte, wobei er natürlich nur auf Vorbestellung gebrannt hat.
Jein. Was ist denn an gebrannten CDs soviel andera als an kopierten Disketten oder überspielten MCs? Eigentlich nichts. zugegeben, die Kopien waren besser und gingen vielleicht auch schneller, aber es war immer noch ein schwer überwachbares, aber lokales Problem. Jemand kaufte die CD, gab sie 5 Leuten weiter, die wiederum ein paar. Eine mäßige Steigerung vielleicht zur MC, aber noch nicht der GAU.

Der GAU kam mit dem Internet für jedermann und der totalen Digitalisierung von Inhalten. Plötzlich konnte sich jemand in Timbuktu eine CD kaufen und die Lieder dann online stellen, wo die Daten global verbreitet wurden, innerhalb von Stunden. Und den Rechteinhabern ging der Arsch auf Grundeis, verständlicherweise.
Was die Industrie gerne möchte, wäre eine Abschaffung des freien Internets, und an seiner Stelle ein proprietäres, überwachbares System. Man konnte und kann nicht verhindern, dass die Leute DRM-freie Codecs erzeugen und nutzen, der einzig sinnvolle Ansatzpunkt scheint die Kontrolle der Verbreitung zu sein. Das, was früher unmöglich war, rückt durch das Netz in greifbare Nähe - könnte man meinen. Dummerweise kontrolliert eben niemand das Netz, es gehört keinem, und es ist nicht ausgelegt auf Kontrolle und Überwachung.

Ich persönlich sehe im WWW so eine Art "Rad des 21. Jahrhunderts", es gibt kaum Bereiche unseres Lebens, in denen das Netz keine Rolle spielt. Was einmal als popeliges Militärprojekt begann, hat die Welt im Sturm erobert und sie total verändert. Australien ist plötzlich nicht mehr down under, sondern nur einen Mausklick entfernt. Ein kleiner Laden in Russland oder Indien kann eine Webseite einrichten und an die ganze Welt verkaufen (was bei MP3s ja schon geschehen ist). Unsere Gesetze sind auf sowas nicht wirklich vorbereitet, die Lobbies blökten, und der Ärger fing an.

Die Rechteinhaber hatten ein Problem, es gibt scheinbar keine Lösung gegen das wilde weltweite Kopieren von jeglichen Inhalten. Der einzige Kompromiss klingt abgefahren: Man verkauft keine Produkte mehr, sondern Nutzungsrechte, Lizenzen. Früher erwarb man ein Programm (bzw. eine Kopie) oder ein Musikalbum (bzw. eine Kopie). Mann muss sich das mal vor Augen halten: so ein Film wird nur einmal gedreht, ein Programm nur einmal gecoded, eine CD nur einmal eingespielt, und dann kopiert man sie und verkauft sie weltweit. Nach einer Woche hat man seine Kosten drin, nach 2 Wochen guten Gewinn, nach dreien ist man reich. Traumjob!
Aber nun hat die Welt rausgefunden, dass das kopieren einfach geht, und sie das auch selber machen kann. Die Lösung also? Man bestimmt, wann der Kunde das Produkt nutzt, wo er es nutzt, wie er es nutzt. Wie oft er es nutzt usw.
Aber funktioniert das? Nein. Warum nicht? Bei Saunas, Schwimmbädern, Fitnessstudios, Kino usw. gehts doch auch? Aber...wir sind es gewöhnt, für Nutzung dann zu bezahlen, wenn ein Kauf nicht sinnvoll oder unmöglich ist. Wir sind es nicht gewohnt, für einfach Dinge wie Lieder, Filme, Programme, Spiele, die uns teilweise sogar für Lau vorgesetzt werden (Radio, TV usw.) Mietgebühr zu zahlen, wenn wir diese früher kaufen konnten und sie dann uns gehörten, bzw. wir sie sogar privat verteilen konnten, ohne das jemand etwas sagte.
Ob ich mir ein Lied aufnehme oder runterlade, ob ich ein Spiel meinem Freund im Nachbarhaus oder meinem Kumpel in Tokyo schicke, für uns ist es kein großer Unterschied. Für die Rechteinhaber ist das eine vertretbar, das andere eine Todsünde.
Nun gibt es also DRM, Kopierschutz und Co. Technische Standards wie CD werden verletzt, Abspielprobleme billigend in Kauf genommen. Der Kunde ist zum Feind geworden, die Ware, für die er bezahlen soll, ist das, was er nicht kriegen darf. Läuft hier etwas schief?

Es ist nur meine Meinung, aber hier prallen Welten aufeinander und völlig unterschiedliche Denkweisen. Eine Annäherung in der Mitte scheint schwer, aber wäre machbar. Man gibt dem Kunden wieder ein Produkt, über das er verfügen kann wie er will, und der Kunde sieht ein, dass er nicht alles kostenlos bekommen kann. Man müsste den Preis der Waren neu ansetzen. Billig genug, dass kaufen bequemer ist als mühsames Runterladen aus dunklen Ecken, billig genug, dass der Kunde nicht teilen mag, weil es sich doch jeder leisten kann. Aber teuer genug, dass auch die Hersteller und Rechteinhaber zufrieden sind.

Früher, in der Grundschule, habe ich mal gedacht, Gesetze werden von der Masse der Gesellschaft bestimmt. Dann wären Raubkopien längst legal. Und es gäbe keine aktuellen Musikcharts mehr. Das geht natürlich auch nicht.
Aber was da zum Teil als Gesetzestexte für verbesserten Rechtsschutz vorgelegt wird, ist zum Teil haarsträubend.
Nunja, es gibt die normative Kraft des Faktischen, oder kurz: Wenns einer macht, ists böse, wenns alle machen, ist das Gefängnis zu klein, also lass sie. Wenn einer bei Rot über die Ampel fährt, kann die Polizei ihn rauswinken. Wenn es jeder macht, steht sie hilflos am Straßenrand (und es gibt witzigerweise Videos im Web, wo man sehen kann, wie derartiges Verkehrschaos tatsächlich betrieben wird). So etwas ähnliches passierte jüngst bei den Raubkopier-Anklagen. Um die Daten des Täters für eine Zivilklage zu bekommen, musste ein Strafantrag gestellt werden. Kopieren ist im kleinen Umfang aber kein Verbrechen, also werden die Verfahren eingestellt. Macht ja nichts, man will ja nur die Zivilklage und das Geld der Kunden...äh Täter. Folge: Die Staatsanwaltschaften erstickten in Strafanzeigen und fingen an, diese pauschal abzuwehren. Und die Rechteinhaber verklagten Staatsanwälte. Nun mit dem neuen Gesetz soll es ja besser werden, aber die Deckelung des Geldbetrags ist natürlich wieder viel zu niedrig.
Recht haben, und recht bekommen, das alte Problem.

Globalisierung ist auch so eine Sache. Wenn die Firmen ihre Produkte im Ausland billig herstellen und bei uns teuer verkaufen, ist das super, klasse, einwandfrei! Aber Gott bewahre, man kauft als Kunde etwas im Ausland. MP3s aus Russland, Hardware aus China, Wow-Timecodes aus USA? Nein, sie haben da zu kaufen, wo sie wohnen! Vom Dollarkurs profitieren? Nationale Preisunterschiede nutzen? Ja Spinnen Sie denn? Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder dort kaufen würde, wo es am billigsten ist?
Globaliserung? Nie gehört, wer soll das sein?

Früher hieß es mal, der Kunde ist immer König. Heute ist der Kunde vieles: ein potentieller Räuber, Depp, Goldesel, Nummer in einer Statistik. Aber König? Nein, Monarchen gibt es ja schon lange nicht mehr. Wir haben jetzt Demokratie. Die Mehrheit entscheidet. Nur wissen die gar nicht, was gut für sie ist, darum machen das die reichen Bosse für uns. ;)
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Nun gibt es also DRM, Kopierschutz und Co. Technische Standards wie CD werden verletzt, Abspielprobleme billigend in Kauf genommen. Der Kunde ist zum Feind geworden, die Ware, für die er bezahlen soll, ist das, was er nicht kriegen darf. Läuft hier etwas schief?

Danke, das spricht mir aus der Seele.
 
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Gebt den Softwareherstellern doch einfach keinen Grund solche Kopierschutzmechanismen einzusetzen.
Wie erreicht man dies? Ganz einfach keine Software mehr kopieren;)
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Und die Verschlüsselung der HD-Datenträger erhöht die Leistungsaufnahme jener Geräte erheblich!!

Wo eigentlich ein kleiner bis mittlerer Prozessor alleine in der Lage wäre das Material zu verarbeiten (siehe im Retro Forum, Carstens 1,4GHz Tualatin, der HD Material widergeben können soll), schaffts dank dieser verschlüsselung nichtmal ein aktueller Dualcore Prozessor mittlerer Größe ohne Hilfe...


DAS sollte man mal Greenpeace und die Grünen stecken, was hier getrieben wird, aber das interessiert sie nicht, da Kopierschutzmaßnahmen, die den Energieverbrauch erheblich erhöhen nicht "greifbar" sind wie z.B. ein Tempolimit oder sonstiger Unsinn, den die aktuell verbrechen...
Gebt den Softwareherstellern doch einfach keinen Grund solche Kopierschutzmechanismen einzusetzen.
Wie erreicht man dies? Ganz einfach keine Software mehr kopieren;)

Die Software [highlight]Hersteller[/highlight] legen idR keinen Wert auf Kopierschutzmaßnahmen und möchten sowas nicht unbedingt implementieren, Egosoft sagt das sogar recht deutlich!
Deren Aussage ist, das für den Kopierschut [highlight]der Vertreiber zuständig ist[/highlight] neu Deutsch: Publisher...

Egosoft patcht auch nach einiger Zeit den Kopierschutz wieder raus, siehe X3 2.0 -> Starforce am ANfang, nüx am Ende...
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Die Software [highlight]Hersteller[/highlight] legen idR keinen Wert auf Kopierschutzmaßnahmen und möchten sowas nicht unbedingt implementieren, Egosoft sagt das sogar recht deutlich!
Deren Aussage ist, das für den Kopierschut [highlight]der Vertreiber zuständig ist[/highlight] neu Deutsch: Publisher...
Dann gebt halt den Vertreibern keinen Grund.
Wo liegt da das Problem? Wird eine Software nicht kopiert, brauchts auch kein Kopierschutz.
 
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Dumm nur, das die Industrie immer 'nen Grund zum rumheulen und Geldmachen sucht...

Siehe die Mafia, die ja jetzt durch Abmahnungen Geld verdient...
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Gebt den Softwareherstellern doch einfach keinen Grund solche Kopierschutzmechanismen einzusetzen.
Wie erreicht man dies? Ganz einfach keine Software mehr kopieren;)
Ja, und wenn alle einfach nett zueinander sind und aufhören, zu streiten, haben wir den Weltfrieden.

Die Aussage ist zu naiv und utopisch. Es gibt auf dieser Welt Menschen in Ländern, die verdienen ihren kargen Lebensinhalt mit der Herstellung und dem Verkauf von illegalen Kopien. Und auch bei uns in den reichen Ländern kommt man wohl nicht dagegen an. Man schafft es ja nicht mal, erwachsene Menschen zu überzeugen, nicht mit 60-70 durch ne 30er-Zone zu brettern. Wie willst du da Jugendliche (ich nehme mal an die Masse der Filesharer ist jüngeren Semesters) dazu bringen, artig zu sein und nicht zu kopieren?

Drakonische Geldstrafen in Einzelfällen wie im Moment? Frag mal den öffentlichen Nahverkehr, wie gut das bei Schwarzfahrern funktioniert. :D
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Ich weiß es noch ich hab damals 15€ für die Uncut-Version von Half Life bezahlt über einen Kumpel die Kopie bekommen, aber es war damals wesentlich schwerer an diverse Kopieen zu kommen. Da mußte man einen mit Brenner kennen und einen mit dem Spiel und dann auch noch nen No-CD Crack besorgen können. Aber auch schon damals wollte man nichts für Spiele zahlen und durch die rasante Ausbreitung von DSL sowie diverser Tauschbörsen und Filehostern ist die ganze Sache in erschreckende Dimensionen geschossen.

Und irgendwie gerate ich auch hin und wieder in Versuchung mir über das Internet ein Spiel zu beschaffen, aktuelles Beispiel ist Stalker CS (Videothek hat es leider nicht). Ich wäre durchaus bereit die 40€ zu bezahlten, aber dann muss ich auch sicher sein, dass es auf Anhieb bei mir in ansprechender Qualität (nach Systemanforderungen) läuft. Solange ich aber davon lese wie verbuggt dieses Spiel auf den Markt gelandet ist sehe ich von einem Kauf definitiv ab, weil ich es nicht einsehe für Unfähigkeit Geld zu bezahlen. Vielleicht würde manchmal eine Demo einfach helfen, weil runterladen will ich dann doch nicht

Wenn sich ein Hersteller mit Onlineaktivierungen absichern will, dann habe ich damit überhaupt kein Problem, ist für mich also kein Grund ein Spiel nicht zu kaufen, solange es fehlerfrei funktioniert. Dann erwarte ich aber Software die Problemlos funktionert, wie z.B. Bioshock, HL², CoD 4 und kein Spiel was mich mit Bluescreens und Alpha Bugs in den Wahnsinn schickt.
 
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Dumm nur, das die Industrie immer 'nen Grund zum rumheulen und Geldmachen sucht...

Siehe die Mafia, die ja jetzt durch Abmahnungen Geld verdient...
Und wieder kann ich nur sagen, gebt denen doch keinen Grund zum rumheulen oder Geld machen, oder der "Mafia" Geld mit Abmahnungen zu verdienen.
Ihr schafft euch diese Probleme nur selber, indem ihr Software kopiert, diese zum Download bereitstellt und kopierte Software selber downloadet.
Würdet ihr das alles nicht tun, dann gäbe es auch keinen Grund mehr einen Kopierschutz einzusetzen, keine "Mafia" könnte mit Abmahnungen Geld verdienen und selbst die "Industrie" könnte noch so lange rumheulen und Gründe suchen wie sie will.
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Solange nur Freaks und Illuminierte "kopiert" haben, war das der Industrie egal..
Immerhin hat das einem von uns so geliebten Unternehmen die "Weltherrschaft" gebracht.
Sogar Schnittmuster und Vorlagen für Strick- und Nähmaschinen werden kopiert.

Nur seitdem auch der dümmste und unfähigste aller Benutzer darauf Zugriff hat,
seit dem wirds ernst.. aus Spass wurde ernst.

Bei Titel wie zB. von diesem Thread denke ich mir immer:
so eine Sauerei auch, daß der auch sein Auto/seine Wohnung abgeschlossen hat..
da muß ich dem doch glatt die Türe aufbrechen.. und nehmen was nicht mir gehört/nicht für mich bestimmt ist..

.. hat sicherlich auch mit der Gier unserer Gesellschaft zu tun.. haben wollen.. haben wollen..
nur des haben wollens willen.. bedenklich sowas..

Und übrigens: das ist der Untergang unserer Kultur..
 
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AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Ich finde es ja ganz interessant hier mitzulesen, aber das hier einige so aus dem Nähkästchen plaudern und die eigenen gecrackten Kopien zugeben ist doch ein wenig grenzwertig. Bitte nicht noch weiter ausführen oder andeuten wo und wie man an die Software kommt, sonst müssen wir hier doch noch dicht machen ;) .
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

.. gerade HIER (und PCG) finde ich das Grund genug für einen lebenslangen Ausschluß aus der "Community"..
Da sollten die Damen und Herren Moderatoren knallhart sein..

Emmaspapa: oder meintest du etwa mich.. ;-) ?!?
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Bei Titel wie zB. von diesem Thread denke ich mir immer:
so eine Sauerei auch, daß der auch sein Auto/seine Wohnung abgeschlossen hat..
da muß ich dem doch glatt die Türe aufbrechen.. und nehemn was nicht mir gehört/für mich bestimmt ist..
Da liegt einer der Hasen im Pfeffer. Wenn man bei jemandem das Auto knackt, in die Wohnung einbricht, ihn ausraubt etc. dann ist das physisch, direkt, persönlich. Dementsprechend hoch ist die Hemmschwelle, auch in Anbetracht der Strafen, aber trotzdem machen es wohl genug Leute laut Zeitung und Nachrichten. Noch extremer wären Mord und Totschlag, passieren aber auch zu häufig.

Dem gegenüber nun Filesharing und Downloads aus illegalen Quellen. das ist nicht physisch, nicht persönlich, nicht direkt. Man hat kein konkretes Opfer, bestenfalls eine Firma als abstraktes Gebilde. Man muss keine Tür aufbrechen, keine körperlichen Schranken überwinden. prozesstechnisch kann so ein Download weniger komplex sein als das Checken der Emails.
Da ist es doch irgendwie verständlich, dass die Hemmschwelle viel niedriger liegt, oder?

Die Rechteinhaber sprechen gerne von "Raub", aber ist das korrekt?
Raub: Die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache durch Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben mit der Absicht, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen (§ 249 StGB)
Wo ist da die Gewalt, wessen Leben bedroht der Start des torrentclients oder der Mausklick auf eine MP3-Datei?

Ich denke es ist pausibel, anzunehmen, dass auf Grund dieser fehlenden Verhältnismäßigkeit so ein Download weniger schlimm wahrgenommen wird als z.b. Schwarzfahren im Bus.
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Aber in dem klick mich Thread gab es keine Ermahnung
Schade eigentlich..
Sollte man jemanden (die Distributoren und Hersteller) drauf hinweisen..
Dann könnten die über eine Anzeige/Verfahren seine IP erheben lassen.
Ein "kleiner" Auszug.. unter "Bagatelle" fällt DAS nicht mehr..

Aber ich bin halt keine Petze, müssens schon selber drauf kommen..

Hmm.. ein gutes hat der radikale Islam doch an sich:
solchen "Lausbuben" wird eine Hand abgehackt.. ;-)
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Ich möchte keine Anleitung zum Kopieren geben.
Ich möchte auch keinen ermutigen.
Im Gegenteil, seit einiger Zeit sehe ich das mit den Raubkopien auch kritisch.
Und Frage mich, warum dem gewillten Käufer Steine in den Weg gelegt werden, wie zB mit nur 3 Installationen.

Mich interessieren mehr die Gründe.

Und wie gesagt: Wer wirklich keine einzige Kopie hat, werfe den ersten Stein @Lexx, emmaspapa
 
AW: Kopierschutz - Zwang zur Illegalität?

Ich werfe auch keinen Stein.. bin ja nicht der Exekutor..
Von Massenhysterie a la Handgruss oder Steinwurf, dazu bin ich viel zu abgeklärt..

Und die Gründe sind denke ich mittlerweile allgemein bekannt..
 
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